Frage von 19Skyline88, 84

Hat man "Sonderurlaub" wenn man Ü50 ist?

Hallo zusammen,

wie schaut das aus, wenn man Ü50 ist, mit dem Urlaub?

Situation (nicht meine): Durch den Arbeitsvertrag (160h) ist geregelt das es eine Fortzahlung bei Urlaub und Krankheit gibt. Für alle Vollzeitstellen (gibt es bei uns nur) sind 24 Urlaubstage vorgesehen. Es gibt kein Wochenendzuschlag oder Nachtzuschlag, was jeder weiß da wir darauf hingewiesen wurden. Es gibt nun jemanden bei uns in der runde der der Meinung ist Personen die Ü50 sind haben anderes Urlaubsrecht. Na ja alles schön und gut wenn das so ist, allerdings hat sie VOR Vertragsunterschrift gewusst was Sache ist. Zumal sie den ja auch gelesen hat.

So wie ich das ganze einschätze ist sie doch selber schuld oder nicht?

Diese Person ist auch total Beratungsresistent. (Lässt sich von keinem was sagen, egal ob jünger oder alter) Sie ist auch neu und bringt alles wirklich ALLES durcheinander. Weiß alles besser, kann alles besser. Bringt unsere komplette Buchhaltung durcheinander. Sie möchte jetzt dass das anders gemacht wird weil sie das so gelernt hat.

Hat doch aber damit nichts zu tun?! Die macht uns irre!

Da wir allerdings momentan auf sie angewiesen sind können wir uns nicht erlauben sie zu "hart" ran zu nehmen (zumal sie eh nicht zuhört)

Selbst unserem Chef gegenüber zeigt sie dies (auch wenn nicht so wie bei uns Angestellten). Wie.können wir uns, so lange sie noch da ist , die Zeit angenehmer gestalten? Abwenden ist doof.

Sry, ist doch mehr wie nur das Urlaubsproblem geworden 😂😅

LG Und vielen Dank schon mal für die Antworten.

Antwort
von Spezialwidde, 84

Mehr Anrecht als auf den gesetzlichen urlaub hat er nicht. Alles was darüber hinausgeht liegt im Ermessen der firma, mehr Urlaub kann gewährt werden, muss aber nicht. Die einzige Ausnahme wäre wegen einer Einschränkung durch Behinderung.

Kommentar von 19Skyline88 ,

Okay, danke für die Antwort ☺

Antwort
von dadamat, 48

Ein Anrecht auf mehr Urlaub hat er nur, wenn der Tarifvertrag dieses vorsieht. Aber frage mal die Mitarbeitervertretung oder Gewerkschaft, ob es Rechtens ist, dass "ungünstige" Zeiten (Wochende, Nachtarbeit) nicht extra bezahl werden.

Antwort
von petrapetra64, 70

Ich bin Ue50 und da gibt es keinen extra Urlaub.

Im oeffentlichen Dienst war es frueher per Tarifvertrag ueblich, dass juengere etwas weniger Urlaub bekamen, da gab es aber ab 30 Jahre schon mehr, nicht ab 50 Jahre. Das war eben fuer diese Sparte so geregelt. Dagegen haben aber Juengere geklagt, weil sie den Gleichheitsgrundsatz verletzt sahen und daher gibt es jetzt dort auch nur noch einheitliche Urlaubstage fuer jeden.

Selbst wenn also eurer Chef ihm freiwillig mehr Urlaub geben wuerde, koennten andere dagegen klagen und das gleiche einfordern.

Denn das Gesetz sagt, egal ob Teilzeitarbeiter oder Vollzeitarbeiter, man darf nicht einige Mitarbeiter besser stellen und andere nicht. Jeder kann die gleichen Rechte einfordern.

Ausnahmen waeren hier Sonderurlaub fuer Dienstzugehoerigkeit, das ist erlaubt. (bei uns gibt es ab 20 Jahre Betriebszugehoerigkeit jeweils alle 5 Jahre 3 Tage Sonderurlaub). Die lange Dienstzugehoerigkeit darf belohnt werden, aber eben nicht das Alter.

Auch Behinderte haben ein Recht auf Extra Urlaub, aber sie muessen dann als Behinderte anerkannt sein, ebenso altersunabhaengig.

Kommentar von Familiengerd ,

Deine Aussage ist richtig, dass es alleine aufgrund des Alters keinen zusätzlichen Urlaub gibt; es sind aber Ausnahmen zulässig (und die gibt es auch, z.B. auch aufgrund von Tarifverträgen im öffentlichen Dienst) bei besonders anstrengenden Arbeiten bei älteren Arbeitnehmers.

Denn das Gesetz sagt, egal ob Teilzeitarbeiter oder Vollzeitarbeiter, man darf nicht einige Mitarbeiter besser stellen und andere nicht. Jeder kann die gleichen Rechte einfordern.

Da muss man differenzieren.

Zunächst einmal gibt es "das Gesetz" nicht, das "gleiche Rechte für alle" vorschreibt - auch wenn es solche Vorschriften gibt z.B. für die Bezahlung von Leiharbeitnehmern, für die kein Tarifvertrag gilt, in Kundenbetrieben oder für das Verbot der Benachteiligung von Teilzeitkräften gegenüber vergleichbaren Vollzeitkräften).

Es gibt aber den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (nicht zu verwechseln mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG), der es verbietet, einzelne Arbeitnehmer oder Gruppen von ihnen gegenüber der Allgemeinheit im Betrieb zu benachteiligen, wenn es dafür nicht sachliche Gründe gibt.

Andererseits ist es dem Arbeitgeber aber nicht verboten, einen einzelnen Arbeitnehmer (seinen "Liebling") gegenüber den anderen Arbeitnehmern zu bevorzugen.

Kommentar von 19Skyline88 ,

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten! 😊👍

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