Frage von SafeWork, 145

Hat Uli Höneß eurer Meinung nach eine gerechte Strafe wegen seiner Steuerhinterziehungen erhalten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Jewi14, 44

Die Höhe der Strafe war der Tat angemessen, daran gibt es nichts auszusetzen.

Allerdings während der Haft gab es meine Meinung nach deutliche Bevorzugen und ein Bonus für ihn. Er trat  Anfang Juni 2014 die Haft an, allerdings lag er im Krankenhaus und erhielt dadurch Erleichterungen. OK, er wurde operiert, daher nachvollziehbar.

Drei Monate nach Haftantritt bekam er einen Tag Hafturlaub, was in anderen Fällen so nicht ist. Genauso durfte er Weihnachten/Silvester 2014 zu Hause verbringen und dann am Januar 2015 im offenen Vollzug, So eine frühe Hafterleichtung ist ungewöhnlich und erhielt nur sehr wenige. Ebenso, dass er fast jedes Wochenende zuhause war. Man kann also sagen, einen halbes Jahr nach Haftantritt war er nur noch Mo-Fr zum schlafen im Gefängnis. Die allerwenigsten erhalten diese Erleichterung.

Genauso absolut ungewöhnlich ist, wie er dermaßen früh auf Bewährung entlassen wurde. Rechtlich ist das zwar möglich, aber die Presseberichte damals besagten damals auch, dass er erst der Dritte in Bayern ist, der dermaßen früh auf Bewährung entlassen wurde. 

Man kann also sagen, dass Hoeneß einen Promibonus erhalten hat. Oder warum werden andere nicht genauso behandelt? Es eben nur dieser Erklärung dazu.

Kommentar von lesterb42 ,

Ich gehe mal davon aus, dass er sich im Knast sehr ordentlich verhalten hat und das was an Hafterleichterungen möglich ist, haben ihm auch seine sehr guten Anwälte ermöglicht.

Kommentar von Jewi14 ,

Es bezweifle nicht, dass er sich gut verhalten hat. Nur andere Häftlinge verhalten sich auch gut und bekommen dennoch nicht in den Genuss von so frühen Vergünstigen.

Was nun sehr guten Anwälte angeht: Indirekt ist das ja eine Bestätigung, dass er sich via Anwälte vorzeitig freigekauft hat.

Antwort
von zenit2016, 10

Der hat doch an der Börse gezockt und keine Auskunft darüber dem Finanzamt erstattet. Im letzten Jahr hatte er aber alles wieder verloren, hätte man also alle seine Zocker Jahre an der Forex addiert, hätte er dem Staat nichts geschuldet. Leider werden Steuern jährlich berechnet, bei Autoren war das früher anders, man konnte auf viele Jahre den Gewinn übertragen

Antwort
von Daria700, 52

Geld und Einfluss schützen vor Strafe.Finde der kam doch gut weg.Meine nach der Höhe.

Antwort
von FuHuFu, 45

Die Höhe der Freiheitsstrafe war angemessen. Aber er erhielt relativ schnell die Freigängererlaubnis und wurde nach der Halbstrafe auf Bewährung entlassen. Das sind Vergünstigungen, die man bei besonders guter Führung erhalten kann. Ich bezweifle nicht, dass sich Höness im Knast sehr gut geführt hat, so dass diese Vergünstigungen gegeben werden durften Aber ich bezweifle, dass ein nicht so prominenter Häftling, bei gleichen Voraussetzungen diese Vergünstigungen nicht bekommen hätte, 

Kommentar von wurzlsepp668 ,

darfst du gerne bezweifeln ...

die Hafterleichterungen stehen so im Gesetz, diese kann JEDER Häftling beantragen .... (und wird diese auch, bei entsprechendem Verhalten, auch bekommen ...)

Antwort
von MarkusKapunkt, 27

Gerecht? Hoeneß hat mehr Geld am Fiskus vorbeigeschleust, als zehn Durchschnittsbürger in ihrem ganzen Leben verdienen. Angesichts der geringen Haftdauer und den vielen Freigängen kann man sogar behaupten, er sei nahezu ungeschoren davongekommen.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Uli hat aber auch bereits mehr Steuern bezahlt, als 1.000 Durchschnittsbürger in ihrem Leben verdienen.

und jetzt?

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Nein, hat er nicht. Die Zahl 1000 ist - und das weißt du - deutlich zu hoch gegriffen und selbst wenn sie stimmen sollte, wäre dies noch lange keine Entschuldigung, denn diese Steuern hat er wie jeder andere Bürger auch bezahlen MÜSSEN. Da er ein für jeden anderen Menschen gewaltig erscheinenden Betrag jedoch nicht bezahlt hat und dafür kaum bestraft wurde, ist seine Strafe mit einem normalen Gerechtigkeitsempfinden nicht nachvollziehbar. Und die Frage, ob Prominente wie Hoeneß in unserer Zeit vielleicht über dem Gesetz stehen, ist deshalb durchaus angebracht.

