Frage von fabiankozdon, 37

Hat er die rechte an mein bild?

Hallo, ich habe vor einem jahr ein 3d wallpaper designed und ich wurde gefragt ob die person das wallpaper nutzen kann für eine veranstalltung und ich sagte ja aber das sie mir auch fotos von vor ort schicken das ich es z.b. als referenz habe und das sie mich erwähnen müssen

  • erwähnt haben sie mich.
  1. Die haben mir nichts zu kommen lassen (event ist 3 monate her)
  2. Die haben nur ein "ja" per email und keine nutzungsgenehmigung von mir für welchen artikel das bild verwendet wird (tshirt, plakat, flyer, banner.. etc)

habe ich das recht irg was dagegen zu tun?

die frage ist nun genau: ob ich z.b. vor gericht gute chancen hätte oder eher nicht?

LG Fabi

Expertenantwort
von ThomasMorus, Community-Experte für Urheberrecht, 37

Das geht schon Richtung Rechtsberatung. Die dürfen in Deutschland nur niedergelassene Anwälte erteilen.

Nach meine Einschätzung wäre das aber ein relativ leichter Fall: Du bist der Urheber des Wallpapers und somit darf das Werk nicht ohne deine ausdrückliche Genehmigung öffentlich gemacht werden. Wenn du deine Genehmigung nachweislich nur für die Verwendung auf diesem Event gegeben hast (und das lässt sich ja über E-Mail nachweisen), dann durften sie dieses Werk auch nur dort verwenden.

Schlimmer noch: Wenn aus deiner Mail klar hervor ging, dass sie das Wallpaper nur nutzen dürfen, wenn sie dir Belegfotos zukommen lassen, und sie haben das nicht getan, haben sie euren Vertrag verletzt. Ihre Verwendung des Wallpapsers auf dem Event war damit unzulässig und du hast Anspruch auf Schadensersatz.

Du müsstest dafür natürlich nachweisen, dass du das Wallpaper gemacht hast. Auch das dürfte ja aber über die E-Mails gehen. (Die hätten dich kaum per E-Mail gefragt, ob sie das Wallpaper nutzen dürfen, wenn du nicht die Rechte daran hättest)

Dein Material für Tshirts, Plakate und Flyer nutzen dürfen sie in gar keinem Fall.

Soviel zur juristischen Einschätzung: Lebenspraktisch ist es aber eigentlich immer gut, wenn man gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden kann. Da spart man sich viel Stress. Ich weiß nicht, wie oft du sie schon kontaktiert hast. Vielleicht erinnerst du sie aber einfach noch einmal an die Fotos. Die haben es vielleicht einfach vergessen oder (auch möglich) haben vom Event keine Fotos, an denen sie volle Rechte haben. (Wenn nur ein Fotograf vom Event-Veranstalter da war, und sie keine eigenen gemacht haben, dürfen sie die Fotos eventuell nicht an Dritte weiter geben) In dem Falle könntest du ja mit denen aushandeln, welche Gegenleistung du anstatt der Fotos kriegst.

Sollten die tatsächlich irgendwann dein Wallpaper auf T-Shirts drucken, kannst du sie durch einen Anwalt kostengünstig und effektiv abmahnen lassen. Und das kostet die (weil kommerzielle Nutzung) dann auch mit Sicherheit eine Stange Geld.


Kommentar von fabiankozdon ,

vielen dank, ums nochmal zu fragen: 

1.sie fragten ob sie des für ein flyer benutzen dürfen und ich sagte per email ja.. also dürfen sie es nutzen ohne einen vertragt

2. ich sagte nur für denn flyer (antwort: Ja) aber sie haben auf facebook einen banner und auf einer event site- das dürfen sie doch nicht oder?

3. welche möglichkeit habe ich ohne anwalt? geld, etc?

4. wenn ich zum anwalt gehe kann ich dann gleich schadensersatz beanspruchen?

und zu letzt 5. wenn ich dennen erst schreibe und und die nichts machen sondern das bild überall löschen - sind die chancen dann schwerer mit einem anwalt da dei sachen nicht mehr auf der website zu finden ist??

vielen dank für die antwort und ihnen noch eine gute nacht

LG Fabian 

Kommentar von GerdausBerlin ,

"Wenn aus deiner Mail klar hervor ging, dass sie das Wallpaper nur nutzen dürfen, wenn sie dir Belegfotos zukommen lassen, und sie haben das nicht getan, haben sie euren Vertrag verletzt. Ihre Verwendung des Wallpapsers auf dem Event war damit unzulässig und du hast Anspruch auf Schadensersatz."

Eine Verwendung war meines Erachtens dennoch zulässig, da nicht vereinbart worden war: "Erst Belegfoto, dann Nutzung des Werkes"! Falls überhaupt eine Frist vereinbart worden war, ist die Gegenleistung ab dieser Frist fällig. Falls nicht, könnte man die Gegenleistung bis zu einem Zeitpunkt verlangen, per Mahnung, zu dem so etwas üblicherweise fällig wäre - und erst danach klagen bzw. ein Mahnverfahren eröffnen. Denn ein hohes Gericht urteilte mal, dass ein Gläubiger auch ohne vereinbarte Frist nicht "bis zum Sankt Nimmerleinstag" auf die Begleichung der Schuld warten müsse.

Ob durch dieses Warten ein Schaden eingetreten ist, den der Schuldner zu vertreten und auch zu ersetzen hat (grobe Fahrlässigkeit, Absicht?), kann zudem geprüft werden.

"Du müsstest dafür natürlich nachweisen, dass du das Wallpaper gemacht hast. Auch das dürfte ja aber über die E-Mails gehen."

Das geht gar nicht. Selbst wenn man Zeugen hat, die bei der Schaffung eines Werkes dabei waren, kann es immer noch ein Plagiat sein und keine eigene persönliche Schöpfung im Sinne von UrhG § 2 Absatz 2 ;-).

Daher hat der Gesetzgeber hier eine Beweislast-Umkehr geschaffen: Wer sich als Urheber eines Werkes rühmt, gilt so lange als Schöpfer, bis ihm wer das Gegenteil beweist! Vgl. etwa UrhG § 10 Vermutung der Urheber- oder Rechtsinhaberschaft:

"(1) Wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes oder auf dem Original eines Werkes der bildenden Künste in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist, wird bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber des Werkes angesehen; dies gilt auch für eine Bezeichnung, die als Deckname oder Künstlerzeichen des Urhebers bekannt ist."

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von frederick, 13

Nur ergänzend als Einschätzung, da ‚ThomasMorus‘ und ‚GerdausBerlin‘ recht umfassend geantwortet haben:

Ad 1.: Kann tats. ein „einfaches“ Versäumnis sein (= vergessen). Und wenn das dann nach 2 1/2 Monaten jemandem doch aufgefallen ist, dann fällt das gewiss auch gern mal unter den Tisch, nach dem Motte: ‚Ach, war nicht so wichtig. Lieber jetzt keine schlafenden Hunde wecken.‘ – Ergo: Mal anklopfen, mal erinnern.

Ad 2.: Das wird eine schwierige Angelegenheit, ob und inwieweit Deine Rechte als Urheber verletzt werden oder bereits wurden. Bei der Einräumung von Nutzungsrechten geht es letztlich um „Verwertungsrechte“. Und das ist manchmal ein ganz brüchiges Eis.

Bzgl. Deiner Konkretisierung: Wenn der Veranstalter auf Facebook bereits ein Banner aus Deinem Wallpaper generiert hat, er durch Deinen Widerspruch aber Abhilfe leistet (sprich: das Bild herausnimmt), dann ist dieser Teil der UrhRechtsverletzung geheilt; einen Schaden (für etwaige Schadenersatzforderungen) wirst Du wohl kaum darstellen können.

