Frage von Anonymwoman2805, 79

Haus bauen oder doch lieber kaufen und renovieren - Vor und Nachteile?

Hallo alle Zusammen!

Ich bin seit 5 Jahren mit meinen Freund zusammen, leben seit ca. 1 Jahr in einer gemeinsamen Wohnung und wir beide sind uns einig, dass wir in ca. 5 Jahren (oder auch ein wenig später) in ein Haus ziehen wollen bzw. anfangen wollen zum bauen oder renovieren.

Ich würde liebend gerne ein Haus bauen. Er will lieber ein Haus kaufen und wenn nötig renovieren.

Wie habt ihr euch entschieden, Was werdet ihr machen? Warum werdet ihr ein Haus bauen bzw. ein Haus kaufen/renovieren?

Was sind die Vor- und Nachteile beim Hauskauf bzw. beim bauen?

Wieviel Geld sollte man auf der Seite haben? (Klar, dass man nicht gleich das ganze Geld auf der Seite hat)

Ich wär euch sehr dankbar für Eure Erfahrungen bzw. eurer Meinung. :-)

Herzliche Grüße Corina

Ps. Bin aus Österreich

Antwort
von habakuk63, 21

1. Wie viel Geld sollte man / frau auf der Seite haben? Je mehr desto besser, aber es geht auch mit 0€ (in Worten null Euro) Eigenkapital. Bei 0€ Eigenkapital sollte der Kreditvertrag genau geprüft werden, oft werden (versteckt) zusätzliche Sicherheiten gefordert.

Renovieren Vorteile:

Das Gebäude besteht schon und kann genau geprüft werden. Die Umgebung ist nicht mehr Neubaugebiet mit dem Charme eines Baustelle. Es können keine Kinderkrankheiten (Setzrisse; Fehlplanung der Türen oder Fenster) mehr auftreten. Ein altes Gebäude (eventuell mit passendem Garten) hat einen Charme, den sich eine neues Gebäude erst jahrelang "erleben" muss.

Renovieren Nachteile:

Das Gebäude sollte / muss aufwendig geprüft werden. Wie ist die Außendichtung, welche (eventuell schädlichen ) Materialien wurden verbaut, wie ist die Statik. Die gesamte Elektrik muss wahrscheinlich raus, ebenso die Frischwasser- und Abwasserleitungen. Die gesamte Heizung und Wärmeisolierung muss auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Kosten für die (richtige, vollständige) Renovierung können je nach Alter des Hauses die doppelte Höhe der Kaufsumme übersteigen. Der genau Umfang einer Renovierung ist erst ersichtlich, wenn die Wände (zur Kontrolle) mal aufgerissen wurden und die Installationen (WASSER / ELEKTRIK) vom Fachpersonal geprüft wurden. Der bestehende Grundriss kann nur aufwendig geändert werden. Die Banken geben nur max. 50% des Gebäudewertes als Kreditsumme.

Neubau Vorteil:

Alles auf dem aktuellen Stand der Technik, eventuell besser (ist jedoch auch teurer), Die Banken geben bis zu 115% des angestrebten Gebäudewertes als Kreditsumme. Der Grundriss kann den eigenen Ansprüchen und Planungen (Zukunft / Kinder / seniorengerecht) entsprechend ausgelegt werden. Es kann ein Festpreis und ein Fertigstellungstermin und eventuelle Strafzahlungen vertraglich vereinbart werden. Die nächsten 15 Jahre nach Einzug und Abnahme +3 Jahre ist Ruhe mit Bauarbeiten. Die finanzielle Belastung ist nahezu vollständig planbar.

Neubau Nachteil:

Die vertraglichen Risiken sind ohne Anwalt für Baurecht nicht beherrschbar, deshalb ist der EIGENE Anwalt Pflicht. Wer heute ein Haus ohne Anwalt baut ist sehr naiv.

Es kann sprichwörtlich alles schief laufen. Falsche Baugenehmigung, falsche oder schlechte Bauleistung in jedem einzelnen Gewerk (Architektenleistung und -haftung; Rohbauausführung; Kellerabdichtung; Wärmedämmung; Elektrik; Wasser und Heizungsinstallation; Wärmepumpe etc; Fenster; Türen; Bodenbelege; Sanitärinstallation; Dacheindeckung; und und und.)

Fehler können immer passieren und werden oft vertuscht, wenn sie doch auffallen kommt es auf die genauen vertraglichen Formulierungen und Vereinbarungen an, ob und wer und in welchem Zeitraum und bis zu welcher Höhe für den entstandenen Schaden haftet.

Mein persönlicher Rat: NEUBAU mit Anwalt vom ersten Gespräch an, mindestens vor der ersten Unterschrift bei egal wem.

