Hat jemand Erfahrung in diesem Bereich oder nicht?

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2 Antworten

Hi,

ich habe gute 8 Jahre in der Sicherheitsbranche hinter mir und möchte den Job heute nicht mehr machen. Die Zeit möchte ich andererseits aber auch nicht missen. Ich habe sehr viele interessante Dinge tun und erleben dürfen, sowohl die absoluten gesellschaftlichen Schattenseiten (Obdachlose, Junkeys etc.) als auch die krassen Gegensätze (Millionärsvillen, Promis etc.) gesehen und konnte ganz viele Betriebe von innen kennenlernen, wo ich sonst niemals einen Einblick bekommen hätte
Die Branche hat den immensen Nachteil, dass es viele schwarze Schafe gibt, die sich nicht an die Allgemeinverbindlichkeit der Tariflöhne halten und/oder das Personal in anderer Hinsicht wirklich ausbeuten/ausnutzen. 

Selbst in Unternehmen, in denen das funktioniert wird tarifbedingt nicht nach Qualifikation sondern nach Art der Tätigkeit bezahlt, sodass die FK SchuSi als Ausbildungsberuf zwar grundsätzlich ein sehr interessantes und vielseitiges Berufsfeld eröffnet, in letzter Konsequenz aber als dauerhaftes Tätigkeitsgebiet langfristig sicherlich eine Herausforderung darstellt (Stichwort extrem viel arbeiten, Bezahlung eher mau, weil einsatz- und nicht qualifikationsabhängig). Ich habe damals nur meine Sachkundeprüfung gemacht, weil ich mir gesagt habe "3 Jahre Ausbildung um am Ende das gleiche zu verdienen wie der 34a-Sachkundige ist mir zu viel Investition bei zu geringem Ertrag". 

Ein weiteres Problem ist in meinen Augen die sehr einseitige Ausrichtung des Berufsbildes auf genau eine Branche. Außerhalb des Bewachungsgewerbes ist die Berufsausbildung eher schlecht bis gar nicht einsetzbar, sodass du dich mit der Ausbildung, im Übrigen genau so wie die ganzen Azubis in der Justiz und öffentlichen Verwaltung extrem auf ein Tätigkeitsfeld fixierst und - falls du das Feld mal wechseln willst oder musst immer irgendwas anderes lernen musst (Stichwort Umschulung) und daher ziemlich bei null anfängst. Denk hierbei mal an das Risiko, dass mit dem Beruf einhergeht (Verletzungen, nachtarbeitsbedingte Probleme) und die daraus resultierende Warscheinlichkeit irgendwann gesundheitsbedingt nicht mehr zu können. Was ist dann? 

Gründlich überlegen ist sicherlich bei dem Berufswunsch wichtig, gut und richtig. Wenn du das trotzdem tun willst ... Respekt vor der Entscheidung. Freue dich auf ein interessantes, aber auch nicht immer gut entlohntes, hartes und anstrengendes Berufsleben und sorge auf jeden Fall für eine Alternative falls es irgendwann nicht mehr gehen sollte (BU-Versicherung ist in dem Job zwar teuer und mit dem Lohn nicht immer einfach zu bezahlen, aber ein absolutes Muss).

Liebe Grüße,

Matze

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Am 14.05. hast du noch geschrieben, daß du die Ausbildung bereits angetreten hast:

möchte den Beruf bis zur Rente machen der macht mir spaß

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