Frage von AlisaRu, 44

Hat jemand Erfahrungen mit Lahmheitsdiagnostiken?

Mein Karino läuft seit über einem Jahr in unregelmäßigen Abständen lahm bzw "eiert" einfach in der Hinterhand. Zur Zeit wieder beidseitig.

Ganz am Anfang war der Verdacht auf Borreliose weil er auch so starke Mängel an vitalstoffen hatte und die Muskeln stark abgebaut waren.

Anschließend Verdacht auf eine unausgeheilte Zerrung die immer wieder "aufgefrischt" wird unter längerer Belastung.

Vor 2 Monaten war die Physiotherapeutin da zum einrenken und seitdem lief er nur leicht unklar aber war voll belastbar.

Seit einer Woche "eiert" er wieder und heute schien es als hätte es ihm bei der Dressurarbeit ins Kreuz geschossen, jedenfalls ging er plötzlich beidseitig lahm.

Ich werde jemanden zur Lahmheitsdiagnostik und zum röntgen herholen, notfalls Klinik.

Hat jemand schon mal so eine Erfahrung gemacht?

Antwort
von beglo1705, 35

Würde dir u.a. zu einem großem Blutbild anraten, auch Borreliose oder gar Borna würde ich definitiv ausschließen lassen wollen, da besonders das Bornavirus oftmals schleichend und dann schlagartig ausbricht (wäre übrigens meldepflichtig) und das ist ein ganz furchtbares Ende. Nicht nur für das Pferd sondern auch für dich.

Wie sieht´s denn aus mit Hufrehe? Ist diesbezüglich schon mall irgend was getestet, gemacht  oder festgestellt worden?

Was sagt der TA und die Physiotherapeutin? Könnte es beginnende Arthrose sein?

Eine Zerrung oder auch eine Prellung sollte normal innerhalb 6-8Wochen ausgeheilt sein, wenn man das Pferd nicht überbeansprucht und sich an die "Regeln" hält, die der TA aufstellt.

Richtig gymnastiziert ist er und du bist auch ausbalanciert?

Kommentar von AlisaRu ,

ein Blutbild habe ich. Keine borreliose nachgewiesen. Borna hätte ich ja normalerweise gesagt bekommen vom TA, besonders da Karino in einem großen reitstall steht. Hufrehe (nur hinten?) kann ich mit meinen Pferdekenntnissen eigentlich ausschließen, das würde vom Gangbild anders aussehen. Es scheint wirklich eher aus dem Rücken, der Lendenwirbelsäule, dem Oberschenkel oder vllt dem Knie zu kommen. Also von "oben". Die Physiotherapeutin hat mehrfach ein paar Brustwirbel eingerenkt, außerdem war der Dreher stark blockiert und die Hüfte stark abgesunken auf einer Seite. Diese haben wir weitestgehend gerade gerichtet und jetzt gezielt gymnastiziert und trainiert und die Muskulatur mit Aufbaufutter unterstützt. Vorne in der Hufrolle hat er eine Knochenzyste, aber das Problem zeigt sich deutlich nur hinten. im rechten sprunggelenk hat er einen Chip. meine Theorie wäre, dass er durch den Chip jahrelang eine Schonhaltung rechts eingenommen hat, was die Hüfte rechts absinken lassen hat, aufgrund der weniger aufgebauten Muskulatur. Eigentlich schien der Chip keine Probleme zu machen aber wer weiß.

Kommentar von beglo1705 ,

Borna zeigt sich anfangs nur in Form von leicht erhöhten Leukos, der Titer wäre noch interessant dazu, weil kein TA im Normalfall da davon ausgeht. Beobachten.

Ansonsten ist´s evtl doch mal sinnvoll, ein Röntgenbild zu machen auch von der Knochenzyste vorne. Kann auch sein, dass er wegen der Zyste lahmt, weil er das Gewicht nach hinten zu verteilen versucht und somit "Kreuzschmerzen" hat, eben weil er nicht sauber v/a laufen kann.

Kommentar von AlisaRu ,

werde ich alles ansprechen sobald ich einen Termin bekomme. irgendwas stimmt jedenfalls ganz und gar nicht! vielen Dank für die kompetenten Antworten!

Kommentar von beglo1705 ,

Bitte, gern. Und alles Gute für deinen Karino und schau, dass die TÄ gründlich schauen und so viel wie möglich ausschließen können. Über ein Jahr lahm gehen muss ja eine Tortur für das Pferd sein.

Kommentar von ponyfliege ,

es sei denn, dem pferd gehts inzwischen gut und die reiterin ist schief. solls auch geben.

und - eine atypische weil nur hintere rehe - die erkennt meist nicht mal der TA, man erkennt sie nur, wenn man sie schon mal gesehen hat. hufveränderung gibts meist nicht oder nur so geringfügig, dass man sie nicht bemerkt. das gangbild ist merkwürdig und die pferde neigen zur stätigkeit.

eine weiter möglichkeit: alte vernagelung.

Kommentar von AlisaRu ,

Es ist sehr deutlich dass plötzliche (ungewollte) Überbelastung bei ihm langwierige Folgen haben. für die erste Lahmheitsphase vor über ein Jahr konnte mir bis jetzt keiner eine Begründung geben, nur die Symptome von Mangelerscheinungen etc. Als er wieder klar lief und beim Ausritt in ein Fuchsloch gestanden ist, war er wieder fast 3-4 Monate lahm. Jetzt wurde er wieder normal geritten und ist vor nicht mal 3 Wochen in einem E Springen platziert gewesen und lief fast täglich unter Aufsicht meiner Reitlehrerin Dressur. letzten Mittwoch hatte ich einen Fehler gemacht beim Anreiten eines Sprungs, so dass er verweigert hat was sonst niemals vorkommt. Danach hat er den selben Sprung nochmal verweigert. Anschließend hab ich den Sprung noch einmal richtig geritten und war fertig. Beim abtraben ist mir schon aufgefallen dass er etwas verhaltener war als sonst. Seitdem eiert er wieder mal mehr mal weniger, aber heute war er definitiv nach 20min warm reiten lahm. Ich bin sofort abgestiegen.

Kommentar von AlisaRu ,

Ich denke die vollbremsung könnte wieder was ausgelöst haben, außer er hatte schon schmerzen und wollte deshalb nicht springen. Die Wochen davor lief er aber absolut lahmfrei die normalen Springstunden und auch mein Trainer meinte, Karino sei nie auffällig schlecht gelaufen, im Gegenteil. Sogar besser als vor einem Jahr wo wir das springen nach der ersten Lahmheitsphase gelassen haben.

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