Hat man bei einem erworbenen Grundstück neben der Grundstücksfläche auch ein bestimmtes "Grundstücksvolumen"?

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4 Antworten

Mein Vorredner pharao1961 würde richtig liegen, wenn das Wörtchen "qualifziert" nicht enthalten wäre, deswegen nochmal baurechtlich hier die umfängliche Antwort, um Misverständnisse zu vermeiden.

Die Höhe einer baulichen Anlage wird durch das Bauplanungsrecht bestimmt (Maß der baulichen Nutzung).

Hier gibt es diverse Konstellationen, Bauen im Außenbereich mal außen vor gelassen.

1. Unbeplanter Innenbereich nach §34 BauGB.

- hier muss sich dein Vorhaben nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen.

Die Höhe wird über das Maß geregelt. Hier kommt es nicht auf Vollgeschosse, sondern ledigliche auf die absolute Höhe an, die die prägende Bebauung in der Umgebung hat. Wenn diese z.B. Firsthöhen von 7-10 Metern hat (extreme Ausreisser nach oben und unten bleiben i.d.R. unberücksichtigt), dann kannst du dich vereinfacht gesagt, in diesem Höhenrahmen bewegen. Die Entscheidung, ob es sich einfügt, trifft aber die Baugenehmigungsbehörde im Einvernehmen mit der Gemeinde, nicht du oder dein Architekt.

2. Beplanter Innenbereich nach §30 BauGB

Korrekt ist, dass man hier qualifizierte und einfache Bebauungspläne unterscheidet. Falsch ist, dass bei einfachen (nicht qualifizierte) Bebauungsplänen direkt §34 gilt.

Sobald ein Bebauungsplan Festsetzungen zur Höhe des Gebäudes enthält, z.B. über Trauf- oder Firsthöhen, Vollgeschosse oder Baumassenzahlen, dann hat sich deine Höhe danach zu richten, unabhängig ob der Bebauungsplan den Kriterien eines qualifizierten Bebauungsplans gem. § 30 Abs. 1 BauGB entspricht.

Auch ein einfacher Bebauungsplan, der nur die Höhe und die Art der Nutzung festsetzt ist für dich relevant, auch wenn ihm Festsetzungen zu den überbaubaren Grundstücksflächen und den örtlichen Verkehrsflächen fehlen, was ihn erst zu einem qualifizierten Bebauungsplan machen würde. Wenn dagegen der einfache Bebauungsplan keine Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung enthält, dann gilt für das Maß der §34 BauGB (Einfügen), für den Rest der Bebauungsplan.

vg

C

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ob mit tiefem , halbtiefem oder ohne keller , auf welcher höhe das haus steht ergibt sich aus der bodenanalyse . grundwasser-adern , moorgrund , steiniger grund etc.

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Natürlich gibt es das. Entweder existiert kein qualifizierter Bebauungsplan dann gilt § 34 des Baugesetzbuches (man muss sich an die örtliche Bebauung anpassen) oder es gibt einen qualifizierten Bebauungsplan in dem in der Regel Dachneigung, Trauf- und Firsthöhe vorgegeben sind. Es gibt auch Geschoss- und Grundflächenzahl, in wie weit ein grundstück bebaut werden darf. Mir sind bei Planungen §34 lieber, da hat man meist mehr "Gummi".


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Wie hoch Du bauen darfst, legt einerseits die Statik des Gebäudes und andererseits das Bauamt mit einer Baugenehmigung fest.

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