Hat hat man als Unterschichtler heutzutage keine andere Wahl als sich durch einen technischen Studiengang durchzuquälen?

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6 Antworten

Hallo Problemkind28,

ups, was für eine Menge Fragen ;-) Auf gut Deutsch: Du möchtest von vorne anfangen, oder? Klar, gehen tut alles, aber da sind ja gleich mehrere Baustellen.

Von Konzentration über Motivation bis hin zu dem Gefühl der Unterlegenheit. Wo willst Du denn anfangen?

Die einzige Frage, die ich vermißt habe: Was macht mir Spaß? Und genau das ist es wohl, was es neben all den sachlichen Überlegungen und Bedenken ausmachen sollte, denn Du hast ja noch sehr viele Berufsjahre vor Dir.

Frage Dich doch bitte erstmal selbst, was Du möchtest, Dir Freude bereitet, wovon Du Dir vorstellen könntest, den Rest Deines Arbeitslebens mit zu verbringen.

LG

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Kommentar von problemkind28
22.06.2016, 02:18

Du möchtest von vorne anfangen, oder?

Tatsächlich trifft das den Nagel so ziemlich auf den Kopf, vielen Dank!

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Also, was die Inhalte angeht: Du lernst im Studium sowieso alles noch mal von vorn. In den ersten 2-3 Semester wird in Mathe, Physik usw. extrem viel aus dem Abitur wiederholt. Allerdings natürlich in sehr viel kürzerer Zeit. Also, was wir beispielsweise in drei Abiturjahren in Mathe hatten, wurde bei uns in den ersten zwei Semester in 2x90 Minuten pro Woche abgefrühstückt. Insofern musst du dir erstmal keine Gedanken machen in welchen Fächern du schlecht warst, weil du dort eine neue Chance erhältst den Stoff zu beherrschen.

Was das krasse Fachwissen von studierten Menschen angeht: Man merkt ziemlich schnell, und das in fast allen Fachrichtungen, dass die Fächer die man hat sehr viel miteinander zu tun haben. Ich habe jetzt keine harte Wissenschaft studiert, sondern Psychologie im Bachelor und Politische Kommunikation im Master. Trotzdem war es eben so, dass mir im Bachelor bspw. kognitive Dissonanz ca. 20x begegnet ist. So stelle ich mir das in anderen Fächern eben auch vor. Irgendwann hörst/brauchst du den Stoff so oft, dass es gar nicht anders geht als ihn zu beherrschen. Wenn du dich dann noch ein wenig für das was du studierst interessiert und privat noch nacharbeitest oder dich eben selbst weiterbildest, bekommt man recht zügig gutes Fachwissen.

Zu den Arbeitstechniken/Methoden: Da fährt jeder eine andere Strategie und der Lernaufwand variiert von Uni zu Uni, Fach zu Fach, Dozent zu Dozent und natürlich Person zu Person. An manchen Unis sind Open Book Klausuren bereits Normalität geworden. (Das sind Klausuren wo man alle Unterlagen mitnehmen darf und man nur Anwendungsfragen gestellt bekommt.) Wiederum andere Unis/Dozenten legen großen Wert darauf, dass man Definitionen ganz genau auswendig beherrscht. Solche Dozenten hatte ich zu Hauf im Psychologiestudium. Meine persönliche Technik fürs Auswendiglernen z.B. ist: Lesen, auswendig Aufsagen, auswendig Aufschreiben und weiter machen. Stück für Stück weiter arbeiten. Ist extrem anstrengend aber ich habe damit recht viel Erfolg gehabt. Bei anwendungsorientierten Dozenten habe ich einfach versucht das Gelernte auf so viele Beispiele wie möglich zu übertragen. Man kann den Theoriemodus ja auch nur bedingt einschränken an einer Uni.

Ein Experte oder ein Fachmensch wird man nur dann, wenn man sich kontinuierlich und immer wieder mit seinem Fachgebiet beschäftigt. Es muss jeden Tag präsent sein und auch im privaten Bereich einen Platz einnehmen. So wird das Wissen immer wieder aktiviert, bis es sich quasi ins Hirn einbrennt. Anfangs erfordert das einige Disziplin aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran.

