Frage von CauseImBored, 180

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir vielleicht helfen?

Jedes mal wenn ich mit religiösen Leuten diskutiere und dann Fakten bringe, kommen immer nur Antworten wie "Ok lassen wir das lieber" oder "Dann lebe doch weiter in deiner langweiligen Welt" oder "Nein das ist Unsinn" 10 Sekunden schweigen in denen ich warte ob noch ein Begründung kommt, aber es kommt keine usw. Habt ihr damit Erfahrungen gemacht und was soll ich tun, wenn jemand das macht ? Jedes mal wenn ich etwas sage blockt er das ab und fängt dann eine neue Sache an, da bringe ich wieder ein Argument und er block es wieder ab. Am Ende der Diskussion sagt er dann, dass es keinen Sinn hätte, weil ich zu dumm wäre.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 35

An dieser Stelle spreche ich einfach mal von meiner Sichtweise und Haltung

Ich bin sowohl ein religiöser, als auch selbstständig denkender Mensch und führe keine Diskussionen, deren einziges Ziel darin besteht, den Gesprächspartner von der eigenen Meinung zu überzeugen.

Für mich ist eine Diskussion ein Austausch verschiedener Sichtweisen, die gleichberechtigt behandelt werden und kein intellektueller Wettbewerb, wer die besseren, rationalen Argumente hat.

Gibt es keine gemeinsame Grundlage und gegenseitigen Respekt, ist die Diskussion aus meiner Sicht tatsächlich sinnlos.

Rationale Diskussion

Wenn es um Religion geht, kann man auf vielen verschiedenen Ebenen sprechen - über die historische Entwicklung, welchen Wechselwirkung zwischen Religion und Kultur bestehen, oder über Gemeinsamkeiten und interreligiösen Dialog, um nur einige zu nennen.

Ende der Rationalität

Früher oder später gibt es aber einen Punkt, an dem es um den "Glauben",  also religiöse Ansichten geht, die nicht rational zu erklären sind.

Man kann etwa mit einem Christen möglicherweise sogar sehr kritisch über die angebliche Lebensgeschichte Jesu rational reden. Dann kommt aber der Punkt, an dem er sagt "Jesus ist Gottes Sohn".

Dieser Punkt ist logisch nicht zu belegen und alle seine Argumente werden sich auf die Bibel beziehen. An diesem Moment gibt es keine gemeinsame Gesprächsgrundlage mehr und es ist vermutlich besser, das Thema zu wechseln.

Meine Haltung

Ich persönlich mache in der Regel gleich klar, dass ich sowohl an religiöser "Missionierung" als auch an rationaler "Aufklärung" kein Interesse habe, sondern mich einfach austauschen möchte.

Wer das nicht akzeptiert und sich möglicherweise abfällig äußert, der braucht nicht damit zu rechnen, dass ich weiter mit ihm rede. Beleidigungen sind grundsätzlich indiskutabel für mich.

Das mag vielleicht herablassend klingen, aber von einem Vertreter an der Haustür lasse ich mir schließlich auch keinen neuen Staubsauger aufschwatzen, wenn ich mit meinem alten zufrieden bin.

Neue Besen kehren gut - alte haben sich bewährt. ;-)

Antwort
von Ellen9, 70

Meinungen miteinander austauschen kann man vermutlich nur dort, wo respektiert und/oder verstanden wird.

Wenn einer dem anderen versucht die eigene Meinung aufzuzwängen, sollte man keine Gespräche miteinander führen.

Antwort
von Lavendelelf, 84

So reagieren Menschen die keine Argumente mehr haben. Was du da im Vorfeld machen kannst? Nichts. Denn solch eine Reaktion lässt sich nicht vorhersehen. Was du nach dieser Reaktion machen kannst? Nichts, denn es lohnt wohl kaum ...

Antwort
von Chichiri, 105

Hmmmm eine fruchtbare Diskussion kann nur entstehen, wenn beide Seiten sich darauf einlassen.

Es kann sein, dass dein Gesprächspartner das Gefühl hat, dass es dich gar nicht stark interessiert sondern du nur den Glauben ins Lächerliche ziehen willst.. oder ihn quasi bekehren möchtest.

Es kann auch sein, dass deine Gesprächspartner sich nicht wirklich gut artikulieren können und nicht das ausdrücken können, was sie fühlen und denken...

Ist schwer zu sagen, wenn man dich und deine Gesprächspartner nicht kennt ^^

Wenn ich merke, dass jemand den Glauben nur ins Lächerliche ziehen möchte, dann muss ich auch nicht zwanghaft an einer Diskussion festhalten...

Kommentar von realsausi2 ,

den Glauben nur ins Lächerliche ziehen

Wo beginnt das denn Deiner Meinung nach? Als Atheist halte ich von einem Gottesglauben natürlich das Gleiche wie von einem Glauben an Rumpelstielzchen. Das geht gar nicht anders.

In unserer Betrachtung sind Götter nicht existent. Es ist daher völlig unmöglich, hier eine gemäßigte Position einzunehmen. Entweder gibt es Götter oder eben nicht. 50% Götter sind nicht möglich.

Wann also beginnt für Dich das lächerlich machen?

Kommentar von Chichiri ,

Vielleicht eine Frage ganz am Anfang: Was meinst du damit, wenn du sagst, dass es nicht möglich ist, eine gemäßigte Position einzunehmen? Bedeutet es für dich, dass Atheisten von ihrer Weltanschauung so intolerant anderen Menschen gegenüber sind und diese nicht akzeptieren?

Du sagst es ja selber, dass in eurer Betrachtung - also der Betrachtung der Atheisten - Götter nicht existent sind.

Gläubige hingegen sind der Meinung, dass es einen Gott gibt.

Beide Ansichten haben meiner Meinung nach eine Berechtigung, besonders weil keine der beiden Thesen wissenschaftlich widerlegbar werden kann. (wenn du jetzt behauptest, dass man die Nicht-Existenz beweisen kann, dann liefere bitte auch gleich den Beweis)

Lächerlich wird es in meinen Augen dann, wenn beide Parteien gar kein Interesse daran haben, sich wirklich auszutauschen oder gar die Position des Gegenübers zu verstehen, sondern wenn man es nur darauf anlegt, den Gegenüber als dumm, ignorant und blind zu bezeichnen. 

Als kleines Beispiel:

Wenn mir ein Atheist sagt, dass er nicht an Gott glaubt, weil er der Wissenschaft eine höhere Bedeutung beimisst und Gott in seiner Weltanschauung keinen Platz hat, dann finde ich das durchaus legitim und in Ordnung und verstehe das auch.

Wenn mir allerdings ein Atheist sagt, dass alle Gläubigen dumm sind und die Wissenschaft heute alles erklären kann, dann muss ich mich auch nicht um das Gespräch und die Diskussion bemühen.

Kommentar von realsausi2 ,

Bedeutet es für dich, dass Atheisten von ihrer Weltanschauung so
intolerant anderen Menschen gegenüber sind und diese nicht akzeptieren?

Hier laufen zwei Sachen durcheinander. Ich bewerte Menschen nicht nach dem, was sie glauben oder denken. Jeder Mensch genießt meinen unverbrüchlichen Respekt.

Das gilt aber eben nicht zwingend für das, was er glaubt.

Wenn mir jemand erzählt, der Mond wäre aus Käse, werde ich nicht mit ihm darüber diskutieren. Warum sollte ich einer solchen Idee gegenüber tolerant sein?

Es würde doch keinen Sinn machen, sich auf einen Mond zu einigen, der vielleicht aus Käse ist. Oder zu 10% aus Käse. Nein. Hier geht nur Ganz oder gar nicht.

Und mit Göttern ist das genau so. Die Wahrscheinlichkeit für Götter ist die Gleiche wie für einen Mond aus Käse.

Beide Ansichten haben meiner Meinung nach eine Berechtigung,

Aber eben nur, weil Du auf der Seite derer steht, die es für möglich halten, dass der Mond aus Käse ist.

(wenn du jetzt behauptest, dass man die Nicht-Existenz beweisen kann, dann liefere bitte auch gleich den Beweis)

Es ist ein logischen Prinzip, dass man die Nichtexistenz von Etwas nicht beweisen kann. Daran kann man nicht rütteln.

Aber daraus folgt gar nichts. Es ist absolut falsch, dies dahingehend zu deuten, dass es geeignet wäre, die Wahrscheinlichkeit für die Existenz eines Gottes zu erhöhen.

Denn statt für einen Gott gilt das absolut gleichberechtigt für jedes Entität, die wir uns vorstellen können. Sollen wir es für möglich halten, dass es die Zahnfee gibt, nur weil wir ihre Nichtexistenz nicht beweisen können? Sollen wir an rosa Einhörner glauben, weil auch deren Existenz nicht widerlegbar ist?

