Eure Meinung würde mich wirklich interessieren!
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Nicht alleine, aber er war maßgeblich daran beteiligt, indem er die Plünderung der Rentenkassen, die Vernichtung der DDR-Industrie und den 1:1 - Umtausch der DDR-Privatvermögen zugelassen bzw. forciert hat. Man könnte die Liste noch fortführen, aber das würde den Rahmen sprengen.
Stellt Euch die Frage doch einmal anders! Wie wäre es gewesen, wenn Ihr die Möglichkeit gehabt hättet, die Wiedervereinigung durchzuführen! Was hättet Ihr gemacht oder wie hättet Ihr das angestellt?
In meinem Bekanntenkreis haben wir uns die Köpfe schon darüber heiss geredet. Leider sind auch wir zu keinem Ergebnis gekommen!
Vielleicht kann ich hier weiterhelfen. Ich habe damals meine volkswirtschaftliche Diplomarbeit zu diesem Thema geschrieben und später veröffentlicht: Zeschmann, Philip (1992): „Ideen für ein wirtschaftliches Überleben Ostdeutschlands - Eine wirtschaftspolitische Konzeption zur Bewältigung des Strukturwandels in den neuen Bundesländern“. Harri Deutsch Verlag, Frankfurt a.M.

Ich glaube die allgemein schlechte Wirtschaftslage ist auf die Globalisierung und leichte Rezession (ja nicht zugeben das wir eine haben/hatten!!) zurueckzufuehren. Die Tatsache das H. Kohl die Wiedervereinigung trotz schlechteren Bedingungen doch geschafft hat, sollte euch Deutsche doch freuen. LG
(Mein ehemaliges Land ist gerade zerstueckelt worden, alle Produktionsanlagen/Industriearten fast bankrott - da kein ehemaliger Markt und Kooperation mehr, Slowenien "rettet" sich noch rechtzeitig - hat aber auch gelitten, Sozialversicherungen und Monatsgehaelter werden ganz legal fuer die Arbeiter nicht mehr gezahlt - KK : ohne dass die Arbeiter das wissen, Menschen sind zur graue Oekonomie massenhaft gezwungen...)

