Hat jemand von euch die Paleo-Diät mal ausprobiert?

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6 Antworten

Die Frage ist nicht ob es klappt sondern eher ob man sich sein restliches Leben so ernähren möchte und sich so stark einschränken will für sein ganzes Leben. Wenn man das möchte der solls probieren. Für mich wäre es absolut nix. Hatte es mal ausprobiert und musste nach einer Woche Abbrechen weil es mir Gesundheitlich überhaupt nicht gut ging (und es meinen Geldbeutel seeeehr geschröpft hat und ich teilweise mitte der Woche schon kaum noch Geld für die restliche Woche hatte). Von dem ganzen Fleisch/Proteinen gings mir einfach nicht gut, mein Magen war ständig am rebellieren (ich kam kaum mehr vom klo weg), mir war kalt, ich war den ganzen Tag müde, ich war gereizt und sah auch einfach nur krank aus was mir sehr viele Leute auch bestätigt haben. Hab dann wieder angefangen KHs (in Form von Vollkornprodukten) zu essen und damit gings mir dann stück für stück deutlich besser. Seit diesem Selbstversuch esse ich Fleisch/Milchprodukte/Fisch nur noch in kleinen Mengen (nur noch dann wenn ich im Fitnessstudio war was 3-4x die Woche ist und dann gibs nur eines davon am Tag also entweder Flesich oder Fisch oder Milchprodukte) und dafür eben Vollkornprodukte und viel Gemüse und mir gehts blendend ^^ Meine Blutwerte sind auch top laut Arzt (hatte die jetzt erst vor 2 Monaten überprüfen lassen und alles ist super) und bis auf das mein Blutdruck nach wie vor zu niedrig ist gehts mir wirklich super. 
Also allgemein gesagt: Für mich ist das ganze überhaupt nix und ich denke auch nicht das man das ganze lebenslang durch stehen kann. 

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Kommentar von schellsche
08.12.2015, 19:38

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort! Eine Ernährung für das ganze Leben wäre es auf keinen Fall. Vielleicht aber für eine Weile um Gewicht zu reduzieren.

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Kommentar von mschuelbe
24.02.2016, 12:30

Dass Paleo nichts für dich war, ist schade, aber traurig ist, dass du einen Interessierten davon abgebracht hast und deine Antwort hier auch noch als "hilfreichste" ausgezeichnet ist.

Du schreibst "Hatte es mal ausprobiert und musste nach einer Woche Abbrechen weil es mir Gesundheitlich überhaupt nicht gut ging". Ich vermute mal, dich haben die Symptome ereilt, die beinahe jeden Menschen ereilen, wenn er die Ernährung umstellt.

Viele Menschen sind angepasst an eine sehr stärke- und zuckerhaltige Ernährung, mit wenig Ballaststoffen und tendenziell wenig Fett. Somit sind auch die Organe, besonders der Verdauungstrakt an diese Situation adaptiert. In unserem Darm leben ca. 2 kg Mikroorganismen, die sich entsprechend der Ernährung ausdifferenziert haben. Die Darmflora ist dementsprechend wenig erfreut, wenn sie plötzlich nicht mehr das gewohnte „Futter“ bekommt und rebelliert vorerst.

Zudem ist die Tatsache entscheidend, dass die meisten Menschen Getreide- und Milchesser waren, bevor sie umstellen. In diesen Erzeugnissen finden sich sogenannte Exorphine. Das sind sind bioaktive Nahrungspeptide mit Opiatwirkung. Das heißt sie wirken ähnlich wie Drogen auf den Organismus, indem sie unser Belohnungszentrum positiv stimulieren.

Sie finden sich vor allem als Bestandteil von Milchproteinen wie Casein, -Lactalbumin und -Lactoglobulin, sowie in Hämoglobin und pflanzlichen Proteinen wie Gluten, Gliadin, Sojaprotein und Spinat-Rubisco. Aus diesen Vorläufermolekülen entstehen Exorphine während der Verdauung im Körper.Werden nun diese Lebensmittel schlagartig abgesetzt, entstehen regelrechte Entzugssymptome. Zudem haben Exorphine eine durchfallhemmende Eigenschaften durch lokale Wirkungen im Verdauungstrakt.

