Frage von Darque, 134

Hat jemand Erfahrung mit Master oder Promotionsstipendien in Sozialer Arbeit?

Hat jemand Erfahrungen mit Master oder Promotionsstipendien in Sozialer Arbeit gemacht? Ich befinde mich in NRW im zweiten Semester eines Masterstudiengangs und interessiere mich sowohl für ein Masterstipendium als auch nächstes Jahr für ein Promotionsstipendium in Sozialer Arbeit. Hat damit jemand Erfahrungen gemacht, kann mir Stiftungen empfehlen? Alle Stipendien, die ich gefunden habe, gelten nur für das Bachelorstudium oder zu Beginn eines Masterstudiums. Befinde mich aber bereits im zweiten Semester.

Antwort
von susicute, 80

Hallo Darque,

ich fürchte für dein Masterstudium ist der Zug abgefahren. Sämtliche Stipendien, die zum Wintersemester 2016/17 beginnen würden befinden sich bereits in der zweiten oder dritten Auswahlrunde. Stiftungen ist an einem langfristigen Engagement ihrer Stipendiaten in der Stiftung gelegen. Nur für dein 4. Semester gibt dir keine Stiftung mehr ein Stipendium.

Da die Auswahlprozesse alle Mehrstufig sind und sich ca 6-8 Monate hinziehen, solltest du dich frühzeitig an die Recherche für dein Promotionsstipendium machen. Ein bestimmtes Stipendium kann dir niemand empfehlen, denn es kommt vor allem darauf an, dass DU persönlich gut ins Stiftungsprofil passt.

Fragen dazu habe ich schon mehrfach auf GF beantwortet. Siehe z.B. hier: https://www.gutefrage.net/frage/stipendium-welches-ist-am-besten-geeignet

Stiftungen und Stipendien findest du z.B. in der Datenbank von Stipendienlotse.

Bei konkreten Fragen helfe ich gerne weiter.

Lg Susan

Kommentar von Darque ,

Ich habe mich bereits auf vielerlei Seiten, auch über den Stipendienlotsen informiert. (Keine Treffer über den Stipendienlotsen, sowohl für Master als auch für Promotion). Deshalb wüsste ich gerne, welche Erfahrungen andere mit ihrer Promotion gemacht haben (da Soziale Arbeit immernoch kein richtiges Promotionsfach ist und nur über Umwege eine Promotion erfolgen kann).

Kommentar von susicute ,

Keine Treffer für Promotionsstependien? Dann machst du etwas grundlegend bei der Suche falsch. Aber vielleicht unterliegt du der Fehleinschätzung, dass dein Studienfach maßgeblich bei der Entscheidung für eine Stiftung ist?

In welchem Fachbereich du promovierst ist bei der Entscheidung für eine Stiftung relativ unwichtig. Auf die großen Begabtenförderungswerke gehe ich in meiner verlinkten Antwort ja ausführlich ein. Diese kommen für dich natürlich in Frage. Welche konkret, hängt nicht von deinem Fach, sondern vor allem von deiner eigenen politischen Ausrichtung, deinem ehrenamtlichen Engagement, deiner Konfessionszugehörigkeit (bei den konfessionellen Stiftungen), evtl dem Thema der Promotion etc. ab.

Kommentar von Darque ,

Das Studienfach ist natürlich neben anderen Bedingungen maßgeblich für die Stipendien. Nicht nur ehrenamtliches Engagement, politische Ausrichtung usw. natürlich kommt es auch auf das Thema und die Noten an, aber der Fachbereich ist auch maßgeblich für die Förderung. Ich kann beispielsweise keine Förderung eines technisch orientierten Stipendiums erhalten, wenn dies nicht mit meinem Studienfach übereinstimmt. Bei der Suche für das Promotionsstipendium mache ich auch nichts falsch, ausgewählt sind Promotion, Studienfach, Hochschulstandort. Selbst wenn ich einige der anderen Kategorisierungen vornehme bleibt der Treffer 0.

Kommentar von susicute ,

Bei keinem einzigen Begabtenförderungswerk ist dein Fach entscheidend. FES, KAS, Böll und Co fördern genauso Promotionen aus technische Studiengänge wie Religionswissenschaften.