Gläubige gehen immer in die Falle, dass sie nicht erkennen, dass es völlig egal ist, was man in diese Gleichung einsetzt. Ob Gott, Zahnfee oder Kobolde. Für alles gilt gleichermaßen, dass man ihre Nichtexistenz nicht beweisen kann.

kein Interesse daran haben, sich wirklich auszutauschen oder gar die Position des Gegenübers zu verstehen,

Ich war viele Jahre aktiver Christ. Ich kenne die Position von Gläubigen. Nicht nur meine, sondern auch von vielen Anderen. Ich tausche mich auch gerne mit ihnen aus. Aber gehe dabei unerschütterlich von der Nichtexistenz von Göttern aus. So wie Du sicherlich auch ebenso unerschütterlich die Existenz der Zahnfee links liegen lässt.

Ich bin immer bereit, und das zeigt meine Tätigkeit hier auf GF wohl hinlänglich, mich mit Gläubigen über die Struktur der Welt zu unterhalten.

den Gegenüber als dumm, ignorant und blind zu bezeichnen.

Das ist natürlich sehr plakativ. Aber gerade weil ich selbst lange Zeit und sehr intensiv auf dem Weg des Glaubens war, weiß ich, dass zum Glauben eine gewisse Form von Realtitätsverweigerung gehört.

Das geht gar nicht anders. Ich weiß aber auch, dass man dies aus dem Zustand des Glaubens heraus selbst nicht wahrnehmen kann. Ich habe fast 10 Jahre gebraucht, um da raus zu kommen.

Ich halte Gläubige nicht für dumm. Die Realtiät zeigt deutlich etwas anderes. Unbestritten gibt es aber ebenso dumme Gläubige wie es dumme Atheisten gibt. Aber Gläubige haben einen blinden Fleck bei der Welterkenntnis.

die Wissenschaft heute alles erklären kann

Nein, natürlich kann sie das (noch) nicht. Aber folgt denn daraus, dass wir nun Erklärungen aus anderen Quellen als der Wissenschaft für relevanter halten sollten?

Wir können nicht alles rational erklären, wir dürfen aber nichts irrational erklären.

Es bleiben einfach manche Fragen solange unbeantwortet, bis die Wissenschaft eine gefunden hat.

Tatsächlich halte ich die wissenschaftliche Weltbetrachtung für das einzig legitime Prinzip, zu Wissen zu gelangen. Alles andere bleibt immer nur Glauben. Und das reicht mir schon lange nicht mehr aus.

Kommentar von Chichiri ,

Das gilt aber eben nicht zwingend für das, was er glaubt.

Das ist gut zu wissen, dass du hier ehrlich zugibst, wie intolerant du bist und keine Akzeptanz für wissenschaftlich nicht widerlegbare Weltanschauungen (Gott) hast.

Eigentlich hast du dich schon selber disqualifiziert, wenn du die Existenz von Göttern mit der Beschaffenheit des Mondes vergleichst. Denn der Mensch war schonmal auf dem Mond und hat auch Gesteinsproben mitgenommen und analysiert. Und durch diese Analysen fand man heraus, dass der Mond eben nicht aus Käse besteht, sondern aus erdähnlichen Gesteinen. So ein einfältiger und jämmerlicher Vergleich.

Aber folgt denn daraus, dass wir nun Erklärungen aus anderen Quellen als der Wissenschaft für relevanter halten sollten?

Ich hatte doch nie behauptet, dass die Erklärungen aus der Bibel relevanter sind als die der Wissenschaft. Für mich schließt sich beides gar nicht aus wie für dich. Bei mir können beide koexistent sein.

Hier ist wohl auch einer der Unterschiede von uns - du denkst, dass man NOCH nicht alle Fragen klären kann und das nur eine Frage der Zeit sein wird.

Ich hingegen glaube, dass man NIE alle Fragen beantworten werden kann und dass man auf immer mehr offene Fragen stößt, je weiter man vorstößt bzw. je mehr man weiß. Und ich sage ja auch nicht, dass man deshalb einfach blind glauben soll und aufhören soll zu forschen. Gerade dieses Streben nach mehr Wissen hat uns Menschen ja so weit gebracht. Aber ich glaube dennoch, dass trotz all dieser Fortschritte nie eine endgültige Antwort gefunden werden kann.

Kommentar von realsausi2 ,

ist gut zu wissen, dass du hier ehrlich zugibst, wie intolerant du bist

Du hast ein völlig falsches Verständnis von Toleranz. Du verhälst Dich doch gerade zu meiner Auffassung völlig intolerant. Das ist aber eben auch Dein gutes Recht.

Der Punkt ist, dass ich niemals Menschen gleichsetze mit ihrem Weltanschauungen. Das sind zwei getrennt zu behandelnde Dinge.

Das Du diese Differenzierung verweigerst, macht mich nicht zu einem schlechteren Menschen.

Eigentlich hast du dich schon selber disqualifiziert, wenn du die
Existenz von Göttern mit der Beschaffenheit des Mondes vergleichst.

Nun, ich hatte angenommen, dass Du zu abstraktem Denken fähig wärest. Mein Fehler. Es ist doch völlg egal, ob ich nun den Mond nehme oder den Pluto, die Zahnfee oder Rotkäppchen. Es geht doch um ein intellektuelles Prinzip.

Also dann für Dich vielleicht verständlicher:

Es würde doch keinen Sinn machen, sich darauf zu einigen, dass die Zahnfee zu 50% real ist. Das hätte nichts mit Toleranz zu tun.

Nein. Hier geht nur Ganz oder gar nicht.

Und mit Göttern ist das genau so. Die Wahrscheinlichkeit für Götter ist die Gleiche wie für die Zahnfee. Das hat nichts mit Meinung zu tun. Solange die Existenz von Götter nicht bewiesen ist, ist das ein Fakt. Diesen kann man anerkenen und sagen."Dennoch glaube ich an Gott" oder man kann ihn ignorieren.

Aber mit Toleranz hat das alles eben nichts zu tun.

Bei mir können beide koexistent sein.

Aber nur, weil Du die Prinzipien der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung und die Logik dabe über Bord wirfst.

Ich hingegen glaube, dass man NIE alle Fragen beantworten werden kann

Darauf können wir uns ja gerne einigen. Aber dann auch konsequent. So bleiben die Fragen eben einfach unbeantwortet. Sie mit göttlichem Wirken zu beantworten ist dann unzulässig.

Oder möchtest Du Dir da doch noch eine Hintertür einbauen?

dass man NIE alle Fragen beantworten werden kann

schließt eben auch Gott als Antwort aus.

Kommentar von Chichiri ,

Wenn man Vergleiche aufstellt, dann müssen die auch vergleichbar sein. Im Nachhinen krampfhaft nach einer Erklärung zu suchen, sein Gesagtes zurechtzubiegen zeugt nicht von Kompetenz.

Ich verlange doch nicht von dir, dass du zu 10% an gott glauben sollst. Genauso wenig glaube ich, dass Gott nur zu einem bestimmten Prozentsatz existiert.
Ich bin überzeugt, dass es Gott gibt, genauso wie du zu 100% überzeugt bist dass es Gott nicht gibt. Beide Thesen sind nicht widerlegbar und somit ist der Glaube daran meiner Meinung nach legitim.

Aber egal was mich viel mehr interessiert an deiner Aussage ist folgendes:

Darauf können wir uns ja gerne einigen. Aber dann auch konsequent. So bleiben die Fragen eben einfach unbeantwortet. Sie mit göttlichem Wirken zu beantworten ist dann unzulässig.

So hätte ich dich jetzt nicht eingeschätzt, dass du sagst, dass die Fragen "einfach unbeantwortet" bleiben würden. Das ist nämlich nicht der wissenschaftliche Anspruch, den ich erwartet hatte.

Wenn einige Fragen unbeantwortet bleiben - wieso ist es deiner Meinung nach denn unzulässig, diese mit einem göttlichen Wirken zu erklären? Und wieso würde es einen Gott als Antwort ausschließen (hier sollte ich noch hinzufügen - und das kannst du dir sicherlich denken - dass ich gemeint habe, dass man NIE alle Fragen naturwissenschaftlich erklären kann)?

Kommentar von realsausi2 ,

Das ist nämlich nicht der wissenschaftliche Anspruch, den ich erwartet hatte.

Doch. Genau das ist die wissenschaftlich orientierte Sichtweise. Antworten werden entweder im Zusammenhang mit allen andern Erkenntnissen schlüssig belegt oder man hat halt keine.

Wenn einige Fragen unbeantwortet bleiben - wieso ist es deiner Meinung nach denn unzulässig, diese mit einem göttlichen Wirken zu erklären?

Weil ich die Wisssenschaft für das einzig legitime System halte, überhaupt Antworten zu definieren. Wo sollte das sonst auch hinführen? Es wäre ebenso sinnvoll, Gott in diese Lücken zu stopfen als wolle man Rotkäppchen dort verorten.

Es ist Dir uneingeschränkt freigestellt, an jeden Gott zu glauben, wie Du es magst. aber es ist auch ein Gebot intellektueller Aufrichtigkeit zu erkennen, dass jedweder Gott eben nicht sinnvoller oder wahrscheinlicher ist als Rotkäppchen.

Man nennt das, was Du hier ansprichst, den "Gott der Lücken". Früher waren Götter noch für Regenbögen, Blitz und Donner und allerhand andere Dinge zuständig. Mit fortschreitender Beantwortung dieser Fragen ist der Zuständigkeistbereich immer kleiner geworden.

Viele Gläubige haben daher z.B. den noch sehr diffusen Bereich der Quantenphysik entdeckt, in dem sie versuchen, ein Plätzchen für ihren Gott zu reservieren.

Ich gehe davon aus, dass alle Fragen eine naturwissenschaftliche Antwort haben. Völlig unabhängig davon, ob wir diese kennen oder nicht oder jemals finden werden.

Es gibt keinen Anlass zur Annahme, dass das Prinzip, das in der Vergangenheit so erfolgreich war, eine Begrenzung außerhalb dieses Prinzips haben könnte. Die Grenze ist immer unser Vermögen, Antworten, die da sind, auch zu finden. Nur weil wir sie nicht finden, heißt das nicht, dass sie nicht existieren.

Aber nun diese offenen Fragen mit "Gott war´s" einfach glatt zu bügeln, wäre eben unzulässig. Das würde die ganze bisher eben sehr erfolgreiche wissenschaftliche Erkenntnisfindung ad absurdum führen, da dann jeder den Verlauf der Grenze von seinem eigenen Verständnisvermögen abhängig machen könnte.

Für die ganz schlicht gestrickten sind wir dann ganz schnell wieder beim Gott der Blitze.

Kommentar von Chichiri ,

Also ich gehe auf deine ganzen Feen-, Rotkäppchenvergleiche etc. einfach gar nicht ein. Ich kann mich sachlich unterhalten und lasse mich davon einfach nicht provozieren. 

Antworten werden entweder im Zusammenhang mit allen andern Erkenntnissen schlüssig belegt oder man hat halt keine.

Ok ich glaube ich verstehe dich ein bisschen besser. Du musst alles rational erklären können. Und wenn es etwas gibt, das nicht rational erkläbar ist, dann ist das für dich erstmal so - dann ist der Stand der Wissenschaft noch nicht weit genug vorgedrungen um diese Fragestellung zu lösen. Und du gibst dich vorerst damit zufrieden, dass man erstmal keine Antwort hat. 

Aber genau AB diesem Punkt beginnt ja für mich der Glaube. Der Punkt, wo die Wissenschaft keine Antwort mehr liefern kann und wird. Du magst es als einen Gott der Lücken beschreiben - ich beschreibe es eher als einen Gott der Schöpfer.

Und wenn du sagst, dass alle Fragen eine naturwissenschaftliche Antwort haben, dann kann man natürlich einen Schritt weitergehen und auch fragen, wer unserer Welt/unserem Universum diese Gesetze gab, woher das alles kommt. Ich glaube, das ist ein "Spiel" das man immer weiter fortführen kann.

Ich denke auch, wenn man sagt, dass von irgendwoher alles kommen muss - diese Aussage führt nicht zu einer Absurdität der Wissenschaft, sondern muss meiner Meinung nach eher komplementär betrachtet werden.

Kommentar von realsausi2 ,

Also ich gehe auf deine ganzen Feen-, Rotkäppchenvergleiche etc. einfach gar nicht ein.

Siehst Du, geht doch. Man hat eine gewisse Intoleranz dem Absurden gegenüber. Und mir ist jeder Gott mindestens so absurd wir uns beiden Feen usw. Bei mir ist es halt nur eine Entität mehr, für die es aber letztlich genau die gleiche Evidenz gibt.

Warum Du hier einen Evidenzunterschied annimmst, wäre erklärungsbedürftig, nicht meine Gleichbehandlung.

Aber genau AB diesem Punkt beginnt ja für mich der Glaube.

Wie ich versucht habe, Dir zu erklären, verschiebt sich diese Punkt in der Geschichte immer wieder. Also setzt der Glaube immer mal wieder zu einem späteren "Punkt" ein. Das nennt man den Gott der Lücken. Das ist doch ein augenscheinlich sehr fragwürdiges Konzept.

woher das alles kommt. Ich glaube, das ist ein "Spiel" das man immer weiter fortführen kann.

