Frage von perfectpassion, 52

Hat jemand Erfahrungen mit einem dualen Studium?

Hallo, ich (11. Klasse, Gymnasium) wollte mal fragen ob jemand von euch weiß, ob ein duales Studium wirklich so hart ist wie viele sagen. Vielleicht seid ihr selbst gerade dabei oder kennt jemanden der diese Art Studium gewählt hat? Natürlich ist mir bewusst, dass es auch vom Studiengang abhängt, aber was ich so höre ist, dass man gestresst ist und viel Zeit dafür investieren muss - mehr als ins "normale". Aber da ich mehr der Praxistyp bin, bin ich an solch ein Studium sehr interessiert, aber habe Angst dass ich es vielleicht nicht schaffe.  
Würde mich über Antworten sehr freuen! Danke!

Antwort
von Hundinator1995, 25

Hey,
Ich studier auch dual und ich glaube es hängt stark von dir selbst ab, wie schwer es wird. Durch die drei Monatsblöcke und dadurch, dass Vorlesungen auf Terminen basieren, also kein regelmäßiger Stundenplan, ist die Zeit für ein Fach ziemlich knapp, um tief in theoretischen Stoff zu kommen. Fächer werden nur oberflächlich angekratzt. Das kann man gut oder schlecht finden.
Meiner Erfahrung nach mit den Terminen, war das mit den Terminen sehr schlecht, da du Fächer dann z.B. Von 9-17uhr hattest und das dreimal innerhalb von drei Monaten und mit wochenlangen Pausen dazwischen. An meiner Dhbw waren die Termine recht schlecht organisiert durch die Fakultät. Aber ich glaube je mehr Studenten an der DHBW desto besser wäre die Organisation. In unserer Informatik Fakultät mit ziemlich wenigen Studenten (glaube keine hundert die in einer theoriephase an der DHBW sind) litt mein Studiengang und andere ziemlich darunter. Aber soviel zur Qualität der Termine und der Tiefe der Inhalte während der Theorie. Die Praxisphasen können alle unterschiedlich ausfallen je nach Ambition der Firma. Ich würde dir raten, dass du ein Unternehmen mitj Ausbildungsstruktur wählst, also wo es wirklich beschrieben steht und nicht nur ne Anzeige in einem Satz ist. Oder du bist der Typ der ziemlich selbstständig sich orientieren kann und seine Aufgaben zusammensucht. Die meisten meiner Mitstudenten sagen, sie lernen nicht wirklich was in ihren Unternehmen, das waren dann meistens die kleinen Unternehmen oder Unternehmen, die nur wenige bis keine Azubis oder Studenten haben.
Für mich war das Studium ziemlich leicht und ich glaube das lag daran, dass die Dozenten und Professoren sehr beeinflussbar waren. Dozenten geben Probeklausuren und das ist dann genau die echte Klausur mit anderen Zahlen nur, sie machen sehr langsames Tempo weil Studenten es so wollen. Achso übrigens erzähle ich hauptsächlich von Wirtschaftsinformatik Consulting oder Appl Management. Und ich glaube es hängt auch sehr davon ab wie der Direktor ist, der die Dozenten einstellt. Bei uns würde jeder eingestellt, der sagte, er könne das und das. Darunter litt die Qualität der Inhalte und die Dozenten wussten nicht mal, ob wir überhaupt eine Klausur schreiben müssen, oder eine Präsentation oder eine Hausarbeit /Seminararbeit schreiben müssen. Und blablabla. Ziemlich negative Erfahrungen gehabt mit Wirtschaftsinformatik. Wenn du Wirtschaftsinformatik studierst hast du, bei uns war das so, sehr viel Freizeit, aber wenn du BWL oder Maschinenbau studierst habe ich erfahren dass du total volle Wochen hast von 8 bis 17 und teilweise 19 Uhr. Bei Wirtschaftsinformatik hast du mal so einfach jeden Montag frei und ab und an Freitag frei oder nur sehr kurze Tage.
Jetzt hab ich mit ziemlich vielen Sachen durcheinander gewürfelt, aber hoffentlich hilfts bei der Entscheidung. Wenn du praxisorientiert bist, dann such dir eine gute Firma dann wirst du auch merken, dass die Tiefe, die dir während der Theoriephasen fehlen könnte, im Unternehmen aufgefüllt wird.
Aber ich hab immer das Gefühl dass nur meine Dhbw von diesen negativen Dingen betroffen ist. *hust*lörrach*Hust*
Jedenfalls viel weniger tiefe und meiner Meinung nach wesentlich weniger komplex als ein Uni Studium.

Kommentar von Hundinator1995 ,

sorry für den langen Text, aber ich war eher enttäuscht vom Studium, wobei das eigentlich nicht so hätte sein sollen, wenn die Organisation und die Dozenten und meinE FirmEN besser gewesen wären :'D

Kommentar von Hundinator1995 ,

komme ins 5. Semester *

Antwort
von butz1510, 27

Das waren die 3 Jahre meines Lebens, die am schnellsten vorbei gingen, weil ich nur noch in 3-Monats-Abschnitten gedacht habe. Die Zeit war knallvoll gepackt mit Theorie, Lernen, Klausuren und Praxisphase. In letzterer (also im Betrieb) hat man sich dann erholt... Man muss halt schon Gas geben, aber Spaß gemacht hat's trotzdem, es gab auch Zeit für Partys und ich habe tolle Leute kennen gelernt. Und wenn ich das schaffe, schaft es jeder andere auch.

Kommentar von butz1510 ,

P.S. Durch die Praxisphasen ist man ganz nah dran am Geschehen. Das finde ich eigentlich besser als beim normalen Studium. Geld gibt's auch, was ja auch nicht so schlecht ist. Allerdings werden Uni-und FH-Absolventen dem dualen Abschluss gegenüber wohl immer ein bisschen geringschätzig bleiben. Aber da stehen wir drüber... :D

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