Frage von micholee, 167

Hat man ohne Rechtsschutzversicherung einen Nachteil bei Nichtschuld?

Hallo zusammen, zieht man eigentlich bei kleineren Auseinandersetzungen, bei dem es um kleine Beträge geht, nicht immer den kürzeren? Sprich, wenn es um Summen um die 100-300 Euro geht, dann zahlt man doch für einen Anwalt mehr als die eigentliche Forderung (auch wenn diese unberechtigt sein sollte)?

Anbei ein Fall eines Freundes. In der Sache zieht er aber meiner Meinung nach den Kürzeren. Hab den Fall versucht kurz in folgender Textdatei zu beschreiben. http://www.textuploader.com/5bfh9

Ich frage ich mich, woher der Dienstleistungsvertrag laut Inkassounternehmen am 03.09.2015 herkommt. Habt ihr ein Vorschlag oder einfach zur bezahlen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 43

Zur allgemeinen Frage: Bei klaren Fällen und etwas Recherchefähigkeit vorausgesetzt hat man keine Nachteile. Aber einen klaren Fall als solches zu erkennen und vor allem die richtige Sprache vor Gericht zu sprechen, ist mitunter schwierig. Zudem ist das bei Kleinbeträgen immer so eine Sache. Da landet man vor Amtsgerichten und gerade dort herrscht mitunter eine weder gesetzlich noch sonst wie logisch nachvollziehbare Willkür von Richtern/Richterinnen.

In solchen Fällen von Willkür kann ein Anwalt helfen, aber auch der kann nicht zaubern, wenn der Richter einfach beispielsweise eine persönliche Abneigung hat. Alles schon da gewesen. Habe es selbst erlebt, wie ein Richter dann sogar noch begründet hat, dass nach seiner Lebenserfahrung Schuldner selten die Wahrheit sagen. Sprich: Der Richter sagt: "Du lügst sowieso und weil das so ist, entscheide ich gegen dich." Dagegen kannst du wenig bis nichts ausrichten, auch nicht als Anwalt. Es gibt zwar Rechtsmittel, aber die Richter sind grundsätzlich unabhängig und unterliegen, wenn die Revision nicht zugelassen ist, nur sehr bedingt einer Aufsicht.

Sprich: Die Richter können tun und lassen, was sie wollen. Das ist zum Einen gut so, denn anders würde es nie richtig funktionieren. Bedeutet aber auch, dass bei wirklicher Willkür nur schwer dagegen anzukommen ist.

Vor Landgerichten und bei höheren Streitwerten sind automatisch auch ggf. Revisionen u.ä. zugelassen. Also die Prüfung durch das nächst höhere Gericht und es gilt die Faustregel: Je höher das Gericht, desto weniger Willkür herrscht dort.

Was den verlinkten Fall angeht, da hat der Freund ein gewaltiges Problem: Er hat dieses Spiel aus Kündigung und Rücknahme der Kündigung bei Rabatt ständig weiter getrieben. Der Freund tut so, als sei die Vertragsweiterführung OK. Der Anbieter nimmt das hin, aber ohne Rabatt. Der Freund ist ausgetrickst worden, beim versuch, den Anbieter weiter auszutricksen. Und deswegen wird er verlieren. Warum?

Der Freund kann nicht beides haben: Kündigung und Vertragsweiterführung. Durch seine Briefe, die bestimmt angekommen sind, macht der Freund aber dummerweise klar, dass er den Vertrag weiterführen will. Ein neuer Rabatt wurde aber nie vereinbart und solange nicht gezahlt wird, ist eine Sperre der Kanäle völlig legitim. Der Freund hätte immer stur ausschließlich auf der Kündigung beharren müssen und nie eine Freischaltung der Kanäle fordern dürfen oder auf den in der Vergangenheit gewährten zeitlich befristeten Rabatt bestehen dürfen.

