Frage von LotusBlossom13, 68

Hat jemand von dem Sozialamt eine medizinische Reha bezahlt bekommen,wie habt ihr es geschafft?

Bei meiner privaten KK ist Reha ausgeschlossen, die Rentenversicherung ist auch nicht zuständig. Somit soll das Sozialamt (§26 SGB IX) die Rehakosten übernehmen. Beim Amt wollen sie davon nichts wissen, Antragsformular gibt es auch nicht.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Konrad Huber, 26

Hallo LotusBlossom13,

Sie schreiben:

Hat jemand von dem Sozialamt eine medizinische Reha bezahlt bekommen,wie habt ihr es geschafft?

Bei meiner privaten KK ist Reha ausgeschlossen, die Rentenversicherung ist auch nicht zuständig. Somit soll das Sozialamt (§26 SGB IX) die Rehakosten übernehmen. Beim Amt wollen sie davon nichts wissen, Antragsformular gibt es auch nicht.

Antwort:

Sozialamt und medizinische REHA, das Eine hat mit dem Anderen in der Regel nichts zu tun!

Für REHA-Maßnahmen im arbeitsfähigen Alter ist in der Regel die DRV zuständig!

Für REHA-Maßnahmen außerhalb des arbeitsfähigen Alters ist in der Regel die Krankenkasse zuständig!

Wenn Sie privat krankenversichert sind und in den Versicherungsleistungen REHA-Maßnahmen ausgeklammert sind, dann müßen Sie ggf. die REHA-Kosten selbst tragen!

Möglicherweise stellen Sie sich langfristig mit einem Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung besser, erkundigen Sie sich mal bei der AOK in Wohnortnähe!

Viele Privatversicherte stöhnen mit zunehmendem Alter über die abnormale Beitragsbelastung bei der privaten KV!

Was die Zuständigkeit der Rentenversicherung anbetrifft, so müßen hier verschiedene Grundvoraussetzungen erfüllt werden, siehe bitte unter folgendem Link der DRV:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/0...

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von LotusBlossom13 ,

Und was ist mit §26 SGB IX?

Kommentar von Konrad Huber ,

Am Besten fragen Sie einfach mal beim VDK in Wohnortnähe nach oder bei der unabhängigen Patientenberatung!

https://www.patientenberatung.de/de

http://www.vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von KaterKarlo2016, 12

Guten Abend,

ich muss zunächst bevor ich diese Frage beantworte, hinzufügen, dass Sozialrecht nicht mein Fachgebiet ist und ich mich dort nicht 100 % auskenne. Ich kann ihnen aber nachstehende Angaben machen:

Die verschiedenen Leistungsträger haben unterschiedliche Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten für ergänzende Leistungen zur Reha.

Krankenkasse:

Die Krankenversicherung kann ergänzende Leistungen erbringen, um das Reha-Ziel zu erreichen oder zu sichern. Die Krankenversicherung übernimmt dann die Kosten, wenn sie zuletzt Krankenbehandlung leistete. Die Kostenübernahme liegt im Ermessen der Krankenkasse. Den Anträgen ist die Verordnung oder Stellungnahme des Arztes beizufügen. Bei Vorsorgekuren für Mütter bzw. Väter ist auch eine Bestätigung durch den MDK notwendig, Näheres unter Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren.

Rentenversicherung:

Die Rentenversicherung übernimmt unter anderem die Kosten für ergänzende Leistungen im Zusammenhang mit einer medizinischen Rehabilitation oder einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben.

 Unfallversicherung:

Kostenübernahme, wenn ein Unfallversicherungsfall vorliegt (Arbeitsunfall, Wegeunfall oder Berufskrankheit).

Sozialhilfe:

In Einzelfällen kommt der Sozialhilfeträger für die Kosten auf 

Hinweis:

Die Krankenhilfe der Sozialämter ist eine Leistung für Personen, die trotz Krankenversicherungspflicht nicht krankenversicherte Hilfesuchende, die die Kosten für Arzt oder Krankenhaus nicht bezahlen können. Die Leistungen der Krankenhilfe entsprechen im Wesentlichen den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung im Sinne der Krankenbehandlung. Krankenhilfe zählt im Rahmen der Sozialhilfe zur Gesundheitshilfe.

