Frage von hannibal112, 81

Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit Spat bei jungen Pferden?

Hallo! Gibt es hier vielleicht jemanden mit Erfahrungen was Spat bei jungen Pferden (5/6 jährig) betrifft? Ich habe vor kurzem die Diagnose bekommen, eingespritzt wurde bereits. Aber sollte die Spritze die Symptome beseitigen, lindern? Habe erst wieder etwas im Internet recherchiert und manche Symptome (Hufe schleifen, Unruhe der Hinterbeine beim Hufschmied) treten immer noch auf..

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 38

Spat ist eine Sammelbezeichnung für arthritische Erkrankungen des Sprunggelenks des Pferdes. (wiki)

Nr. 1 eine Spaterkrankung gehört zu den chronischen Gelenkserkrankungen und ist nie heilbar (zumindest nicht nach dem momentanen Wissen)

Nr. 2 eine Spaterkrankung kann in jedem Alter auftreten und ist immer ein Abnutzungserscheinung. Auf was genau sie zurückzuführen ist ist jetzt auch egal. Aber es kommen gepuschte Aufzucht, gravierende Stellungsfehler, gravierende Haltungsfehler, Überlastung und allgemeine genetische Veranlagung in Frage.

Nr. 3 der genaue Grad der Veränderung ist wichtig zu wissen. Bei leichtem bzw. beginnendem Spat ist viel Bewegung ohne Überlastung (hohe Dressurlektionen) durchaus sinnvoll und nutzbringend. Eine akute Entzündung muß sorgfälltig ausgeheilt werden, um nicht in die chronische Variante abzurutschen.

Nr. 4 früher Spat kann sehr gut unter Kontrolle gehalten werden, hier gelten die gleichen Therapien wie bei der Arthrose. Alle entzündungshemmenden Futtermittel, und Kräuter wie Teufelskralle, Ingwer, Brennessel, Arnika. Gelenksaufbauende Mittel wie Glucosamine, Lezitin, Hyaluronsäure, Algenmineralien, Lebertran (Vit D und E) usw. 

Eine Spritze wird wohl kaum den Krankheitsverlauf vollkommen eindämmen. Da ist bei einer akuten Entzündung schon etwas mehr notwendig - wende dich hier an einen Tierarzt, mit guten Orthopädiekenntnissen. Nicht jeder TA kennt die neuesten Therapiemöglichkeiten.

Auch alternativ lässt sich da sehr viel machen, angefangen von Blutegeln über Homöopathie über Heillaser, über Magnetwellen, über Stoßwellen usw.

Haltungsmäßig ist wie fast bei allen bewegungsbedingten Störungen die natürliche Haltung vorzuziehen, d. h. Offenstall noch besser Aktivstall mit vielen Bewegungsanreizen.

Hufbearbeitung durch den orthopädischen Schmid (Zusatzausbildung) oder aber den Huforthopäden. Meine Erfahrung nach ist ein gut bearbeiteter Barhuf günstiger in der Prognose.

Gemäßigte Fütterung - schlank ist immer besser als zu viel, jedes Kilo zuviel will auch getragen werden. Daher eher auf spätes Heu, Stroh und Wiese, und ein auf arthrose ausgerichtetes Mineralfutter füttern. Ich empfehle hier Derby Allgenmineral.

Antwort
von FrauFriedlinde, 61

So richtig zufriedenstellend wird die Diagnose  Spat bei jungen Pferden nie zu behandeln sein. Die Prognose ist eher schlecht, denn das diagnostische Gesamtbild ergibt ein ganz anderes als der Alterspat, der eher mit wenig Problemen einhergeht.

Kommentar von hannibal112 ,

ja, sowas in die Richtung hab ich eh befürchtet.. Die Frage, die sich mir halt stellt (und ja ich bin eine Schwarzmalerin *gg*) macht es Sinn weiter Geld in (teure) Therapien zu stecken oder wird mir mein Pferd sowieso bald ausfallen? Ich mein, es wird sicher viele verschiedene Grauzonen geben.. Ich sag mal es ist okay, wenn man weiter 1x im Jahr einspritzen + Zusatzfutter geben muss, aber es ist für mich irgendwie fraglich ob es 1x pro Jahr reicht wenn die Symptome nach wie vor da sind..

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Das kommt darauf an, was ihr vorhabt! Bei jungen Pferden ( mein Exmann war Tierarzt und ich hab auch Pferde) macht eben die immer wiederkehrenden Gelenkenzündungen das Problem. Pferde mit Altersspat haben das fast nie. Bei einen Freizeitpferd macht Spat als Krankheit Ansich kein Problem, selbst bei Springpferden nicht. In vielen Fällen, bestimmt bei der Hälfte, bleibt es völlig Symptomlos. Wir meist nur als Zufallsbefund bemerkt und die Besitzer sind dann sprachlos, wenn sich herausstellt, dass das Pferd dieses Problem schon jahrelang hatte. Du kannst vorher nicht sagen, wie oft dein Pferd lahmen wird, das geht von quasi nie bis so gut wie immer! Heilbar ist es nicht! Du kannst es nur versuchen, es so einigermaßen in Griff zu behalten.  

Antwort
von horzrider, 45

Welxhe Rasse ist das Pferd? Wie groß? Wieviel wiegt der Reiter? Dort findet man meistens schon viele Antworten.

Kommentar von hannibal112 ,

Welche Antworten gibt dir das?

Kommentar von horzrider ,

Evt. ist der Reiter zu schwer. Das war in meinem Umfeld schon öfter der Fall.

Kommentar von hannibal112 ,

und deswegen hat das Pferd spat?! und btw kann ich glaub ich mit ruhigem Gewissen sagen dass meine 50kg meinem Pferd keine gelenksprobleme bereiten werden 

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