Hat jemand Erfahrung mit Klage auf Schmerzensgeld und Schadenersatz?

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2 Antworten

Auch wenn ich Verständnis für Deine Position aufbringe, sollte auch für Dich erkennbar sein, wie problematisch es wäre, hier zivilrechtlich Ansprüche geltend zu machen. Gerade bei psychischen Erkrankungen wird es zu einem Gutachterstreit werden, wobei davon auszugehen ist, daß Du nicht wirst nachweisen können, daß es direkt mit einem Vorgehen der Kinder zusammenhängt, welches die Wahrnehmung ihrer berechtigten Interessen überstiege.

Was wäre hier zu beachten?

  • Die Kinder sind Teil der Erbengemeinschaft und ihnen stehen dadurch auch Rechte zu, auch hinsichtlich der Frage, ob ein bestehendes Testament z.B. unwirksam wäre. Hier kommt es auf die konkreten Handlungen an und ob diese die Wahrnehmung unberechtigter Interessen darstellten und / oder rechtswidrig ausgeübt wurden. Hier ist die Grenze fließend und die Beweisführung wäre äußerst delikat.
  • Psychische Störungen können prädisponiert gewesen sein, hinzu käme der Tod des Ehemanns als belastendes Moment, hier das Verhalten/Handeln der Kinder als ursächlich zu beweisen ist schon in der zu fordernden Eindeutigkeit bei Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche als nahezu unmöglich anzusehen.
  • Gutachterverfahren sind teuer, zumal es bei der abzuleitenden Höhe des Streitwerts beim Landgericht als erste Instanz starten dürfte, also schon in der ersten Inmstanz hohe Kosten zu erwarten stehen. Nicht selten geht sowas über mehrere Instanzen und entwickelt sich zu einem Faß ohne Boden. Gerade bei den beschriebenen psychischen Störungen könnte dies zudem gesundheitlich äußerst kontraproduktiv wirken.
  • Da Du auf ein einer Plattform wie dieser nachfragst, ist anzunehmen, daß keine Rechtsschutzversicherung vorliegt. Dann aber wäre es ein Wagnis höchsten Grades auf finanzieller Ebene, hier eine Klage ins Auge zu fassen.

In der Summe bedarf es so vieler Details, um hier überhaupt sagen zu können, ob es überhaupt Sinn machte, eine Klage zu erwägen, daß hier allemal ein Erstgespräch mit einem Anwalt erfolgen sollte. Dieses Portal ist dafür keine geeignete Adresse.


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Kommentar von Userin99
12.08.2016, 13:42

Vielen Dank für die vielen Infos der ausführlichen Antwort. Es kam nicht unmittelbar nach dem Tod meines Mannes. Er hatte einen Tumor und nicht mehr lange zu leben. Ich habe ihn bis zum Schluss gepflegt. Mit dem Tod hatte ich mich auseinander gesetzt. Der Horror kam erst später. Bis dahin ging es mir nicht gut, ich war aber nicht psychisch krank. Der schwere Nervenzusammenbruch kam erst durch den plötzlichen Krieg gegen mich. Es ist nicht so, dass die Kinder kein Geld bekommen haben. Es war sogar mehr, als ihnen zustand, und das ist ja das traurige: sie wollen mehr, mehr, mehr. Aber mehr habe ich nicht. :( Schade, dass es oft so ist, dass aus Freundschaft Hass wird. Aber vielen Dank, Du hast mir sehr geholfen. 

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Die Kinder müsste "schuldig" gesprochen sein bezüglich der Straftat der Körperverletzung bzw. sich schuldig bekennen.....

Dazu müsstest du nachweisen können, dass deine Erkrankung tatsächlich von den "habgierigen Kindern" verursacht wurde und nicht durch den Tod des Ehemannes ausgelöst wurde bzw. du nicht in irgendeiner Weise bereits vorher schon "labil" oder in irgendeiner Weise "vorbelastet" warst.....

Das dürfte äußerst schwer sein.....

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Kommentar von Userin99
12.08.2016, 13:44

Hab ganz lieben Dank für Deinen Tipp. Der Tod meines Mannes hat mich nicht aus der Bahn geworfen, denn er hatte einen Tumor. Mit dem Tod konnte ich mich monatelang auseinander setzen. Ich habe meinen Mann bis zuletzt begleitet. Der ganze Stress kam erst weit nach der Beerdigung. Ja aus Freundschaft wird leider oft Hass. Es ist nicht so, dass die Stiefkinder kein Geld bekommen haben. Sie erhielten sogar mehr, als ihnen zustand, weil ich zu gutmütig bin. (oder besser gesagt dämlich bin). Aber habgierig wie die sind, was ich nicht wusste, sie wollen mehr, mehr, mehr…. traurig, aber wahr.

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