Frage von murdock2001, 43

Haus vererben an Kinder?

Meine Frau und ich wohnen in einem Haus zur Miete. Die Immobilie gehört meinem Vater. Er würde sie mir gerne vererben, aber er nimmt davon noch Abstand, weil er Angst hat, dass meine Frau und ich uns irgendwann mal scheiden lassen. Er will nicht, dass meine Frau dann die Hälfte bekommt. Was für Möglichkeiten gibt es sonst noch?

Antwort
von Bo877, 43

Lasst Euch egal wer hier was schreibt generell anwaltlich beraten. Vorab jedoch folgende Information meines Kenntnisstandes:


Solltes es sich bei Eurer Ehe um eine Zugewinngemeinschaft handeln, so bleibt ein Erbe oder eine Schenkung hiervon unberührt. Wenn Dein Vater also Dir das Haus vererbt und die Ehe geschieden werden sollte, was ich Euch natürlich nicht wünsche, so hat Deine Frau hier keinerlei Rechtsansprüche.

Geregelt wird die im § 1374 Abs. 2 BGB.

ZITAT:

a) Erbschaften im Zugewinnausgleich

Im Falle einer Erbschaft ist das unproblematisch. Wenn ein Ehegatte erbt, kann das nur aus zwei Gründen geschehen: Der gesetzlichen Erbfolge, weil er mit dem Erblasser verwandt ist – oder durch gewillkürte Erbfolge, also testamentarische Verfügung. In beiden Fällen wird also eine besondere Beziehung zwischen Erblasser und Erben bestanden haben – wenn auch nur auf dem Papier. So lange der Erblasser also nicht explizit den Ehepartner seines Erben in das Testament mit einbezogen hat, handelt es sich bei der Erbschaft um eine persönliche Zuwendung. Sie wurde dann nicht auf Grund der Ehe geleistet und wird daher dem Anfangsvermögen zugerechnet. Das bedeutet letztlich, dass eine solche Erbschaft nicht ausgleichspflichtig ist.
 
Das stellt sicher, dass der andere Ehegatte ohne persönliche Beziehung zum Schenker oder Erblasser nicht von Schenkungen oder Erbschaften im Rahmen des Zugewinnausgleichs profitiert. Immerhin hat der nicht beschenkte Ehegatte regelmäßig nichts zur Erlangung des Vermögenszuwachses beigetragen.
Zu Erbschaften in diesem Sinne zählen auch Übertragungen im Wege der vorweggenommenen Erbfolge. Dabei überträgt der Erblasser vor seinem Ableben wesentliche Vermögensteile auf den künftigen Erben (Bundesgerichtshof, Urteil vom 30. Januar 1991, Az: IV ZR 299/89).


Bei einer Schenkung VOR Ableben verhält sich das jedoch folgendermaßen:

Schenkungen von Eltern und Schwiegereltern beim Zugewinnausgleich

Einen Sonderfall bilden die Schenkungen von Eltern und Schwiegereltern im Zugewinnausgleich. Grundsätzlich wären die „Finanzspritzen“ auch vom Zugewinnausgleich umfasst, sie können nach neuerer Rechtsprechung jedoch innerhalb der Verjährungsfrist zurückgefordert und so dem Ausgleichsanspruch entzogen werden.
 
Junge Paare erhalten oftmals finanzielle Starthilfe in ihr gemeinsames Eheleben, beispielsweise indem Eltern, Großeltern oder Schwiegereltern bei der Finanzierung des Hausrates helfen oder den Kauf einer Immobilie unterstützen. Die Rechtsprechung geht bei solchen Ausstattungsgeschenken davon aus, dass sie regelmäßig aufgrund der bestehenden Ehe getätigt werden. Das gilt insbesondere für Geschenke, die auf eine dauerhafte Sicherung der Existenzgrundlage gerichtet sind, etwa ein Grundstück mit einem Wohnhaus oder Firmenanteile. Damit soll vor allem der eigene Abkömmling in seiner Lebensführung unterstützt werden. Auf die Unterstützung des Partners kommt es grundsätzlich nur nachrangig an. Deswegen entschied der Bundesgerichtshof, dass Geschenke an das verheiratete Kind von dessen Partner wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage zurückgefordert werden können (BGH, Urteil vom 3. Februar 2010, Az: XII ZR 189/06). Dazu muss der Rückzahlungsanspruch jedoch innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfrist geltend gemacht werden (BGH, Beschluss vom 03. Dezember 2014, Az: XII ZB 181/13). Die Frist beginnt mit Rechtskraft der Scheidung und dauert bei Grundstücksschenkungen zehn Jahre (drei Jahre bei allen übrigen Schenkungen).
 