Kommentar von zenit2016 ,

der Saldo seiner Zockereien an der Börse war aber im Minus, hätte man alle Jahre addieren dürfen, hätte er noch abschreiben dürfen

Antwort
von keg80, 15

Ich denke das die Verurteilung für alle Beteiligten alles gut verlaufen ist. Die ganze Geschichte scheint, als wäre es zu einem Großen Deal gekommen. Hoeneß hat sich schuldig bekannt, seine Steuern zzgl. Strafkosten zurückgezahlt und hat eine Freiheitsstrafe aufgebrummt bekommen die er zum Teil in der JVA abgesessen hat und den Rest auf Bewährung absitzt.

Kommentar von Ontario ,

Hoeness hat sich auf Anraten seiner Anwälte gemeldet. Denn, es gab zu dieser Zeit sehr intensive Nachforschungen seitens der Finanzbehörden mittels diesen CD`s auf denen massenweise Konten und Namen gespeichert waren. Hätte es diese Nachforschungen nicht gegeben, wer weiss ob das jemals herausgekommen wäre. Wäre seine Steuerhinterziehung durch die Behörden entdeckt worden, bevor er sich meldete,wäre die Strafe wahrscheinlich höher ausgefallen. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Strafmass zu gering gewesen ist. Vorallem die Begünstigungen die er erhielt, was weniger Begüterten , auch bei guter Führung, vorenthalten worden wäre. Gut, er hat die Steuern nachgezahlt,was für ihn kein Problem gewesen sein dürfte. Wer 30 Millionen an Steuern hinterziehen kann, der muss ein sattes Vermögen von mehreren hundert Millionen haben. In unserem Betrieb in dem ich arbeite war eine Betriebsprüfung durch das Finanzamt. Dabei wurde festgestellt, dass 5 Mitarbeiter bei ihrer Steuererklärung den Fahrtkostenzuschuss, den die Firma zahlte, nicht von denen in der Steuererklärung angegeben wurde. Also lag Steuerhinterziehung vor. Bestraft wurden alle 5 Mitarbeiter mit teilweise spürbaren Geldstrafen die sich von 1800 bis 5000 € beliefen. Alle 5 gelten nun als vorbestraft. Der Fahrtkostenzuschuss betrug monatlich zwischen 70 und 140 €. Die hinterzogene Steuer war im Einzelfall eher gering, aber es war eben Steuerhinterziehung. Stellt man diese beiden Vergehen , was das Strafmass betrifft, gegenüber,so kam Hoeness doch sehr gelinde davon. 

Antwort
von Schuwidu, 32

Andere Steuersuender hätten es viel schwerer getroffen, der Promibonus spielte mal wieder eine Rolle, mag den Uli, auch was er der Bundesliga geschaffen hat, aber das war so nicht in Ordnung.

LG Schuwi

Antwort
von Willi1900, 9

Er hat den Bayern-Bonus bekommen, das ist in diesen Land schon öfters geschehen, vor allem wenn man der CSU nahe steht ( Strauß-Clan z.B.). Die eigentliche Strafe war wohl die öffentliche Schande.

Antwort
von lesterb42, 11

Die Strafe steht m. E. in keinem angemessenen Verhältniss zum hinterzogenen Betrag (30.000.000 €). Ich mass mir aber auch nicht an zu bestimmen, welche Strafe dafür angemessen ist. Ziel der Bestrafung ist doch auch die Resozialisierung. Da erkenne ich bei Hoeneß überhapt keine Defizite.

Antwort
von Artus01, 42

Das Verfahren war durchaus rechtsstaatlich und ist, auch im Bezug auf die Strafhöhe, nach den pressemäßigen Berichterstattungen, nicht zu beanstanden.

Ein alter Juristenspruch noch zum Thema Gerechtigkeit:

"Recht, hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun."

Antwort
von Grete240, 13

Nein, er ist ein Mensch wie alle anderen auch und nur weil er bekannt ist hätte er auch eine schlimmere Strafe kriegen müssen

Antwort
von Schnoofy, 51

Strafen haben niemals den Anspruch gerecht zu sein.

Sie sollen nur der geltenden Rechtslage entsprechen.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 44

Ich finde, egal ob inkl. Hoeness, oder ohne Hoeness, die Haftstrafen für Steuerhinterziehung schwachsinnig.

Bei Hoeness hat es ja der Betrieb überlebt, aber bei einem kleineren Unternehmen kann der Wegfall des Meisters udn Eigentümers für 2 Jahre, den Ruin bedeuten.

Arbeitsplätze im Eimer, die Familie verliert die Existenz.

Weitaus sinnvoller, die Leute weiter arbeiten zu lassen udn nur mit extremen Geld- und/oder Vermögensstrafen zu belasten.

