Frage von Simaelon, 36

Hat jemand Tipps für meine Karrierelaufbahn (über die Luftwaffe beim Bund zur Luft-/Raumfahrttechnikerin mit Fernstudium Germanistik)?

Nach meinem Abi und einem Auslandsjahr würde ich sehr gerne zum Bund gehen und da bei der Luftwaffe anfangen und Luft-/Raumfahrttechnik studieren. Während ich das studiere würde ich gerne ein Fernstudium in Germanistik belegen.

Nach dem Studium würde ich entweder gerne zur NASA gehen oder weiterhin beim Bund arbeiten.

Alle Fragen zu meiner Karrierelaufbahn:

  • Was sind die Testphasen für Frauen (19/20) beim Bund für die Luftwaffe?
  • Kann ich danach Luft-/Raumfahrttechnik und Germanistik studieren?
  • Könnte ich theoretisch auch zur NASA 'wechseln'?
  • Lernt man in einem Luft-/Raumfahrttechnik-Studium Fliegen?
  • Lohnt sich das Studium in Germanistik überhaupt? (der Plan dahinter: Von einigen Bekannten weiß ich, dass man bei der NASA und dem Bund sehr viel in Deutschland oder gar der Welt unterwegs ist. Wenn ich Germanistik studiere kann ich später immer noch, wenn ich eine Familie gründen will, Lektorin werden, dann habe ich einen Beruf an Ort und Stelle und könnte mich um eventuelle Kinder kümmern.)
Antwort
von ramay1418, 11

Du vermischt da viele Dinge, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. So wird das nichts mit der Offizierslaufbahn - und noch nicht einmal als einfache Soldatin! 

1. "Tipps für meine Karrierelaufbahn" Ja, wende Dich vertrauensvoll an den Karriereberater der Bw, nicht an uns Hobby-Personalplaner. 

2. Nein, fliegen lernt man nicht automatisch. Nicht jeder Ingenieur ist Pilot, das muss er ja auch gar nicht sein; umgekehrt haben aber viele Militärpiloten - als Truppenoffizier - ein Ingenieurstudium absolviert. Und für Testpiloten, die meistens auch aus der Militärfliegerei kommen, ist ein technisches Studium praktisch Pflicht. 

3. Theoretisch kannst Du überall auf der Welt arbeiten, aber erst, wenn Deine vertraglich vereinbarte Dienstzeit bei der Bw abgelaufen ist. Wirst Du vorher als Berufssoldatin übernommen, ist der Traum von der Eroberung des Weltraums fast geplatzt, falls Du nicht kündigst. 

4. Warum muss es denn unbedingt die NASA sein, abgesehen mal davon, dass es nicht einfach - wenn auch nicht unmöglich - sein wird (was sagt denn die NASA?), dort unterzukommen? Es gibt doch auch hier das DLR und die ESA, die, wenn man deren Infoseiten mal über längere Zeit verfolgt, einen Bedarf an Ingenieuren haben. 

5. Ein Doppelstudium wird schwierig, denn bei der Bw studierst Du ja nicht semesterweise, sondern in Trimestern. Schließlich möchte der Steuerzahler, also auch ich, mal Erfolge sehen. Da bleibt keine oder wenig Zeit für einen "Nebenjob". Und wenn Du - aus welchen Gründen auch immer - mal ins Ausland versetzt würdest (Mali, Sudan), könnte es schwierig mit den auch beim Fernstudium erforderlichen Präsenzseminaren werden.  

Deshalb auch noch ein zweites Studium aufzulegen, halte ich persönlich für nicht zielführend, zumal Du ja auf mich nicht den Eindruck machst, dass Du Dich überhaupt schon mal ernsthaft mit dem Soldatsein, dem Studium und den langfristigen Auswirkungen beschäftigt hast. 

Du vermittelst eher das Gefühl: "Cool, ich studiere gegen Gehalt, gehe zur NASA und wenn es nicht klappt, mache ich irgendetwas anderes, auch wenn ich überhaupt keinen Plan habe." 