Kommentar von micholee ,

Hey super, danke für die Antwort. Der Freund hat nie bekundet, dass er den Vertrag weiterfühlen will. Beim letzteren hat er ja womöglich Ende 2014 gekündigt (da ist er sich unsicher) und Anfang 2015 hat er nach der Rechnung vom Pay-TV-Sender die Kündigungs nochmals aufgefrischt. (Pay-TV-Sender hätte Ende wohl Ende 2014 keine Kündigung erhalten). Ich habe mirmal die AGBs durchlesen. Eigentlich könnte man das Spiel auch in die Richtung treiben, dass der Anbieter eigentlich eine Preiserhöhung frühzeitig angeben müsste.

http://digiturk24.de/AGB_2.html

Muss ich mir noch genau durchlesen. Weil einerseits steht dort, dass bei einer Preiserhöhung der Kunde informiert werden muss und Hinweis auf Kündigung. Woanders steht jedoch, dass der Anbieter problemlos 10% den Preis erhöhen kann.

(In dem Fall des Freundes wird es jedoch schwierig, weil die letzten Jahre ständig vergünstig die Angebote bezogen wurde. Vielleicht hat sich der reguläre Preis von 2014 auf 2015 nicht erhöht)

Kommentar von mepeisen ,

Der Freund hat nie bekundet, dass er den Vertrag weiterfühlen will

Das klingt in dem verlinkten Beitrag ganz anders. Im verlinkten Beitrag steht, dass er mehrfach nachgefragt habe, wann denn der Kanal freigeschaltet wird. Das fragt niemand, der den Vertrag endgültig gekündigt hat und nie weiter führen wollte.

Du kannst keine brauchbaren Antworten erwarten, wenn du ständig die Geschichte veränderst.

Kommentar von micholee ,

(Tut mir leid. Eigentlich wollte ich nicht unebdingt ein großes Thema speziell wegen dem Falls starten). Auf den ersten Blick war das mit der Freischaltung so gemeint, (hoffentlich habe ich die richtige Stelle erwischt), dass der Vertrag 2013 korrekt gekündigt wurde. Dann kam aber trotzdem eine Mahnung, obwohl der Vertrag ablaufen sollte. Nach hin und her (also Diskussionen mit dem Pay-TV-Sender) hat man sich für einen günstigen Preis geeinigt. (Also hier gehe ich davon aus, dass der Pay-TV-Sender die Kündigung akzeptiert hat und man mit einem Rabatt den Vertrag neu startet/aufnimmt. Bei der Neuaufnahme wiederrum (also nachdem das Geld überwiesen wurde), wurden die Kanäle nicht sofort freigeschaltet, sondern mit Verzug).

Aebr die Frage finde ich sehr interessant. So ähnlich wird ja auch ein Richter fragen, ob die Kündigung wirklich akzeptiert wurde oder ob der Anbieter nur entgegenkommen ist. (Interessant)

Kommentar von mepeisen ,

Eine Kündigung ist ein einseitiges Rechtsgeschäft. Der Anbieter hat nicht die Wahl, sie zu akzeptieren oder auch nicht.

Der Punkt ist hier vielmehr, dass der Schuldner sich vollkommen widersprüchlich verhält und das seit vielen Jahren schon. Und gerade weil er das tut, glaubt man ihm nicht mehr, dass er dann doch wirklich, endgültig und für immer gekündigt hat.

So sehe ich das zumindest.

Kommentar von asdundab ,

Der Link ist leider nichtmehr online. Aber wenn ich z.B. im April kündige, der Vertrag aber noch bis August läuft, dann will ich diesen aber auchnoch bis zum August nutzen können.

Kommentar von mepeisen ,

Das steht dir aber nur zu, wenn du bezahlst. Wenn die Zahlung verweigert wird, darf der Anbieter als Reaktion darauf die Dienstleistung sperren, gezahlt werden muss trotzdem.

Antwort
von kevin1905, 77

Ich werde hier keine externen Texte lesen oder bewerten.

