luckytess am 23.02.2008 um 1:03 Uhr
Ich war heute auf einer Vorstellung von ProWin Reinigungsprodukten. Die Fachberaterin behauptete, Glas (Fensterglas) habe Poren. Als ich widersprach, blieb sie hartnäckig bei ihrer Darstellung.
Es kommt drauf an, ab welcher Tiefe die Poren als solche bezeichnet werden. Im Elektronenrastermikroskop ist Glasoberfläche sehr rauh zu sehen, was aber im Alltag nicht so wichtig scheint. Es gibt verschiedne Glasqualitäten, das teurere (Fenster)Glas hat eine glattere Oberfläche, verwittert langsamer.

Glas ist ein Schmelzprodukt und ein amorpher Werkstoff. Glas läßt sich durch Gießen, Pressen, Blasen, Spinnen und Walzen verarbeiten. Mikroskopisch gesehen hat Glas Poren.
Glas ist so fast das glatteste Material, das im Haushalt eingesetzt wird. Da auch Glas ein Naturprodukt ist, sind feinste ? nicht ganz auszuschließen, aber Poren sind wohl doch was anderes. L.G.
luckytess am 23. Februar 2008 01:19 Ich war der Meinung, dass Glas ein gegossenes Material ebenso wie Plexiglas ist und damit porenfrei. Unter Poren stelle ich mir eine Oberfläche vor, die Vertiefungen aufweist. Danke für deine Antwort und gute Nacht.
Niklaus am 23. Februar 2008 09:39 Auch gegossene Werkstoffe haben Poren. Z.B. Grauguß
luckytess am 23. Februar 2008 11:37 @edgarniklaus, guten Morgen. Ich habe lange Zeit für eine Vertriebsfirma gearbeitet, die z.B. Bade- und Duschwannen aus Plexiglas/Acryl hergestellt hat. Dieses Material wird als absolut porenfrei beurteilt, da der flüssige Kunststoff zwischen Spiegelwände gegossen wird und dadurch eine porenfreie Oberfläche erhält. Die Firma Röhm (Plexiglas) hat dieses Material "erfunden". lb.Gruß lt
luckytess am 23. Februar 2008 01:24 Habe gerade geschrieben, aber der Kommentar ist weg :-(. Ich war der Meinung, dass Glas ein gegossenes Material - ebenso wie Plexiglas - ist und dadurch eine porenfreie Oberfläche hat. Poren stelle ich mir als schmutzfangende Vertiefungen vor. Danke für deine Antwort und lb.Gr.

ja, auch glas hat poren. sie entstehen durch gasentwicklung bei der herstellung unter sehr hohen temperaturen. bei den meisten oberflächen sind sie aber so klein, damit man sie mit dem blosen auge sehen, geschweige fühlen kann
luckytess am 23. Februar 2008 01:27 Danke für die Antworten. Ich denke auch, dass man nicht von Poren sprechen kann, um die Reinigungsmittel anzupreisen. Ist Glas nicht gegossenes Material und wie Plexiglas porenfrei? lb.Gr. lt
Glas ist eine "unterkühlte Flüssigkeit", das sagt, dass die Glasschmelze "so schnell" abgekühlt wird, dass sie nicht kristallisieren kann. Die Glasmoleküle sind also unregelmäßig angeordnet. Da könnte man möglicherweise von Poren sprechen, sollte man aber eigentlich nicht.
Es gibt Stoffe, die Poren haben. Das sind dann Hohlräume, die so groß sind, dass andere Moleküle hineinpassen und sich dabei drastisch abkühlen und andere Effekte auslösen. Auch Waschmitteln wir so etwas - man spricht von Zeolithe - zugesetzt, um den Kalk zu binden und damit das Wasser weicher zu machen.
In der Werbung ist den Herstellern natürlich alles Recht. So behauptet ja auch Tupper, in ihren Dosen könne man durch Herunterdrücken des Deckels ein Vakuum erzeugen. Das beeindruckt natürlich, dabei könnten die Dosen selbst bei einem schwachen Vakuum dem Luftdruck nicht widerstehen. Da kann man kaum von Unterdruck sprechen, das hört sich aber nicht so gut an.

Das Glas Poren hat wird gerne als Beispiel genommen, dass sich Dreck in diesen Poren besondern gut festsetzen kann.
Da kann man nur sagen, dass sich die Leute die das behaupten nicht besonders gut auskennen. Unter einem Mikroskop ist Glas recht eben und hat keine tiefen Poren.
Wenn man sich allerdings die Oberfläche von der selbstreinigen Oberfläche einer Lotusblüte unter einem Mikroskop anschaut, wird man feststellen, dass diese statt absolut glatt zu sein, ganz ganz viele Unebenheiten hat.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lotuseffekt
Aber eben gerade durch diese Unebenheiten kommt der sogenannte Lotuseffekt zum Tragen.
Also man macht durch solche Putzmittel die Oberfläche eher unebener, sodass der Lotusblüteneffekt auftritt.
Aber weil sich die Leute das so schwer verstehen können und viele Putzmittelverkäufer auch nur Hauptschule haben, wird das gerne anders herum erzählt.
luckytess am 23. Februar 2008 01:53 Vielen Dank für die gute Recherche. Aber wird die Lotosblütentechnik auch für normale Fenstergläser eingesetzt? Ich kenne das hauptsächlich bei Bedachungen.lb.Gruß
boriswulff am 23. Februar 2008 09:50 Es gibt Nanooberflächenbeschichtungen, die genau diesen Lotusblüteneffekt einsetzen. Bei Fensterglas ebenso wie bei Autoscheiben.

Es gibt kein Material, das absolut glatt ist, wenn man aber etwas verkaufen möchte, werden aus Schlaglöchern Schluchten.