Ich habe das erste Haus 1996 blauäugig gebaut und nur die Kulanz und die Berufsehre des Architekten hat mich gerettet. Das zweite Haus habe ich mit Anwalt gebaut (bauen lassen) und somit verhindert das ca. 100.000€ zusätzliche Kosten bei mir gelandet sind. Ohne anwaltliche Prüfung und Ausarbeitung des Werkvertrages vor der Unterschrift wäre ich jetzt erledigt.

Beispiele: Bauverzögerung; falsche Statik; Schuldzuweisungen der einzelnen Handwerker; schlecht oder Minderleistung EINES Handwerkbetriebes; falsche oder mangelnde Bauaufsicht durch den Bauleiter; Lieferverzögerungen bei Heizung; Fenster; Dach.

Kommentar von Hugito ,

Ich finde auch, dass die Renovierung einer alten Immobilien sehr teuer werden kann. Vor allem im Moment, wo die Preise für Häuser sehr hoch sind.

Aber bauen muss nicht immer schief gehen. Wichtig ist, dass man sich über die Baufirma informiert. Sinnvoll ist außerdem, dass man einen Festpreis mit der Baufirma vereinbart. Und man sollte nur eine Baufirma beauftragen und nicht verschiede Handwerker (die schieben bei Fehlern die Schuld nur auf den anderen). Mit einer Baufirma hat man auch nur einen Ansprechpartner und der muss ein mangelfreies Haus abliefern.

Kommentar von habakuk63 ,

Ja, richtig. Aber leider kennen sich Baufirmen besser mit Formulierungen des Bauvertrages aus als es der normale Bauherr tut. Es gibt X Möglichkeiten durch Verweise oder allgemeine, pauschale Formulierungen den Anschein zu erwecken, das es gut für den Bauherren klingt aber im Schadensfall nicht belastbar ist.

So war es bei meinem ersten Haus. Rein juristisch hätten wir NICHTS bekommen, trotz Vertrag und allem Zipp und Zapp. 

Antwort
von GravityZero, 37

Wir standen vor der selben Wahl. Schlussendlich wurde es ein Kauf (Bj. 99, also kein Altbau). Grund war einfach dass wir ein großes Einfamilienhaus mit großem Grundstück wollten, was hier in der Gegend oft nicht möglich ist weil alles in winzige Teile aufgeteilt wurde oder der Preis einfach übertrieben war. Und da wir in der Familie einige Handwerker haben und ich auch was kann war es so besser. Jetzt haben wir 1200 Grund und ein großes Haus mit Doppelgarage, Carport und teilweise ausgebauten Garten für ca. 30% weniger Kosten als ein vergleichbarer Neubau. Bei kleinen Bauvorhaben würde ich den Neubau aber vorziehen.

Antwort
von derhandkuss, 27

Wenn Ihr Euch ein Haus kaufen wollt (also nicht selbst bauen), sollte dieses nicht zu stark renovierungsbedürftig sein. Ansonsten kommt Ihr eine lange Zeit nicht aus dem Renovieren raus. Bist Du mit der einen Baustelle am Haus fertig, fängst Du gleich mit der nächsten an. Und das dauert oftmals länger wie ein Neubau. Zudem müsst Ihr dann noch handwerklich geschickt sein, damit nicht alles durch Handwerker gemacht werden muss.

Beim Hauskauf sollten also alle wesentlichen Renovierungen stets gemacht worden sein. Es darf also kein Renovierungsstau vorhanden sein.

Antwort
von hdlgluck, 26

Beides hat Vor- und Nachteile. Beim Neubau gibt es mehr gestalterische Freiheiten, aber das Risiko auf ein schwarzes Schaf im Baugeschäft zu stossen oder Baupfusch zu erleben, ist da. Dazu kommt noch der Aspekt des Trockenwohnens, wenn massiv gebaut wird. Einzelne Materialien ( Mörtel und Putz etc) müssen erst ihre Feuchtigkeit verlieren. Beim Bestandsbau kennt man die Vorgeschichte oft nicht, aber was schon ein paar Jahre steht, wird in der Regel auch weiterhin stehen bleiben. Dazu kommt, dass Ressourcen geschont werden. Wir haben zwei Mal gebaut und waren beide Male zufrieden. Perfekt war aber keines der Häuser. Nun ziehen wir in ein kleineres, das bereits seit 80 Jahren steht. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl.

Kommentar von Anonymwoman2805 ,

Warum habt ihr 2 mal gebaut? Wie habt ihr das finanziell geregelt? Warum zieht ihr jetzt in ein "altes" Haus? :-)
Falls du die Fragen nicht beantworten willst, ist es auch kein Problem. Wäre nur interessant, warum jemand 2 mal baut und dann in ein fertiges Haus einzieht. :-)

Antwort
von herja, 32

Hi,

wenn du keine Ahnung hast vom Sanieren, Modernisieren, oder Renovieren, dann solltest du lieber ein fertiges Haus kaufen oder eins bauen lassen.

