Frage von HamiltonJR, 72

Hatten die Römer wirklich zeitweise Schwierigkeiten mit den Eroberungen Galliens?

ich frage mich, ob diese Geschichte mit dem widerstandsfähigen gallischen Dorf in "Asterix" einen tieferen Sinn hat, oder ob das alles frei erfunden ist..

Expertenantwort
von Albrecht, Community-Experte für Geschichte, 15

Die Asterix-Geschichten spielen mit nationalen Mythen, auch parodistisch und ironisch gebrochen. Der Widerstand unbeugsamer Gallier gegen die Römer enthält die Möglichkeit zu Andeutungen auf die französische Résistance, die Widerstandbewegung im Zweiten Weltkrieg gegen das nationalsozialistische Deutschland und mit dieser Besatzungsmacht zusammenarbeitende Franzosen (Kollaboration), auf die Heroisierung der Résistance und ein Selbstverständnis, Frankreich sei in dem Krieg niemals vollständig besiegt worden. Eine weitere mögliche Sichtweise von modernen Zeiten her ist auch die einer kulturellen Selbstbehauptung.

Die Römer hatten bei der Eroberung Galliens einige Male Schwierigkeiten, aber eine erfolgreicher gallischer Widerstand gegen die Römer im Jahr 50 v. Chr. mit siegreichen Kämpfen gegen römische Legionäre ist frei ausgedachte Erfindung.

Die Gallier haben beträchtlichen Widerstand geleistet, wenn auch zunächst nur mal hier, mal dort einige gallische Völker/Stämme gegen die Römer kämpften, während andere mit diesen verbündet waren (z. B. die Haeduer). Erst verhältnismäßig spät kam es zu einem gemeinsamen Kampf vieler gallischer Völker/Stämme gegen die Römer.

Den Galliern fehlte eine die viele Völker/Stämme umfassende staatliche Einheit, Sie waren oft ziemlich uneinig und zerstritten, auch innerhalb der Völker/Stämme. Außerdem war in einigen Hinsichten die römische Militärtechnik überlegen (z. B. Kriegsmaschinen, Befestigung und Belagerung, diszipliniert ausgeführte Vorgehensweise von Formationen).

Die Gallier haben in Schlachten mit viel Einsatz gekämpft. Bei einigen Gelegenheiten sind die Römer in Schwierigkeiten geraten:

  • Beim Feldzug gegen die Belger (Belgae) 57 v. Chr. kam es am Fluß Sabis zu einer großen, hart umkämpften Schlacht gegen Nervier (Nervii), Atrebaten (Atrebates) und Viromanduer (Viromandui). Teile der römischen Truppen gerieten dabei in starke Schwierigkeiten, römische Reiter und Leichtbewaffete wurden anfangs in die Flucht geschlagen, Caesar trat in für die 12. Legion gefährlicher Lage in die vorderste Schlachtreihe, schließlich siegten die Römer über Gegenre, denen große Tapferkeit zugestanden wird (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 2, 16 – 27).
  • Ambiorix, zusammen mit Catuvolcus König der Eburonen (Eburones), war Anführer eines Aufstandes, der den Römern 54/53 v. Chr. die verheerendste Niederlage des Gallischen Krieges zufügte. 15 neu ausgehobene römische Kohorten (= 1 ½ Legionen) waren unter den Legaten (Unterfeldherren) Lucius Aurunculus Cotta und Quintus Titurius Sabinus bei dem Ort Atuatuca im Gebiet der Eburonen im Winterlager stationiert. Listig wurden die Römer mit Hilfe von Reden über angebliche Bedrohung dazu gebracht, ihr Lager zu verlassen, um zu einem anderen römischen Lager zu marschieren. Auf dem Marsch wurden sie von Eburonen, Nerviern und Aduatukern (Aduatuci) angegriffen. Die römischen Trppen wurden vernichtet, nur sehr wenige Römer konnten sich duch Wälder bis zu einem anderem römischen Lager retten (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 5, 24 – 37). Ein von Quintus Tullius Cicero befehligtes römisches Lager im Gebiet der Nervier wurde stark bedrängt, nachdem ein listiges Verleiten der Römer zum Wegrmarsch nicht gelungen war. Erst ein Erscheinen Caesars mit herbeigeholten römischen Truppen wendete die Lage (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 5, 38 – 51).
  • 52 v. Chr. erhoben sich viele gallische Völker/Stämme gegen die römische Herrschaft in Gallien. Nur die Remer (Remi) und die Lingonen (Lingones) schlossen sich nicht an, die Treverer (Treveri) waren durch Kämpfe gegen Germanen gebunden und konnten sich nicht daher beteiligen. Oberbefehshaber wurde Vercingetorix aus dem Volk/Stamm der Averner (Averni). Vercingetorix versuchte eine klug überlegte Strategie, den Römern die Versorgung zu nehmen. Dazu gehörte, auch eigene Felder und Dörfer niederzubrennen, die nicht gut verteidigt werden konnten. Diese Strategie brachte die Römer in einige Schwierigkeiten. Ein bedeutender militärischer Erfolg war die Abwehr eines römischen Angriffs auf die Bergfestung Gergovia. Nach Caesars Angaben (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 7, 44 - 51) verloren die Römer dabei fast 700 Soldaten, darunter 46 Zenturionen (centuriones). Die Gallier wurden schließlich in der Schlacht um Alesia entscheidend besiegt (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 7, 68 - 89). Die Römer hatten allerdings schwere Kämpfe zu bestehen, als ein gallisches Entsatzheer zur Hilfe für die belagerten Gallier herankam und der römische Belagerungsring zugleich von innen und außen bestürmt wurde.


