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Hat sich bei der Akutbehandlung bei Tinnitus in jüngster Zeit etwas positiv verändert?

gefragt von nannaopa am 18.05.2007 um 15:09 Uhr

Ich kenne von früher noch als Behandlung: Möglichst zeitnah nach Auftreten des Tinnitus an 10 Tagen Infusionen, ev.verbunden mit Antibiotika und Cortison. Hat sich hier schon etwas geändert, bzw. gibt es mittlerweile neuere Erkenntnisse?


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anonym
beantwortet von Auskunft am 18. Mai 2007 15:36
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Da gibt es z.Z. wohl noch keine neuen gesicherten Therapiemethoden:

Problematik der Entwicklung und Erforschung neuer Methoden:

Tinnitustherapie ist ein beliebtes Spielfeld für die Entwicklung und Erforschung neuer Methoden: Die Patienten sind leiderprobt, geduldig und v. a. voller Hoffnung auf eine Heilung, die ihr chronisches und störendes Ohrgeräusch möglichst schnell abschaltet.

Mit viel Euphorie eingeführte Therapieverfahren wurden nach ersten wissenschaftlichen Überprüfungen schnell wieder verlassen, wie Mitte der 80er-Jahre die Iontophorese. Wesentlich länger hielt sich die Low-Power-Lasertherapie, die vereinzelt noch heute von einzelnen Wunderheilern sogar zur Behandlung der Schwerhörigkeit eingesetzt wird, obwohl sie erwiesenermaßen unwirksam ist. Andere Therapien wie etwa Magnetfeldtherapien oder gar die Pulssignaltherapie stellten sich gar nicht der wissenschaftlichen Überprüfung und werden – wie letztgenannte – wegen mangelnden Erfolges beim Menschen mittlerweile für Hunde und Pferde empfohlen.

Aber auch wirksame Methoden mit pathophysiologisch erklärbaren und v. a. nachweisbaren Effekten konnten die Therapielandschaft bei chronischem Tinnitus nur kurzfristig beleben – genannt sei hier etwa die hyperbare Sauerstofftherapie, die 3 Jahre von Tinnituspatienten lebte und jetzt immerhin noch bei akuten Hörstörungen wie Lärmtraumata (neben anderen Indikationen wie Wundheilungsstörungen, Dekompressionskrankheiten etc.) berechtigterweise eingesetzt wird, nur bei chronischem Tinnitus hat sich nie ein bleibender Effekt eingestellt.

Vor der Propagierung und Einführung neuer Verfahren ist daher, besonders wegen der großen Zahl verzweifelter, wirklich leidender Patienten und der vielfältigen Tinnitusursachen in besonderem Maße eine wissenschaftlich fundierte Untersuchung mit großen Fallzahlen und Nachbeobachtungszeiträumen gefragt.

(Aus der Zeitschrift "HNO", Band 54, Nr. 6, Juni 2006, S.436)


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Die Zukunftsmusik zuerst: Eines Tages könnten Stammzell- und Gentherapien gegen Schwerhörigkeit und lästige Ohrgeräusche helfen. Stammzellen werden dann möglicherweise im Bereich der Hörschnecke platziert, entwickeln sich dort zu Hörsinneszellen und machen Hörgeschädigte wieder gesund.

Oder Gene, die bei der Entwicklung des Innenohrs schon im Mutterleib eine Rolle spielen, werden per Viren-„Taxi“ in die Hörschnecke hineingeschleust und regen die Bildung neuer Hörsinneszellen an. „Bei Maus, Ratte und Meerschweinchen klappt es schon, und in den USA werden demnächst wahrscheinlich erste Versuche starten, bei denen Menschen dieses Math-1-Gen in die Hörschnecke installiert bekommen“, erzählt die HNO-Ärztin Birgit Mazurek, die das Tinnitus-Zentrum in der HNO-Klinik der Charité auf dem Campus Mitte leitet.




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