Frage von AsianHomie, 58

Hat jede Handlung eines Menschen einen egoistischen Hintergrund (zB ist ein Freund nur mit mir befreundet, weil er in mir einen Nutzen sieht)?

Sind eigentlich alle Lebewesen (einschließlich auch alle sozialen wie der Mensch) im Grunde Egoisten?

Antwort
von xMirage95, 20

Nein, ich denke nicht.

Ich glaube Menschen handeln immer in zwei Modi. Entweder sie sind auf Ego-Trip und Überlebenssicherung, und in diesem Modus können alle (auch scheinbar freundschaftliche) Taten einen egoistischen Hintergrund haben.

Wenn sich Menschen aber sicher fühlen und keine Angst spüren, kommen sie in den selbstlosen Modus und tuen Dinge für andere Wesen, ohne dass sie selbst etwas daran gewinnen.

Aber ich verstehe deinen Gedankengang. Im Prinzip kann man alles auf egoistische Gründe zurückführen. Z.B.: Du hast dem kleinen Tier gar nicht geholfen weil du ihm helfen wolltest, sondern weil du nachher ein gutes Gewissen haben wolltest. Aber das ist halt wirklich die Frage, ob das dann der ausschlaggebende Grund war oder ob nicht viel eher unsere innere Hilfsbereitschaft und unser Herz anspringt was sagt: Hilf dem kleinen Tier.

Manchmal kann uns der Verstand auch ganz schön was einreden. ;)

Antwort
von berkersheim, 5

Man kann jede Begründung und zugehörige Begrifflichkeiten solange verbiegen, bis es passt. Ob man dann noch zu einer ausgewogenen Weltinterpretation kommt, ist eine andere Frage. Wenn man' s übertreibt, kann man dabei "crazy" werden. Man kann natürlich jeder guten Tat ein schlechtes Motiv unterschieben. Selbst in der Bibel heißt es nicht: Zer-liebe Dich bis zur Selbstauflösung  - sondern - Liebe Deinen Nächsten WIE DICH SELBST. Nur aus einem gesunden Selbstbewusstsein, einer gesunden Selbstliebe kann eine echte Zuwendung entstehen. Das mit dem "im Grunde sind wir alle Egoisten" ist von den Egoisten in die Welt gesetzt als Ausrede, dass man ihr selbstbezogenes Treiben nicht mehr von gutem, zwischenmenschlichem Handeln unterscheiden kann. Das ist Nebelwerfen, Verschleierung.

Allerdings, wenn ich unsere Gutmenschen anschauen, die unser Land am liebsten ruinieren würden, bis es nur noch mit "Willkommenen Fremden" überfüllt ist, scheinen die mit dem Selbstschutz ein Problem zu haben. Schon vor der Bibel hat der gute Aristoteles darauf verwiesen, dass es weise sei, immer die ausgeglichene Mitte zu suchen und sich von falschen Extremen fernzuhalten. Freundschaft beruht - in der Regel - auf Gegenseitigkeit, auf Geben UND Nehmen. Sonst wird es zur Ausbeutung! Ausbeutung und Selbstausbeutung sind die Gegenstücke zu rechter Eigenliebe und Selbstschutz.

Antwort
von Illuminaticus, 1

Ja klar, denn sie alle sind fuer sich selbst das Wichtigste, sie wissen nicht wie anderen fuehlen, denken oder handeln, also, sie haben nur sich selbst, das ganze Leben lang!

Du musst auch so handeln, denn es geht ums Ueberleben, deinen Verstand und deine Gedanken sind nur da, dich ueberleben zu lassen, bei maximalen Vorteil fuer dich!

Alles Aussere dient nur einen Zweck, ob du diesen weisst, spielt keine Rolle, aber es dient dazu, zu ueberleben und Nachkommen zu erschaffen.

Damit waere die Antwort beendet, wenn nicht eine klitzekleine Sache das negiert!

Wir sind ja nicht Menschen, oder unser Ego oder Verstand, sondern das ewig waehrende Bewusstsein, welches auf Entdeckung wartet. Manchmal meldet es sich als Bauchgefuehl, dass das was man machen moechte, wohl nicht so das Richtige waere, aber die meisten uebersehen es und leiden dann spaeter.

