Frage von oxBellaox, 33

Hat man in Deutschland ein Anrecht auf die Leiche?

Verstorbene werden ja nach Klärung der Todesumstände meist einem Bestattungsunternehmen übergeben.

Hätte man als Angehöriger Anspruch auf Herausgabe der Leiche?

Zu meiner Frage: ich bin weder in der Situation, noch werde ich es in absehbarer Zeit sein. Ich möchte auch nicht darüber diskutieren, was andere darüber denken. Meine Frage lautet schlicht und einfach:

Hat man in Deutschland Anspruch auf die Herausgabe einer Leiche?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von derbas, 7

Sagen wir mal so, du hast ein Recht und auch die Pflicht, festzulegen, was mit der Leiche passiert.
Ein Anrecht darauf, die Leiche z. B.  mit zu nehmen hast du nicht.
1.) Beförderungspflicht mit einem Bestattungswagen, 2.) Hausaufbahrung darf zwar stattfinden, der Verstorbene muss aber innerhalb von 36 Stunden nach Eintritt des Todes in einer öffentlichen Leichenhalle oder vgl. räumen sein.
Auch bist du verpflichtet innerhalb von 3 Werktagen den Sterbefall anzuzeigen, was aber auch in der Regel der Bestatter für dich übernimmt.

Kommentar von oxBellaox ,

Auch bist du verpflichtet innerhalb von 3 Werktagen den Sterbefall
anzuzeigen, was aber auch in der Regel der Bestatter für dich übernimmt.

Alles korrekt mit Totenschein schrieb ich ja oben schon.

Mir geht es darum, ob man dem teuren bestattungswesen hier in Deutschland ein Schnippchen schlagen könnte und mit dem Toten dorthin fährt, wo er für ein Drittel ne würdige Bestattung bekommt.

Haartransplantationen, Zähne etc. bekommst du im Ausland ja auch erheblich günstiger.

Kommentar von derbas ,

Dem teuren Bestatter in Deutschland kannst du am besten ein Schnippchen schlagen, indem du rechtzeitig vor Eintritt des Sterbefalls bei mehreren Kollegen Angebote einholst. In der Situation eines Sterbefalls ist es trotz "Sparwillens" auf jeden Fall besser eine Kompetente Person an der Seite zu haben, das geht nicht mal eben so.

Eine Bestattung auf eigene Faust ist nicht verboten, vorausgesetzt du hast Zugang zu diversen dingen. Aber da fängt es ja schon an. Wer leiht dir einen Leichenwagen? Wer liefert den Sarg? Welches Krematorium macht eine Einäscherung für Privat? Die meisten Sarghändler und Krematorien werden sich nicht darauf einlassen und wenn dann wirds insgesamt eher teurer als billiger. Und den ganzen Papierkram mit Versicherungen, Nachlassgericht etc musst du dann auch alleine machen - in einer Trauersituation nicht ohne.
Aus meiner Sicht ist es am günstigsten zu einem Bestatter vor Ort zu gehen. Und zwar nicht zu dem mit dem größten und protzigsten laden sondern eher zum kleinen Tischlereibestatter, der kein großes Brimborium hat, das mitbezahlt werden muss sondern sich auf das wesentliche konzentrieren kann.

Tu dir selbst den Gefallen - Fall nicht auf die 499,- Euro- Angebote rein. Dieser Preis kann nur bei einfachster und unwürdigster Arbeitsweise gehalten werden. Ich hatte mal einen Kollegen da, der alleine in einem normalen Opel Movano 7(SIEBEN)! verstorbene abgeholt hat.

Antwort
von Ranzino, 16

Jein. :)

Wenns eine Obduktion gibt, bleibt die Leiche erst mal unter Verschluss. Hinterher aber wird sie freigegeben und die Angehörigen haben dann wiederum sogar Bestattungspflicht. 

Ohne Obduktion hingegen natürlich sofort; das ist dann weniger ein Anrecht als eine traurige Pflicht wegen der o.g. Bestattungspflicht.

Kommentar von oxBellaox ,

also könnte man den Toten ins Auto packen und mit ihm irgendwo hin fahren und hn dort bestatten lassen. Natürlich mit dem Totenschein. Oder ist ein Bestatter zwingend erforderlich?

Kommentar von Ranzino ,

Ohje, wer was wie ?? Man darf Tote nicht einfach so verbuddeln, also gibts Friedhofszwang.  Das wiederum wird einen Bestatter beinhalten, denn einfach so ein Loch buddeln darf auch auf dem Friedhof nicht jeder.
Klar werden Tote auch mal über zig km hinweg in die Heimat überführt, nur ist das dann bürokratisch abgesegnet.

Ich hoffe, du planst hier keinen extra ausgeknobelten Mord. :p 

Kommentar von oxBellaox ,

haha - das würde ich dann nicht hier so öffentlich machen.

Wäre halt nur so ne Überlegung bei den Preisen. Einpacken und irgendwo hinfahren, wo bestattungen bezahlbar sind. Keine kriminellen Gedanken dabei :)

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