Frage von Crangelos, 254

Hat jemand Erfahrung mit einem Magenballon oder einem Magenband?

Hi zusammen,
ihr könnt oben meine Frage entnehmen. Vielleicht hat von euch ja jemand Erfahrung gemacht. Meine Freundin möchte sich gerne einen setzen lassen, weil sie es nicht anders schafft, meint sie. Ich bin halt dagegen.
Mögliche Antworten zu euren Fragen:
-Ja, sie ist Übergewichtig. 166cm und 145kg schwer
-Ja, sie hat schon viele Diäten hinter sich.
-Ja, sie hat auch schon an einem Adipositasprogramm mitgemacht.
-Ernährung und Sport waren/sind auch dabei. Allerdings hält sie es nicht gerade lange durch. Sie hatte schon 20 kg abgenommen. Wurde dann aber rückfällig, weil auf der Arbeit nur bestellt wurde und nun hat sie das doppelte wieder drauf.

Danke im Voraus.
Gruß - Crangelos

Antwort
von putzfee1, 251

Die Magenballon-Therapie ist eine unterstützende Maßnahme zur Ernährungsumstellung. Sehr motivierte Patienten können fünfzehn bis dreißig Kilo abnehmen. Ohne konsequente Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten führt der Magenballon allerdings nicht zur Gewichtsreduktion. Auch zur schnellen Gewichtsabnahme eignet sich diese Therapie nicht, da sie nach der Entfernung des Ballons einen Jo-Jo-Effekt begünstigt, der Patient also schnell wieder Gewicht zulegen kann.

Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/Magenballon

Kommt also schon mal nicht in Frage.

Kommentar von putzfee1 ,

Die Voraussetzung für ein Magenband ist erstens, dass der Patient unter schwerem Übergewicht leidet, das der Arzt als „krankhaft“ einstuft. Dazu zählen ein Body-Mass-Index (BMI) von über 40 oder ein BMI von über 35 mit bereits vorliegenden Gesundheitsschäden durch das Übergewicht. (Der Body-Mass-Index ist eine Maßzahl für das Körpergewicht in Bezug zur Körpergröße, hier können Sie ihn berechnen.)

Als zweite Voraussetzung sollen alle Behandlungsmaßnahmen zur Gewichtsreduktion ausgeschöpft sein, bei denen keine Operation nötig ist. [ ]

Für das Abnehmen mit dem Magenband ist aber der Einsatz des Patienten gefragt: Ohne dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist kaum ein Gewichtsverlust erzielbar. Beispielsweise sollte der Patient weitgehend den Konsum von Süßigkeiten oder hochkalorischen Getränken vermeiden. Denn sowohl die Getränke als auch zum Beispiel Schokolade können die Engstelle leicht passieren, wodurch kein Sättigungsgefühl ausgelöst wird.

Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/Magenband

Fazit: das Einzige, was deiner Freundin wirklich hilft, ist Durchhaltevermögen. Ohne das hilft ihr weder ein Magenband noch ein Magenballon.

Antwort
von Lauterbello, 224

Bei so hohem Übergewicht wird ein Ballon nicht mehr in Frage kommen, da dieser nur begrenzte Zeit verbleiben kann und dann wieder alles wird wie vorher. Daher frage ich mich, ob sie sich überhaupt in einem Adipositaszentrum einer Klinik beraten lassen hat. Dort würden ihr die Ärzte zu einer passenden Maßnahme raten und wenn sie sich dort nicht gut aufgehoben oder gedrüngt fühlt, sollte sie ruhig nochmal in eine andere Klinik gehen. Je nach Bundesland und Krankenkasse ist so eine Gehnehmigung nicht einfach zu erhalten, da muss sie ihre bisherigen Maßnahmen und meistens ein multimodales Konzept (Diät - Sport - psychologische Betreuung) nachweisen können.

Ich weiß jetzt ja nicht wie alt sie ist, aber viele Patienten in diesem sehr hohem Gewichtsbereich schaffen keine dauerhafte Abnahme, im Gegenteil, mit jedem Versuch der Abnahme bescheren sie sich ein paar Kilogramm mehr. So eine Op (sei es nun Magenband, Schlauchmagen, Bypass und was es noch alles gibt) ist für einige Patienten tatsächlich die letzte Möglichkeit und macht durchaus Sinn, denn zu hohes Übergewicht schadet auf Dauer extrem der Gesundheit (Diabetis, Gelenke, Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Schlaganfall....). Für sehr viele Krankheiten ist durch massives Übergewicht das Risiko einer Erkrankung wesentlich erhöht.

Wenn du das Beste für deine Freundin willst, solltest du sie auf diesem Weg unterstützen und ihr Halt geben. Hilft ihr sich zu informieren (vor allem auch über die Risiken) dabei können z.B.  Internetforen hilfreich sein, wo viele Betroffene unterwegs sind. (Adipositas24 beispielsweise). Letztlich muss sie  das Risiko mit dem Übergewicht und Folgeerkrankungen zu leben, mit dem Risiko einer Op abwägen.

Die psychische Komponente ist nicht zu unterschätzen (auch mit Op steigt die Selbstmordrate). Allerdings eines ist Gewiss, welche Op auch immer ist keine Lösung, bei der sich Schlankheit von selbst einstellt. Eine Op ist allenfalls ein Hilfsmittel, denn wer nicht bereit dazu ist, schafft es auch mit Op ein hohes Gewicht zu halten. Man muss das sehen wie jede andere Sucht (und das ist eine Sucht). Der Patient wird sein Leben lang mitarbeiten müssen, eine Op ist eine Hilfe (Unterstützung, Krücke.....), funktioniert aber auch nur, wenn der Patient kräftig mitarbeitet.

Kommentar von Lauterbello ,

Eines habe ich noch vergessen. Sie sollte sich einer Selbsthilfegruppe anschließen. Die Kliniken mit Adipositasabteilung haben in der Regel solche Gruppen und verlangen (viele Klinken jedenfalls) vor eine OP sowieso die Teilnahme. Einen Nachweis der Teilnahme verlangen auch manche Krankenkassen vor eine OP-Genehmigung.

Es macht auch Sinn aus erster Hand Erfahrungen, sei es positiver oder negativer Art mitzubekommen. Dabei kannst du sie normalerweise auch gerne begleiten.

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