Dein Bewusstsein will immer Menschen helfen, aber dein Ego sagt dann Nein, erst fuer mich das Meiste, die anderen koennen warten, obwohl die Mittel da waeren, man entscheidet sich egoistisch, man naehrt sein Ego, anstatt Mitgefuehl und Liebe.

Dadurch entsteht ein Zusammengezogenheitsgefuehl in der Magengegend, man verkrampft sich, weiss nicht warum, aber man ist unter Spannung dort.

Wenn du alles geben kannst, bist du entspannt in der Bachgegend!

Wenn du alles nehmen kannst, bist du hart, also verkrampft!

Menschlich geshen ist Egoismus gut, aber auf lange Sicht, wenn du erkennst, dass du ueberhaupt kein Mensch bist, da kommt Leiden unserer Wege.

Alles Gute!

Antwort
von DurzoBlind, 9

Im Grunde ja. Das kannst du aber interpretieren wie du magst.

Denn jede handlung die du tust, beginnt bei dir. Das ist doch im eigentlich nichts schlechtes oder? 

Wenn wir jetzt schon am philosophieren sind... was bedeutet es für dich ein Egoist zu sein? Oder jemanden als solchen zu bezeichnen? 

Steht es uns zu darüber zu urteilen? Im einfachsten erklärt: Dir steht es frei zu wählen, möchtest du die dinge tun, um anderen etwas gutes zu tun, obwohl du weißt das es auch einen persönlichen nutzen gibt? 

Wissen alleine ist noch kein Egoismus. Du DARFST wissen, was dir vorteile bringt, das heißt nicht gleich das du es alleine deswegen tust, oder? ;)

Beschreibe es als was du möchtest, meine Einstellung dazu ist, jeder Mensch hat einen guten Kern ;) basta

Beib wie du bist denn das ist gut so, liebe Grüße

Durzo

Antwort
von Alburnus, 9

Streng genommen, ja. Denn selbst wenn man etwas Gutes tut, tut man es ja für das eigene gute Gewissen. Also ist in letzter Konsequenz zunächst einmal alles Egoismus auf der natürlichen Ebene des Menschen. - Auch fast keine Religion hilft aus diesem Dilemma heraus, mit einer einzigen Ausnahme: Pfingsten. - Heute weiß kaum noch jemand, was das biblische Pfingsten eigentlich wirklich bedeutet. Es bedeutet, dass der Heilige Geist, und somit Gott selbst, im Menschen Wohnung nehmen will und Sein heiliges Leben im Menschen ausleben will. Es ist ein übernatürliches Geschehen, das in der Einswerdung von Christus und Mensch gipfelt. Da dann Gott Selbst in diesem Menschen, der Pfingsten empfangen hat - die Bibel nennt es auch Wiedergeburt - wohnt und durch ihn handelt, ist dieser Mensch dann von seiner eigenen egoistischen Natur befreit und kann gut sein und heilig leben. - Falls Dich das Thema interessiert, lies im Neuen Testament den Anfang der Apostelgeschichte : )

Kommentar von berkersheim ,

Demnach ist Gott, der die Liebe ist, die reinste Selbstverkörperung von Egoismus. Ich bete Dich an, Du heilige Macht des Egoismus. Man kann es auch übertreiben und Mörder als Geburtshelfer bezeichnen, wenn der Tod nur die Vorstufe zu neuem Leben ist.

Antwort
von Malavatica, 15

Nein. 

Es gibt auch Leute mit Helfersyndrom. Das ist das andere Extrem. 

Solche Menschen werden dir immer helfen wollen, weil sie ein gutes Herz haben oder sich gebraucht fühlen wollen. 

Aber der Anteil an der Menschheit ist wohl geringer. 

Die laufen dann auch Gefahr, ausgenutzt zu werden. 

Kleiner Tipp. Von falschen Freunden oder Leuten, die einem nicht guttun, sollte man sich trennen. 

Antwort
von DerLuitschi, 26

Im Grunde Nein! Es gibt genug Menschen, die teilen und helfen ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten oder gar anzunehmen.

Kommentar von AsianHomie ,

Doch, Anerkennung

Kommentar von DerLuitschi ,

Nein, es gibt genug die nichtmal auf Dank und Anerkennung hoffen.
Warum würde sonst jemand vollkommen anonym anderen helfen? Und ich rede nicht von Geldspenden o.ä.

