Frage von DerBeamte1258, 36

Haus kaufen, frage zur finanzierung..?

Hallo Gemeinde,

ich bin 28 Jahre alt, wohne in NRW und ich habe vor mir ein Haus zu kaufen bzw zu finanzieren. Ich verdiene im Monat circa 2000€ Netto. Ich habe einen Eigenkapital von 80.000€. Mein Wunsch-Haus bzw Einfamilienhaus kostet circa 200.000€. Könnte bei meinem Verhältnissen eine Finanzierung möglich sein? Wenn ja, wie viel müsste ich im Monat an die Bank zurückzahlen (komplett mit Steuern etc.)

MfG

Antwort
von JTKitzel, 16

Erstmal Glückwunsch zum tollen Eigenkapital.

Dann machen wir mal die Rechnung auf:

Kaufpreis Haus (laut deiner Angabe) 200.000€

Kaufnebenkosten (Makler, Notar, Grundbuchamt, Grunderwerbssteuer) ca. 10% = 20.000€ (Grunderwerbssteuer ist vom Bundesland abhängig)

minus 50.000 Eigenkapital, den Rest solltest du für Küche, Möbel, Umzug und Puffer zurückhalten

Macht also 170.000€ Finanzierungssumme (200.000 plus 20.000 minus 50.000).

Um eine monatliche Rate für die 170.000€ zu ermitteln, hängt es natürlich völlig davon ab, wie schnell du die Summe getilgt haben möchtest und was für Bausteine du wählst (klassisches Annuitätendarlehen, endfällig gegen Bausparen, etc.).
Vereinfacht allerdings kann man mit 5% Annuität (2% Zins und 3% Tilgung) arbeiten. Damit hättest du eine monatliche Rate von 708€ und wärst nach ca. 25 Jahren fertig.

Hinzu kämen noch die monatlichen Nebenkosten für dein Objekt, danach hattest du ja auch gefragt. Diese hängen allerdings massiv von deinem Wohnort ab (Müllgebühren, Wasser, Abwasser, Grundsteuer, all das hängt am Wohnort). Vereinfacht arbeiten viele Banken allerdings mit 2,50€ bis 3,00€ pro Quadratmeter. Gehen wir von einem durchschnittlichen Haus von 130 Quadratmetern und dem Maximalansatz von 3,00€/qm aus, dann hättest du 390€ Nebenkosten.

Zusammen mit der Baufi-Rate wären es also aufgerundet 1.100€ warm.

Jetzt allerdings kommt das großer ABER: Viele Banken arbeiten mit Pauschalen, um die monatliche Maximalbelastung eines Kunden zu ermitteln, um also die Einnahmen-/Ausgabenrechnung zu berechnen. Wenn du also lediglich 2.000€ netto verdienst (sorry für das "nur", aber für einen Wohneigentumskandidaten ist das _deutlich_ unterdurchschnittlich), bleiben nach Rate und Nebenkosten (siehe oben) nur noch ca. 900€ zum Leben zur Verfügung. Das wird vielen Banken nicht reichen. Denn von diesen 900€ müssten Lebenshaltungskosten (Essen, Trinken, Hygieneartikel, Möbel, Freizeit, Reisen, ...), die monatlichen PKW-Kosten, Sachversicherungen, Lebensversicherungen, Sparraten und noch vieles mehr bedient werden. Mit den normalen Bankpauschalen für die gerade genannten Positionen wird das verdammt knapp, eher sogar negativ. Das wiegt auch das tolle Eigenkapital nicht wirklich auf. Hättest du 200-300€ mehr netto im Monat, dürfte das trotz Bankpauschalen gut passen, aber mit nur 2.000€ netto wird das sehr knapp.

Lass es dir am besten von deiner Hausbank mal durchrechnen und bedien dich zum Vergleich auch einem großen Vermittler (Interhyp, Dr. Klein, Hüttig&Rompf, etc.).

Wenn du noch Nachfragen hast, stell sie gerne.

Kommentar von Wurzelpeter ,

Sehr gute, ausführliche Antwort

Antwort
von Colombo1999, 22

Ja, das kannst Du finanzieren. Das ist ein guter Eigenkapitalanteil. Aber Finanzierungsangebote holst Du Dir bitte von Deiner Bank. Das kann Dir hier niemand aus der Hüfte schießen, denn das hängt v. a. von Laufzeiten und Deiner sonstigen persönlichen Lebenssituation ab.

Antwort
von BigBunny99, 26

Hallo, das ist doch sehr gut! Gehe einfach mal zu verschiedenen Banken und suche dir die Bank mit den besten Konditionen aus. Dort werden die Fragen zu deinem Einkommen etc. gestellt. Mit einer Software können sie berechen wie hoch der Kredit sein wird und ob du dir das leisten kannst. 

Expertenantwort
von Interhyp, Business Partner, 4

Hallo DerBeamte1258,

Du hast hier ja schon einige gute Antworten bekommen und auch ich empfehle Dir noch eine ausführliche Beratung mit einem qualifizierten Baufinanzierungsberater wahrzunehmen.

Neben Deiner aktuellen Situation spielt auch Deine Zukunftsplanung eine wichtige Rolle bei der Ausgestaltung des optimalen Darlehens.

Das sind solche Fragen wie z.B.:

- ist in den nächsten Jahren mit Gehaltssteigerungen zu rechnen?

- wie ist Deine Familienplanung? Kommen hier Mehrkosten oder Gehaltsausfälle wg. Elternzeit auf Dich zu? Ist das Darlehen dann noch gut zu bedienen?

- uvm.

Anhand Deines Usernamens nehme ich an, dass Du Beamter bist. Hier sind Gehaltssteigerungen und Gehaltsstufen ja oft recht gut zu planen.

Sollte sich Dein Einkommen in den nächsten Jahren erhöhen, lohnt es sich unter Umständen einen Tilgungssatzwechsel in Dein Darlehen zu integrieren, damit Du ggf. Deine monatliche Rückzahlung erhöhen und damit Dein Darlehen schneller zurückführen kannst.

Ich hoffe, ich konnte Dir hiermit noch zusätzlich weiterhelfen.

Viele Grüße

Mario von der Interhyp AG

Antwort
von grubenschmalz, 7

Einkommen ist grundsätzlich gut, aber für ein Haus ohne einen zweiten Verdiener etwas zu wenig.

Antwort
von derhandkuss, 19

Das Eigenkapital ist schon mal recht gut. Bei Deinem Nettoeinkommen über-prüft die Bank noch weitere Punkte wie bestehende Kredite, Unterhalt an Kinder / Ehefrau / Familie etc. Dazu können wir hier ja nichts sagen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community