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt, vorausgesetzt der Rechtsbereich ist versichert und es besteht prinzipiell eine Aussicht auf Erfolg die Deckung der Kosten eines Rechtsstreits inkl. Gericht und eigenem Rechtsbeistand, abzgl. der Selbstbeteiligung.

Die Kostenfolge aus dem Ausgang des Verfahrens bleibt unberührt.

Die meisten RS-Verträge die ich vermittle haben eine SB von 150,- € pro RS-Fall (diese wird meistens nicht fällig wenn es bei der Erstberatung durch den Anwalt bleibt und keine weiteren Schritte erforderlich sind), es sei denn der Kunde will es anders haben.

Wenn man mit dieser SB natürlich meint 3 mal im Jahr wegen 50,- € vor Gericht rennen zu müssen ist das natürlich dämlich.

Wenn du dich auf gewerblichen Rechtsschutz bezieht, ist das ein komplett anderes Thema (Bedarf, Kosten, Bausteine und Leistungen sind anders) und du solltest dich fachkundig beraten lassen bei einem Makler mit Schwerpunkt Gewerbe, Vereine.

Der Wert eines Inkassobüros ergibt sich für den Unternehmer nur aus dem Massengeschäft heraus. Das Inkassobüro arbeitet für den Auftraggeber gegen eine kleine Flatrate oder auf Erfolgsbasis, ergo billiger als der Rechtsanwalt.

Gegenüber rechtskundigen Schuldnern bringt es aber keinen Mehrwert.

Kommentar von micholee ,

Der Freund ist sich aber überlegen, ob er einen Antalt mal anschalten soll. Die Forderung mit 299 ist eben nicht so hoch. Da ist die Frage, was im schlimmsten Fall herauskommen würde, wenn A: Der Anwalt sagt,dass es sich nicht lohnt

B: Es gerichtlich verhandelt wird und man verliert.

Sind doch sicherlich locker vierstellige Beträge

Kommentar von kevin1905 ,

Es gibt Rechner im Internet anhand derer du die Gerichts- und Anwaltskosten für die erste Instanz ermitteln lassen kannst.

Wenn keine gesonderte Vergütungsvereinbarung geschlossen wurde gilt immer RVG.

Da ich seinen RS-Vertrag nicht kenne kann ich mich nicht dazu äußern. Ein Blick in die ARB und den Vertrag werden aufzeigen ob Versicherungsschutz besteht und er die Erstberatung wahrnehmen kann.

Kommentar von micholee ,

Vielleicht habe ich mich irrtümlich ausgedrückt. Also eine RS hat er nicht. Jetzt fragt er sich nämlich, ob es Sinn gemacht hätte oder aufgrund des aktuellen Vorfalls evtl. Sinn macht.

Kommentar von kevin1905 ,

Man kann keine Versicherung für die Gegenwart oder die Vergangenheit abschließen, immer nur für zukünftige Ereignisse.

Wenn es kein Folgevertrag ist, gibt es i.d.R. auch eine 3-monatige Wartezeit.

Um die Frage nach der Sinnhaftigkeit im dem konkreten Fall hier zu beantworten müsste ich tun, was ich eingangs ausgeschlossen habe, nämlich den Link zu lesen. ;-)

Kommentar von micholee ,

Er soll vielleicht "Frag-einen-Anwalt" nutzen :-)

Kommentar von kevin1905 ,

Kostet auch Geld. Kaum ein Anwalt auf der Seite schreibt etwas für weniger als einen Fünfziger.

Kommentar von micholee ,

Schwierig :-) Ich recherchiere gerade, ob die Einwurfseinschreiben (Sendungsnummer) überhaupt rechtssicher wären. Da ist ja nur eine Sendungsnummer drauf, ohne Empfänger. Vor allem, weil man nur eine begrenzte Zeit Online bei der Post die Zustellung verfolgen kann. Irgendwann kann man die Sendungsnummer nicht mehr abfragen.

Kommentar von Xipolis ,

Deswegen bittet man um eine Kündigungsbestätigung.

Kommentar von mepeisen ,

Die Sendungsnummer gilt als Anscheinsbeweis. Selbst wenn man die Zustellung nicht endgültig beweisen kann, gibt es noch Auswege:

1. Bei der Post anfragen. Denn ggf. ist die tatsächliche Aufbewahrungsdauer der Daten deutlich länger als nur die paar Tage, die man online einsehen kann.

2. Die Nicht-Zustellung mit Nichtwissen bestreiten. Das ist ein juristischer Kniff, mit dem man die Beweislast verschiebt. Es besteht zunächst die Annahme, dass der Brief auch tatsächlich ankam, weil - auch für jeden Richter klarerweise - ein Einschreiben im Normalfall immer ankommt. Das unterscheidet beispielsweise das Einschreiben vom normalen Brief. Dass es gerade nicht ankommt, entspricht nicht der Lebenserfahrung und damit liegt bei Bestreiten der fehlerhaften Zustellung mit Nichtwissen plötzlich die Beweislast beim Gegner.

Er muss dann beweisen, dass der Einschreibebrief nicht ankam. Dieser Beweis gelingt ihm, wenn er die tatsächlichen Sendungsinformationen von der Post hat, bei der die fehlerhafte Zustellung dokumentiert ist oder dass die Sendungsnummer zu einem völlig anderen Brief gehört. Auch möglich ist ein Geständnis des Zustellers, dass er Briefe lieber wegwirft, als sie zuzustellen (so Fälle gab es schon bei entsprechender Faulheit des Zustellers).

Nichtwissen geht dann, wenn man als Partei keinerlei Einfluss auf die Tat hatte (hier die Zustellung) und wenn man auch nicht dabei war, sowie wenn dem Gegner im Prozess ein Gegenbeweis möglich ist.

Kommentar von Xipolis ,

Ein Rechtsanwalt macht erst dann Sinn, wenn es zu einer Zahlungsklage kommt.

Widersprechen und Zahlung verweigern sowie einem möglichen Mahnbescheid widersprechen kann jeder selbst machen.

Antwort
von Xipolis, 45

Allgemein macht eine Rechtsschutzversicherung schon Sinn, allerdings hat man in der Regel auch eine Selbstbeteiligung und in dem Fall wird die Versicherung auch nichts mehr bringen, weil das Schadensereignis schon eingetreten ist.

Möglicherweise wurde am 03.09.2015 das Sportpaket freigeschaltet. Da es ja eine Sendungsnummer von Ende 2015 gibt, macht es Sinn, diese mal online nach zu prüfen und falls das nicht mehr möglich ist bei der Post telefonisch nachzufragen.

Ansonsten ist zum jetztigen Zeitpunkt ein Anwalt viel zu früh, der macht erst Sinn, wenn es zu einer Zahlungsklage kommt.

In dem Fall kann die Mahnung des Inkassounternehmens schriftlich zurückgewiesen werden, weil keine Original-Vollmacht des Gläubigers mit Original-Unterschrift des Geschäftsführers oder einer anderen berechtigten Person vorgelegt worden ist (§ 174 BGB). 

Ansonsten kann man darauf verweisen, dass bereits gekündigt und eindeutigt widersprochen und die Zahlung verweigert worden ist, mit der Konsequenz, dass die sich ihre Inkassokosten wohin stecken können.

Sollte ein gerichtlicher Mahnbescheid kommen, muss aber unbedingt fristgerecht beim Mahngericht Widerspruch mit dem beigefügten Formular eingelegt werden (sonst Vollstreckungsbescheid und dann Pfändung).

Kommentar von micholee ,

Danke. Was also passieren kann (im schlimmsten Fall) ist, dass das Unternehmen einen Anwalt einschaltet und/oder einen gerichtlichen Mahnbescheid kommt. Und der sollte bei ca. 299 Streitwert nicht zusätzlich 100 Euro kosten. Kann ich an das Inkassounternehmen wollte Forderungen stellen:

  • Vollmacht im Original
  • Vertragskopie mit meiner Unterschrift o.ä.
  • Rechnungskopie
  • Mahnungskopie
  • Zustellnachweis von Waren, Rechnung und Mahnung o.ä.
  • Forderungsaufstellung
Kommentar von Xipolis ,

Stand jetzt wären das die Optionen des Gläubigers. Wenn das Inkassounternehmen keinen Erfolg bringt und der Gläubiger ist überzeugt zu gewinnen, kann er auch eine Zahlungsklage anstrengen.

Diese Unterlagen beim Inkassounternehmen anzufordern macht Sinn (im Zusammenhang mit einer Rückweisung mangels Vollmacht und einem Widerspruch, wie dem Gläubiger zuletzt mitgeteilt).

In dem Zusammenhang auch gleich darauf hinweisen, dass widersprochene Forderungen nicht der Schufa oder anderen Auskunfteien gemeldet werden dürfen (§ 28a BDSG).

Antwort
von Miramar1234, 82

Natürlich lohnt eine Rechtsschutzversicherung.Entweder hilft schon das Ankündigen der Mandatierung eines Anwaltes,und die Inanspruchnahme der RS -Versicherung.Darüber hinaus kann man es riskieren im Bußgeldverfahren,Fahrverbot zu klagen.Zudem stellt eine RS-Versicherung,sofern richtig gewählt und abgeschlossen Strafkaution im Ausland.Und in Ländern wie der Türkei oder dem nahen Osten kann das existenziell wichtig sein.

Ich denke,ohne RS musst bezahlen.Beste Grüße

Antwort
von BenniXYZ, 42

Ganz einfach beantwortet, ja, man hat einen Nachteil.

Die meisten Gesellschaften bieten inzwischen eine erste telefonische Beratung an. Die ist idR. kostenlos für Kunden mit Rechtsschutzversicherung.

Antwort
von Messkreisfehler, 65

Warum sollte man den kürzeren ziehen? Sollte man klagen und vor Gericht vollumfänglich Recht bekommen zahlt der Unterlegene die Anwalts- und Gerichtskosten.

Kommentar von skyfly71 ,

DAS ist leider nur dann richtig, wenn der Prozessgegner auch zahlungsfähig ist. Andernfalls bleibt man auf seinen Kosten sitzen - auch wenn man im Recht ist und der Antragsgegner die Kosten erstatten soll. Wo nix ist, kann auch keiner was erstatten...

Kommentar von Messkreisfehler ,

Und warum sollte man eine insolvente Person auf Zahlung verklagen? Das macht ja dann erst recht keinen Sinn...

Kommentar von kevin1905 ,

Damit man einen Titel hat.

Heute zahlungsunfähig heißt ja nicht immer zahlungsunfähig in den nächsten 30 Jahren.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Gleiches gilt auch für die Gerichtskosten... Nur darauf wollte ich hinweisen...

Kommentar von micholee ,

Danke für den Hinweis. Der Pay-TV-Sender sollte sicherlich nicht in den nächsten Wochen oder Monaten insolvent werden :-)

Kommentar von micholee ,

Da muss der Freund sehr gut überlegen, ob er es darauf ankommen lässt. Ich weiß nicht, ob er überhaupt damit etwas gewinnt, wenn er das Inkasso-Unternehmen anschreibt und eine Vollmacht, Vertragskopie, Zustellnachweise von den Rechnungen verlangt. Das Inkasso-Unternehmen hat eine Frist von 7 Tagen gesetzt, ansonsten will man gerichtlich vorgehen. d.h., ein Schreiben-Ping-Pong kann es daher nicht mehr geben um Klarheit zu schaffen.

Kommentar von Xipolis ,

Bei Dir scheinen die Drohgebärden des Inkassounternehmens zu wirken...

