Frage von Lilli2345, 115

Hat hier jemand Erfahrungen mit freien Schulen?

Hat hier wer Erfahrungen mit freien Schulen, wie z.B. Walddorfschulen?? Mein Sohn hat momentan Probleme in der Schule und ich überlege ob ich ihn nicht auf so eine Schule tue. Erfahrungswerte bitte :-))

Antwort
von zairjk, 58

Einige Schüler der Walldorfschule sind später sehr rassistische und rechtsextreme Nazis geworden würde ich abraten da kommen die kinder auf die schiefe Bahn

Kommentar von Laury95 ,

wtf :D

Kommentar von TanjaStauch ,

Das gilt tatsächlich für einige Waldorf-Schulen. Für andere allerdings überhaupt nicht.

Steiner war Rassist. Aber es gibt viele Waldorf-Schulen, die damit nichts am Hut haben.

Damit ergibt sich mal wieder ein echt übles Problem... man kann trotz gleichem Namen nicht alles in einen Topf werfen.

Ist ähnlich wie mit LehrerInnen insgesamt: Es gibt da "faule Säcke". Und SadistInnen. Und sehr fähige IdealistInnen.  

An privaten Schulen besteht die Chance, dass sich der Chef / die Chefin Leute sucht, die in sein / ihr Schema passen.

Das bedeutet oft, dass entweder alle übel sind. Oder alle gut.

Ich kenne mindestens eine Walldorf-Schule, in der alle "gut" sind - selbst nach meinen Maßstäben als klarer Anti-Faschistin. Aber ich kenne auch eine ganz andere.

Liebe Grüße,

Tanja

Antwort
von Jewiberg, 69

Von der Waldorfschule würde ich abraten. Wir haben unsere Tochter nach einem Jahr wieder runtergenommen. Teilweise unquaßifizierte Lehrer, Klassengrößen von 40 im Hauptunterricht. Nicht für Kinder mit Lernschwierigkeiten oder anderen Problemen geeignet.

Antwort
von Laury95, 45

Die Waldorfschule hat leider einen schlechten Ruf, weil viele Eltern ihre Kinder dort raufschicken, obwohl diese vom Charakter, von den Stärken und Interessen nicht auf diese Schule passen.

Du kannst ja mal beim Tag der offenen Tür bei der Waldorfschule deiner Nähe vorbeischauen. Dann wird euch auch erzählt, wie die den Unterricht gestalten, was es für besondere Wahl/Pflichtfächer gibt, etc.

Vielleicht kann dein Sohn mal eine Probewoche machen. Dann kann auch geschaut werden, ob er zu der Schulform passt.

Sonst würde ich dir noch eine Montessori-Schule ans Herz legen.

Die Waldorfpädagogik ist wirklich eine gute Sache, aber das Kind muss sich auch handwerklich, künstlerisch und musisch etc. interessieren.

Die Anforderungen sind ziemlich gleich, wie in den allgemeinbildenden Schulen. Schließlich haben auch private Schulen ihren Bildungsauftrag erfüllen.Abschlüsse sind genauso viel wert, wie normale.

Viele Firmen stellen bevorzugt in bestimmten Bereichen Waldorfschüler ein.

Aber wie gesagt, die Montessoripädagogik ist eher für "normal weltliche" Kinder^^

Kommentar von grubenschmalz ,

Die Waldorfpädagogik ist wirklich eine gute Sache


Was davon? Die rassistischen und antisemitischen Einflüsse von Rudolf Steiner?


Oder das Astrologie im Physikunterricht gemacht wird? Oder das heillose Gebräu esoterischer Glaubenssätze aus Drüsen, Zahnentwicklung und astrologischen Einflüssen?

Kommentar von Laury95 ,

Ich rede nicht von dem Unterricht, sondern von der Waldorfpädagogik Steiners.

Ich kenne viele Waldorfschüler, und die haben nur positives berichtet.

