Frage von Schlumpfine61, 32

Haus verkaufen oder behalten - Wirtschaftlichkeitsberechnung?

Hallo. Die Kusine meines Mannes hat zusammen mit ihrem Ehemann vor ca. 3 Jahren ein Haus gekauft, in das sie mit ihm und dem gemeinsamen Sohn eingezogen ist. Im Grundbuch ist sie allein als Eigentümerin eingetragen; die Darlehnsverträge laufen aber auf beide Ehegatten. Jetzt hat er sich "verdünnisiert", ist zu seiner Neuen gezogen, verlangt die Scheidung und den Verkauf des Hauses. Falls das Haus verkauft wird und die Darlehen abgelöst werden, fordert die Bank Vorfälligkeitszinsen i.H.v. 40.000 Euro. Die Kusine will das Haus tatsächlich verkaufen (sie selbst hat momentan nur einen 450-Euro-Job und kann max. Teilzeit arbeiten, weil das Kind noch in den Kindergarten geht). Nach meiner und meines Mannes Einschätzung würde sie sich mit einem Verkauf keinen Gefallen tun; die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Hütte für 40.000 mehr verkaufen kann als sie selbst gezahlt hat, ist verschwindend gering. Ich habe versucht, ihr das mal so schematisch vorzurechnen, aber ohne konkrete Zahlen ist das halt nicht zu machen. Wenn sie verkauft, stehen da die 40.000 Vorfälligkeitszinsen. Plus die Miete, die sie dann monatlich zahlen muss. Beides Posten, die nicht anfielen, würde sie das Haus behalten. Auf der anderen Seite entfielen die monatlichen Darlehnsraten. Versicherungen und Heizkosten wären vermutl. etwas geringer für eine Wohnung als für ein ganzes Haus, und Reparaturkosten wären auch wenn, dann nur begrenzt zu zahlen.

Meine Fragean euch: an wen kann sie sich wenden, der dieses Problem für sie mal unter rein wirtschaflichen Aspekten konkret durchrechnet, und der ihr vlt. auch sagen kann, wie sie das Ganze finanziell "gewuppt" kriegt, gleichfültig, ob er zum Verkauf oder zum Behalten des Hauses rät? (Sollte, wenn möglich, auch jemand sein, der für diese Berechnungen nicht grad ein halbes Vermögen verlangt). Mir fiel spontan Verbraucherzentrale ein, aber ich glaub, da wär sie falsch...

Danke schon mal!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wilees, 19

Am besten solltet ihr mal einen / mehrere Makler um seine / ihre Einschätzung bitten, zu welchem Preis das Haus überhaupt auf den Markt gestellt werden könnte.

Dann wäret Ihr einen Riesenschritt weiter.

Gäbe es die Möglichkeit eine Mitbewohnerin mit Kind aufzunehmen - gegenseitige Unterstützung - sie könnte mehr Stunden arbeiten.

Der Vater verzichtet zu Gunsten des Kindes auf sein miterwirtschaftetes Eigenkapital - und den wahrscheinlich geringen bisher erbrachten Abtrag.

Alles gedankliche Spielereien  - und es böte sich mit verwandschaftlicher Hilfe die Möglichkeit des Hauserhalts.

Wenn sie ein gewisses Eigeneinkommen erzielt, gibt es auch die Möglichkeit des Lastenzuschußes - das Äquivalent für Hauseigentümer zum Wohngeld.

Für Geringverdiener gibt es auch die Möglichkeit erweitertes Kindergeld zu beantragen - bis zu 140,-- Euro. Man muß nur gut mit Zahlen umgehen können, um das jeweils miteinander ins Verhältnis zu bringen und sich nicht ins Unrecht zu setzen. 

Eins ist erst mal sicher die Bank entläßt den Familienverdiener nicht aus der Verantwortung.

Und sie kann auch die Scheidung hinauszögern, wenn dies mer wirtschaftliche Sicherheit bedeutet.


Kommentar von Schlumpfine61 ,

Sind ein paar echt gute Ideen von dir, ein herzliche "Schankedön!" dafür. Nur in einem Punkt geht gar nix: der Vater wird von seiner Neuen derart auf Krawall gebürstet, dass er neulich sogar Pfannenwender und Schöpfkelle mitgenommen hat (nix Wertvolles), weil es angeblich aus dem Set stammt, das er in die Beziehung miteingebracht hat. Er und seine Neue brauchen es nicht, sind voll ausgestattet, aber Hauptsache, die "Alte" hat es nicht mehr. Der würd ihr freiwillig keinen Pups überlassen... Mithin würd ich nicht davon ausgehen, dass er ihr sein miterwirtschaftetes Eigenkapital überlässt. Ein Makler hat sich das Haus inzwischen angeschaut, und nach seiner Einschätzung kommt bei einem Verkauf kaum mehr heraus, als sie damals gezahlt haben. Von den Vorfälligkeitszinsen blieben nach seiner Meinung mind. 30.000 an ihr "kleben".

Kommentar von wilees ,

Na davon träumt er bei ihrem jetzigen Einkommen aber nur. Warum sind viele Menschen im Rahmen von Trennungen nur so fies? Vater bleibt er doch trotzdem, allein deshalb sollte eine Scheidung vernünftig angegengen werden.

Info für die Cousine: zur Beratung beim Anwalt kann sie sich wahrscheinlich einen Beratungsschein beim Amtsgericht holen. Die Kosten wird letztendlich er tragen müssen.

Antwort
von kugel, 17

Schuldnerberatung.

Sie kann aber auch gleich Privatinsolvenz anmelden. Einkommen  hat sie keines und die Vorfälligkeitsentschädigung bleibt am Nochmann kleben ...

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