Das einzige was das Inkassounternehmen machen kann ist, den Mahnbescheid beantragen. Wird widersprochen, muss das Unternehmen den Fall an den Gläubiger zurückgegeben, denn das Inkassounternehmen, darf den Gläubiger nicht vor Gericht vertreten.

Antwort
von steefi, 62

Nicht bezahlen und zum Anwalt gehen. Das Honorar des Anwalts richtet sich nach der Streitsumme. Oft reicht schon der Brief des Anwalts aus, um die Sache zu erledigen!

Eine Rechtsschutzversicherung halte ich nicht für sinnvoll, denn die entscheiden ob sie Klagen und wenn Du nach deren Meinung verlierst, klagen die erst gar nicht. Wenn Du allerdings große Aussichten hast zu Gewinnen klagen die zwar aber dann brauchst Du die ja sowieso nicht, weil keine Kosten auf Dich zukommen.

Kommentar von micholee ,

Das ist aber auch nicht schlecht. Denn, die Rechtschutzversicherung überprüft ja damit im Vornhinein die Erfolsaussichten.

Kommentar von micholee ,

Der Brief des Anwalts kostet ja auch etwas. D.h., die Sache ist evtl. erledigt, man war im Recht und hat trotzdem dafür bezahlt.

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn Du allerdings große Aussichten hast zu Gewinnen klagen die zwar aber dann brauchst Du die ja sowieso nicht, weil keine Kosten auf Dich zukommen.

Ne?

Schonmal zahlungsunfähige Verfahrensgegner gehabt? Dann hast du zwar einen Titel und der ist 30 Jahre lang gültig, aber mit einem Titel kann man im Laden nicht einkaufen gehen.

Würde ich so eine Aussage gegenüber einem Kunden tätigen, hätte ich ein Haftungsproblem und meine VSH wäre böse mit mir.

Kommentar von steefi ,

Was Du schreibst sind mal wieder die für mich haarsträubenden "Argumente" eines Versicherungsverkäufers. Wieviel hast Du denn an die Versicherung in diesen 30 Jahren bezahlt? Ich schätze ein Vielfaches vom oben angegebenen Streitwert von 100-300 Euro.

Daß Deine VSH Dir böse wäre ist ja auch klar, Du sollst ja Geschäfte für die tätigen und nicht verhindern.

Kommentar von steefi ,

Noch ein  kleiner Nachtrag:

Wer mit einer Versicherung ein besseres Gefühl hat soll es halt machen, das ist ja die Hauptsache im Leben - das man sich gut fühlt.

Kommentar von kevin1905 ,

Was Du schreibst sind mal wieder die für mich haarsträubenden "Argumente" eines Versicherungsverkäufers.

Ich bin Makler, d.h. Sachwalter des Kunden. Ich kriege meine Aufträge von Kunden, diesen passenden, individuell abgestimmten Versicherungsschutz zu vermitteln, nicht von Unternehmen, deren Produkte zu verkaufen.

Ferner verdiene ich an Rechtsschutzversicherung keine Abschlussvergütung, sondern nur Bestandspflege und von der könnte ich auch keine Bäume ausreißen.

Wieviel hast Du denn an die Versicherung in diesen 30 Jahren bezahlt?

Ich bin 32, drum wird die Statistik nicht so weit zurück reichen. Aber ich war bereits Beschuldigter in einem Strafverfahren und musste 2 Zivilprozesses führen (aus rein privater Sicht). Die Kosten die ich dafür zu tragen gehabt hätte liegen deutlich im vierstelligen Bereich!

Die Kosten für private Streitigkeiten meiner RSV kosten keine 15,- € im Monat.

Geschäftliche Streitigkeiten lasse ich mal außen vor, das ist ein separater Bereich.

Ich schätze ein Vielfaches vom oben angegebenen Streitwert von 100-300 Euro.