Ich sage ja, es ist eben umstritten. Und jede Waldorfschule handhabt den Unterricht anders.

Kommentar von grubenschmalz ,

Ich kenne viele Waldorfschüler, und die haben nur positives berichtet.


Klar, weil man ohne große Anstrengung durch die Schullaufbahn kommt und man dort indoktriniert wird. Im 3. Reich fanden die Leute die Hitlerjugend auch ganz toll. Das bedeutet aber nicht, dass sie ganz toll war. 


Ich rede nicht von dem Unterricht, sondern von der Waldorfpädagogik Steiners.


Äh? Meinst du, dass ist irgendwie getrennt? 

Kommentar von Laury95 ,

Jap

Antwort
von user6363, 64

An sich sind solche Schulen sehr gut gemacht, dass jedes Kind, egal ob arm - reich, 'dumm - klug' und so weiter ist, zusammen arbeiten und zusammen auf ein Ergebnis kommen. Zusammenarbeit und, man kann es schon Familie nennen, wird sehr groß geschrieben. Leider wird der Schulstoff meistens ein wenig vernachlässigt und die Schüler sind nicht auf das 'richtige Leben' vorbereitet. Es gibt noch ein paar organisatorische und allgemein rechtliche Probleme (z.b. Prüfungen) mit solchen Schulen. An sich ist dieses 'kommunistische' System okay, leider relativ schlecht implementiert.

Also mit meinen Erfahrungen, bastel dir selber eine Meinung mit den anderen Antworten hier d:

Antwort
von TanjaStauch, 36

Schwierige Frage...

Als Nachhilfe-Lehrerin habe ich mit Schülerinnen staatlicher und privater Schulen zu tun.  

Waldorf ist natürlich ein Thema für sich. Steiner war Rassist. Einige Waldorf-Schulen sind echt übel. Andere nicht.

Grundsätzlich gilt: Schülerinnen von freien Schulen tun sich schwer, hinterher einen staatlichen Abschluss auf Abitur-Niveau zu bekommen.

Andererseits ist die Suizid-Rate unter solchen Schülerinnen deutlich geringer als an staatlichen Schulen.

Sie können sich dort oft freier entfalten. Sie entwickeln andere Fähigkeiten.

Sie haben später meist schlechtere Karten, wenn es darum geht, viel Geld zu "verdienen".

Aber bessere, wenn es darum geht, mit sich selbst klar zu kommen.

Auch in "objektiv" nicht messbaren Bereichen wie Teamfähigkeit und Kreativität sind die meisten freien Schulen besser.

Allerdings gibt es mittlerweile auch freie Schulen, die die Nachteile der freien Schulen einfach mit den Nachteilen der staatlichen Schulen kombinieren.

Konkret:

Staatliche Schulen sind recht zuverlässig "schlecht".

"Freie Schulen" können deutlich besser, aber auch noch viel übler sein. Du musst da also echt genau hinschauen. Sieh dir den Laden an und rede mit den LehrerInnen! Frage sie danach, weshalb sie diesen Job machen. Nimm dir das Recht heraus, unangekündigt mal einen Schultag zu beobachten. 

Eine wirklich fitte private Schule arbeitet mit den staatlichen Schulen zusammen und lässt ihre Schülerinnen jährlich gemeinsam mit Schülerinnen staatlicher Schulen in gemeinsame Tests gehen. Aber mir ist keine einzige private Schule in Deutschland bekannt, die sich das traut.

Falls du so eine kennst... bitte teile mir das mit, weil ich dort perfekt reinpassen würde.

Fazit:

Extrem schwieriges Thema.

Das Kinder irgendwann Probleme mit der Schule haben, ist ganz normal. Staatliche Schulen sind allgemein nicht "kindgerecht".

Einige private Schulen sind "kindgerechter". Aber machen es Kindern schwer, sich weiter zu entwickeln.

Andere sind noch "elitärer" als die staatlichen Schulen und machen noch mehr Druck (du erkennst das am Schulbeitrag).