Also, hinsetzen, Liste mit Fähig- und Fertigkeiten machen, Anforderungen dazu aufschreiben, Investitionen (Zeit und Geld) notieren, Schnittmenge/n bilden, Lebensplanung danach ausrichten, durchziehen. Und nicht hier bei GF fragen! Dies ist ein Spaßforum, aber nicht für das reale Leben zuständig. 

Erfolgreich sind nur Leute mit Eigeninitiative, die selbstständig, zielstrebig und lösungsorientiert handeln können, also die Eigenschaften besitzen, die Offiziere als militärischer Führer und Ingenieure als technische Problemlöser haben müssen. 

Expertenantwort
von Ansegisel, Community-Experte für Studium, 14

Zur Luft- und Raumfahrt und zur Bundeswehr kann ich dir leider nichts sagen, aber zur Germanistik.

Germanistik ist ein vollumfängliches Studium, das du wahrscheinlich nicht nebenbei absolvieren kannst. Zumal Luft- und Raumfahrt ebenfalls höchst anspruchsvoll ist.

Des weiteren kannst du wahrscheinlich nicht einfach nur Germanistik studieren, da die meisten Geisteswissenschaften im Bachelor in Kombination mit einem Nebenfach oder einem zweiten Hauptfach studiert werden. Aber das nur am Rande.

Ich würde mich auf eine Sache konzentrieren und diese dann voll durchziehen. Dann hast du auch die entsprechenden Noten, um damit weiterzukommen.

Zum Abschluss nochmal zu den Berufsaussichten mit Germanistik: Es gibt wirklich viele Germanisten und wirklich wenige (unbefristete) Lektoren-Stellen. Die Chancen, dass du nachher genau das machst, sind damit eher gering. Natürlich gibt es noch zig andere Einsatzfelder als Germanistin, aber du darfst nicht davon ausgehen, dass du damit schnell einen festen (und damit auch örtlich festen) Job bekommst.

Die Chancen für eine schnelle, unbefristete Festanstellung bald nach dem Studium sind mit der Luft- und Raumfahrttechnik ungleich höher.

Kommentar von Kristall08 ,

 Es gibt wirklich viele Germanisten und wirklich wenige (unbefristete) Lektoren-Stellen.

Die Frage offenbart eine herrlich naive Einstellung zum Beruf des Lektors. ;)

Kommentar von dompfeifer ,

..... auch und besonders bei Lektorenstellen!

Antwort
von Reanne, 18

Ich habe kürzlich einen Bericht über einen deutschen Piloten gesehen, der Kampfjets fliegen lernte. Unvorstellbar, was da verlangt wird. Wenn Du Luft-und Raumfahrttechnik stufieren willst, vergiß Germanistik, dazu bleibt Dir keine Zeit mehr übrig. Die Ausbildung ist extrem teuer, daher it die Auslese sehr streng. Die Ausbildung findet teilweise für längere Zeit in den USA statt. Auch die körperlich Fitness ist ein wichtiger Punkt. Aufgrund der langen Ausbildung ist auch eine auch eine jahrelange Verpflichtung Voraussetzung. Weitere Auskünfte erteilt Dir sicher die zutändige Stelle beim Bund.

Antwort
von dompfeifer, 4

Über Karriere- und Studienmöglichkeiten bei der Bundeswehr informieren deren Beratungsstellen.

Das sprachwissenschaftliche Studium ist für eine militärische wie auch technische Laufbahn reine Zeitverschwendung, das hält Dich nur auf. Wenn Du alles auf einmal machen willst, erreichst Du keines der angestrebten Ziele.

Die Beschäftigungsaussichten für Germanisten sind ausgesprochen schlecht. Für eine Lektorentätigkeit sind da die Aussichten noch schlechter, besonders, wenn Du da erst "später noch" einsteigen willst, da bist Du den Verlagen schon zu alt. Germanisten werden dort kaum gebraucht, Schöngeister gibt es schon viel zu viele. Mit einem technischen Studium hast Du weitaus bessere Aussichten auf eine Lektoratsarbeit. Da hast Du immerhin ein gefragtes Sachgebiet für den Buchmarkt.


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