Mit dem Streitwert ist es ja nicht getan. Der eigene Rechtsbeistand will bezahlt werden, das Gericht ebenfalls und im Falle der Niederlage auch die Gegenseite. Wehe jetzt kommen noch Gutachter dazu, oder es geht in die nächste Instanz.

Ob der Sinnhaftigkeit wegen dieser Kleinstbeträge den Gang vor den Richter anzustreben, hatte ich in meinem Beitrag bereits etwas geschrieben.

Ein Vermieter der seine Miete einklagen will, ein Gewerbetreibender, der säumigen Kunden nachläuft, das ist etwas anderes als ein Streit zwischen Privatleuten um läppische 300,- €.

Daß Deine VSH Dir böse wäre ist ja auch klar, Du sollst ja Geschäfte für die tätigen und nicht verhindern.

VSH bedeutet Vermögenschadenhaftpflichtversicherung, diese ist zwingend vorgeschrieben für Vermittler von Versicherungen egal ob gebunden oder Makler. Bei vorsätzlicher Falschberatung leistet sie aber nicht.

Wenn ich also einen Kunden auf eine deratige Thematik nicht aufmerksam machen würde, könnte man mir treuwidriges Verhalten vorwerfen. Nochmal: Ich arbeite nicht für eine Versicherung!

Kommentar von steefi ,

Du schreibst:

Die Kosten für private Streitigkeiten meiner RSV kosten keine 15,- € im Monat.

Genau das meine ich halt, wenn Dir die Sicherheit 100-300 Euro auf jeden Fall wieder zu bekommen 5400 Euro wert ist (15x12x30), dann musst Du es halt machen.

Kommentar von Xipolis ,

steefi,

es kommt ja darauf an, welche Risiken Du versicherst und welche Selbstbeteiligung Du wählst. Was Du machst ist, ist eine typische Milchmädchenrechnung.

Als Autofahrer (extrem hohe Streitwerte möglich) und auch als Arbeitnehmer (Risiko Jobverlust) kann das schon, sehr sinnvoll sein um nur mal zwei Beispiele zu nennen.

Aber auch der rein private Schutz, wenn es mal darum geht gegen die Krankenversicherung zu klagen.

Ich sehe da viel eher die Absicherung gegen Sachen, die die Existenz bedrohen können.

Kommentar von steefi ,

Warum wollen einen Versicherungsfuzis eigentlich immer ein schlechtes Gewissen einreden? Ich, als Milchmädchen verprasse lieber mein Geld, als sie in eine mir vorgegaukelte Sicherheit zu investieren. Eine Grundversicherung wie Haftpflicht und KFZ ist notwendig, aber der Rest?

Kommentar von kevin1905 ,

Es ist dein Leben, du bist sicher kein Unternehmer und bewegst dich einkommenstechnisch auch sicher nicht in Sphären in den ein Rechtsstreit deine ganze Existenz zerstören kann.

Es ist dein Leben. So lange du nicht im Schadenfall Hilfe vom Staat erwartest kannst du tun und lassen was du willst.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

I´m Amused :) über soviel Ignoranz.....

Wenn ich jetzt ganz vorn anfangen sollte sitze ich hier bis morgen früh um zu kommentieren :)

Steefi Du hast natürlich durchaus Recht, wenn man sich die jährlichen Beiträge für den Rechtsschutzfall beiseite legen würde käme man wahrscheinlich billiger davon. Aber um Dein Recht zu bekommebn ist es manchmal nötig große Mengen Geld an Verfahrenskosten auszulegen in der Ungewissheit es je zurück zu erhalten. Aktuell habe ich eine Mandantin der bei einer Routine Operation ein künstiliches Stoma gelegt wurde weil die Ärzte einen kleinen Fehler begangen haben. Die Kosten der Klage sind mit rund 10.000 Euro für die erste Instanz von der Klägerin auszulegen. Die Dame ist nun recht gut betucht und hat die Mittel, aber das ist ja lange nicht bei jedem so. Soll man deshalb auf sein Recht verzichten?