Und wieder andere könnten echt gut sein. Aber es gibt kein Qualitäts-Siegel dafür. D.h. du musst selbst wirklich genau hinschauen.

Liebe Grüße,

Tanja

Kommentar von grubenschmalz ,

Staatliche Schulen sind recht zuverlässig "schlecht".


Na, das wirst du als "Nachhilfe-Lehrerin" ja super beurteilen können. Woran machst du das fest?

Kommentar von TanjaStauch ,

Dir scheint so etwas wie eine Berufsbezeichnung wichtig zu sein.

Ich war mal Universitäts-Dozentin für pädagogisch-psychologische Diagnostik und bin in diesem Bereich promoviert.

Ich mache es daran fest, wie viel Aufwand es bedeutet, meine Kiddies zum erfolgreichen Abitur zu bringen. Und wie sie dann abschneiden.

Heute Nachmittag hatte ich einen Schüler, der zwei kurze Fragen zu Mathe gestellt hat. Dann haben wir uns sehr gemütlich über sein Privatleben unterhalten.

Morgen hat er Prüfung. Aber er ist fit und weiß das. Falls es keine Eins wird, bin ich wahrscheinlich mehr enttäuscht als er selbst. Er war vor einem Jahr Fünfer gewohnt.

Hm... jo: Als Nachhilfe-Lehrerin lebe ich auf Hartz-IV-Niveau. Aber die verbeamteten Lehrerinnen in unserer Ecke kennen mich mittlerweile - z.B. wenn es zu einem Gespräch nach einer fehlerhaften Korrektur kommt. Ich setze mich in solchen Gesprächen durch.

Zum Teil, weil sie meinen Namen einordnen können. Weil sie sich mit der Fachliteratur beschäftigt haben. (Kann gut sein, dass ich da drin stehe).

Zum Teil, weil sie im Gespräch schnell kapieren, dass ich sehr genau weiß, wovon ich spreche.

Grüße,

Tanja

Kommentar von grubenschmalz ,

Ich war mal Universitäts-Dozentin für pädagogisch-psychologische Diagnostik und bin in diesem Bereich promoviert.

Sehr schön, dann kannst du die Qualität von Schulen ja ungefähr genauso gut wie ein Bauingenieur oder BWLer beurteilen.

Heute Nachmittag hatte ich einen Schüler, der zwei kurze Fragen zu Mathe gestellt hat. Dann haben wir uns sehr gemütlich über sein Privatleben unterhalten.

Na, da freuen sich ja bestimmt die Eltern, dass sie für einen gemütlichen Plausch über sein Privatleben Geld bezahlen.

Aber die verbeamteten Lehrerinnen in unserer Ecke kennen mich mittlerweile - z.B. wenn es zu einem Gespräch nach einer fehlerhaften Korrektur kommt. Ich setze mich in solchen Gesprächen durch.

Mir ist es absolut schleierhaft, warum sich die Lehrerinnen überhaupt mit dir unterhalten. Die Noten und irgendwelche Klausuren gehen die Eltern und den Schüler etwas an, sonst keinen.

Weil sie sich mit der Fachliteratur beschäftigt haben.

Inwiefern "pädagogisch-psychologische Diagnostik" etwas mit fehlerhaften Korrekturen zu tun hat, ist mir allerdings auch schleierhaft. 

Kommentar von TanjaStauch ,

Die scheint vieles "schleierhaft" zu sein.

Ein Tipp: Hirn einschalten.

Kommentar von Schattentraum ,

Klingt nach einem wertvollen Tipp. Aber ob er bis in die schmalzige Grube vordringen kann...

Er scheint was gegen Kompetenz zu haben. Wahrscheinlich ein verbeamteter Lehrer....

Antwort
von grubenschmalz, 62

Hat er Probleme mit der Leistung oder mit dem Verhalten? Auf welcher Schulform ist er momentan?

