PatBo am 20.06.2007 um 21:15 Uhr
37% gestiegene Mietkosten(7% bei Kaltmiete, 30% bei den Nebenkosten) und die Gewerkschaft freut sich über 6,5% Lohnabsenkung bei 4 Stunden mehr Arbeit. Wer bitte soll das noch verstehen, wo doch die DAX-Unternehmen Gewinne in Milliardenhöhe verbuchen?

Ich find eine 38 Stunden Woche nicht zu viel, 6,5 % weniger im Geldbeutel tut sicher weh, aber ein verlorener Arbeitsplatz tut mehr weh, viel mehr.
Die Telekommitarbeiter haben einen sehr guten Stundenlohn, sicher sie werden Abstriche machen müssen, das tut immer weh. Sie haben aber immer noch einiges mehr im Geldbeutel, als sehr viele Andere und einen Arbeitsplatz.

Ja, finde ich schon. Die 38 Stunden sind dabei gar nicht mal so schlimm, aber die 6,5 % Lohnabsenkung werden den meisten weh tun. Wenn man bedenkt, dass sich die Manager selbst immer riesige Gehaltserhöhungen gönnen, dann zieht das Argument "Wir müssen euch die Löhne kürzen, sonst sind Arbeitsplätze in Gefahr" einfach nicht mehr. Ich habe sowieso das Gefühl, dass sich die Gewerkschaften in letzter Zeit vermehrt über den Tisch ziehen lassen. Manchmal könnte man schon meinen, da ist Bestechung im Spiel. Ich bin selbst gerade erst aus der IG Metall ausgetreten, da ich über den von ihr so gepriesenen ERA-Tarifvertrag enttäuscht bin.
Nach 5 Wochen Streik käme ich als Betroffener mir ziemlich verarscht vor.
Oberflächlich betrachtet ja, aber um schlimmeres zu vermeiden nein. Solche Geschichten gab es die letzten 10 Jahre zuhauf, allerdings ohne grosse Presse und auch ohne Verdi. Wieviele Firmen und Betriebe wurden in den letzten Jahren auf Gedeih und Verderb und natürlich auf Kosten der Mitarbeiter durchrationalisiert, oder wegrationalisiert.Was hätten die Mitarbeiter davon, wenn Telekom pleite ging. Ausserdem muss man es ja auch mal relativieren. Die 34 Stunden ist schon lange out, jetzt 4 Stunden Mehrarbeit pro Woche, das ist immer noch weit unter dem was andere arbeiten müssen,aber hallo. Und Arbeitsplatzgarantie bis 2012, noch 5 Jahre. Es hätte alles wesentlich schlimmer kommen können.