Frage von F5C65, 138

Hauptberuflich selbständig: wie hoch sind die Krankenkassenbeiträge pro Monat?

Wenn man nur Einkommen durch selbständige Tätigkeit bezieht (ohne angestellt zu sein), ist man bei der jeweiligen Krankenkasse "freiwillig versichert" oder über wen geht das, und wieviel Eur muss man monatlich vom Einkommen zahlen, bei sehr geringen Einkommen (zB 300 Eur mtl) sowohl auch bei höheren (über 2000)? Gibt es irgendwo genauere Informationen? Ich habe gehört es sei für Selbständige sehr teuer, aber kann keine genauen Beispiele oder Angaben finden.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo F5C65,

Schau mal bitte hier:
Arbeit Steuern

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MiaMaraLara, 101

Die Beiträge werden anhand deiner Einnahmen berechnet (maßgebend ist der letzte Einkommensteuerbescheid bzw. anhand deiner Schätzung, wenn du noch keinen hast und weitere Nachweise je nachdem was du noch für Einnahmen hast), jedoch mindestens aus 2.178,75 Euro. Der Beitragssatz beträgt 14,0 % + Zusatzbeitragssatz , Unter bestimmten Voraussetzungen werden deine Beiträge aus "nur" mindestens 1.452,50 Euro berechnet, z.B. wenn du einen Existenzgründerzuschuss erhälst.

Maximal werden die Beiträge aus 4.237,50 Euro monatlich berechnet.

So ist es jedenfalls bei gesetzlichen KK.

Bei privaten KK richten sich die Beiträge nach deinem Vertrag.

Deine KV informiert dich sicher individueller zu deinem Fall. Ruf doch morgen einfach mal an.

Kommentar von F5C65 ,

Danke. Eine Sache habe ich aber nicht ganz verstanden: wie hoch wäre der Mindestbeitrag pro Monat, muss man wirklich zB 600 Eur bezahlen auch wenn man nur 200 verdient?

Kommentar von MiaMaraLara ,

Wenn du 200 Euro Nachweist, sind es (2178,75 Euro * 15,1 % =) 328,99 Euro im Monat für die Krankenversicherung (Rundungsfehler ausgenommen und Vorrausgesetzt der Zusatzbetragssatz deiner KV liegt bei 1,1 %)

Und dann kommt noch die Pflegeversicherung dazu.

Wie gesagt, es gibt  Möglichkeiten den Beitrag ggf. nochmals zu senken. Das muss deine KV dann aber prüfen.

Antwort
von kevin1905, 84

§ 240 SGB V kurz zusammengefasst:

  1. Freiwillig Versicherte erzielen ein Einkommen von 50.850,- € im Jahr bzw. 4.237,50 € im Monat (Beitragsbemessunsgrenze). Hierauf wird der Beitrag zur Kranken- (14% zzgl. Zusatzbeitrag) und zur Pflegeversicherung (2,35 bzw. 2,6%) erhoben. Es sei denn,
  2. Sie weisen niedrigeres Einkommen nach (Einkommensteuerbescheid, außer im Gründungsjahr).
  3. Wird niedrigeres Einkommen nachgewiesen gilt dieses als Beitragsgrundlage, aber
  4. Es gibt sog. Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen.
  5. Für hauptberuflich Selbständige gilt 75% der Bezugsgröße (2.178,75 € p.M.) als Untergrenze, jedoch
  6. kann im Gründungsjahr oder bei sozialer Härte ein geringerer Beitrag veranschlagt werden, i.H.v. 50% der Bezugsgröße (1.452,50 €). Geringeres Einkommen darf nicht berücksichtigt werden.
  7. Ist die Person jedoch nur nebenberuflich selbständig, dann gilt wie für alle anderen freiwillig Versicherten 1/3 der Bezugsgröße als Beitragsgrundlage (968,33 € p.M.).

Verstanden?

Dann gibt es hier noch einen weiteren Punkt und ich verweise auf § 10 Abs. 1 SGB V.

Ist die Person verheiratet mit einem Menschen, der in der GKV versichert ist, so ist eine kostenlose Familienversicherung möglich, sofern der Gewinn 1/7 der Bezugsgröße (415,- € p.M.) regelmäßig nicht übersteigt.

Kommentar von MiaMaraLara ,

Zu §10 

Familienversichert ist nicht, wer hauptberuflich selbstständig ist. Auch bei niedrigen Einkommen.

Und der Fragesteller ist lt. eigener Auskunft ja hauptberuflich.
Kommentar von kevin1905 ,

Bei 300,- € Gewinn?

Na gut, man könnte sich hier noch die Arbeitszeit ansehen, aber wenn die 15 Stunden p.W. nicht übersteigt, würde ich doch die Argumentation entegegen der Aussage des Fragestellers führen und sagen hier liegt nebenberufliche Selbständigkeit vor.

Kommentar von MiaMaraLara ,

Ja okay, wenn die Stundenzahl so gering ist. Müsste man halt nochmal nachfragen.

Es gibt ja auch nicht grade wenig Selbstständige die zwar viel arbeiten und leider trotzdem sehr schlecht wirtschaften und somit kaum Einkommen erzielen. 

Antwort
von kabbes69, 89

https://www.krankenkassen.de/krankenversicherung/vergleich-private-krankenversic...

Hier kannst du schon mal nachlesen. Da ist auch ein Tarifrechner für die Private KV dabei, würde ich mir aber gut überlegen. 

Antwort
von Griesuh, 33

Sehr teuer ist das nicht. Was du als teuer verstehst liegt daran, dass der Selbstständige seine Beiträge zu 100% tragen muss, da er keinen Arbeitgeber hat der den AG Anteil übernimmt.

Jede Krankenkasse, auch deine, hat eine Internetseite, auf der die Beiträge für Selbsständige aufgezeigt und erklärt werden.

Hier z. B. bei der Techniker Kasse

( die würde ich empfehlen, sie hat weit bessere Leistungen als ander gesetzl. und private Kassen)

https://www.tk.de/tk/bei-der-tk-versichert/selbststaendige/selbststaendige/34654...

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