Es wäre schlichtweg ungerecht, wenn der Ehepartner des Kindes trotz der Scheidung von einer ehebedingten Schenkung profitieren würde. Deswegen wird der Schenkungsbetrag zwar dem Endvermögen hinzugefügt, gleichzeitig aber auch der „Negativposten“ einer Rückzahlungspflicht an die Schwiegereltern. So hebt sich die Schenkung praktisch auf. Der Anspruch kann vor dem Scheidungsverfahren auch an das eigene Kind abgetreten werden. Der BGH stellte in seinem zitierten Urteil nochmals klar, dass eine Rückforderung nur möglich sein soll, wenn den (Schwieger-) Eltern das Festhalten an der Schenkung unzumutbar ist. In diesem Fall könnten sie den fraglichen Betrag in Geld – und nur ausnahmsweise die Herausgabe des Vertragsgegenstands an sich (etwa des Grundstücks) – verlangen.


Antwort
von DanielaKruger, 17

Hallo,

Immobilien schon zu Lebzeiten zu verschenken anstatt zuvererben kann zu erheblichen Steuerersparnissen führen. Die steuerlichenUnterschiede zwischen Erbschaft und einer Schenkung sind zwar marginal (DerStaat macht nämlich keinen Unterschied zwischen Erben und Beschenkten. Deshalbauch „Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz“.). Aber Schenkungen bietenfolgende Vorteile:

– Freibeträge können mehrmals genutzt werden, nämlichalle 10 Jahre. So können teure Immobilien in Etappen verschenkt werden ohne dasSteuern zu zahlen sind.

– Unliebsame Kinder können enterbt werden. DerPflichtanteil wird so vermieden.

www.immobilien-einblick.de/steuern

Antwort
von schelm1, 28

Sofern Ihr Vater Ihen das haus alleine vererbt, bleiben sie auch alleine Eigentümer. Im Falle einer Ehescheidung steht der Frau nur ein Zugewinnausgleich zu.

Antwort
von Joergi666, 31

die rechtliche Situation wurde ja schon gut erläutert- darüber hinaus möchte ich anmerken, dass eine rechtzeitige Schenkung tatsächlich Sinn machen kann. Wenn man sich die steigenden Pflekosten anschaut, kann bei eintretender Pflegebdürftigkeit eine Immobilie mal schnell weg sein, wenn sich diese noch über einen langen Zeitraum hinzieht (hab ich selber in der Familie erlebt).

Antwort
von Mumoffline, 38

Das beste ist, ihr lasst euch von einem Anwalt beraten. Es gibt die Schenkung und den Kaufvertrag zu Lebenszeit.

Antwort
von Glueckskeks01, 39

Ich meine mal gehört zu haben, dass das Erbe bei Scheidung nicht geteilt wird. Er vererbt es dir und es wäre und bliebe somit deins. Bin mir aber nicht sicher.

Kommentar von Mumoffline ,

Erbe ist ja nur möglich, falls der Vater verstirbt.

Antwort
von Ninombre, 34

Vererben heißt - er ist tot. Wenn er davon Abstand nimmt, ist das nachvollziehbar;-) Vermutlich geht es um eine Schenkung, oder? Wenn er das Haus nur Dir vererbt/schenkt, dann gehört es nur Dir. Bei einer Scheidung kommt allerdings bei einer Zugewinngemeinschaft tatsächlich das Problem, dass Deine Frau den Zugewinn (~halbes Haus) finanziell einfordern könnte.

Antwort
von FGO65, 34

Schenkung des Hauses jetzt an die Kinder

Antwort
von LonelyBrain, 32

Was sollte dagegen sprechen das Haus an die Kinder zu vererben? Er muss doch nicht an seinen direkten Nachfolger erben. Er könnte auch irgendjemanden auf dieser Welt das Haus vererben.

Antwort
von nwafan, 38

indem ihr ein ehevertrag macht indem steht dass du das haus bekommst solltet ihr euch mal trennen

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