Frage von Mommmo23, 186

Hat Hitler damals die Bevölkerung entwaffnet .Und hätte er dies nicht getan, wäre er nicht so weit gekommen ( Waffenbefürworter der usa , behaupten das gerne?

Hi @ll Ich habe damals fast zwei Jahre bei einer Gastfamilie in den usa gewohnt . Die Familie war ein großer befürwortet des "Second Amendment" das ist ein gesetzt was besagt das jeder das recht hat sich zu bewaffnen ( steht sogar in der Verfassung der Vereinigten Staaten , und wer sich ein mit der tungsten der usa beschäftigt hag , kann versehen warum die Amerikanische Bevölkerung so viel wert auf die "Constitution" legt ) . Da ich ich gegen den Besitz von Waffen bin habe wir verschiedene Argumente aufgebracht , ein Argument von der Familie war das Hitler die Deutsche Bevölkerung entwaffnet hat, und es nie so weit gekommen wäre ( deportation Holocaust) etc wenn in Deutschland "jeder" Bewaffnete wäre . Glaubt ihr da ist was dran, und Stimmt das überhaupt das Hitler die Bevölkerung entwaffnet hat .

Ich wäre über Antworten sehr Dankbar Euch einen Schönen Wochenanfang

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Galgenvogel1993, 69

Also erstmal ein Disclaimer: Ich bin ebenfalls Waffenbefürworter (wie man unschwer an meinen Antworten bemerken kann....) und halte die Einstellung der Amis zu Waffen für absolut vernünftig. Nur packen die Amis das "Defense against Tyranny"-Argument manchmal gern zu leichtfertig aus.

Erstmal: Was ist unter Hitler passiert? Der Historiker Stephen P. Halbrook hat dazu das Buch "Gun Control in the Third Reich" verfasst, dass vor kurzem unter dem Titel "Fatales Erbe: Hitlers Waffengesetze" veröffentlicht wurde.

Und es stimmt: Die deutschen Juden wurden entwaffnet, genauso wie die Opposition. Die Deutschen Schützenvereine wurden unter einem Dachverband vereint um Beitritte kontrollieren zu können. Das Regime wollte den Gegnern den Widerstand verunmöglichen und den Regimetreuen den Zugang zu Waffen ermöglichen. Soweit ja auch logisch. Geregelt wurde das dadurch, dass man die benötigte "Zuverlässigkeit" für den Waffenerwerb auch an die Systemtreue oder Herkunft des Waffenkäufers koppelte. 

Ich halte es aber für fraglich, ob der Holocaust ohne diese Waffengesetze verhindert worden wäre, oder gar das Regime gestürzt worden wäre. Zum einen stand das Deutsche Volk hinter dem System, manche aus Überzeugung, andere aus Angst, angeschmiert zu werden (es gab eine Menge Spitzel, standard in solchen Systemen), zum anderen weil es durch ideologische Differenzen zwischen den verschiedenen Oppositionsgruppen niemals zu einem organisiertem Widerstand gekommen wäre. Vllt. wäre die Unterdrückung der Opposition in Dland schwerer geworden, vllt. hätte es Leben gerettet oder das Regime destabilisiert, aber ich denke nicht, dass es einen großen Unterschied gemacht hätte (auch wenn ich so einen Widerstand voll befürwortet hätte)

Ganz allgemein, viele Amerikaner haben romantisierte Vorstellungen vom Widerstandskampf gegen eine Diktatur und es schwingt für mich immer mit, dass sie es sich zu einfach vorstellen, so ein System zu kippen. Allein schon deshalb, weil kaum bedacht wird, dass sich eine Diktatur niemals über Nacht ergibt, es ist immer ein mehr oder weniger schleichender Prozess und allein die Frage, wann der Wiederstand denn Anfangen soll (auf gut Deutsch: wann politische Morde zur Sicherung der Freiheit und der Menschenrechte gerechtfertigt sind) ist hochkomplex und wird die Opposition spalten. 

Auch scheinen sich viele amerikanische Waffenbefürworter nicht darüber im klarem zu sein, welche Verluste es in so einem Bürgerkrieg auf beiden Seiten zu beklagen geben wird. Es ist keine sichere Sache, Widerstand zu leisten und der realistischte Ausgang in so einem Bürgerkrieg ist, dass beide Seiten verlieren werden und sich gegenseitig vernichten.

Ich denke, das ist auch der Zweck des 2nd Ammendment gewesen. Es ist eine Warnung davor, was kommen könnte, wenn die Regierung dem Volk den Krieg erklärt. Wie bei der Nuklearen Abschreckung stehen dann nämlich beide Seiten vor der absoluten Vernichtung.

Antwort
von Accountowner08, 87

Nein, das stimmt nicht. Es gab schon in der Weimarer Republik ein Gesetz von 1928, das Waffenscheine verlangte. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Waffengesetz\_(Deutschland)

Was stimmt, ist dass dieses Gesetz von den Nazis missbraucht wurde, um Juden (und nicht die ganze Bevölkerung) gezielt zu entwaffnen. Aber ich glaube nicht, dass dies einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf des Holocaust hatte.

Du musst denken, dass die meisten Opfer des Holocaust nicht unbedingt die deutschen Juden waren (die hatten im Prinzip Zeit, zu emigrieren und konnten zu ca. 70% überleben), sondern mehr die Juden aus Polen und den übrigen von Deutschland besetzten Gebieten, besonders in Osteuropa und Südosteuropa. Die hatten mit dem Waffengesetz von Weimar von 1928 nichts zu tun.

Die Nazis haben im Gegenteil aufgerüstet und auch schon Jugendliche in der HJ (Hitler Jugend) mit Waffen ausgerüstet, die sie z.B. dazu nutzten, im Ghetto von Warschau wahllos auf (jüdische) Passanten zu schiessen (für die Gruppen, die das Ghetto besuchten).

Antwort
von GanMar, 90

Waffenbefürworter der usa , behaupten das gerne

Die behaupten viel, weil diese ganzen Argumente von der starken Waffenlobby unters Volk gebracht werden. Ob diese Argumente stichhaltig sind, überprüft doch niemand. Rassenunruhen, Massenmorde, 9/11, Drogenhandel, Bandenkriege usw. haben die ganzen Waffen in privater Hand bisher nicht verhindern können und werden sie in Zukunft auch nicht verhindern.

Antwort
von grubenschmalz, 54

Hitler hat die Bevölkerung generell nicht entwaffnet, sondern nur unliebsame Gruppen. Der normale Bürger hat sogar noch Erleichterungen bekommen.

Antwort
von Skinman, 67

Na klar, die Deutschen waren im Dritten Reich ja im Herzen quasi vollzählig im Widerstand.

Antwort
von ES1956, 72

Hier steht einiges dazu
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Waffengesetz_(Deutschland)

Aber selbst wenn die Bürger bis an die Zähne bewaffnet gewesen wären hätten sie unorganisiert gegen die starken Gruppen keine Chance gehabt.

Antwort
von lesterb42, 35

Wenn man Hitler hätte verhindern wollen, hätten 1932 einfach weniger Leute NSDAP wählen müssen. Mit Waffen hat das nichts zu tun.

Antwort
von voayager, 78

Das deutsche Volk war nie bewaffnet gewesen.

Antwort
von lupoklick, 8

Das Verlangen, Waffen zu besitzen, war und ist in Deutschland äußerst gering. 

Antwort
von gadus, 85

Da das deutsche Waffenrecht schon immer anders war als in den USA,waren Waffen nur begrenzt in Privatbesitz.   LG  gadus

Kommentar von FragiAntworti ,

Daraus jetzt aber zu schließen, dass es sonst nie so weit gekommen wäre, halte ich für einen Fehler.

Antwort
von josef050153, 25

Wer glaubt denn der Waffenlobby? Waffenscheine gab es bereite 1928.

Antwort
von Woropa, 78

Ob Hitler die Bevölkerung damals entwaffnet hat weiss ich nicht. Aber was deine Gastfamilie dir da erzählt hat, ist in meinen Augen Unsinn. Es hätte dann zwar wohl einige SS-Leute gegeben, die erschossen worden wären. Aber dadurch wäre nur alles noch viel schlimmer gekommen. Aus Wut darüber, das es Tote gegeben hat, hätten die Nazis noch mehr Menschen ermordet.  

Ich verstehe wirklich nicht, warum die Amerikaner so verrückt nach Waffen sind. Es passieren doch immer wieder schreckliche Sachen deswegen Beispielsweise gibt es immer weider Amokläufe, wo ganze Schulklassen umgebracht werden. Manchmal haben auch schon kleine kinder versehentlich ihre Geschwister erschossen. Oder es gab ja auch im letzten Jahr, den Fall, wo ein Austauschschüler aus Deutschland erschossen wurde.

Kommentar von grubenschmalz ,

Dieser Austauschschüler ist aber in ein fremdes Haus eingebrochen.

Kommentar von Woropa ,

Das gibt aber niemandem das Recht ihn zu erschiessen. Man kann die Polizei rufen, das reicht völlig.

Antwort
von DrStrosmajer, 81

Auch das demokratische Deutschland von 1918-1933 vor Hitler kannte kein so lockeres Waffenrecht wie die USA. Etwas dem Second Amendment vergleichbares ist hierzulande unbekannt.

Nach der Machtübernahme durch die Nazis wurde die Erfassung von Waffenbesitzern verschärft. Legalen Waffenbesitz gab es nur für Schießsportvereine und Jäger.

Ein bewaffneter Aufstand wäre somit überhaupt nicht möglich gewesen, zumal im dritten Reich nicht nur Polizei und Militär bewaffnet waren, sondern auch Teile der NSDAP.

Kommentar von grubenschmalz ,

Nicht ganz richtig:

Der bis dahin bestehende
Waffenerwerbsscheinzwang wurde für
Langwaffen aufgehoben und ebenso der
Munitionserwerb von einer Erlaubnis
freigestellt.
Wer eine Waffe führen wollte,
benötigte zwar weiterhin einen Waffenschein,
aber der Gesetzgeber vergrößerte
den Personenkreis der Waffenträger erheblich:
Funktionäre der NSDAP und ihrer
Untergliederungen durften ebenso
eine Pistole tragen wie die höheren Chargen
der SS.

http://www.kas.de/wf/doc/kas_2875-544-1-30.pdf

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community