Eine Grundversicherung wie Haftpflicht und KFZ ist notwendig, aber der Rest?

Diese Aussage ist grundlegend falsch....
1.) Was man unbedingt benötigt ist eine Einkommenssicherung falls man das wichtigste Gut "seine Arbeitskraft" vorübergehend oder dauerhaft verliert. Auch eine Vorübergehende längere Krankheit oder Unfallfolgen können leicht alles was man sich aufgebaut hat zunichte machen. Bevor man vom sozialen Netz durch Hartz IV aufgefangen wird, muss man sein gesamtes Vermögen bis auf ein kleines Schonvermögen verbrauchen. Auch ist man verpflichtet in solch einem Fall einer Verschwendung des Vermögens aus dem Wege zu gehen.

2.) eine private Haftpflichtversicherung deren Sinn Du ja berreits verstanden zu haben scheinst.

3.) eine Kfz Haftpflichtversicherung.... weil der Gesetzgeber sie vorschreibt????? Wohl nicht sondern aus dem gleichen Grund weshalb man eine private Haftpflicht Versicherung benötigt.

Verlust der Arbeitskraft und Schadensersatzansprüche dritter sind vollkommen unabwägbare Gefahren die man auch nicht beeinflussen kann. Die einen aber finanziell sehr leicht ruinieren können und dann ist alles was man hatte nichts mehr wert. Freunde wenden sich ab, da man kein Geld hat diese mal einzuladen oder einfach mal zu besuchen. Die Anschaffung der selbstverständlichsten Dinge müssen langfristig geplant werden, hobbys können nicht mehr finanziert werden usw, usw.

Da versichern Menschen ihre Autos im Wert von 15.000 Euro gegen Vollkasko, haben aber keine Berufsunfähigkeitsversicherung die vom Beitrag her nur unwesentlich teuerer ist aber ein Lebens- Arbeitseinkommen eines Durchschnittsverdieners von 1.500.000 € in Worten : 1,5 Millionen EURO oder anders gesagt 100 Autos im Wert von 15.000 Euro sichern.

Kommentar von steefi ,

Mit den Versicherungen ist es wohl so wie mit dem Glauben: Auf der Einen Seite stehen die Versicherungsvertreter bzw. deren Klientel und die Gläubigen und auf der anderen Seite stehen die kaum Versicherer und die nicht Gläubigen.

Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, daß jemand die Seite wechselt und sollten die Argumente auch noch so erdrückend sein.

Noch ein kleiner Nachtrag, Du schreibst:

Diese Aussage ist grundlegend falsch....
1.) Was man unbedingt benötigt ist eine Einkommenssicherung falls man das wichtigste Gut "seine Arbeitskraft" vorübergehend oder dauerhaft verliert. Auch eine Vorübergehende längere Krankheit oder Unfallfolgen können leicht alles was man sich aufgebaut hat zunichte machen. Bevor man vom sozialen Netz durch Hartz IV aufgefangen wird, muss man sein gesamtes Vermögen bis auf ein kleines Schonvermögen verbrauchen. Auch ist man verpflichtet in solch einem Fall einer Verschwendung des Vermögens aus dem Wege zu gehen.

Ich habe einen guten Bekannten, der vor einigen Jahren verunglückte und seit dem erwebsunfähig ist, er hatte keine wie Du meinst unbedingt notwendige extra Versicherung und bekommt seit dem eine Rente von der deutschen Rentenversicherung die zwei drittel des letzten Einkommens entspricht - und das bis zum Beginn seiner Altersrente. Diese ist dann nicht geringer als seine letzte Rente. Also nix mit Harz 4 und dergleichen!

Diese Horrorgeschichten der Versicherungsleute kann ich leider nicht unkommentiert lassen, da ja vielleicht auch andere Leute hier mitlesen und sich grundlos ängstigen.

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