Und ein letztes noch: Mach dir nicht so viele Sorgen um die Zeit die du bis jetzt verloren hast. 1. Wenn du in dieser Zeit etwas getan hast und Erfahrungen gesammelt hast (auch wenn es nur dazu da war herauszufinden was du nicht willst) ist es keine verschwendete Zeit. Du wirst sehen, dass dir diese Erfahrungen einen Vorteil bringen. 2. Du und ich, alle aus unserem Alter werden ohnehin sehr viel länger arbeiten müssen als unsere Eltern. Wo liegt also das Problem 2 oder 3 Jahre später anzufangen. Irgendwann ist ja auch mal gut in dieser undankbaren, sinnlosen Leistungsgesellschaft. In den seltensten Fällen gehen Menschen einen geraden Weg. Viele springen noch mal in ein anderes Fach oder orientieren sich noch viel öfter um. Oder sie studieren fertig und fangen dann in einem ganz anderen Bereich zu arbeiten als ursprünglich geplant usw. Durch das Studium wird sich auch noch mal dein Horizont etwas erweitern und deine Interessenlage wird sich noch mal leicht verschieben, was vollkommen natürlich ist. Wichtig ist nicht anzuhalten. Du brauchst immer einen Plan für die nahe Zukunft und solange du mutig weiter gehst und deine operativen Ziele verfolgst, wirst du letztlich auch irgendwann Erfolg haben.

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Zu spät ist es nie.

Es ist aber schon  schwer, mit über dreißg an einer Karriere erst anzufangen zu bauen. Mit Mitte dreißig sollte eigentlich schon ein gewisser beruflicher Erfolg vorzeigbar sein, um dann so langsam in die "C-Jobs" aufzurücken.

Was aber immer wichtig ist, ist Können, Leistungswille und Zuverlässigkeit. Dabei sind Dinge wie Studium zweitrangig. Wer was kann, wer bereit ist, hart zu arbeiten und wer dabei absolut zuverlässig ist, der wird auch seinen Weg machen. Auch ohne Studium.

Deshalb solltest du dich fragen, was du kannst. Wo liegen deine ganz besonderen Talente? Worin bist du so richtig gut?

Wenn du das raus hast, dann weißt du auch, worauf du dich konzentrieren solltest und was du beruflich machen sollst. Falls du so richtig gut im Zocken bist und stundenlang in einer Spiele-Communty rumhängst, Gilden/Clans organisierst oder so, dann suche dir einen Job im Spielebusiness. Du kannst saugut Schweißen und hast Freude am Gestalten? Stelle Skulpturen her und mach dich als Künstler selbstständig. Dein totales Talent ist Gitarrespielen? Beginne mit Auftritten und arbeite daran, werde Musiker.

Du denkst aber eher: ach, ich kann nichts, ich sitze lieber zuhause rum, Arbeit finde ich doof, ich gehe lieber ein Bier trinken oder gucke Glotze? In diesem Fall wäre dann in der Tat der Zug abgefahren, ohne dich.

Wenn du in deinem Alter mit beruflichem Aufstieg anfangen willst, musst du sehr viel Eigeninitiative entwickeln und du darfst nicht darauf hoffen, die bequemen Wege gehen zu können. Du musst dir deine eigenen Wege bauen, anders geht das nicht.

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Kommentar von problemkind28
22.06.2016, 03:47

Was sind denn C-Jobs? Davon habe ich noch nie gehört. Bedauerlicherweise ist es eher so, wie du geschrieben hast: Nur anstatt des Biers und der Glotze habe ich mir die letzten 8 Jahre darüber den Kopf zerbrochen was ich aus meinem Leben machen soll, leider ohne Ergebnis wie man merkt. :-( Ich bin nie irgendwelchen Hobbies nachgegangen. Spontan würden mir auch garkeine einfallen.

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Schafft man dann auch noch alle Karriereschritte? Also Einstieg als
Sachbearbeiter, Aufstieg als Gruppenleiter, dann Abteilungsleiter und
irgendwann CEO?

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die wenigsten die studieren sitzen irgendwann in einem Cheffsessel eines riesigen Konzerns, unabhängig vom Alter wann man da angefangen hat

wenn das deine Intention ist solltest du das lieber bleiben lassen da du dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin irgendwann frustriert hinwirfst.

Wenn du etwas studierst solltest du dich für das Studienfach an sich interessieren, von demher macht es dann auch wenig Sinn etwas zu studieren das einem keinen Spaß macht.

"Schafft man es dann auch noch mit Ende 35 eine Freundin zu finden und eine Familie zu gründen?"

das kann man sogar nch mit 40, 50 und noch später schaffen.

Aber das ist etwas das kommt und nichts, was man zu einem bestimmten Zeitpunkt erzwingen kann

Dich da unter Druck zu setzen hilft dir da kaum.

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Oder ist es in diesem Leben bereits zu spät noch irgendetwas in eine positive Richtung zu drücken? 
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das geht immer; die Frage ist nur was für dich positiv ist und ob du überhaupt etwas positives anerkennen willst oder dich schon so mit diesen negativen Gedankengängen abgefunden hast, das diese sich durch dein ganzes Leben ziehen.

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Nur was bleibt mir als Alternative?

