Frage von Nemo4092, 38

Hat jemand negative Erfahrungen mit dem Antidepressivum Teittico?

Ich nehme dieses Medikament seit mitte Januar. Vor einem Monat hatte ich eine Muskelverhärtung an der linken Halsseite. Natürlich dachte ich erst an Verspannung. Dann verhärtete sich der Muskel auf der rechten Halsseite. Ich dachte ok, Schilddrüsencheck. Ergebnis: Nichts. Blutabwärtstest. Nichts. Also ging ich zum HNO Arzt. Der fand ebenfalls nichts. Da mich diese Symptome rund 3 Wochen begleiteten, machte ich einen Ultraschall. Hals, Brust, Magen (wegen leichter Übelkeit am morgen und dünnem Stuhlgang). Herz i.O. Leber i.O. Schilddrüse i.O. alles i.O. Er meinte, ein Physio wäre in meinem Fall zu empfehlen. Naja am Samstag hatte ich dan während des Fussballspiels wieder einen plötzlichen Müdigkeitsflash, wie aus dem nichts. Die Halsverspannungen sind weg, dafür spühre ich sone Art leichter Muskelkater links und rechts vom Oberkörper und am rechten Unterarm. Aus Angst ginge ich zum Notfall in den Unispital. Es folgte wiederum Körpercheck, Blutcheck im Labor auf alle Möglichen Probleme, gefunden wurde aber wieder rein nichts. Die Ärztin meinte darauf, die Symptome treffen praktisch alle auf die NW des Medikaments zu. Morgen treffe ich mich mit der Psychologin und werde das Medikament sofort absetzen. Nun zu meiner Frage: Hat sonst noch jemand mal ähnliche Symptome durch oder ohne das Medikament gehabt? Kann ich nach 3 mal Blutentnahme, 2 mal Ultraschall und div. Abklärungen glauben, dass es wohl nicht etwas sehr Ernsthaftes ist? Weiter hoch als im Unispital kann ich mich nicht mehr abchecken lassen. :) (war jetzt innerhalb 1nem Monat 7ben mal bei nem Arzt, vorher 29 Jahre max 2 mal wegen ärztl. Zeugnis, aber diese Symptome machten mir einfach Sorge, auch weil ich mich zu intensiv im Internet informieren wollte).

Support

Liebe/r Nemo4092,

wir sind keine Plattform für medizinische Fachfragen. Von daher sind Anfragen an die Community zu Themen wie Einnahme von Medikamenten, Wechselwirkungen, (Über-)Dosierung und Medikamentenmissbrauch sehr kritisch: Wirklich fundierte, korrekte und richtige Angaben dazu kann nur ein Mediziner oder anderes Fachpersonal treffen

Herzliche Grüße

Ben vom gutefrage.net-Support

Antwort
von konstanze85, 22

Ich kenne mich mit dem Medikament nicht aus, aber weiß, dass man ein Antideressivum nicht sofort absetzen sollte, da es dann noch schlimmer werden kann. Man muss es langsam ausschleichen oder durch ein ähnliches ersetzen.

Ich will Dir nicht zu nahe treten,aber kann es sein, dass Deine Symptome psychosomatisch sind?

Menschen mit depressiver Erkrankung haben ja Angst vor allen möglichen Dingen, so auch vor schlimmen Krankheiten und hören sehr genau in ihren Körper rein.

Auch schreibst Du, dass Dir haargenau alle NWs des Medikamentes bescheinigt wurden. Auch hier will ich Dir nicht zu nahe treten, aber Du hast doch sicher die Packungsbeilage gelesen und im Internet nach dem Medikament recherchiert oder? Die Psyyche eines Menschen hat mehr Macht über den Körper, als man denken mag.

Kommentar von Nemo4092 ,

Hey und danke für deine Nachricht. Mir ist bewusst, dass ich ein Antidepressiva nicht einfach absetzen kann, werde dies morgen mit der Psychologin aber absprechen. Mich hatten die Vorfälle im November in ein Loch gezogen und ich hatte starke Panikattacken. Mittlerweile weiss ich aber damit umzugehen, eigentlich wollte ich das Medikament sowieso absetzen, ging früher auch immer ohne. Und ja, ich bin schon jemand, der sich schnell in Dinge steigert, sei es in pos. oder neg. Dingen, dass war aber schon immer so. Nur hatte ich wirklich nie körperl. Probleme und wenn, dann ignorierte ich sie. Nun habe ich aber plötzlich etwas seit rund einem Monat und es kann mir niemand eine genaue Diagnose geben und ich hasse wirklich nichts mehr als Dinge worüber ich keine Kontrolle oder genauen Bescheid weiss und wenn es um den Körper geht, dann ja, kann ich schon spinnen. Ich war mir anfangs z.B. zu 90% sicher, dass es Schilddrüse sein MUSS, weil ich von den Symptomen gelesen habe. Als dies augeschlossen wurde und mich plötzlich zusätzlich leichte Übelkeit begleitete, sah ich mich bereits unter der Erde. Also ist mir bewusst, dass wohl einiges psychisch Bedingt is, jedoch bilde ich mir die Muskelverhärtungen und andere Symptome ja nicht ein und wären die nach 2 Wochen weggegangen, hätte es mich auch nicht weiter gekümmert.