Wenn du schreibst, dass man sich mit Paleo einschränken muss, muss ich lachen. Ist es nicht eher eine Einschränkung, von Heißhunger geplagt zu sein, sich nach dem Essen voll und müde zu fühlen und einen dicken Bauch zu kriegen? All das habe ich mit Paleo hinter mit gelassen.

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Naja, das Konzept hinkt ja nun beträchtlich. Paleo=Steinzeit. Das heißt, da wird mal eben ein Zeitraum von 2,5 Millionen Jahren vor Christus bis ca. 2000 Jahre vor Christus. In dieser Zeit hat sich das Nahrungsangebot grundlegend geändert. Die nächste Frage wäre, von welchem Kontinent das Ernähungskonzept stammt. Auch da gibt es Unterschiede.

Wenn man sich die Fakten mal auf der Zunge zergehen lässt, kann man quasi alles essen, was natürlichen Ursprungs ist und nicht von Menschenhand verändert wurde. Da Getreide auch keine große Rolle spielte, lässt man das ganz einfach weg. Ebenso die Milchprodukte.

Dazu braucht es allerdings keine Paleodiät, sondern einfach nur den ganz natürlichen Hang zu frischen Lebensmitteln, dazu noch möglichst saisonal. Wer bitte braucht Erdbeeren im Winter???

Mich interessiert brennend, wie die Wintermonate der Paleodiat für den typischen Nordeuropäer aussehen. Wildfleisch bis zum Abwinken? Sobald der Schnee die Decke über die Natur ausbreitet, bleibt nämlich nur Fleisch und mit Glück eine handvoll getrockneter Beeren und Kräuter aus dem laufenden Jahr.

Wenn ich Rezepte á la Zucchini mit Speck lese, bekomme ich einen Lachflash. Sehr steinzeitlich^^

Ernährung ist komplex und wenn man sich sehr ernsthaft damit auseinandersetzt und wirklich auch noch das Erbgut und den Typus berücksichtigen möchte, kommt man mit einem Buch definitiv nicht hin.

Der Trend geht hin zur individuellen Betrachtung, was grundsätzlich gesehen nicht verkehrt ist. Aber mit den Diäten wird in schöner Regelmäßigkeit eine neue Sau durchs Dorf getrieben und das Konzept als ultimativ hingestellt.

Diesen Anspruch kann kein Konzept erfüllen, weil der Mensch einfach nicht 0815 gestrickt ist.

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Kommentar von michi57319
07.12.2015, 22:28

Kleiner Nachsatz noch, den ich mir nicht verkneifen kann, ein kleines Zitat aus Wikipedia:

Die Menschen sammelten, was die örtliche Natur hergab. Durch seine Fähigkeit, tierische und pflanzliche Nahrung verdauen zu können, steht dem Menschen ein breites Spektrum an Nahrungsquellen zur Verfügung.

Gesammelt wurden bestimmte Früchte, Nüsse, Samen, Wildgemüse, Kräuter, Wurzeln, Rhizome, Maden, Raupen, Insekten, Eier, Honig, Weichtiere, Kriechtiere, Lurche, Algen, Beeren, Pilze. Trotz der angedeuteten Vielfalt stand je nach Gebiet oft eine kleine Anzahl von Nahrungsquellen im Vordergrund. So bildeten im Mesolithikum Europas Haselnüsse einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung im Winter.

Malzeit :-D

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Kommentar von schellsche
08.12.2015, 19:50

Dankeschön für deine sehr ausführliche Antwort . Hat mir informativ sehr weiter geholfen!

