Frage von Strandkorb14, 85

Hat man ein Anrecht auf Rückerstattung von Maklercourtage oder Umzugskosten, wenn gekündigt wird obwohl ein langfristiges Mietverhältnis vereinbart war?

Wir sind vor nicht ganz 4 Jahren umgezogen und haben viel gespartes Geld in den Makler, den Umzug und viele teure Extras investiert wie Ofen Einbau, Rasentraktor, Einbaudusche, etliches an Gartenmöbeln Hütte und viele Pflanzen. Kann man gar nicht Alles aufzählen ... Abgemacht war ein langfristiges Mietverhälnis, was für beide Seiten super war, weil der Vermieter froh war jemanden zu haben, der an dem alten Haus repariert und renoviert und wir hatten eigentlich so etwas wie ein eigenes Haus. Letztes Jahr hatten wir noch einmal gefragt, ob wir eine Pergola bauen dürfen und es war Alles ok. Das Haus wird auch zur Hälfte als Werkstatt und Lager beruflich genutzt. Jetzt muss der Vermieter das Haus aus finanziellen Gründen verkaufen und es ist klar, dass das alte Haus nur von jemandem gekauft wird, der selbst einziehen wird und uns dann kündigen muss. Mal abgesehen davon, dass wir innerhalb so kurzer Zeit wieder den ganzen Umzugsstress auf uns zukommen sehen, hat man da nicht ein gewisses Recht aus Schadensersatz. Das ganze Geld, dass wir ja in den letzten Umzug investiert haben ist ja nun mal weg und die Makler Courtage. Die Einbaumöbel oder Ofen kann man, wenn man Glück hat, dem neuen Eigentürmer weiter verkaufen. Aber es kann sein, dass der gar nichts davon will. Insgesamt waren es minimum 10000 Euro, die weg sind. Hat jemand eine Ahnung ob man da irgend etwas aushandeln kann oder ob man gleich zum Mieterbund geht und da nachfragt. Es geht uns nicht darum, dass wir Ärger machen wollen und wir sind dann auch zum Auszug bereit aber wovon, wenn jetzt Alles weg ist???

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 10

Ich sehe hier zwar eine mündliche Wunschvorstellung, für die es vermutlich keinen Beweis gibt. Es wäre durchaus möglich gewesen zu vereinbaren, dass der Vermieter für 10 Jahre (oder länger), auf das Recht einer Eigenbedarfskündigung verzichtet. Daran hätte sich auch der neue Vermieter halten müssen.

Auch wäre im Rahmen einer Individualvereinbarung ein beiderseitiger Kündigungsverzicht über 10 Jahre oder länger vereinbar gewesen. Auch das hätte der neue Eigentümer so übernehmen müssen.

Nun ist guter Rat teuer. Mit einem guten Rechtsanwalt im Rücken ließe sich u. U. hier was machen unter der Berücksichtigung eines beidseits gewollten längerfristigen Mietverhältnisses.

Antwort
von TrudiMeier, 33

Nein, natürlich nicht. Das ist das Risiko jeden Mieters. 

1. Auch wenn der Vermieter das Haus verkaufen wird: So schnell verkauft sich ein Haus nicht, ein vermietetes schon gar nicht. Und wenn es verkauft ist, kann euch der neue Eigentümer zwar wegen Eigenbedarfes kündigen, muss dazu aber im Grundbuch eingetragen sein. Bis dahin fließt noch viel Wasser durch die Spree.  Kauf bricht nicht Miete - vielleicht will der neue Eigentümer euch auch nicht kündigen. Hellsehen kann niemand.

2. Ihr könntet eurem Vermieter ein Angebot machen und das Haus selbst kaufen. Erspart Umzugsstress und - kosten, alle Investitionen blieben bei euch.

3. "Langfristig" ist ein dehnbarer Begriff. Für den einen sind 4 Jahre bereits langfristig, bei anderen erst mindestens 10 Jahre, für wieder andere ist 1 Jahr bereits langfristig.  Darüber hätte man sich mit dem Vermieter vor Unterschrift des Vertrages austauschen müssen.