Antwort
von wuerfli, 13

Ja, und das ist auch wichtig.

Wie im Flugzeug: Man muss sich immer zuerst selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, bevor ich das bei meinem Kind tue.

Wenn ich nicht überlebe, kann ich dem Anderen auch nichts Gutes tun.

Wenn ich einem Freund helfe, dann mache ich das, weil ich es will. Nicht weil der Freund es will. Wenn ich es nur täte, weil der Freund es will (und ich eigentlich nicht), dann gebe ich mein energetisches Zentrum weg, bin schwach, ein "Wendehals", kraftlos, ein völliges Weichei.

Ich kann auch selbst entscheiden, etwas zu tun, obwohl ich eigentlich keine Lust habe. Dann mache ich das aber auch für mich; Des lieben Friedens willens, oder um jemandem einem Gefallen zu tun (was ich auch von Anderen erwarte....). Jedenfalls entsteht meine Entscheidung, etwas zu tun, aus meinem freien Willen. Ich habe etwas davon. Und wenn´s auch nur ist, das zu tun, weil ich, nur ich es entschieden habe.

Leider, leider gibt es viel zu viele Ja-Sager in unserer Gesellschaft, die ihren freien Willen geopfert haben. Ein gesunder Egoismus ist wichtig für einen gesunden Geist.

Antwort
von Ottavio, 2

Der Mensch hat soziale Triebe: den Trieb, sich einer Gemeinschaft anzuschließen, den Trieb, zum Überleben dieser Gemeinschaft beizutragen, den Trieb, zur Aufzucht des Nachwuchses der Gemeinschaft beizutragen.  Man mag sagen, das seien nur Untertriebe seiner Libido, man mag sagen, das sei ein eigenständiger Trieb, man mag sagen, das sei das Gute im  Menschen.

Wenn man unterstellt, das das alles nur verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Erscheinung sind, dann bleibt, das der Mensch den Trieb hat, Gutes zu tun. Wenn er es also tut, befriedigt er damit einen seiner Triebe. Es verschafft ihm Lust. Es verringert die Spannung zwischen seinem Ich und seinem Über-Ich.

Freilich kann es sein, dass diese sozialen Triebe in Widerspruch geraten zu anderen Trieben, dass es eine Konkurrenz der Triebziele gibt. Als Egoisten bezeichnet man einen Menschen, der sich dann gegen die sozialen Triebe entscheidet.

Kompliziert wird die Angelegenheit durch die kulturelle Entwicklung der letzten 70 000 Jahre. Der Mensch lebt nicht mehr wie zuvor in Horden zwischen 30 und 40 Exemplaren zusammen. Wäre das noch so, dann wäre es instinktiv klar, was "Gemeinschaft" bedeutet. Heute aber, unter den Bedingungen der Kultur, kann sich der Begriff auf ein Paar oder auf die ganze Menschheit oder alle Gemeinschaften dazwischen beziehen.

Sehr häufig richten Menschen ihre sozialen Triebe auf eher kleinere Gruppen. Das ist entwicklungsgeschichtlich leicht erklärbar und auch nicht ganz zu vermeiden, um das eigene Überleben zu gewährleisten. Wenn diese Erscheinung aber zu stark auftritt, spricht man zu Recht von "Gruppenegoismus".

Antwort
von Ahzmandius, 5

Das kannst du dir nur selbst beantworten.

Alles was der Mensch bewertet, über was er ein Urteil fällt, ist subjektiver Natur.

Somit ist auch die Definition, wann ein Mensch egoistisch handelt und wann nicht, subjektiv.

Beispile:

1) Du hilfst A und A belohnt dich anschließend mit sagen wir mal Geld.

2) Du hilfst A und erwartest von A eine Belohnung z.B. Geld.

3) Du hilfst A und A gibt dir nichts. Du bist aber damit zufrieden. Es hat dir gereicht ihm geholfen zu haben.


Was ist nun egoistisch, 1,2,3, keines oder alle drei?

Antwort
von Endspurt, 10

Du wirst staunen, aber es gibt auch uneigennützige Menschen.

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