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Was du machen willst und machen kannst musst du selber entscheiden

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Soziologie oder Kunst/Germanistik sind brotlose Fächer.

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würde ich nicht sagen; aber klar: reich werden damit die Wenigsten (obwohl das auch auf die meisten anderen Studienfächern zutrifft)

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Heute weiß ich, das mein eigentliches Problem die Tatsache ist, das ich
keine Lern- oder Arbeitstechniken/-methoden habe um mir selbst überhaupt
irgendetwas beizubringen.

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da bist du nicht der Einzige - das Problem haben sehr viele um nicht zu sagen die Meisten aber das ist etwas, das man lernen kann und das mit der Erfahrung kommt.

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. Ich sehe oft das studierte Menschen sowas richtig gut beherrschen"

ich sehe das nicht so; ich und ob jemand studiert hat oder nicht ist da kein entscheidender Faktor.

Es gibt auch nicht studierte die das können.

Entscheidend ist in erster Linie ein Umfeld indem man reflexiv über Themen nachdenken und sich Strategien aneignen kann.

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Hat euch jemand geholfen? Wie habt ihr diese Personen kennen gelernt?
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ich glaube du überträgst viel zu viel Verantwortung auf andere Personen, auf andere Gegebenheiten usw.

Wieso fängst du nicht einmal an selbst für dich Verantwortung zu übernehmen und nicht darauf zu warten das irgendjemand irgendwas für dich tut?

Wenn du etwas lernen möchtest dann fange einfach an - informiere dich, probiere unterschiedliche Dinge aus, bewerte sie und mache weiter

Genauso auch beim Studiengang: überlege was dir gefallen könnte, informiere dich (Gaststudium? Vorlesungsmittschnitte auf youtube?) und entscheide dich dann

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Kommentar von problemkind28
22.06.2016, 03:40

Das mit dem Studium birgt eben das Risiko es nicht zu schaffen, besonders ein technisches Fach, du musst ja auch gegenrechnen das der Kröper abbaut und man mit 30 nicht mehr so leicht lernt wie mit 20, man abe rmit 20jährigen konkurrieren muss und die Notenvergabe  in Klausuren im Studium an den Leistungsbesten orientiert ist (habe ich zumindest ma gelesen) Zudem verliere ich wertvolle Zeit was die Familienplaung angeht, da, je jünger man ist, ums mehr noch mit seiner Familie machen kann. Auch ene Freundin, zu finden wird nicht so einfach, da für die Frauen ja eine biologische Uhr tickt und als 50-Jähriger sich eine 25-Jährige Freundin zu organisieren glaube ich, geht auf Dauer einfach nicht gut, wenn man nicht gerade ein dickes Konto von dem die Frau weiß. Außerdem wirken sich die drei Jahre Studium destruktiv auf meine Rente aus, zumal ich von den Arbetgebern bei denen ich vorher wahr bereits abgezockt wurde und kaum was verdient habe (1200 EUR brutto- ich wusste es nicht besser, die haben mich ausgenutzt). Da sind meine Bedenken gegen ein Studium.

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Wenigstens bist du (noch) kein Irrenhäusler. Leg einfach weniger wert auf Sozialstatus - du gehst kaputt an deinem übersteigerten Anspruchs- Konkurrenzdenken.

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Kommentar von problemkind28
22.06.2016, 04:01

Nur was für eine Wahl habe ich denn? Wenn ich nicht konkurriere gehe ich unter. Ich habe mir das System nicht ausgesucht aber ich bin gezwugen darin zu leben :-(

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Wer sagt dass du studieren musst? Grad in der IT geht doch SO viel ohne Studium...

Und dann auch noch Kinder und Aufstieg und alles auf einmal? Komm mal runter vom hohen Roß.

Finde was was dir Spaß macht und finde deine Nische im Berufsleben. Bisherige Erfahrungen sind immer nützlich. Und wenn dir Studium nicht liegt, lass es, das macht dich nur unglücklich. Dann lieber fachliche Spezialisierung. Kinder bzw Familie kommt dann von allein wenn du ein glückliches leben lebst.

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Kommentar von problemkind28
22.06.2016, 04:00

Das Problem ist, das ich kein Talent in der IT habe, bn Webentwickler und merke das ich mit der Dynamik echt meine Probleme habe. Promovierte Physiker stecken mich da auf meinem Fachgebiet locker in die Tasche! Das finde ich Endkrass. Naja und der Körper baut nunmal ab, daher ist IT nur eine vorübergehende und vor allem junge Übergangslösung (über 35 braucht man damit nicht mehr anzufangen, außer man strebt einen Administratorjob im öffentlichen Dienst an, aber selbst das dürfte zunehmend professionalisiert werden)

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