Kommentar von Jonas711 ,

Angenommen ein Firmenchef hätte nicht Steuern hinterzogen, sondern seine Frau umgebracht. Würdest du dann trotzdem gegen eine Haftstrafe plädieren, da durch eine Haft Arbeitsplätze gefährdet werden? Wenn nein: Warum nicht? 

Kommentar von Jonas711 ,

2. Frage: Wie kann sichergestellt werden, dass die extremen Geldstrafen sich nicht auch negativ auf das Unternehmen auswirken? Wird etwa die Geldstrafe im Falle einer Gefährdung von Arbeitsplätzen ausgesetzt?

Kommentar von wfwbinder ,

2. Frage: Wie kann sichergestellt werden, dass die extremen Geldstrafen
sich nicht auch negativ auf das Unternehmen auswirken? Wird etwa die
Geldstrafe im Falle einer Gefährdung von Arbeitsplätzen ausgesetzt?

Wir bewegen uns hier, also bei Steuerhinterziehung mit Haftstrafen weit im Bereich der Millionen.

Wenn Jemand 3 Mio Steuern hinterzogen hat, muss er ca. 6 Mio verdient haben.

Also darf man ihm nach meiner Ansicht auch die 6 Mio. wegnehmen.

Hat er sich dafür eine Yacht gekauft, wird die eben verkauft. der Rest wird dann gestundet udn er zahlt in Raten.

Kommentar von wfwbinder ,

Angenommen ein Firmenchef hätte nicht Steuern hinterzogen, sondern seine Frau umgebracht.

Da bewegen wir uns in einem völlig anderen Bereich der Straftaten. Bei Steuerhinterziehung geht es nur um Geld. Da wird die Steuer bezahlt und nochmal das gleiche, oder mehr als Geldstrafe. Das ist nachvollziehbar.

Bei Straftaten gegen Leib und leben bewegen wir und auf einem völlig anderen Gebiet.

Antwort
von jimpo, 5

Er ist doch wieder voll im Ring und tut so, als wäre nichts gewesen.

Antwort
von concertidee, 42

Da die deutsche Justiz unabhängig von aktuellen Meinungen und politischen Schlagworten ist und lediglich dem Gesetz untersteht (welches wiederum ausschließlich durch Parlamente geschaffen werden kann), ist die Frage im Prinzip belanglos.

Aber unabhängig davon ist eine Haftstrafe für Steuerhinterziehung oftmals die richtige Strafe. Die Bemessungsspanne ist hier sehr hoch, da die Sachverhalte oft unterschiedlich sind. Bei U.H. war auf jeden Fall der Vorsatz gegeben, daher kam eine Geld- oder Bewährungsstrafe nicht in Betracht.

Antwort
von agentharibo, 41

Das war lediglich Augenwischerei der Justiz und täuscht eine allgemeine Rechtsverfolgung vor.

Jeden normalen Steuerzahler trifft es härter, als die Prominenz (z.B. Boris Becker, Vater von Steffi Graf, Graf Otto von Lambsdorf - FDP-, usw.).

All diese Leute können sich den Berater leisten, um ihre millionenschweren Geschäfte zu vertuschen und die Kosten eines Steuerstrafverfahrens noch steuermildernd geltend machen.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

interessant.

also wurden auch bei "normalen" Steuerhinterziehern in Anwesenheit der Presse (welche durch irgendeinen Wichtigmacher bei der Strafverfolgungsbehörde benachtrichtigt wurde (wodurch sich dummerweise diese Person selbst strafbar gemacht hat ....)) die Wohnräume / Geschäftsräume durchsucht?

wer Steuerhinterziehung betrieben hat bzw. wem Steuerhinterziehung vorgeworfen wird und dies OHNE Steuerberater durchziehen will ......

das Finanzamt macht KEINE Unterschiede in Prominent und nicht Prominent ...

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Das Finanzamt vielleicht nicht. Die Justiz und die Strafvollzugsbehörden schon.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

klar ....

die Justizbehörden unterscheiden in Prominent und nicht prominent ......

du kannst ja gerne eine Petition einbringen, dass dies verboten wird .....

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Und gleich wieder ein Unterton von Sarkasmus. Ist das nötig? Wenn du mit mir diskutieren möchtest, erwarte ich Sachlichkeit. Sonst ist die Tür gleich wieder zu.

Dass Hoeneß jede Menge Vergünstigungen bekam, die ein weniger bekannter (oder auch weniger gut "beratener") Insasse nicht bekommen hat, ist Fakt. Hier von einem Promi-Bonus zu sprechen ist nicht zu gewagt. Auch nicht, zu behaupten, die Strafe hätte ihn nicht so hart getroffen, wie einsitzende Steuerhinterzieher. Die sind Weihnachten in der Regel nicht bei ihren Familien. 

Antwort
von JBEZorg, 35

Er schon. Was ist mit den anderen?

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