Die Wiedervereinigung war richtig.
Falsch war der Umtausch 1:1 und falsch war die Aussage von den "blühenden Landschaften", die völlig unrealistische Erwartungen geweckt hat.
Diese beiden Dinge haben erheblich zu den wirtschaftlichen Problemen beigetragen, mit denen wir heute zu kämpfen haben.
Falsch ist es, dass keine Regierung seither darauf geachtet hat, dass die Milliarden an Transferleistungen Richtung Osten auch wirklich für den vorgesehenen Zweck verwendet werden.
Offiziell soll damit die Infrastruktur verbessert werden, tatsächlich wird aber ein Grossteil davon im ganz normalen Haushalt verbraten!
Ein Staatsbankrott bzw. eine Staatsinsolvenz ist (nach http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsbankrott ) das Einstellen der Zahlungen für finanzielle Forderungen (vor allem Zinsen für die Schulden) durch einen Staat (mit oder ohne förmliche Erklärung). Da für Deutschland nach der Wiedervereinigung bisher noch kein Bankrott eingetreten ist, führt die Frage eigentlich zu einer unsicheren Zukunftsspekulation. Helmut Kohl hat sicher bei der Wiedervereinigung wirtschafts- und finanzpolitische Fehler begangen. Sie selbst war kein Fehler und ich weiß auch keinen Grund, warum damit zwangsläufig ein zukünftiger Staatsbankrott verbunden sein sollte.
Ich finde die Antworten hier alle etwas oberflächlich. Richtig ist erst einmal, dass die Bundesrepublik ja bisher nicht in einen Staatsbankrott geführt wurde. Richtig ist aber auch, dass die aus der Vereinigung der beiden deutschen Staaten herrührenden finanziellen Belastungen bis heute tiefe Spuren in den Staatsfinanzen (enorm gestiegene Verschuldung) und in der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten 17 Jahre hinterlassen haben. Aus volkswirtschaftlicher Sicht war allerdings die Organisation des Vereinigungsprozesses durch die Herrn Kohl und Waigel katastrophal. Die viel zu schnelle Wähungsumstellung und damit dramitische Aufwertung derWährung der ehemaligen DDR von einem Tag auf den anderen war aber nur das eine. Viel schlimmer noch war das ignorante plattmachen vorghandener industrieller Strukturen zum Teill als Folge dieser extremen Währungsaufwertung und dem damit verbundenen sofortigen Wegbrechen der angestammten absatzmärkte in Osteuropa und Russland. Aber wesentlich verursacht durch die ignorante Privatisierungspolitik der Treuhand. Nach dem Motto: "alles nur irgendwie verscherbeln, egal was draus wird". Anfang der Neunziger Jahre wurden zumindest vereinzelt andere Wege beschritten, die nicht zu einer weitestgehenden Vernichtung der industriellen Kerne in der ehemaligen DDR führten. Über Beschäftigungs- und Qualifizierunggesellschaften wurde versucht aus bestehenden Strukturen (z.B.: Ex-Kombinaten) heraus neue Produktionen und Dientleistungsgesellschaften zu Gründen und im Markt zu verankern. Das ist auch vereinzelt gelungen, hätte aber von Beginn an flächendeckend betrieben und systematisch gefördert werden müssen. Die (vieleicht sogar bewußt in Kauf genommene) Vernichtung der meisten industriellen Kerne hat neben der langfristg anhaltenden Massenarbeitslosigkeit dazu geführt, dass es in der Fläche meist keine Industrie mehr gab bzw. gibt und ein Wiederaufbau bzw. die Neugründung aus dem Nichts unmöglich war und ist und durch kein Förderprogramm bzw. keine Wirtschaftsförderung geleistet werden kann. Damit wurde die dauerhafte Verarmung und Entseidelung großer Landstriche inKauf genommen und wir alle für Jahrzehnte mit den Folgen belastet. Das ist sehr traurig und eine schwere Hypothek auf der Bilanz von Herrn Kohl, denn es hätte nicht sein müssen, denn der Umbau der Wirtschaft der ehemaligen DDR hätte positiv genutzt und gestaltet werden können, um zukunftsweisende und leistungsfähige Strukturen zu schaffen und mittelfristig die Regionen zur wirtschaftlich leistungsstarken Gebieten mit vielen guten Arbeitsplätzen und guten Zukunftsperspektiven zu entwickeln (vgl. Zeschmann, Philip (1992): „Ideen für ein wirtschaftliches Überleben Ostdeutschlands - Eine wirtschaftspolitische Konzeption zur Bewältigung des Strukturwandels in den neuen Bundesländern“. Harri Deutsch Verlag, Frankfurt a.M.) - aber leider war der Mainstream der Wirtschaftspoltik damals anderer Meinung.

Nein, Finanzminister Eichel hatte es geschafft von 2002 - 2006 auf nur noch 4000 Euro Pro Kopf Staatsverschuldung zu reduzieren.
Ende 2008 beträgt die pro Kopf Staats-verschuldung wieder 22000 Euro.
Aus 2009 kenne ich noch keine verbindlichen Zahlen.

Nein, das hat nichts mit direkter Folge der Wiedervereinigung zu tun. Übrigens: Deutschland ist nicht bankrott und verschuldet war es schon lange vor der Wiedervereinigung. Hier ein schönes Video unten auf der Seite zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung: http://www.squidoo.com/geschichtsbuch
Der Umtausch war begrenzt, und völlig notwendig. Die Industrie war auch schon vor der Wiedervereinigung "schrottreif"... und was heute ist haben die meisten von damals (egal von welcher Seite ) selbst verursacht... und leider wird heute auch keiner schlauer ...
stimmt nicht. Die DDR- industrie war zwar nich die modernste der Welt, aber erst die Einführung der DM hat die DDR ruiniert, weil mit einem Mal die Absatzmärkte im Osten wegbrachen. Die hatten nämlich keine DM. Aber die Ossis wolten ja die westmark und der Helmut wollte sie ihnen geben - der Wählerstimmen wegen.
Für eine simple Meinungsäußerung 5x den Daumen runter ist nicht schlecht. Aber egal. Ich bin nicht der Meinung, dass die Wiedervereinigung schlecht war, sie war bitter nötig. Nur die Finanzierung derselben war völlig daneben und hätte ganz anders laufen müssen. 1 kleines Beispiel: 17 Mio. neue Rentenanwärter, die nichts in die BfA oder LVA eingezahlt haben, müssen allein von den "normalen" sozialversicherungspflichtigen Arbeinehmern bezahlt werden, kein Beamter, kein Freiberufler, kein Politiker beteiligt sich daran.