Richtig. Und unvermeidlich ist es, an den Punkt zu kommen, wo man sich die Frage stellen muss "Woher kommt Gott". Denn wenn Du nun das Recht in Anspruch nehmen solltest, per Dekret diesen als ewig und nicht geworden zu definieren, könnte ich das für alles Andere ja ebenso machen. Dann sage ich einfach: "Der Urknall ist einfach so passiert. Woher er kommt, ist irrelevant. Alles, was er brauchte, war schon immer da.".

Ich denke auch, wenn man sagt, dass von irgendwoher alles kommen muss

Das ist eben die unüberwindliche Schwachstelle Deiner Sicht, dass hinter diesem Satz implizit ein "... außer Gott..." steht. Das führt zu zweierlei Maß. Nun magst Du ja davon ausgehen, dass dieses für einen Gott angemessen wäre, aber dann gib wenigstens zu, dass Du Dich damit außerhalb all dessen stellst, was wir zur Welterkennung immer wieder erfolgreich angewandt haben.

Wenn Du davon ausgehst, dass wir für Gott hier ein Extrasüppchen kochen müssen, stellt das unsere ganzen Erkenntnisse auf den Kopf. Es wäre dann Tür und Tor geöffnet für jede denkbare Konstellation an Vorstellungen. Von Göttern über Feen und Kobolde bis hin zu den Aliens eines von Däniken.

Ich sehe keine Möglichkeit, dass wir diesen "Punkt" zu definieren in der Lage sind. Denn das hieße, dass unser Vermögen, die Welt zu begreifen, eine Rückwirkung auf die Welt hätte. Das kann nicht sein.

Dieser Punkt wird immer wieder verschoben werden. Ebenso, wie wir niemals alle Antworten haben werden, werden wir niemals aufhören, Antworten zu finden. Immer mehr.

Kommentar von Chichiri ,

Man hat eine gewisse Intoleranz dem Absurden gegenüber.

Nicht "Man"... sondern DU hast eine Gewisse Intoleranz dem Gegenüber, was DU als absurd betrachtest. Nicht alles was du als absurd betrachtest ist es auch.

Wenn man behauptet, dass von irgendwoher alles entstanden sein muss, dann ist das nicht ein Gott der Lücken. Denn selbst wenn die Wissenschaft den Urknall erklären kann, ändert es nichts an meiner Behauptung, dass von irgendwoher auch das alles entstanden sein muss. Ich beziehe ja die Entstehung der Dinge nicht auf den Urknall - sondern auf die Entstehung Aller.

Und ich muss hier auch nichts zugeben, dass ich mich außerhalb irgendeiner wissenschaftlichen Erkenntnis stehe, weil es nicht so ist! Denn keine Wissenschaft hat es je geschafft diese "erste Erkenntnis" über die Entstehung von Allem zu liefern. 

Kommentar von realsausi2 ,

Nicht "Man"... sondern DU hast eine Gewisse Intoleranz dem Gegenüber, was DU als absurd betrachtest.

Aber Du doch auch:

Also ich gehe auf deine ganzen Feen-, Rotkäppchenvergleiche etc. einfach gar nicht ein.

Das ist doch exakt das Gleiche.

Nicht alles was du als absurd betrachtest ist es auch.

Und dieser Satz gilt für Dich nicht? Bzw. in seiner Umkehrung:

"Nicht alles, was wir für nicht absurd halten, ist vielleicht eben doch absurd".

Du nimmst Dir ständig ein Recht heraus, welches Du mir verweigerst. Warum?

Denn keine Wissenschaft hat es je geschafft diese "erste Erkenntnis" über die Entstehung von Allem zu liefern.

Das ist ja nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist, ob wir annehmen, es müsse alles eine Ursache haben. Ob wir diese nun kennen oder nicht, ist eine andere Sache.

Wenn wir also annehmen, dass Alles eine Ursache haben muss, muss das auch für einen Gott gelten.

Wenn wir aber annehmen, dass es auch etwas ohne Ursache geben könnte, so kann das auch im Zusammenhang mit dem Urknall angewendet werden.

Kommentar von Chichiri ,

Ich nehme mir mitnichten irgendein Recht raus, was ich dir verweigere. Du nimmst dir doch das Recht raus, dass das, was du behauptest auch allgemein gültig ist:

Man hat eine gewisse Intoleranz dem Absurden gegenüber.

Du stellst hier universell die These auf, dass jeder Mensch so denkt wie du. Nur weil ich auf etwas nicht mehr eingehen will, heißt das noch lange nicht, dass ich intolerant dem Gegenüber bin.

