Frage von DavidEule, 97

Ist fast jeder Jude?

Hallo,

ich weiß, dass man Jude ist wenn man eine jüdischen Mutter, Oma(mütterlicherseits), Uroma(mütterliche Linie) usw. hat. Was ist wenn man eine Jüdin in mütterlicher Linie hat, aber aus dem 19.Jahrhundert. Ist man dann trotzdem Jude oder gibt es da eine Regel?

Antwort
von MrHilfestellung, 65

Nein, da nur die unmittelbaren Eltern (im orthodoxen Judentum nur die Mutter) für die Zuordnung zum Judentum wichtig sind.

Antwort
von Accountowner08, 33

ja, wird aber nur anerkannt, wenn man es auch nachweisen kann...

Kommentar von Accountowner08 ,

...daraus ergibt sich aber nicht, dass fast jeder Jude ist... Juden sind in den meisten Ländern weniger als 1% der Bevölkerung, d.h. auch mit den Juden, denen es nicht bewusst ist, dass sie jüdisch sind, und auch mit jenen, die es zwar wissen, sich aber nicht als jüdisch deklarieren und ihren Nachkommen in weiblicher Linie kommst du nicht auf 100% der Bevölkerung, auch nicht auf 50%, auch nicht nach 10 Generationen... wozu man sagen muss, dass der Nachweis vielleicht nach 5, 6 Generationen noch möglich ist, danach in den meisten fällen nicht mehr... 

Wenn es sich auch über väterliche Linie vererben würde, als über Mutter ODER Vater, dann wäre es tatsächlich so, dass nach 30, 40 Generationen (1000 oder 1400 Jahren) wahrscheinlich jeder in einem Land jüdisch wäre.. aber auch da wäre der Nachweis ein Problem.

Kommentar von Accountowner08 ,

...das hängt damit zusammen, dass es statistisch einen sehr grossen Unterschied macht, ob es eine rein weibliche (oder rein männliche) Linie ist, oder eine gemischte.

Wenn du 10 Generationen zurückgehst, hast du ca. 1000 (genau 2^10 =1024) Vorfahren in dieser Generation, aber nur 1 in rein weiblicher Linie und nur 1 in rein männlicher Linie. Und je weiter du zurück gehst, desto mehr Vorfahren werden es ingesamt, aber es bliebt immer nur 1 in rein weiblicher Linie und 1 in rein männlicher Linie...

Mit den Nachkommen ist es ein bisschen anders, aber so eine Linie kann leicht unterbrochen werden, sobald jemand keine Kinder hat oder nur kinder vom "falschen" geschlecht.

Antwort
von Pangaea, 56

Nur wenn die mütterliche Linie immer von der Mutter auf die Tochter geht.

Wenn also deine Mutter einen jüdischen Urgroßvater hatte (und demzufolge eine jüdische Ur-Urgroßmutter) dann war der Urgroßvater der letzte Jude in der Familie, weil die Religion nur über die Frauen geht.

Wenn du den jüdischen Glauben annehmen möchtest, müsstest du in einem solchen Fall konvertieren, auch wenn du jüdische Vorfahren hast.

Kommentar von Accountowner08 ,

Ja, ich muss auch fragen, ob meine Schwester einen Sohn oder eine Tochter kriegt, damit ich weiss, ob ich Onkel oder Tante werde.

Das ist der Denkfehler, den du machst.

Alle Personen, egal ob männlich oder weiblich, die in rein mütterlicher Linie von einer Jüdin abstammen, sind jüdisch. Ein Sohn einer Jüdin ist jüdisch, aber wenn er mit einer nicht jüdischen Frau Kinder kriegt, sind die Kinder nicht jüdisch.

Kommentar von Pangaea ,

Genau das habe ich doch gesagt.

Unser Fragesteller fragt, was ist, wenn er in seiner mütterlichen Linie im 19. Jahrhundert eine Jüdin hatte. Der Einfachheit halber habe ich mal angenommen, es sei seine Ur-Urgroßmutter gewesen.

Wenn der Urgroßvater Jude war (weil er eine jüdische Mutter hatte), dann war er der letzte Jude in der Familie, weil seine Kinder keine Juden waren (angenommen seine Frau sei nicht jüdisch gewesen).

Eines dieser (nicht-jüdischen) Kinder ist dann die Mutter oder der Vater der Mutter unseres Fragestellers ("mütterliche Linie"), aber die jüdische Religion kann derjenige nicht weitergegeben haben, auch als Frau nicht, denn man bekommt die jüdische Religion über die Mutter.

Kommentar von Accountowner08 ,

du bist etwas verwirrt. Jüdische Mütter geben die jüdische Religion auch an Söhne weiter, nicht nur an Töchter. d.h. wenn es ein Mann ist, der in rein mütterlicher Linie jüdisch ist, dann ist er jüdisch, auch wenn es ein Mann ist.

Er kann es nur nicht an seine Kinder weitergeben.

Kommentar von Pangaea ,

Eben. Nichts anderes habe ich gesagt.

Antwort
von rlstevenson, 50

Das ist eine Frage der Auslegung. Streng orthodoxe Juden bestehen unter Umständen auf einer lückenlosen mütterlichen Linie. Bei Reformjuden ist es vollkommen o.k. zu konvertieren, auch wenn man aus nichtjüdischen Familien stammt.

Man darf nicht vergessen, dass auch Ruth keine gebürtige Jüdin war.

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