Von freien Schulen halte ich persönlich absolut gar nichts, sind meistens extrem stark esoterisch und weltanschaulich geprägt, wie z.B. die von dir erwähnten Waldorfschulen. Zudem arbeiten dort meist nicht ausgebildete oder sehr schlechte Lehrer, da man dort wesentlich weniger Geld verdient als an normalen Schulen. D.h. wer dorthin geht, macht das meist nur, weil er woanders nicht genommen wird.

Ich bin übrigens selbst Lehrer, aber an einer normalen allgemeinbildenden Schule.

Kommentar von Lilli2345 ,

Er hat Probleme mit der Leistung und kommt mit dem Lehrer nicht klar. Er ist in der Grundschule.

Kommentar von grubenschmalz ,

Gespräche mit dem Lehrer geführt? Welche JgSt? Wenn er in Klasse 3 oder 4 ist, würde ich einfach abwarten, regelt sich eh bald.

Kommentar von Lilli2345 ,

Gespräche wurden mehrfach geführt und das nicht nur von uns. 3. Klasse. Sind auch schon zwei Kinder gewechselt. Problem ist das Schulleitung es nicht erlaubt an eine andere Gs zu wechseln, daher kommt ja nur eine freie Schule in Frage

Kommentar von grubenschmalz ,

Wenn ihr bei euch keine Zuweisung zu den Grundschulen habt, kann die Schulleitung das gar nicht untersagen. 

Kommentar von Laury95 ,

Ich bin übrigens selbst Lehrer, aber an einer normalen allgemeinbildenden Schule.

Komischerweise sind die nicht ausgebildeten Lehrer an Privatschulen besser, als jene, die ich von allgemeinbildenden Schulen kenne ;)

Kommentar von grubenschmalz ,

Inwiefern hast du eine fachliche Ausbildung um das adäquat beurteilen zu können? Nur weil man sich mit einem Lehrer gut versteht, er nett ist, etwas seichten Unterricht macht, heißt das nicht, dass er gut ist. 


Sei mir nicht böse, aber mit deinen 21 Lenzen kannst du nicht ansatzweise beurteilen, was gute Lehrer ausmacht. 

Kommentar von Laury95 ,

Leider kann man das sehr gut beurteilen, wenn ein Haufen Lehrer wegen privaten Problemen häufig fehlt.

Am besten der Spruch: Ich korrigiere in den Weihnachtsferien eure Arbeit  (auf die wir seit 3 Monaten warten)

Und dann: Ach ich hatte keine Zeit,  ich War in den USA und wollte meine Freizeit.

Und das in der Oberstufe kurz vor dem Abitur. 

Und dann gibt es natürlich  noch die, die über ihr Gehalt meckern.

Kommentar von grubenschmalz ,

Das klingt alles sehr interessant, hat aber nichts mit der Kompetenz der Lehrer zu tun.

Kommentar von Schattentraum ,

Ich bin auch Lehrerin an einer "normalen" Schule und "Seminarleiterin".

Trotzdem redest du kompletten Schmarrn.

Die kompetensteste Person in diesem Thread ist keine "Lehrerin" in deinem Sinne. Ich fände das auch eher peinlich.

Aber ich kenne sie aus meinem Studium.

Sie war Landesvorsitzende eines Studenten-Verbandes mit mehr als 8000 Mitgliedern (ich war eines davon). Sie war Psychologie-Dozentin an meiner Uni. Ich weiß nicht, ob sie ihre Habilitation abgeschlossen hat, aber die Profs hatten aus gutem Grund großen Respekt vor ihr.

Ihr Statement hier ist ihrer durchaus würdig. Es ist in jeder Hinsicht objektiv, valide und reliabel.

Als Person, die staatlich dazu beauftragt ist, Lehrer und Lehrerinnen auszubilden (und sie im zweiten Staatsexamen zu bewerten), bedauere ich es zutiefst, dass du jetzt ein dreimal so hohes Einkommen hast, wie sie.

In beiden Fällen völlig unverdient.

Schattentraum

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten