Frage von durmus89, 76

Hauptätigkeit mit zwei Minijobs?

Hallo zusammen, vielleicht habe ich das Glück, dass sich jemand findet der sich mit folgendem Auskennt.

Ich gehe zurzeit einer Hauptätigkeit nach und nebenbei habe ich nun ein Minijon welches 1 Jahr befristet ist. Allerdings darf ich nur 70 Tage im Jahr arbeiten danach endet die Tätigkeit. Nun habe ich noch ein Minijob gefunden wo ich uneingeschränkt bis 400 verdienen kann.

Aber ich würde ja ein Jahr lang 2 Jobs haben wo diese zusammen mehr als 400 betragen. Fällt meine Steuerveegünstigung nun weg?

Besten DANK :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von siola55, 50

Hi durmus89,

du mußt bei deinen Nebentätigkeiten unbedingt unterscheiden zwischen dem Minijob auf 450-Euro-Basis (steuerfrei, falls der AG die 2% Pauschalsteuer entrichtet, aber nicht sozialversicheriungsfrei wg. der Rentenversich.pflicht seit dem 1.1.2013!) und der geringfügigen Beschäftigung, auch kurzfristiger Minijob genannt mit max. 70 Arbeitstagen im Jahr oder eben 3 Monate im Jahr.

Wobei diese geringfügige Beschäftigung nicht steuerfrei ist, jedoch sozialversicherungsfrei!

Nachzulesen in der minijob-zentrale.de unter Mi­ni­jobs im ge­werb­li­chen Be­reich -> 450-Euro-Minijob -> Mehrere Beschäftigungen usw.

wie z.B.: 

450-Euro-Minijobs neben versicherungspflichtiger Hauptbeschäftigung

Arbeitnehmer, die bereits einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgehen, können daneben nur einen 450-Euro-Minijob ausüben. Der zweite und jeder weitere 450-Euro-Minijob wird aber mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und ist in der Regel versicherungspflichtig in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Lediglich Arbeitslosenversicherungsbeiträge müssen für diese Beschäftigungen nicht gezahlt werden. Ausgenommen von der Zusammenrechnung mit der versicherungspflichtigen Beschäftigung wird stets der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob.

Gruß siola55

Kommentar von siola55 ,

Kurzfristiger Minijob

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage (bis 31. Dezember 2014 sowie ab 1. Januar 2019: zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage) im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich.

Von dem Drei-Monats-Zeitraum ist auszugehen, wenn der Minijob an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen abzustellen.

Nachzulesen in dem Link hier: www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/06_kurzfristiger...

Kommentar von siola55 ,

... bzw. im Steuerrecht unter dem Link hier nachzulesen:

www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/18_steuerrecht/n...

Kommentar von siola55 ,

Danke für deinen Stern - freut mich sehr ;-)

Antwort
von kevin1905, 57

Allerdings darf ich nur 70 Tage im Jahr arbeiten danach endet die Tätigkeit.

Also eine kurzfristige Beschäftigung, kein Minijob!

Fällt meine Steuerveegünstigung nun weg?

Du musst ein paar Aspekte beachten:

Arbeitsrechtlich darfst du die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 60 Stunden auf keinen Fall überschreiten. Zwischen zwei Arbeitsschichten müssen ferner mind. 11 Stunden Freizeit liegen. Dein Hauptarbeitgeber hat Anspruch auf deine komplette Arbeitskraft. Du musst ihn unterrichten über Nebenbeschäftigungen. Wenn er der Meinung ist seine Interessen sind gefährdert kann er dir die Nebentätigkeit(en) ggf. untersagen.

Steuerlich sieht es so aus, dass dein Hauptjob über die Klasse I läuft. Der Minijob kann und sollte pauschal besteuert werden (darauf müsstest du hinweisen) und der kurzfristige Job muss zwingend in die Klasse VI. Dadurch ergibt sich für dich die Pflicht zur Abgabe der Einkommensteuererklärung!

Aus Sicht der Sozialversicherung ist es wie folgt: Hauptjob ist versicherungspflichtig, Minijob versicherungsfrei (außer Rentenversicherung), kurzfristiger Job ist dann abgabenfrei, wenn nicht berufsmäßig ausgeübt.

Antwort
von siola55, 33

Fällt meine Steuerveegünstigung nun weg?

Besteuerung des Arbeitsentgelts aus geringfügigen Beschäftigungen

Das Arbeitsentgelt von Minijobbern ist stets steuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann pauschal oder nach den Lohnsteuermerkmalen erhoben werden, die dem zuständigen Finanzamt vorliegen.

Im Falle der pauschalen Besteuerung ist der Arbeitgeber Steuerschuldner. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Steuer bei der Entgeltzahlung am Arbeitsentgelt einzubehalten, so dass in diesen Fällen die Pauschsteuer vom Arbeitnehmer aufgebracht wird. Der pauschal versteuerte Lohn bleibt in jedem Fall bei der persönlichen Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers unberücksichtigt.

Wählt der Arbeitgeber für einen Minijob nicht die pauschale Lohnsteuererhebung, so ist die Lohnsteuer vom Arbeitsentgelt nach Maßgabe der Lohnsteuermerkmale, die dem zuständigen Finanzamt vorliegen, zu erheben. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt von der Lohnsteuerklasse ab. Bei den Lohnsteuerklassen I (Alleinstehende), II (bestimmte Alleinerziehende mit Kind) oder III und IV (verheiratete Arbeitnehmer/innen) fällt für das Arbeitsentgelt bis 450 Euro keine Lohnsteuer an; bei den Lohnsteuerklassen V oder VI erfolgt hingegen schon bei geringen Arbeitsentgelten ein Steuerabzug.

Nachfolgend werden die maßgeblichen Regelungen dargestellt und erläutert: usw. usw.

Nachzulesen in der minijob-zentrale.de

Gruß siola55

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