Um ein Haus kaufen/bauen zu können, brauchst du mindestens 15%-20% Eigenkapital, dann kann man das noch gesund finanzieren.

Antwort
von Chreys, 34

 Ich würde eine Haus bauen.

1. Man kann es gestalten wie man es braucht

2. Geld ist immer so eine Sache, ich habe ein Haus für 4 Familienmitglieder und das hat so 250.000 gekostet. Natürlich muss man das sehr sehr lange abzahlen auser man ist Pilot oderso :D

3. Man kommt den Nachbarn näher und die helfen einem dabei, zumindest war das bei mir so und das ist etwas schönes wenn man nette nachbarn hat.

4. Wen man renovieren muss kann so viel zu tun sein das es mehr kostet als ein Haus zu kaufen und man muss sich an das Haus anpassen und nicht anders herum.

Darum komme ich zum Schluss --> Haus bauen ist besser.

Antwort
von brido, 35

Renovieren würde ich nur wenn er handwerklich sehr begabt ist. Man kann schon drinnen wohnen und den Rest dann machen. Aber aufpassen: alte Häuser sind oft sehr feucht, die aus der 70-80er Jahren noch mit Asbest    belastet (teuer zum entsorgen) . 

Antwort
von Mignon4, 28

Beim Hausbau kannst du alle deine Vorstellungen verwirklichen, solange du sie bezahlen kannst. Der Preis steht vor Baubeginn fest, wenngleich du immer noch Geld für spätere Änderungen des Bauplans einkalkulieren solltest. Beispiel: Du entscheidest dich für wesentlich teurere Badfliesen, als anfänglich geplant. Die Bodenbeschaffenheit muss geprüft werden, damit während des Baus keine unvorhergesehenen Überraschungen auftreten (z.B. Grundwassereinwirkung).

Bei Kauf mit Umbau und Renovierung mußt du immer Kompromisse eingehen. Beispielsweise mußt du beim Umbau auf die Statik achten, so dass nicht immer alles machbar ist. Gerade bei älteren Häusern können versteckte Mängel auftreten, die euren Finanzplan durcheinander bringen können. Ein Sachverständiger sollte die Immobilie begutachten.

Antwort
von Schewi, 35

Ein Haus zu bauen ist so wie ich das gehört habe relativ stressig. Du beobachtest den gesamten Bau und musst zu allem deinen Senf hinzu geben. Vorteil: Das Haus wird am Ende genau so wie du es willst.

Ein Haus zu kaufen bedeutet weniger Stress, da es ja nunmal fertig ist. Man muss nur ein schönes Objekt finden.

Heutzutage gibt es sogar Vollfinanzierungen von der Bank. Also braucht man nicht unbedingt Eigenkapital. Es ist aber empfehlenswert welches zu haben, da dadurch der Zinssatz sinkt. Je mehr du hast desto besser. 20% deines Kredites würde ich an deiner Stelle mindestens ansparen. Geht zur Bank und lasst euch beraten!

Ich persönlich würde zweigleisig fahren (kaufen/bauen). Schau dir die Angebote auf dem Markt an. Vielleicht findet ihr ja kein käufliches Haus, aber dafür ein tolles Grundstück für den Bau. Davon würde ich es eher abhängig machen.

Antwort
von Kometenstaub, 37

Ich würde lieber in ein fertiges Haus ziehen.

Wenn ihr selber baut entstehen ja außer den eigentlichen Baukosten auch recht hohe Kosten für Architekten und Genehmigungen (in D ist das so).

Ich würde aber empfehlen, wenn ihr ein Haus im Blick habt, vor dem Kauf einen Sachverständigen einzusetzen.

Außer den Kosten für den Kredit, müsst ihr daran denken, dass Kosten für Heizöl, Strom usw. anfallen.

Antwort
von Skinman, 6

Mieten.

Antwort
von pharao1961, 17

Vorteile Haus kaufen:

Man braucht nicht noch ein Grundstück zu kaufen

Man kann schnell einziehen


Nachteile Haus kaufen:

Beim Renovieren/Sanieren kauft man oft die Katze im Sack ohne Fachmann VOR dem Kauf

Energetisch meist nicht auf neuestem Stand oder grottenschlecht

Auf Dauer immer irgendwelche Sanierungen


Vorteil Neubau:

Man kann alles so planen, wie man es braucht

Energetisch bis Passivhaus möglich

Längere Zeit keine Sanierung


Nachteil Neubau:

Grundstück kaufen

Dauert bis Einzug möglich


Antwort
von loje5, 40

Also ich bin für Haus bauen. Das ist in der Regel der leichtere Weg. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten