Hat jemand ein paar Übungen oder Tipps wie ich mein Pferd ausbalancierter und konzentrierter wird?

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6 Antworten

Das kenn ich zu gut ;) habe meine auch erst seit 6 Wochen und sie zeigt ähnliche Problematiken: kaum Balance, wenig Kraft (wenig Tragkraft, Schubkraft ist zur Genüge da), kaum Koordination und wenig Aufmerksamkeit was die Beine angeht. 

Wie longierst du denn? Bitte mit Kappzaum :) Und zwar nur mit Kappzaum, ohne jegliche Ausbinder. Ist der mühseligere Weg und es mag nicht sofort schön aussehen, aber es ist der richtige. Runterbinden damit es schön aussieht hilft keinem außer den Laien an der Bande. Mit Ausbindern kann sich das Pferd auch nicht biegen, das wäre kontraproduktiv. 

Bei meiner longiere ich im langsamen Tempo (Schritt und am schluss auch Trab) eher auf dem kleinen Zirkel. Das klingt kontraproduktiv, aber bei uns hilft es sehr. Ich habe eine wesentlich bessere Verbindung zu ihr und kann genauer und schneller auf sie einwirken. Ich longiere meist mit Gerte weil mir die Peitsche auf Dauer zu schwer ist. Auf dem kleinen Zirkel (Durchmesser 10m) kann ich sie sofort korrigieren (weiter raus, mehr biegen, Schulter weg usw.). Es fällt ihr irgendwie auch leichter auf dem kleinen Radius. Allerdings machen wir das wirklich nur im langsamen und gesetzten Tempo, also im Schritt oder am Ende wenn sie im Trab langsamer und lockerer wird. 

Wenn das Pferd so wenig Balance zeigt und schnell über Tempo kommt um sich so auszubalancieren würde ich das galoppieren am Platz vorübergehend unterlassen. Mach das im Gelände auf der geraden Strecke, da machst du weniger kaputt. Mittlerweile kann meine auf dem großen Zirkel (Durchmesser 16m) gut traben mit Reiter, also darf sie an der Longe galoppieren. Viele sehen das alles als selbstverständlich, ordentlich ausgeführt ist das aber alles andere als selbstverständlich. 

Mit Reiter würde ich am Platz langsam tun. Kein Galopp mit Reiter wenn er an der Longe noch nicht ruhig und gesetzt funktioniert. Dein Gewicht bringt das Pferd zusätzlich ins Schwanken, es muss erst sich selbst balancieren können bevor man zusätzlich drauf packt. Im Trab ganze Bahn und Zirkel, auf irgendwelche kleinen volten würde ich es nicht zwingen. Einfache Schlangenlinie ok, doppelte oder dreifache nur im Schritt. Langsam vortasten. Im Gelände sieht es anders aus, da kannst du alle 3 GGA gehen. Fetzen lassen bringt zwar nichts zum Muskelaufbau aber für die Psyche. Meine braucht das einmal die Woche, sonst merke ich dass sie innerlich knirschig wird. 

Im Gelände ruhig mal mehr abfragen. Ich mache derzeit mehr Dressur im Gelände als am Platz. Dadurch, dass nicht alle Nase lang eine Ecke kommt hat man mehr Platz und das Pferd kann sich öfter ausbalancieren. Auf breiten Wegen ruhig mal Schenkelweichen machen, oder auf Kreuzungen in der Mitte eine Vorhandwendung. Slalom um die Bäume ist super! Baumstämme, Zweige und wurzelige Wege sind super wenn das Pferd mal gucken muss wo es hinläuft. 

Ansonsten kann ich dir Stangentraining ans Herz legen. Meine findet das total doof weil sie da nicht drüberrauschen kann und die Beine anheben muss, aber es wird ;) Vor ein paar Tagen haben wir mit Trabstangen auf dem Zirkel gearbeitet. D.h. die Stangen werden auf die gebogene Zirkellinie gelegt (bei uns 5 Fuß abstand dazwischen für Schritt und Trab), erstmal flach auf den Boden. Nach dem lockeren Warmlaufen ohne Stangen habe ich auf jeder Hand 2x im Schritt drübergehen lassen und 3x im Trab. Falls du zur IKEA kommst, ich kann dir die Babytöpchen "Lilla" empfehlen, kosten 2,50€ pro Stück. Kauf dir vier, besser noch 6 oder 8 Stück davon :) In der 2. Runde habe ich die Stangen alle auf der äußeren Seite erhöht, in der 3. gab es Kreuzsalat (1. Stange rechts hochgelegt, 2. Stange links hochgelegt, 3. Stange rechts oben und 4. Stange links oben). Als letzte und 4. Runde gabs dann Chaosstangen, 1. Stange rechts hoch, 2. Stange links hoch, 3. Stange flach am Boden und die 4. Stange auf beiden Seiten hoch (10cm über dem Boden). Das ist alles nicht hoch, aber das Pferd muss genau hinschauen wie und wo die Stangen liegen und wie es gehen muss. Mit Stangen (und Töpfchen :D) kann man jedemange Übungen machen die gut für Balance, Konzentration, Trittsicherheit und Kraft sind. 