Kommentar von konstanze85 ,

Ich sage ja nicht, dass Du Dir das einbildest, sondern dass es (was Dir alle Ärzte und deren Untersuchungen bestätigt haben) keine physische Ursache dafür gibt.

Du beschreibst Dich als exakt den Typus Mensch, der sehr anfällig für psychosomatische Beschwerden sein kann.

Die Depression bietet die Grundlage, dazu kommt das Reinsteigern, Nebenwirkungen recherchieren und Eigendiagnosen stellen (wirkt schon leicht hypochondrisch), Wunsch nach Kontrolle und zusätzliche Panik, wenn Kontrollverlust droht...

Besprich das mal morgen ausführlich mit Deinem Therapeuten.

Was meinst Du, was man alles für körperliche Beschwerden haben kann, die sich sogar manifestieren, ohne dass man physisch krank ist. Die Psyche hat großen Einfluss auf den Körper.

Ich wünsche Dir gute Besserung

Kommentar von Nemo4092 ,

Vielen Dank für deine ausführlich Antwort! 

Kommentar von Nemo4092 ,

Weisst du, ehrlich gesagt ging es mir JEDES MAL (schon im Nov., als es um den IS ging), wenn ich im Internet Recherche betrieben habe, unglaublich mies. Ich habe so lange gelesen, bis ich glaubte, dass Europa in einem Jahr nicht mehr so existieren wird. Diese Gedanken brachte ich dann zum Glück aber bald wieder weg. Vorher hatte mich der Anschlag z.B. gar nicht sooo schlimm mitgenommen und dann las ich und las ich und las ich. Und nur negativ und noch mal und nochmal negativ. Genau dashelbe nun mit diesen Symptomen. Starke Schmerzen hatte ich gar nicht. Aber ich habe so lange gelesen, bis ich mich wirklich todkrank fühlte. Ich muss dieses elende Gelese lassen, dein Feedback hat gerade echt geholfen. Danke nochmals.

Kommentar von konstanze85 ,

Ich werde Dich mit einem Satz und als Laie sicher nicht therapieren können:)

Aber ich kann Dir nur sagen: Genieß das Leben in vollen Zügen und mach Dir nicht so viele Gedanken darüber, was Negatives kommen KÖNNTE.

Alt und gebrechlich und ggf. krank werden wir von ganz allein.

Das Leben hat so viel Schönes zu bieten, viel mehr Schönes als Schlechtes und darauf sollte man sich konzentrieren und dafür etwas tun.

Alles Gute:)

Kommentar von Nemo4092 ,

Ganz ernsthaft, du hast mir gerade echt geholfen!

Und weisste, es macht mich gerade glücklich, weil ich mir bewusst bin, dass ich psychisch eigentlich oftmals gar nicht schnell mitgenommen bin. AUSSER ich hole mir eine Überdosis Informationen an fast immer negativen Interneteinträgen. Sonst hatte ich wirklich NIE solche Löcher oder konnte zumindest auch ohne Antidepressiva damit umgehen. :) 

Ich werde mir jetzt selber bei gewissen Dingen ein absolutes Internetverbot auferlegen und morgen beginne ich mit Fitness (mit Fahrrad zur Arbeit) und gleich noch n Abo fürs Fitnesscenter damit ich mal Beschäftigung habe und nicht wie seit Jahren vor der Glotze bzw. Inet hange, ich hatte das eigentlich schon länger satt. :D Ich nehme mir deine Worte zu Herzen!

Antwort
von Nemo4092, 20

Hallo Ben. Alles klar. Es ging mir viel mehr darum, ob andere Leute mit der Einnahme dieses Medikaments mit ähnlichen Nebenwirkungen beschäftigt waren. Absetzungsmassnahmen etc. bespreche ich selbstverständlich mit einer Fachkraft.

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