Frage von DCKLFMBL, 134

Hat jemand Erfahrungen mit Seneca Reithalfter?

Ich habe vor dieses Reithalfter für mein Pferd zu kaufen weil ich finde das ein Gebiss Quälerei ist, wäre dieses Halfter geeignet oder muss man da was besonderes beachten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Punkgirl512, 134

Das ist ein Knotenhalfter mit Ringen.
Je nachdem finde ich es sehr rutschig. Dazu sind auch die Schnüre vom Knoti recht scharf.

Um wirklich auch gut zu gymnastizieren, braucht man präzise Einwirkung. Ich würde da grundsätzlich zu einem Kappzaum bzw. Caveson greifen oder ein Sidepull mit flachem oder runden Leder-Nasenteil.

Kommentar von sukueh ,

Mir stellt sich gerade die Frage, ob ein Knotenhalfter zum Reiten überhaupt geeignet ist ? Es heißt doch immer, man soll ein Pferd mit Knotenhalfter nicht anbinden; wie siehts denn dann mit Reiten aus ? Da hab ich doch auch unter Umständen nen ganz anderen Zug am Zügel wie mit einem Bodenarbeitsseil ? Würd mich wirklich mal interessieren ? 

Kommentar von Punkgirl512 ,

die korrekte Führung während dann wir bei einem Bosal. eine Freundin von mir, fährt damit sehr gut, aber die reitet such fast ausschließlich über den Sitz und hebt höchstens mal die Hand. bei den seitlichen Ringen kann man zwar bessere seitliche Hilfen geben, aber es wird sehr rutschig. daher zwar möglich, aber eher unvorteilhaft beim reiten mit der Variante. man braucht dafür halt schon ein gut ausgebildetes Pferd und muss grundsätzlich über den Sitz reiten. sonst endet es in ziehen und resignieren des Pferdes.

Kommentar von sukueh ,

Danke!

Kommentar von Baroque ,

Ich reite öfter mit Knoti, aber die seitlichen Ringe bringen keinerlei Einwirkungsgewinn, das Halfter verrutscht am Kopf, die Einwirkung ist dahin, für's Pferd ist das nur unverständlich. Dann eben unten in die Schlinge am Diamantknoten einhängen und wissen, dass die einzige seitliche Einwirkung eben bestenfalls über Neck-Reining vorhanden ist, jedoch nicht auf Zug. Dann probiert man's gar nicht erst.

Die Sache mit dem Anbinden ist ja, weil das Zeug nicht kaputt geht, wenn mal was passiert und da wirken dann ganz andere Kräfte als wenn einem das Tier doch mal in den in der Hand gehaltenen Zügel springt. Mehr Zug beim Reiten als am Bodenarbeitsseil ... hoffentlich nicht!

Ich selbst bin Cavecon Nutzer. Zu Bodenarbeit, nicht zum Reiten. Es braucht ein weit ausgebildetes Pferd-Reiter-Paar, damit es da nicht zum Verwerfen kommt. Wenn ich Bodenarbeit mache, wirke ich tendenziell von unterhalb der Pferdenase ein, da sollte ich oben am Nasenbein einwirken. Reite ich, wirke ich eher von oberhalt der Nase ein. Hier sollte ich mir eine Zäumung aussuchen, die unten am Kopf fasst. Das heißt, auf Cavecon reiten ist für mich eher eine Kontrolle, was alles über die anderen Hilfen geht - genau wie das Reiten mit Knotenhalfter, keine Ausbildungszäumung.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 81

Wie jeder Zaum, egal, ob gebisslos oder mit Gebiss kann auch dieses ganz schnell zur Quälerei werden. Lieber auf Trense sauber und fein geritten als am Sidepull rum gezerrt, wie ich oft sehe.

Egal, was man nutzt, man muss sich immer dessen im klaren sein, wie es wirkt, wo am Kopf das Pferd es spüren wird und wie die Zusammenhänge sind, sonst kann man es mit allem quälen. Wenn man jedoch bewusst reitet, ordentliche unmissverständliche leichte Hilfen gibt, wird jede Zäumung im richtigen Moment zum richtigen Zweck eingesetzt in Ordnung sein.

Kommentar von DCKLFMBL ,

ja ich weiß natürlich das man mit so einem teil nicht an den zügeln ziehen darf wie ein Ochse das ist klar sonst ist das ja auch Quälerei:)

Kommentar von Baroque ,

Ob eine Zäumung dem Pferd fies unangenehm wird, liegt nicht nur in der Kraft der Hilfe, sondern eben auch in der Hilfentechnik. Welche Zäumung muss ich einhändig führen, welche darf ich möglichst nicht, wie hoch oder tief führe ich für die Hilfe, die ich geben will, die Hände ... ich reite mit jeder Zäumung anders - eben darauf abgestimmt, was beim Pferd ankommt.

Und das ist es, was die Pferde quält: Hilfen zu bekommen, die sie nicht verstehen können und dann möglicherweise mit dem Bein was völlig anderes. Würden sie nicht mitspielen wollen, hätten wir keine Chance, diese großen schweren Tiere für unseren Einsatz zu verwenden. Sie wollen es richtig machen und die Menschen sind so schwer zu verstehen. Entsprechend ist vielen Pferden die Trense das angenehmste, weil ihre Menschen damit umzugehen gelernt haben, während sie mit allem anderen dasselbe machen wie mit der Trense - unpassenderweise.

Kommentar von sukueh ,

Deshalb meine Nachfrage.... Die meisten Leute reiten doch mit einer gebisslosen Zäumung auch nicht anders wie mit einem Gebiss, glauben aber, dass es durch das Fehlen des Gebisses für das Pferd angenehmer wäre... Wo bekäme man sowas auch korrekt beigebracht ? Im guten Reitunterricht bestimmt, aber die Mehrheit der Gebiss-los-Reiter die ich kenne, nehmen ja eben keinen Reitunterricht mehr, weil wirklich zügelunabhängiges Reiten anscheinend zu schwer zu lernen ist und dann probiert man lieber alleine rum. Gebisslos halt, um das arme Pferd nicht zu "quälen". 

Insofern meine Nachfrage, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man - falsch angewendet - mit solchen Zäumungen nicht auch massiven Schaden anrichten kann. Statt sich von einem Reitlehrer in solche Zäumungen einweisen zu lassen, wird im Internet nach Erfahrungen gefragt. Ohne allerdings zu berücksichtigen, dass derjenige, der gute Erfahrungen mit was-auch-immer-für Zäumungen vielleicht auf einem ganz anderen Niveau reitet wie man selbst...

Wo bleibt da der echte Nutzen für ein Pferd ? 

Kommentar von DCKLFMBL ,

bist du eigentlich gar nicht über die Anatomie und insbesondere über das Pferdemaul informiert?

die Mehrheit der gebisslosen Reiter/innen die in deinem Reitunterricht sind oder waren, kannten sich da wohl wesentlich besser aus als du!

http://www.gebisslos-reiten.de/Cavallo-Artikel-Maul-halten

Kommentar von sukueh ,

Sorry, aber die Leute, die ich teilweise gebisslos habe reiten sehen, haben den Pferdkopf ständig hinter der senkrechten gehalten, dass kann ja wohl auch nicht gesund sein ?

Dass man mit einem gebisslosen Hackamore bei entsprechend Anzug den Nasenrücken eines Pferdes durchaus auch brechen kann, ist wohl dann auch billigend in Kauf zu nehmen, Hauptsache, das Pferd hat kein Gebiss im Maul ? 

Ich bin durchaus nicht dagegen, mit einer gebisslosen Zäumung zu reiten, wenn der Reiter Ahnung von dem hat, was er da tut und wie Baroque ausgeführt hat, erfordert jede Zäumung eine andere Zügelführung. Nur weil kein Gebiss drin ist, ist es nicht automatisch gut. Das scheint mir aber durchaus ein Tenor vieler "Das Gebiss ist Böse"-Jünger zu sein, den ich echt nicht mehr abkann.

Kommentar von DCKLFMBL ,

ja das stimmt mit einer Hackamore kann man einem Pferd die Nase brechen,und ich würde meinem Pferd auch so ein teil nie antun und wer sagt ich reite jetzt ohne Gebiss der braucht auch nicht sowas 

da hast du recht das finde ich auch total blöd wenn man ein Pferd nicht mit dem Gebiss unter Kontrolle haben will aber dann so ein teil dran macht womit man ihm die Nase brechen kann!

würde ich nie tun

Antwort
von MrMo85, 94

Kommt halt drauf an was dein Pferd schon kann und wie du reitest. Ich bin immer mit hackamore oder Halsring geritten. Aber egal welches Zaumzeug du benutzen willst, es kommt immer auf eine gute Umstellung des Pferdes und deine Reitkünste an. 

Antwort
von Isildur, 51

Das ist ein aufgepimptes Knotenhalfter. Die Dinger sind mit seitlicher Einwirkung eigentlich Murks. Mit Knoti kann man dann eher in Richtung Natural HAckemore gehen, oder holt sich - wenn man denn seitliche Einwirkung möchte - ein Sidepull.

Je nachdem in wie weit dieRohhaut da vorne üverarbeitet ist, kann es auch hässliche Verletzungen auf dem Nasenrücken geben.

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