Wenn du Facebook hast und Lust hast kannst du dem Tagebuch meiner Stute folgen. Vllt sind ja immer mal ein paar interessante Sachen für dich dabei (da wir am selben arbeiten müssen) und du kannst dir was abkupfern. Und du könntest so gucken was andere machen. Das hilft mir auch immer sehr ;) Die Seite heißt "Chilaili - weiße Pferde fliegen schneller" 

Ansonsten heißt es Geduld und Spucke haben und langsam arbeiten. Nicht zu viel erwarten, Kraft, Balance und Konzentration beim Reiten sind nicht selbstverständlich und müssen geübt und geschult werden. Meine ist auch schon lange unter dem Sattel, allerdings stand sie beim Vorbesitzer 3 Monate nur rum und in dieser Zeit hat sie so ziemlich alles an Tragkraft, Balance usw verloren. Das wieder aufzubauen braucht Zeit. 

Viel erfolg! 

Noch ein Tipp: Lass mal einen Osteopathen/Physio draufschauen. Evtl auch einen Chiropraktiker. Wenn es irgendwo hakt (Wirbelsäule, Gelenke, Beine, usw.) dann kann es sein dass dein Pferd gewisse Bewegungen nicht machen kann oder will weil es weh tut. Dann wirst du mit bestimmten Sachen immer Probleme haben und damit kämpfen, aber ohne dass die Ursache behoben ist kommst du nicht weiter. Bei einem neuen Pferd alles mal durchchecken zu lassen (Zähne, Hufe, Physio/Osteo/Chiro), Sattler) ist kein Luxus und kann sehr vieles aufdecken, woran man sonst Jahre zipfelt. 

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1)Wie andere schon erwähnten, würde auch ich sehr viel Schritt reiten; um die Konzentration zu erhalten den Zügel und das Schrittmaß immer wieder verändern. Dadurch ist auch die Belastung für die Muskulatur variabler, so dass das Pferd nicht antraben muss, um mal andere Muskeln zu strecken.

2)Stangenarbeit.

3)Schenkelweichen und, falls möglich, Seitengänge. Aber ganz wichtig: richtig machen! Lieber wenig als falsch; auf keinen Fall zu stark abstellen oder gar den Hals vom Widerrist her abknicken lassen.

4) Gelände, falls vorhanden. Auf einer abschüssigen Wiese Zirkel reiten

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hier noch die Stangenkombis mit Töpfchen ;) dann weiß man vllt eher was ich meine ... 

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wie longierst du denn? und ist das pferd gesund? rücken , beine usw gecheckt? ausrüstung passt?

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Zur Muskulatur der Hinterhand : schneller Schritt
Stangenarbeit und wenn sie sehr unkonzentriert wird aufhören etwas zu machen
Abwechslung und öfter neue Sachen, damit sie neugierig wird
Ich hoffe ich konnte dir helfen viel Spaß ;)

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Kommentar von Schneemobil123
25.03.2016, 19:48

Danke für diese Idee. Was kann ich tun um das sie im schnellen Schritt bleibt und nicht ständig antrabt und wieder das Gleichgewicht verliert?

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Kommentar von rosa441236701
25.03.2016, 20:02

Ich hab das bei meiner Stute erst vom Boden gemacht. Ich hab einen spaziergang gemacht und gleich angefangen schnell zu gehen und dann bin ich bei dem Tempo geblieben und sie ist eig. nicht angetrabt wenn doch hab ich sie einfach durchpariert und hab das schrittempo dann wieder gesteigert

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Wie longierst du? Mit welcher Ausrüstung?

Machst du Bodenarbeit? Wenn ja, was? 

Wann war der manuelle Therapeut zuletzt da? 

Wann der Zahnarzt? 

Wann der Sattler? 

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Kommentar von Schneemobil123
26.03.2016, 12:18

Ich longiere auf dem Reitplatz und manchmal auf dem RoundPen. Ich benutze immer einen Kappzaum, eine Longierpeitsche und eine Longe. Ich mache 2xMal die Woche 15-30min Bodenarbeit mit verschiedensten Übungen wie Stangen, Schulterherein, Trail-Hindernisse etc. Der Zahnarzt war im November das letzte Mal da und der Sattler im Januar.

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