Unter folgenden Voraussetzungen können Leistungen der Krankenkasse vom Sozialamt erstattet werden (§ 264 SGB V):

Bezug von

 

Hilfe zum Lebensunterhalt,

 

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung,

 

Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

 

oder Hilfe zur Pflege (Pflege Sozialhilfe) und

 

kein

 

Krankenversicherungsschutz

oder

Bezug von Grundleistungen nach § 2 AsylblG

und

kein Einkommen und Vermögen über der Einkommensgrenze nach §§ 85 ff. SGB XII. Näheres unter

 

Sozialhilfe > Einkommen und Vermögen.keine unterhaltspflichtigen Angehörigen, die für die Behandlungskosten aufkommen können, Näheres unter

 

Unterhaltspflicht.

 

Nicht krankenversicherte Sozialleistungsempfänger sind keine regulären Mitglieder der Krankenkasse, sondern werden lediglich im Auftrag des Sozialamts von der Krankenkasse betreut (sog. "Quasi-Versicherung" oder "unechte Versicherung"). Die Sozialhilfeträger bezahlenkeine Beiträge, sondern erstatten den Krankenkassen vierteljährlich die tatsächlich angefallenen Behandlungskosten. Besteht kein Hilfebedarf mehr, meldet der Sozialhilfeträger dies der Krankenkasse. Damit endet auch der Anspruch auf Leistungen der Krankenkasse.

Über welche Krankenkasse die Betreuung erfolgen soll, können die nichtversicherten Personen aus einem Angebot des zuständigen Sozialhilfeträgers auswählen. Nutzen sie dieses Wahlrecht nicht, werden sie einer Krankenkasse zugeordnet. Von der zuständigen Krankenkasse erhalten sie dann eine elektronische Gesundheitskarte.

Quellenangabe: http://www.betanet.de/

KaterKarlo2016

Kommentar von LotusBlossom13 ,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe ja bereits geprüft und es steht fest, das die DRV und meine PKV nicht zuständig sind, auch passt mein Fall perfekt zur §26 SGB IX. Die Frage ist halt wie ich meinen Anspruch durchsetzen soll, wenn das Amt nichts davon gehört hat und die Leistungspflicht abstreitet. Würden die mir wenigstens ein Formular aushändigen, dann würde ich es trotz Einwände einreichen, (danach Widerspruch, Klage etc.). Ich habe dort morgen einen Termin und werde mal diesen § ausdrucken und mitbringen, wenn das auch nichts nutzt, reiche ich meinen Antrag bei der DRV, obwohl diese nicht zuständig ist, muss sie meinen Antrag weiterleiten, darauf muss dieser geprüft werden. Ich dachte halt der Fall ist irgendwo beschrieben, damit ich es morgen einfacher in dem Gespräch habe. 

Antwort
von HalloRossi, 42

Das stimmt so nicht. Du hast zB nach einer Operation immer nahezu Anspruch auf eine medizinische Reha. Du solltest bei der RV den Antrag einreichen und bei Ablehnung detaillierten Widerspruch einlegen. Das klappt dann nahezu immer!

Kommentar von user8787 ,

Das stimmt so nicht. Für eine Reha über die RV müssen Bedingungen erfüllt sein : 

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2\_Rente\_Reha/02\...

Der / die TE schrieb in einem anderen Beitrag er wäre ehemaliger Jurastudent , Abbruch des Studiums nach 2 Jahren.

Ich sehe hier die PKV in der Pflicht, wenn er denn bei Abschluss Reha berücksichtigt hat. Für 100 Euro  Lockangevot sind die nicht im Paket....

Kommentar von LotusBlossom13 ,

Ja, die Bedienungen der RV sind bei mir nicht erfüllt, in der PKV ist Reha vertraglich ausgeschlossen. Wer muss also nach §26 SGB IX leisten?

Kommentar von user8787 ,

Leisten muss hier niemand für dich. Das hättest du bei der PKV mit versichern sollen. 

Du kannst / musst die Reha selber zahlen....

Kommentar von HalloRossi ,

Ja genau! Das sehe ich ja jetzt erst. Du hast ja gar keine Ansprüche. Dann hilft natürlich nur selber zahlen.

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