Nicht alles was du als absurd betrachtest ist es auch.
Und dieser Satz gilt für Dich nicht

Aber sicherlich gilt dieser Satz auch für mich. Wenn ich etwas absurd finde, dann heißt das noch lange nicht, dass es auch für andere absurd sein muss. Habe ich ja auch nie behauptet. Ich habe nicht diesen Anspruch, dass jeder Mensch meine Meinung adaptieren muss.

Wenn wir aber annehmen, dass es auch etwas ohne Ursache geben könnte, so kann das auch im Zusammenhang mit dem Urknall angewendet werden.

Man kann es sich natürlich so erklären, dass es keine Ursache gehabt haben könnte. Aber das ist halt nur eine Betrachtungsweise.

Antwort
von Jogi57L, 20

Glaube bedeutet eben "etwas für wahr halten"....

Wenn nun (wissenschaftliche) Fakten gegen "etwas für wahr halten"...   ins  Gespräch gebracht werden,  dann ist  doch die Reaktion naheliegend....

also so sinngemäß:

"Lassen wirs, mich interessieren solche Fakten nicht, ich halte für wahr, was ich für wahr halte...."

Antwort
von realsausi2, 34

"Gott" ist ein irrationales Konzept. Da hat man mit rationalen Argumenten einfach keinen Hebel. Wer an Gott glaubt, hat einen blinden Fleck in der Welterkenntnis. Den kann man nur von innen überwinden.

Hilfreich können hierbei natürlich rationale Herleitungen sein. Wer immer wieder merkt, dass er sich zur Aufrechterhaltung seines Weltbildes wegducken muss, könnte irgendwann ins Grübeln kommen.

Bei mir hat es fast 10 Jahre gedauert, vom ersten Knacks bis zur völligen Überwindung des Glaubens. Es geht also, aber es kann nicht erzwungen werden.

Wenn es gut läuft, kann man einen solchen Knacks setzen, der sich dann zu einem profunden Bruch entwickelt.

Antwort
von pilot350, 70

Es gibt keinen Beweis für eine Existenz eines Gottes. Bei jeder Diskussion kommen Fragen die dann zum Schluß die Existenz hinterfragen. Alles was über einen angeblichen Gott bekannt geworden ist sind Aussagen aus einer Zeit, als die Menschen, mangels wissenschaftlicher Erkenntnisse alles unerklärliche als göttlich bezeichneten. Also gab es sogenannte Prediger die ihren Lebensunterhalt sich dadurch sicherten den Menschen ein ewiges Leben, fern von jener Sklaverei und Ausbeutung in einem imaginären Reicht zu versprechen was natürlich an einer Stelle genannt wurde die unerreichbar für Menschen war. Im Himmel. Und den konnten sie nur dann erreichen wenn sie nicht sündigten. Aber natürlich hatte man bis in die heute Zeit die Möglichkeit durch eine Spende sich die Absolution zu erkaufen um nicht in eine Hölle zu kommen, natürlich war diese auch an einem Ort den Menschen damals nicht erreichen konnten. Tief im inneren unserer Erde.

Alle Religionen haben solche Prediger oder Propheten. Persönlich waren diese nicht mit den Predigern bekannt, sondern verfassten Bücher über deren angebliches Tun und Handeln. Teilweise wurden diese Bücher mehrere hundert Jahre nach den angeblichen Wundern der Prediger geschrieben.

Kommentar von Chichiri ,

Du hast deinen Beitrag glaube ich zu früh abgeschickt.... beantwortet das jetzt die Frage?

Kommentar von pilot350 ,

ja denn es zeigt die Hintergründe auf warum solche Diskussionen zu den Reaktionen führen, warum Menschen abbrechen mit " nein, Unsinn, lassen wir es".

Kommentar von Chichiri ,

Ich habe mir den Text nochmal durchgelesen und es beantwortet die Frage immer noch nicht. Tut mir leid!

Kommentar von pilot350 ,

Andere haben den Text verstanden, wie sie mir schrieben. Schade.

Kommentar von Unbekannt010110 ,

also ich find das ziemlich fair als Antwort auf die Frage... Texte interpretieren muss gelernt sein

Antwort
von MickyMaus25, 69

Du diskutierst mit den falschen Leuten. Wenn jemand in seinem Glauben gefestigt ist kann er auch mit dir diskutieren.

Kommentar von Lavendelelf ,

Woher weiss man im Vorfeld ob es die Richtigen oder die Falschen sind?

