Frage von Afterlive, 63

Hauptberuf Streamer: Kann man davon überhaupt leben?

Hallo Leute,

Ich schaue jemanden auf Twitch, der streamt. Er hat um die 300-450 Zuschauer. Er hat schon des öfteren bekannt gegeben, dass er von den Einnahmen lebt und sonst keinen anderen Beruf ausübt.

Da habe ich mich allerdings gefragt, wie man wirklich davon leben kann. Wie sieht das denn später aus, wenn man in die Rente geht? Twitch ist doch sozusagen nicht versteuert, wodurch man keine Einnahmen für die spätere Rente hat, oder? Ich finde dieses Full-time-stream Ding zwar toll, wenn man das machen möchte, aber doch ziemlich gefährlich.

Antwort
von holjan, 31

Wie einige hauptberufliche Streamer beweisen, geht das tatsächlich.

Relevant dabei sind allerdings weniger die Zuschauerzahlen als viel mehr die Abozahlen.

Ein Abo kostet $4.99 - Twitch kassiert die Hälfte, der Rest geht an den Streamer.

Die Hauptberufler in dem Bereich die ich seit ihren Anfängen kenne, haben jeweils ab etwa 500 Abos den Entschluss gefasst ihren regulären Job an den Nagel zu hängen.

Die Zuschauerzahlen schwankten da teils sehr drastisch - je nachdem was gezeigt wurde. Teilweise 300-400 Zuschauer, manchmal auch nur knapp 150.

Nicht jeder, der ein Abo laufen hat schaut auch regelmäßig bzw. wird meist häufiger und länger gestreamt als der Einzelne tatsächlich zuschauen kann.

So passiert es. das idR mehr Abos vorhanden sind als tatsächliche Zuschauerzahlen vermuten lassen.

Mit ca. 500 Abos lebt man natürlich nicht auf großem Fuße, sondern relativ bescheiden. Donations können allerdings mitunter nochmal eine ordentliche Summe einspielen (gibt ja auch Leute, die mal nen 50er locker machen oder sogar welche die mehrere hundert Dollar an einem Abend spenden).

Die Sorge, das die Kohle nicht reicht, das man Abos verliert, das der Kanal an Bekanntheit verliert, ist natürlich groß - zumindest bei den nicht so mega großen Streamern. 

Wer da am Ball bleibt, sich rein hängt und sich nicht zu schade ist täglich 6-10 Stunden zu unterhalten, kann sich durchaus in Dimensionen hocharbeiten, in denen die Zukunft gesichert und finanziell relativ sorgenfrei ist.

Antwort
von JamesMontgomery, 46

Ich schätze das er schon vor der Rente ein Problem haben wird. Wenn es in 5 Jahren nicht mehr läuft, dann guckt er dumm aus der Wäsche. Weder eine abgeschlossene Ausbildung, noch Berufserfahrung.

Kommentar von holjan ,

Nicht jeder Streamer fängt damit im Jugendalter an :) Die meisten erfolgreicheren Streamer sind eher etwas älter - zumeist um die 30.

Die haben idR durchaus auch mal ne Ausbildung oder ein Studium absolviert und zuvor auch einige Jahre normal gearbeitet.

Berufserfahrung wäre sicherlich ein Manko, wenn man nach einigen Jahren des hauptberuflichen Streamens dann doch auf was anderen umschwenken muss. Je nachdem was man danach machen will, muss das aber auch nicht zwingend hinderlich sein. 

Jemand der relativ frei vor laufender Kamera reden kann, sich aufgrund seiner Tätigkeit in den Jahren zuvor massiv mit Games befasst hat, der dabei gelernt hat wie man Zuschauer begeistert, der wird vermutlich anschließend auch nicht hinter'm Bankschalter stehen.

Sondern der wird sehr wahrscheinlich eine Laufbahn verfolgen, die seinen Fähigkeiten und seiner Erfahrung gelegen kommt. So jemand hat natürlich auch gewisse Connections zu Online Plattformen, Developer Studios, Communities oder findet ggf. im kreativen Bereich was passendes.

Der Verlust des Jobs oder das die Branche komplett wegknickt ind er man arbeitet kann einem auch in der normalen Berufswelt widerfahren. 

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