Nachdem 51 v. Chr. noch ein paar gallische Völker/Stämme besiegt worden waren und dabei Uxellodunum, ein Ort der Cadurci in Aquitanien erobert worden war (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 8, 32 – 44 [Verfasser: Aulus Hirtius]), war offener militärischer Widerstand der Gallier niedergeschlagen. Nach antiken Anagben, die allerdings wohl nicht auf zuverlässiger Statistik beruhen, sind mehr als 1 Millionen der gallischen Bevölkerung im Krieg umgekommen und 1 Millionen gallischen Bevölkerung in die Sklaverei verkauft. Plünderungen, Raub und Zerstörung haben starke Schäden verursacht. Den römischen Bürgerkrieg 49 – 45 v. Chr. haben die Gallier nicht für einen Befreiung zu nutzen versucht, was ein Anzeichen für eine schwere Niederlage und erlahmten Widerstand ist.

Das kleine gallische Dorf in den Asterix-Geschichten liegt in einer Landschaft Aremorica in der Nähe der nördlichen Küste (heutige Bretagne, bretonische Küste). Die Römer haben die Gegend unterworfen. 54 v. Chr. haben nach Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 5, 53, 6 – 7 die Aremoricae genannten Volker/Stämme für einenn Aufstand Truppen zusammengezogen, bei Nachricht über Caesars Sieg aber so sehr den Rückzug angetreten, daß er einer Flucht ähnlich gesehen habe. 52 v. Chr. wollten die Aremoricae genannten Volker/Stämme 30000 Mann für den Aufstand gegen die Römer stellen (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 7, 75, 4). Es gibt in den Quellen keine Anzeichen für eine Fortsetzung des Widerstandes auch noch 50 v. Chr.


Antwort
von Eselspur, 28

Asterix handelt zwar zur Zeit der Römer, die Geschichte ist aber eine Anspielung auf die Résistance, also auf die Widerstandsbewegung in Frankreich zur Zeit der nationalsozialistischen Besatzung. 

Antwort
von bergquelle72, 37

Das ist frei erfunden.

Allerdings hatten die Gallier den Römern erheblichen Widerstand geleistet.

Sie wurden letztendlich nur besiegt, weil sie ständig unter sich zerstritten waren und dies von den Römern ausgenutzt wurde nach dem Prinzip "teile und herrsche". Erst unter Vercingetorix kam ein gemeinsamer Widerstand vieler gallischer Stämme zustande. Aber da war es schon zu spät.

les mal hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Vercingetorix

Antwort
von mmusterman123, 29

Glaube schon, die Römische Armee konnte ihre Kampfformationen in den Wäldern von Gallien nicht richtig ausüben das was sie dort sahen also Wälder und unberührte Natur kam ihnen im vergleich zu ihrer damals schon sehr Zivilisierten und fortgeschrittenen Kultur sehr Fremd und Angsteinflößend vor. Die Gallier machten ihnen auch Angst für sie benahmen sie sich wie wilde Tiere. 

Antwort
von stacy90, 28
Kommentar von stacy90 ,

Obwohl wir hier natürlich etwas östlicher liegen als "Galien".

Kommentar von Phoenix130501 ,

Das waren aber ja auch Germanen, keine Gallier

Kommentar von stacy90 ,

Das ist wahr.

Kommentar von voayager ,

hatte nix mit Gallien zu tun

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