Kommentar von DerBuddha ,

gerade wenn jemand in seinem glaube gefestigt ist, kann man mit fakten kommen, sie werden glatt abgeschmettert..................und dann ist dies genau dass selbe problem wie beim fragesteller beschrieben...........:)

Kommentar von MickyMaus25 ,

Das weiß man im Vorfeld nicht, aber ich finde man merkt es sehr schnell.

Kommentar von MickyMaus25 ,

wenn jemand Ahnung von seinem Glauben hat oder sich damit beschäftigen will, dann muss man sich auch mit Fakten auseinander setzten und kann sie nicht einfach abschmettern. ich finde, wenn man sowas einfach übergeht, beschäftigt man sich nicht richtig damit.

Antwort
von lohne, 40

 Am Ende der Diskussion sagt er dann, dass es keinen Sinn hätte, weil ich zu dumm wäre.

Diese Argumentation erfolgt immer dann wenn dein Gegenüber keinerlei stichhaltige Antworten und Argumente mehr hat. Er blockt ab und das wiederum ist sein Zeichen für Dummheit.

Antwort
von DerBuddha, 43

das liegt daran, dass gläubige oft genug selbst wissen, dass sie an märchen glauben, aber zugeben wollen sie es nicht..............ich habe auch schon mehrmals diese erfahrung gemacht, sogar in meiner familie, wo jemand aber sowas von bescheuert ist im glauben.................*g*

gläubige brauchen ihren glauben, weil sie selbst zu feige sind, ein eigenständiges leben zu führen, selbst entscheidungen zu treffen mit allen konsequenzen dann und sie brauchen zudem das gefühl, für ihr leben eine art belohnung zu erhalten, denn sie glauben ja meistens nur aus diesem grund, weil sie durch die auferstehung oder belohnung mit 72 jungfrauen (im islam) dann für ihr eigentlich schon armseliges leben belohnt werden, denn wenn man sein leben immer nur nach einem imaginären wesen ausrichtet, ihm gefallen will/muss, darauf achtet, dass man auch gar nichts falsch macht, ist das leben einfach nur als armselig zu betrachten.................:)

ob dass die gläubigen aber zugeben können?.................*g*

Antwort
von suziesext05, 31

hi CauseImBored - so ne Dispute kennt glaub ich fast jeder. Ich selber halte überhaupt nichts davon, sich mit Leuten über ihr religiöses Glaubenssystem zu zanken - wenn de sie angreifst, denn verteidigen sie halt ihren Glauben, entweder mit schlauen oder quatsch sprüchen, und umgekehrt, wenn se anfangen und wollen dich bekehren, denn blockst du ab. Is alles völlig unnutz und unfruchtbar.

Wir Buddhis zb zanken uns überhaupt nicht übern Glauben, sondern versuchen einfach, in unsern eigenen Leben die Lehre zu praktizieren; wir bekehren auch niemanden, sondern lassen jeden in sein Glauben, solang er nicht aggressiv ist und andern Menschen nichts böses tut.

höchstens wenn wir gefragt werden, geben wir ne Antwort. Alles andere is denk ich viel zu anstrengend, für einen selber und für die andern

Antwort
von 1Sternenhimmel2, 67

Das liegt dann an den Leuten selbst. Such dir einfach Leute, die gläubig sind, und begründen können warum.

Kommentar von DerBuddha ,

gut gemeint, aber die begründungen enden dann immer mit den worten, dass wir nichts verstehen wollen oder können...........:)

Kommentar von Chichiri ,

Na ja wenn die Leute zum Buddha sagen, dass er davon nichts verstehen will und kann, dann ist das irgendwo auch berechtigt. Jemand, der den Glauben anderer nur ins Lächerliche ziehen will und mit geballter Inkompetenz versucht andere zu verunsichern - da hätte ich auch keine Lust auf eine Diskussion.

Kommentar von DerBuddha ,

im gegensatz zu vielen gläubigen schreibe ich echte fakten.............:)

wo sind deine denn.......*g*

zudem, fanatismus kann man nur noch ins lächerliche ziehen.........

Kommentar von Chichiri ,

Ja Fanatismus ist nicht gut - aber wenn jemand an Gott glaubt, dann ist es noch lange kein Fanatismus. Auch Atheisten könnten fanatisch sein.

Und was für Fakten schreibst du denn? Du schreibst in 90% der Fällen irgendwelche fünf Wortschnipsel - stellst eine provokante Frage und das wars auch schon. Das nennst du Fakten?

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