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Kommentar von OlliBjoern
10.12.2015, 01:33

Vor allem ist ja auch unklar, ob die Menschen damals tatsächlich wesentlich gesünder gelebt hatten. Sicher hatten sie mehr Bewegung als wir heutigen Mitteleuropäer (war bestimmt positiv). Es ist aber schwer zu beurteilen, ob ihre Ernährung entscheidend besser geeignet war als unsere heutige. Die Lebenserwartung war geringer, was aber andere Ursachen als die Ernährung hatte. Allerdings fehlen somit aber auch Vergleiche, was die Altersgruppe >50 Jahre anging.

An sich finde ich die Idee viel Eiweiß, wenig Kohlenhydrate, naturbelassene Lebensmittel nicht schlecht. Aber es ist auch nicht so, dass es einen definitiven "Beweis" gäbe, dass das nun für alle Menschen das Nonplusultra wäre (siehe auch den einen Beitrag oben).

Es hält sich ja auch die These, dass Eskimos/Inuit bei ihrer traditionellen Ernährung (tierische Produkte, also Fisch und Wal, daneben kaum Kohlenhydrate, durch wenige pflanzliche Produkte ergänzt) besonders "gesund" gelebt hätten. Soweit ich weiß, hatten spätere Studien das aber nicht bestätigen können. Der Mensch kommt auch damit "klar", aber es ist nicht automatisch "besser" als andere Ernährungsformen.

Es ist wie meistens: eine eindeutige Antwort kann man nicht geben, und jeder muss halt schauen, was für ihn am besten ist.

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Also ich hab das auch mal gemacht. Es ist ziemlich effektiv, aber man brauch die nötige Motivation und Durchhaltevermögen. Bisher halte ich mein Gewicht und habe nicht mehr zugenommen :)

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Kommentar von schellsche
08.12.2015, 19:52

Dankeschön!

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Die Paleo-Diät gibt es eigentlich nicht. Es gibt ne ganze Menge Paleo-Gurus, die alle ihre eigenen Vorstellungen haben. Und wissenschaftlich fundiert ist das Ganze auch nicht.

Sicherlich ist es eine gute Idee, stark verarbeitete Lebensmittel zu meiden und vor allem frische Nahrungsmittel zu essen. Aber Honig (paleo!) ist halt auch zu 99% Zucker (pfui-bäh!). Und dass die Menschen vor 10.000 Jahren kein Getreide gegessen haben dürfte unwahr sein.

Der eigentliche Unterschied ist, dass damals konservierte Nahrungsmittel nur in Notzeiten gegessen und sonst gemieden wurden - heute isst man fast ausschließlich verarbeitetes, konserviertes, um die halbe Welt geschippertes Convenience-Zeug.

Im Allgemeinen kann man mit einer Paleo-Ernährung ganz gut abnehmen - einfach weil alle Getreideprodukte und aller Industriezucker und alles Junk-Food rausfliegen. Man muss mehr Gemüse, frisches Obst, Nüsse und Fleisch essen (Milch ist auch nicht "paleo"), um satt zu werden.

Also nicht die dümmste Idee, aber halt im Kern eine Ideologie, keine Wissenschaft.

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Kommentar von schellsche
08.12.2015, 19:44

Vielen lieben Dank! Deine Antwort hat mir sehr geholfen.

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Kann nur von einer bekannten Familie sprechen. Die haben mit der Diät in kurzer Zeit enorm abgenommen. Sie erfordert allerdings Disziplin, ist teuer beim Einkauf der Lebensmittel und sehr zeitaufwändig.

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Kommentar von schellsche
08.12.2015, 19:51

Dankeschön!

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Kommt darauf an, wie verengt man die Dinge sieht. Man kann zur Ideologie erheben: "Mache alles möglichst genau wie die Steinzeitmenschen vor 6000 Jahren". Dann kann man kaum mehr am heutigen allgemeinen Leben teilnehmen und müßte eigentlich auf eine Insel auswandern.

Man kann es aber auch in gemäßigter Form praktizieren und Grundsätze befolgen wie "Weg vor allem mit der Kohlenhydrate-Überernährung". Dann kann man durchaus Gewicht reduzieren - ohne völlig aus der Zivilisation zu fallen.

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Kommentar von schellsche
08.12.2015, 19:51

Vielen Dank!

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