Kommentar von Strandkorb14 ,

es wurde im Beisein den Maklers über eine Mindestlaufzeit des Mietvertrages von mindestens 8 - 10 Jahren gesprochen, was dem Vermieter zu diesem Zeitpunkt ja auch sehr Recht war. Und wir sind jetzt auf gut deutsch pleite, weil unser ganzes Geld weg ist, das zu der Idee Haus kaufen

Es war ja auch aus dem Gund sehr wichtig weil ich meine Werkstatt und Lager im Haus eingerichtet habe (beruflich)

Kommentar von TrudiMeier ,

Bezüglich der "langfristigen" Mietdauer wurde auch bestimmt nichts schriftliches festgehalten. Selbst wenn dem so wäre, wäre es vermutlich unwirksam, insbesondere eine derartig lange Mindestmietzeit. Sie würde theoretisch nicht nur den Vermieter binden, sondern auch euch. Würdet ihr euch eigentlich auch an das langfristige Mietverhältnis gebunden fühlen, wenn bei euch Umstände eintreten, die es euch unmöglich machen, das Haus weiterhin zu mieten? Eher nicht, denke ich.

Auch wenn im Beisein des Maklers soetwas angesprochen wurde, was willst du nun tun? Den Vermieter verklagen?  Es kann immer was passieren, was einen Vermieter veranlasst sein Haus zu verkaufen.

Kommentar von TaErAlSahfer ,

Vielleicht lasst ihr euch da mal rechtlich beraten, wie bereits erwähnt Kauf bricht Miete nicht. Also euer Vermieter kann euch aufgrund des Verkaufs/Kaufs nicht einfach so kündigen. 

Kommentar von TrudiMeier ,

DAS ist richtig - Verkauf ist kein Kündigungsgrund. Aber der Käufer kann nach Grundbucheintragung fristgemäß wegen Eigenbedarfes kündigen. Aber so schnell verkauft sich eine vermietete Immobilie nicht.

Antwort
von berlina76, 51

Ist im Vertrag eine Sperrfrist angegeben, in der eine Kündigung von beiden seiten nicht möglich ist? Diese ist auch nach Verkauf gültig.

Warum kauft ihr das Objekt nicht selbst, wenn ich das richtig sehe scheint es euch an Geld nicht unbedingt zu mangeln, sprecht mit eurer Bank ob ein Kauf möglich währ.

Kommentar von TaErAlSahfer ,

An sich gibt es ja auch noch den Paragraph 566 BGB in dem steht das ein Kauf Miete nicht bricht. 

Wäre halt wichtig sich den genauen Mietvertrag nochmal anzuschauen.

Kommentar von Strandkorb14 ,

Leider hast Du wohl nicht den ganzen Text gelesen. Die 10000 Euro, die für Makler, Umzug etc weggingen waren unsere ganzen Ersparnisse und wir wissen nicht mal, wovon wir einen neuen Umzug bezahlen sollen.

Kommentar von bwhoch2 ,

Und in 4 Jahren konntet ihr nicht wieder was zurück legen? Dann war/ist das Haus sowieso zu teuer für Euch.

Wovon ihr einen neuen Umzug bezahlen sollt?

Bankkredit

Oder das ganze Haus?

Ebenfalls. Hypothekendarlehen kosten kaum Zinsen. Was ihr an Miete zahlt, reicht vielleicht schon für die Tilgung und die wenigen Zinsen. Finanzierung mit 0 % Eigenkapital soll es mittlerweile auch geben.

Antwort
von lohne, 49

Leider schreibst du nichts über Länge des Vertrages!

Kommentar von Strandkorb14 ,

im Vertrag wurde keine Länge festgelegt

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 32


Hat man ein Anrecht auf Rückerstattung von Maklercourtage oder Umzugskosten, wenn gekündigt wird


Nein. Als Mieter muß man immer damit rechnen gekündigt zu werden.

Vor allem wenn man von Privat mietet.

Langfristiges Mietverhältnis vereinbart heißt genau was?


Kommentar von Strandkorb14 ,

im Mietvertrag wurde nichts weiter schriftlich vereinbart, mündlich im Beisein der Maklerin wurde von mindestens 8 - 10 Jahren gesprochen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten