Frage von vimasi, 56

Hat jemand eine Erklärung wie das sein kann, dass die Erdachse immer auf den Polarstern zeigt, auch wenn die Erde um die Sonne kreist in einem Jahr?

Antwort
von Horus737, 5

Die Erde rotiert zwar um die Sonne, aber die Erdachse hat immer die gleiche Neigung zur Rotationsebene. Die Richtung der Erdachse zeigt dabei immer grob in Richtung des Polarsterns. wegen der riesigen Entfernung schaut es für uns aus , als ob der Polarstern immer auf der gleichen Stelle stehen würde.

Z.B. Du stehst auf einer großen Ebene und schaust auf einen fernen Kirchturm. Auch wenn du ein paar Schritte rechts oder links gehst, wird der Kirchturm immer in der selben Richtung stehen.

Antwort
von tose25, 13

Es stimmt doch gar nicht, dass die Erdachse immer auf den Polarstern zeigt. Die Erdachse macht relativ gesehen zur Sonne eine Art Kreiselbewegung, nennt sich Präzession. Wenn du z.B. einen Kreisel ganz schnell drehst, zeigt dessen Spitze immer annähert in die gleiche Richtung nach oben. Dreht sich der Kreisel aber langsamer, siehst du, dass die Spitze eine Kreisbewegung durchläuft, wenn auch sehr schnell. Im Falle der Erde sollte das aber nicht mit der Umkreisung der Sonne verwechselt werden, denn während dieser ändert sich die Richtung der Erdachse relativ zur Sonne nicht großartig! Die Erde benötigt für diese Art Kreiselbewegung 26000 Jahre. In 2000 Jahren zeigt die Erdachse z.B. nicht mehr in nördlicher Richtung auf den Polarstern sondern auf Gamma Cephei. Das menschliche Leben ist aber selber zu kurz, um diese Veränderungen persönlich erleben zu können.

Antwort
von GrobGeschaetzt, 19

Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse und wird damit zu einem Kreisel. Kreisel sind enorm stabil gegen äußere Kräfte. Das kennst du von einem Spielzeugkreisel, der auf der Spitze stehen bleibt, obwohl ihn die Schwerkraft eigentlich umkippen müsste ... was ja auch sofort passiert, wenn er nicht mehr kreiselt. Diese Stabilität von Kreiseln macht man sich ja auch z.B. in Trägheitsnavigationssystemen von Flugzeugen zu Nutze.

Deswegen zeigt die Erdachse immer in die gleiche Richtung während eines Umlaufs um die Sonne. Aber auch das stimmt nicht ganz: Innerhalb von etwa 26000 Jahren rotiert auch die Erdachse (genannt Präzession). Das ist auch der Grund warum heute die astronomischen Sternbilder nicht mehr mit den astrologischen Sternzeichen übereinstimmen. Und wenn du in ein paar Tausend Jahren in den Nachthimmel schaust, wird die Erdachse auch nicht mehr genau Richtung Polarstern stehen.


Antwort
von elagtric, 36

Naja, das hat sich bei der Entstehung des Sonnensystems einfach so ergeben. Hätte auch anders kommen können. Zum Beispiel Erdachse immer Richtung Sonne usw.

Fast alle Planeten haben eine gewisse Neigung relativ zur Umlaufbahn.

Der (Erd)Mond mit seiner immer der Erde zugewanden Seite und der Uranus sind da eher die Ausnahme im Sonnensystem.

Kommentar von vimasi ,

Halo

Danke für Deine Antwort, aber du hast meine Frage nicht ganz richtig verstanden. Wenn die Erde um die Sonne kreist und die Sonne um das Zentrum der Galaxy oder Zentrum des Schwarzen Loch kreist, müssten wir doch immer einen anderen Himmelsabschnitt sehen, es ist doch gar nicht möglich, dass wir immer den gleichen Himmelsabschnitt sehen während eines Jahres, da sich die Position der Erde beim Umkreisen der Sonne verändert.

Kommentar von Roderic ,

Vimasi: Ich glaube, dein Problem ist, daß du keine richtige Vorstellung davon hast, wie...

weit weg...

der Polarstern und überhaupt alle Sterne von der Erde sind.

Kommentar von tose25 ,

Nein. Das ginge nur wenn "wir" lange genug leben würden. Der Abstand Erde-Sonne ist zu klein, um aufgrund dieser Umkreisung Verschiebungen im Fixsternhimmel erkennen zu können. Die Umkreisung der Sonne um das Zentrum der Milchstraße (Sagittarius A) dauert 225 Millionen Jahre. Seit der Entstehung unseres Sonnensystems gab es bislang erst 20 solcher Umdrehungen. Während einer solchen Umdrehung ändern sich die scheinbaren Positionen der der Sterne am Fixsternhimmel durchaus schon. Wenn du es schaffst, 100 000 Jahre zu warten, wirst du sicher im Vergleich zu heute deutliche Veränderungen am Himmel bemerken können.

Kommentar von tose25 ,

Für eine Simulation kannst du dir mal das Programm Stellarium angucken und dort als Jahr 15 000 angeben. Da wirst du dann schon ein wenig verschobene Sternbilder erkennen (z.B. ist Kassiopeia dann kein richtiges "W" mehr). Im Jahr 50 000 sind die Verschiebungen dann noch stärker.

Antwort
von PeterSchu, 21

Der Abstand zwischen Erde und Sonne ist nur ein winziger Bruchteil des Abstandes zwischen der Erde und anderen Sternen. Daher ändert sich unser Blickwinkel auf weit entfernte Sterne nur um winzige Bruchteile, die wir mit dem Auge nicht feststellen können.

Antwort
von elagtric, 19

Eigentlich dürften wir trotzdem immer nur die selben Sterne sehen. Aufgrund der riesigen Entfernungen dürfte unsere Rotation um die Sonne vernachlässigbar sein. Beobachtungstechnisch quasi fast der selbe Standort.

Stell Dich im Zentrum eines bemalten Luftballons (für uns gerade noch sichtbarer Himmelshorizont)  vor und drehe Dich um welche Achse auch immer. Lässt Du das Zentrum nun eiern, siehst Du deswegen auch immer nur das gleiche.

Und die Rotation der Sonne, in irgendeinem Spiralarm unserer Galaxie um das Zentrum ist dermassen riesig, fürs Auge nicht wahrnehmbar. Wir können quasi garnichts anderes als immer das gleiche sehen, da die Entfernungen einfach zu riesig sind.

Vielleicht findet sich ja noch eine wissenschaftlichere Erklärung.

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