Hausarbeit Jura, verstehe den Sachverhalt nicht?

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9 Antworten

Das ist aber noch nicht der ganze Sachverhalt der Hausarbeit, oder? :D

An Deiner Stelle würde ich zunächst prüfen, ob der Kaufvertrag ursprünglich durch Angebot und Annahme zustande gekommen ist. Zwar liegt ein Angebot vor, jedoch keine Annahme. B möchte nämlich nur 10 € zahlen und den Rest eintauschen. Dass dies keine Annahmeerklärung darstellt folgt aus § 150 Abs. 2 BGB.

Ebenfalls aus § 150 Abs. 2 BGB folgt, dass die abändernde Annahme nunmehr als neues Angebot seitens des B zu werten ist. Wenn A das Geschäft auf diese Weise durchführt, dann liegt zumindest eine konkludente Annahmeerklärung vor.

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Okey ich stelle mal den Sachverhalt rein, aber ich bitte euch keine konkrete Lösung zu nennen sondern denk anstöße. DANKE

Der 17-jährige Fridolin (F) möchte sein Fahrrad verkaufen, um sich von dem Geld ein Longboard zu kaufen. Seine Eltern sind mit diesem Plan einverstanden. F verkauft daher sein altes Fahrrad für 100,- € an den 19-jährigen Nachbarsjungen Max (M). Daraufhin erklärt M, dass er momentan leider nur 10,- € in bar aufbringen kann. Er schlägt aber vor, F zusätzlich sein altes Longboard zu überlassen. F gefällt das Longboard sehr gut, daher ist er einverstanden und nimmt die 10,- € sowie das Longboard mit. Auf dem Nachhauseweg kauft er sich für die 10,- € einige Sportmagazine. Als er mit seiner neuen Errungenschaft dann bei seinen Eltern vorfährt, sind diese weniger begeistert über den „Deal“ und das klapprige Longboard. Sie verlangen, dass M die 100,- € bezahlt.

Frage zum Sachverhalt: Kann F von M Zahlung von 100,- € verlangen?

NICHT ZU PRÜFEN IST §285 BGB

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Kommentar von furbo
18.08.2016, 14:11

1. Prüfe, wozu die Eltern ihr Einverständnis gegeben haben 

2. Prüfe was zwischen dem beschränkt geschäftsfähigen Fridolin und Max tatsächlich abgemacht wurde und ob das rechtswirksam ist.

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Im Prinzip ein recht einfacher Sachverhalt, auf den ersten Blick, wobei sich auch hier komplizierte Fallkonstellationen ergeben können. Wie du bereits erwähnt hast, handelt es sich zunächst um ein neues Angebot. Die "essential negotii" werden neu formuliert, daher ein neues Angebot. Angebot und Annahme sind im ersten Schritt nicht erfolgt. Und nun ist die Frage in welchem Semester du bist, im ersten Semester würde man den Fall lediglich auf dieser einfach Schiene lösen, in höheren Semestern möchte der Prüfer dann doch nochmal mehr Ausführung und Detailanalysen. Falls Fragen sind, gerne melden.

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Kommentar von uni1234
18.08.2016, 11:36

Eigentlich ist es gerade andersrum. Gerade im ersten Semester - und das hier ist ganz eindeutig eine Erstsemesterhausarbeit - möchte der Prof eine sehr detaillierte Aufschlüsselung, wann wie und wo der Kaufvertrag zustande gekommen ist. In späteren Semestern ist das unwichtig bis egal.

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der Kaufvertrag wäre entstanden, wenn B zum Angebot von A - nämlich 100 Euro in bar zu zahlen - eingewilligt hätte. Da im Sachverhalt steht VERKAUFT, ist ja sicherlich davon auszugehen. Wenn B aber bei der Verhandlung direkt gesagt hat, dass er die 100 Euro nicht in bar aufbringen kann, ist auch kein wirksamer Vertrag zustande gekommen bevor A in die Sache einwilligt- Stichwort gegenseitige Willenserklärung.


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Soweit ich das verstanden habe, hat A doch das Fahrrad an B verkauft. Es geht nur noch um die Bezahlung. Da B nur 10€ hat, bietet er A noch den Gegenstand an, sodass es auf den vollen Wert von 100€ kommt. Wenn A dem zustimmt ist das Fahrrad verkauft, bzw. der Vertrag geschlossen. Also an der Stelle, wo A das Angebot annimmt.

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Ich lese die Sache eher so:

A unterbreitet B ein Angebot, das Fahrrad für 100 EUR zu veräußern

B unterbreitet A ein Gegenangebot, das Fahrrad für 10 EUR zu erwerben, damit lehnt B das ursprüngliche Angebot ab.

Mit der Annahme des Gegenangeboten von B durch A kommt der Kaufvertag zustande.

Günter

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 Ist der Kaufvertrag dadurch entstanden das A an B seinen Fahrrad anbietet

Nur mit einem Angebot (einseitige Willenserklärung) kommt nie ein Vertrag zu Stande.

oder hat der B das Angebot abgelehnt und dem A einen neuen Angebot unterbreitet

Das hat er offensichtlich. Auch damit ist noch kein Vertrag zu Stande gekommen. Denn das passiert erst wenn:

welches der A angenommen hat

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Danke für die schnellen Antworten.

Ich bin im ersten Semester. Mich hat der Satzaufbau bisschen verwirrt. Wenn man etwas verkauft, dann muss ein Angebot und eine Annahme vorliegen.

Nach meinem jetzigen Rechtsverständnis könnte man aber mit Abschluss der Vertragsverhandlungen kein neues Angebot seitens des B abgeben.

:) Was ist den nun richtig???

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Zweites ist hier der Fall. Über das Angebot des A konnten A und B sich nicht einigen. Somit ist das Angebot des B ein Angebot auf Abschluss eines Vertrages, welches A annehmen muss.

Fraglich könnte aber auch sein, ob es sich bei dem vermeintlichen Angebot des A vielleicht nur um eine invitatio ad offerendum gehandelt hat.

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