Ich entscheide seid einigen Jahren mit über die Aufnahme neuer Stipendiaten und vertrete unsere eigenen Stipendiaten in verschiedenen stiftungsübergreifenden Gremien. Der Fachbereich ist aus Sicht der Stiftungen absolut nachgeordnet solange du ausreichend fachliches Wissen mitbringst, um erfolgreich in deinem Fachbereich zu promovieren. Etwas relevanter ist das eigene Dissertationsthema. Denn je nach Thema (aber unabhängig vom generellen Fachbereich) passen einzelne Stiftungen besser als andere zu einem Promotionsvorhaben.

Daher nochmal: Mache dich mit den einzelnen Stiftungsprofilen vertraut. Welche Stiftung für dich am erfolgversprechendsten ist, hängt von vielen Faktoren ab. Vor allem aber, deinem ehrenamtlichen Engagement. Denn Stiftungen wollen nicht nur Leistung fördern, sondern Menschen sich sich mit ihrem Wissen für Veränderungen stark machen.

Kommentar von Darque ,

Ich habe mich ja bereits mit den einzelnen Stiftungsprofilen vertraut gemacht. Das bei keinem einzigen Begabtenförderungswerk das Fach mitentscheidend ist, wage ich sehr zu bezweifeln und stelle ich auch in Frage, nur weil man bei einer Stiftung arbeitet, gleich von allen zu sprechen, bei denen dies nicht entscheidend ist. Frage wäre dann für mich: Welch geringe Qualität spiegelt es denn wieder, wenn Stipendien nicht nach Fach entscheiden? Immerhin habe ich mich ja bewusst für Soziale Arbeit entschieden und würde mich daher auch eher für eine Stiftung interessieren, in denen nur Sozialarbeiter*innen tätig sind und man den fachlichen Austausch auf der Professionsebene auch in der Stiftung hat. Vielleicht ist es für die Profession Sozialer Arbeit auch einfach an der Zeit eine eigene Stiftung zu gründen, um Menschen fachlich zu unterstützen, die ein Stipendium in Sozialer Arbeit anstreben. Das die meisten Stipendien politisch (parteilich, werteortient politisch) oder technisch/naturwissenschaftlich ausgerichtet sind, ist ja mehr als deutlich.

Mein ehrenamtliches Engagement zeigt sich auf sechs Seiten Lebenslauf, da denke ich die wenigsten Probleme zu haben ein Stipendium zu bekommen. Leider steht auf den meisten Stipendienseiten nicht, wie die einzelnen Kriterien bepunktet sind. Beispielsweise, wie viel nun das ehrenamtliche Engagement mehr gegenüber der Note oder dem Studienfach zählt. Das finde ich allerdings ein sehr großes Manko.

Kommentar von susicute ,

Es gibt nur 13 Begabtenförderungswerke und da diese durchaus stiftungsübergreifend zusammenarbeiten und die Auswahlprozesse sehr ähnlich aufgebaut sind, kann ich von allen sprechen. Weißt du, ich habe dir hier Hilfe angeboten, da du offensichtlich Probleme bei der Suche hast. Ich verspüre nicht den Drang dich zu überzeugen. Stiftungsinterne Tipps erhalten zu können wäre etwas von dem du profitieren würdest, du musst es aber wirklich nicht annehmen. In diesem Sinne ein schönes Wochenende und viel Erfolg bei deiner Bewerbung.

Und nein, eine Stiftung speziell für einen Fachbereich wäre wenig zielführend. Die Idee ist es Menschen interdisziplinär zu vernetzen. Als Stipendiat habe ich unglaublich von dem Fachübergreifenden Austausch profitiert. Ich habe deiner anderen Frage entnommen, dass du dich aktuell z.B. mit globalem Lernen beschäftigst. Zu diesem Thema arbeiten Menschen aus vielen Fachbereichen. Ein Austausch ist daher unglaublich gewinnbringend und verhindert, dass die Hochschulen reihenweise Fachidioten produzieren.

Fachlichen Austausch zu deiner Promotion wirst du ausreichen an deinem eigenen Institut, auf Konferenzen etc haben, wenn du promovierst. Da Promotionszeiten aber auch sehr einsame Zeiten sein können, ist es für diese Stipendiaten umso wichtiger, dass sie sich auch außerhalb ihrer eigenen fachlichen Ausrichtung mit Themen beschäftigen können, die ihnen wichtig sind.

Lg Susan

Antwort
von Darque, 61

Falls du noch etwas wissen möchtest bezüglich meiner Promotionsbewerbung, kannst du mir gerne schreiben (als Interne so wie du, hat man auch ganz andere Sichtweisen denke ich)Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich die Aussage ohne interdisziplinären Austausch werden Fachidioten produziert nicht zeitgemäß finde, da dies auch nicht stimmt. Ich wäre in meinem Bachelorstudium froh gewesen, wenn es eine Stiftung gegeben hätte, die sich zunächst nicht interdisziplinär sondern nur für die Profession Sozialer Arbeit angeboten hätte, eben weil es in Sozialer Arbeit noch nicht möglich ist direkt zu promovieren (in anderen Bereichen die interdisziplinär zusammenarbeiten hingegen schon). Beim verfolgen deiner Antwort zu meiner Frage bezüglich globales Lernen ist mir eingefallen, nach Arbeit in der außerschulischen Bildung schon oft aufgefallen, das interdizipliäre Zusammenarbeit mit einigen Berufsfeldern nicht funktioniert, da Soziale Arbeit immernoch als "minderwertig" gegenüber Lehrern, (Umwelt)Wissenschaftlern usw. abgespeist wird.

Kommentar von Butterflyblues ,

Du bist ja niedlich. Warum sollte dir denn extra jemand schreiben, wenn du derjenige bist, der Hilfe sucht? Stell doch lieber konkrete Fragen. Ich hoffe du regierst im Bewerbungsprozess um ein Stipendium nicht ähnlich auf Kritik wie hier. Sonst bist du da ganz schnell aussortiert.

Und natürlich ist ein interdisziplinärer Austausch absolut unabdingbar. Vielleicht ist es für dich schwer nachzuvollziehen, denn Soziale Arbeit ist bereits an der Schnittstelle zahlreicher Disziplinen und eben stark anwendungsorientiert. Aber spätestens, wenn du 3-5 Jahre an deiner Dissertation gearbeitet hast, wirst du wissen, was hier mit Fachidiotie gemeint war. ;)

Kommentar von Darque ,

Anhand was machen Sie ihre Ausführungen fest? Haben Sie Studien, die belegen, dass interdisziplinärer Austausch notwendig ist? Mit welchem Argument? Meiner Meinung nach werden eher Fachidioten dadurch erzeugt, das andere Berufsgruppen meinen sich in das Feld der Sozialen Arbeit einmischen zu dürfen, oder sogar vorrangig behandelt zu werden. An Hand von was machen Sie genau fest, ich würde aussortiert? Beispielsweise nutze ich die Antworten um ein maßgeschneidertes System für Sozialarbeiter*innen entwerfen zu können. Es ist ein unding, dass ich keine Förderung erhalten kann, nur weil ich bereits im zweiten Semester bin. Für mich ist klar, nach dem Master folgt die Promotion. Mir fällt halt immer mehr auf, wie wenig entgegenkommend dieses System ist. Beispielsweise war ich während meinem Studium immer schon in einem Arbeitsverhältnis (ca. 30 Stunden pro Woche) aufgrund des Umfangs des Masters, ist eine Stellenbesetzung  aber seit April nicht mehr möglich. Da sonst der Schnitt im Master zu sehr leiden würde, für eine Promotion ist die 1 vor dem Komma absolute Pflicht. Hier stellt sich natürlich mir die Frage, warum die Stipendien so unflexibel auf Notsituationen reagieren können. Ich für meinen Teil würde mir wünschen, dass eine Förderung von Büchern, ganz gleich ob es 50 oder 300 Euro im Monat sind, jederzeit möglich wäre dies zu beantragen, da das Bafögamt dies nicht decken kann / will. Hierbei spielen unterschiedliche Faktoren rein und da ich keine reichen Eltern habe, bin ich an dieser Stelle natürlich auch bereit das System zu ändern oder zu unterstützen, dass Personen, die vielleicht in die gleiche Lage kommen, trotzdem sorgenfrei studieren können.

Kommentar von susicute ,

willst du Hilfe, oder über Bildungsungleichheit diskutieren? Ersteres hättest du hier bekommen, wenn du danach gefragt hättest, statt ständig recht haben zu wollen. Für letzteres belege ein entsprechendes Seminar in deinem Studiengang.

Kommentar von Darque ,

Das hat nichts mit Rechthaben wollen zu tun, sondern das ich bei Ihren Aussagen !wissenschaftlich! fundierte Belege haben möchte. Das es keinerlei Unterstützungen in Deutschland gibt, habe ich bereits verstanden und verachte das auf Privatschulden ausgelegte System aufs Tiefste und bereue es deutlich, überhaupt noch in Deutschland zu leben. Ich weiß ja nicht welche Vorstellungen hier manche "Erfahrene" haben, aber das was ich hier teilweise lese ist nun wirklich keine Hilfe, sondern Angriffe aufs übelste. Wenn sich jemand nur ansatzweise mit Menschen auseinandersetzen würde, die am Existenzminimum studieren und gleichzeitig eine Promotion anstreben, dann würden hier viele Aussagen einfach nicht fallen. Ich finde es für dieses Land absolut beschämend, dass es selbst Studenten gibt, die dazu gezwungen werden ihr Studium abzubrechen, eben weil sie es nicht bezahlen können!

Kommentar von Darque ,

Ich habe im Bachelor neben meinem Studium 30! Stunden gearbeitet, das ist nun im Master aber selbst mit 15 oder 20 Stunden nicht mehr machbar, aufgrund des hohen Arbeitspensums für die Uni. Und ich für meinen Teil will nach dem 4. Semester in Regelstudienzeit fertig sein. Und es gibt bei weitem mehr Studierende, die hier in Deutschland (nicht überall) unter den finanziell schlimmsten Bedingungen leben müssen. Da werde ich einfach sauer, eben weil es außer Schuldenproduktion keine Alternativen gibt. Das kotzt mich an. Nicht jeder hat ein vollbezahlendes Elternhaus, nicht jeder hat Anrecht auf Bafög (ich schätze mich mit meinen 360 Euro glücklich von denen ich zur Zeit Leben muss) und hinzu kommt auch noch die Zahlung der Krankenversicherung da über 25! Ich weiß echt nicht mehr, warum sich Menschen so schwer in andere hineinversetzen können, das macht mich traurig! Mein Ziel ist es deshalb, Menschen, die in die gleiche Situation durch das Studium kommen, finanziell unterstützen zu können, da es der Staat versäumt. Ich könnte einfach platzen vor Wut, dafür hat natürlich NIEMAND Verständnis, weil wir in einem Land leben, indem der Nächste einem scheißegal ist, wenn man nicht Verwandt oder befreundet ist!!!

Antwort
von danny2, 6

im Masterbereich gibts fast ausschließlich nur DAAD Stipendien (https://www.daad.de/de/)

Antwort
von drrudolfschmitt, 58

Die Vorrednerin Susan hat in dieser Mail und im Verlauf schon sehr viele hilfreiche Links gegeben, so dass da nicht so viel zu ergänzen ist, nur für die Recherche zu Stipendien zu Promotion verweise ich auf https://f-s.hszg.de/personen/rudolf-schmitt/promotion-nach-fh-abschluss.html und die Broschüre zur Promotion nach FH-Abschluss in Sozialer Arbeit auf der Seite und das facebook-Forum zur Promotion in Sozialer Arbeit (ebd. verlinkt). Wie Susan schon sagte: Das Stipendium sollte sehr zeitig recherchiert und beantragt werden, was bei einer Promotion allerdings nicht einfach ist, da dort zu den Bewerbungsunterlagen ein überzeugendes Exposé gehört.

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