Niklaus am 31.08.2007 um 23:51 Uhr

Die Frage stellt sich bei einem ABS vom Prinzip her nicht; ein ABS ist nicht dazu gedacht, um den Bremsweg zu beeinflussen, sondern um die Lenkbarkeit zu erhalten. Auf trocker Strasse und bei Schnee (durch den Keil vor den Rädern) ermöglichen blockierende Räder einen kürzen Bremsweg, also ohne ABS. Bei feuchter Strasse kann der Bremsweg mit ABS kürzer sein.

Auf trockener Straße kann er länger sein, auf nasser Straße kürzer.

Einen kürzeren. ABS verhindert das "Rutschen", daher kommt das Fahrzeug schneller zum Stehen.
Knowledge am 1. September 2007 07:11 Falsch. Dies gilt unter Umständen auf trockener und nasser Fahrbahn. Bei Schnee z. b. hat man mit ABS einen erheblich längeren Bremsweg.
dock69 am 1. September 2007 12:43 Ja, ja ... Für die Pedanten und Schlaumeier hätte ich die Ausnahmefälle auch aufzählen können. Neben Schnee wäre da noch Schlamm, Kies, Hochwasser, flüssige Lava, Vanilleeis usw. Grundsätzlich verkürzt sich jedoch der Bremsweg und die Lenkbarkeit wird verbessert. Mich würde auch wundern, wenn Autohersteller ABS integrieren, um den Bremsweg zu verlängern.
engelhaar am 1. September 2007 19:50 :-)) DH !!!
Bei einer Vollbremsung ist der Bremsweg mit ABS definitiv länger.
Knowledge am 1. September 2007 07:16 Richtig. Blockierende Räder ermöglichen in der Regel kürzere Bremswege (ohne ABS).

Der Bremsweg wird sicher nicht kürzer, manchmal sogar etwas länger, aber das Fahrzeug bleibt lenkbar.
Ohne ABS kann man die Lenkbarkeit mit der sogenannten Stotterbremse erhalten, also immer wieder kurz die Bremse lösen, wenn es zum Blockieren kommt.
Das Problem dabei ist nur, dass normalerweise nur ein Rad blockiert, man also eigentlich nur an diesem den Bremsdruck reduzieren müsste, während alle anderen Räder weiter gebremst werden könnten - genau das aber macht das ABS.
Das Antiblockiersystem (ABS), in der StVZO "Automatischer Blockierverhinderer" (ABV) genannt, ist ein in Verkehrsmitteln verwendetes technisches System zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Es wirkt vor allem in Gefahrensituationen, indem es bei starkem Bremsen (Vollbremsung) der Blockierneigung der Räder durch Regelung des Bremsdrucks in kurzen Intervallen entgegenwirkt. Das durchschnittliche menschliche Reaktionsvermögen reicht in aller Regel nicht aus, um in gefährlichen Situationen die Bremskraft richtig zu dosieren. Das ABS in modernen Kraftfahrzeugen ist dagegen in der Lage, das Bremsverhalten jedes einzelnen Rades nahezu optimal zu steuern. Es bewirkt in erster Linie nicht eine Verkürzung des Bremsweges, der sich in manchen Fällen sogar verlängern kann, sondern sorgt hauptsächlich dafür, dass das Fahrzeug im besten Falle während des Bremsvorgangs vollständig steuerbar bleibt und nicht ausbricht.
Crack am 1. September 2007 00:08 Quelle? Kurz gesagt: ein blockierendes Rad bremst etwas schlechter als eines das sich gerade noch dreht. Der Hauptvorteil ist aber das die Lenkbarkeit des Fahrzeugs erhalten bleibt.
Knowledge am 1. September 2007 07:19 Falsch. Blockierende Räder ermöglichen auf trockener Strasse und auf Schnee (durch den Schneekeil vor den Rädern) kürzere Bremswege.

Wenn du bei trockener Fahrbahn für eine Vollbremsung das Bremspedal ohne Verzögerung mit voller Kraft durchtrittst, ist der Bremsweg genau gleich.
Fast immer, so habe ich in einer TV-Sendung gesehen, wird aber das Bremspedal zu zögerlich getreten. Da greift der "Bremsassistent" helfend ein.
ABS = "Antiblockiersystem" verhindert nur ein Blockieren der Räder, dadurch bleibt das Fahrzeug lenkbar. Auf nasser oder glatter Fahrbahn ist dadurch aber auch der Bremsweg kürzer.

warum ist denn bei blockierenden raedern auf trockenem untergrund der bremsweg kuerzer als mit abs? da der gleitreibungskoeffizient bei gleichen materialien immer niedriger ist als der haftreibungskoeffizient, muesste bei allen harten untergruenden das abs kuerzere bremswege erzielen. aussnahmen duerfen nur lose untergruende (schnee, sand, ...) bilden - da dominieren andere faktoren.
Knowledge am 1. September 2007 11:08 Wenn du nur den Reibungskoeffizienten betrachtest, ist das richtig. Nur wirken beim Bremsen wesentlich mehr andere Faktoren, das Verzahnen des Reifen-Gummis mit der rauen Strassen-Oberfläche, die größere Aufstandsfläche des Reifens beim Blockieren (du weißt sicher, dass der Koeffizient mit der Reibfläche (quadratisch!) multipliert werden musst). Reine Haft- und Gleiteibung gilt nur bei "idealisiertem" Untergrund. Auch die Reibungsverhältnisse z. B. in Zylindern werden hauptsächlich durch die Verzahnungseffekte der Hon-Oberfläche beeeinflusst.

Es ist ja erschreckend, wie viele falsche Antworten es hier gibt.
Ich bitte mal die betreffenden Personen darum im Wikipedia nachzulesen.
Die Reibungskraft hat überhaupt nichts mit der Auflagefläche zu tun @Knowledge, sondern ist das Produkt aus Normalkraft, Reibungskoeffizient und normierter relativer Geschwindigkeit. Deshalb ist auf glatten, festen Oberflächen der Bremsweg normalerweise kürzer, weil der Gleitreibungskoeffizient, wie richtig festgestellt wurde, meist geringer ist als der Haftreibungskoeffizient. Stell dir mal eine schwere Kiste vor und versuche sie auf ebenem Boden zu schieben. Erst passiert nichts, dann gibt es einen Ruck und wenn sie erst mal in Bewegung ist, dann geht das verhältnismäßig leicht. So ist das mit dem Auto. Wenn es anfängt zu rutschen, dauert es länger bis zum Stillstand, als wenn das ABS die Bremskraft optimal regelt, d. h. ohne Schlupf.