Ich werde hier also mal ein wenig hypothetisch, in Ermangelung genauerer Infos und um wenigstens zu verdeutichen, in welche Richtung ein solcher Sachverhalt gehen kann. – Ggf. hat man Dein Wallpaper unmittelbar als Motiv genutzt, um für eine bestimmte Veranstaltung zu werben; dafür hast Du die Genehmigung eingeräumt im Tausch gegen „Fotos“ (also ggf. nur 2), die einen Zusammenhang zwischen Deinem Wallpaper und einer erfolgten und möglicherweise erfolgreichen Veranstaltung belegen. Schwierig wird es nun in der „Nachverwertung“: Jedes Foto, das einen Moment der Veranstaltung an sich abbildet, Dein Wallpaper aber nur Bestandteil eines solchen Fotos ist, verletzt Deine Urheberrecht NICHT! Dein Wallpaper ist dann nur unvermeidbarer und nicht wesentlicher Bestandteil eines dokumentarischen oder auch werblichen Fotos. Bei „werblich“ wird es brüchig: Der Veranstalter kann wg. des Wiedererkennungswertes Dein Wallpaper gezielt als Hintergrund nutzen, weil er ja für die (bereits bekannte, weil zurückliegende) Veranstaltung mit Deinem Wallpaper schon geworben hatte. Streng genommen hier: Urheberrechtsverletzung. Und an sich auch dann eindeutig, wenn Dein Wallpaper unmittelbar umgesetzt wird. Sogar dann, wenn Dein Wallpaper nur indirekt eingesetzt wird, aber Dein Wallpaper ursächlich den Wiedererkennungswert für jegliche werbliche Umsetzung trägt (T-Shirt, Plakat, Banner, Zeitungsfotos…)! Dennoch ggf. erst einmal strittig, wenn der Veranstalter behauptet, es sei eben das aussagekräftigste Foto mit z. B. tanzenden Personen im Vordergrund oder gar bekannten Gesichtern in Vordergrund, die die eigentlichen Werbeträger sein sollen. Beispiel: Wowereit klar erkennbar; dann wird das allseits bekannte Gesicht zum eigentlichen Werbeträger und äußerst strittig, ob Dein Wallpaper im Hintergrund nun Zuordnungsmerkmal ist, oder aber nicht zu vermeiden war (ob nun Schnappschuss, oder vom Fotografen gestelltes Foto, das sich aber eben räumlich gerade nirgends anders stellen ließ).

Falls die fragliche Veranstaltung so erfolgreich war, dass das einst zur Bewerbung dieser Veranstaltung genutzte Wallpaper von Dir nun zum „Markenzeichen“ für den Veranstalter geworden ist oder vom Veranstalter durch die wiederholte Nutzung gemacht wird, dann ist natürlich alles ganz glasklar. Insbesondere dann, wenn der Veranstalter mehrere Fotos mit Deinem Wallpaper im Hintergrund zu werblichen Zwecken für sich nutzt oder gar das Wallpaper selbst für die Selbstdarstellung des Veranstalters genutzt wird.

Ich empfehle aus den bis hierher vorliegenden Informationen heraus: – Wenn es nur um die Belegfotos geht, oder wenn es nur darum geht, das Banner aus Facebook zu entfernen, dann ruhig einfach erst einmal per eMail erinnern bzw. fordern. – Falls eine mfassendere Nachverwertung bereits erkennbar und belegbar im Gange ist, dann möglichst persönlich vorstellig werden, ggf. Termin geben lassen, aber möglichst nichts Schriftliches vorab. Denn jede schriftliche Aussage macht bereits Angst beim Veranstalter (und könnte ihn auf „Krieg“ einstimmen, wo sich die Wogen noch einvernehmlich glätten lassen können). – Nicht sogleich mit dem Urheberrecht wedeln; erst einmal von Mensch zu Mensch, von Künstler zu Veranstalter sprechen. Das Gefühl des Veranstalters, einen Künstler zu protegieren, KANN eine sehr ertragreiche Basis für den weiteren Austausch sein. Gibt er sich arrogant, von oben herab („Kannst froh sein, dass ich überhaupt…“) usw., dann ist das UrhG noch immer gut, um die weitere Kommunikation auf eine angemessene Basis zu stellen.

Expertenantwort
von GerdausBerlin, Community-Experte für Urheberrecht, 25

Eine UrhG § 31 Einräumung von Nutzungsrechten ist mündlich möglich, per E-Mail oder auf Papier. Daher habt ihr bereits einen Vertrag über Nutzungsrechte.

Was dabei nicht ausdrücklich ausgemacht wurde, muss sich aus Absatz 5 ebenda ergeben:

"(5) Sind bei der Einräumung eines Nutzungsrechts die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, so bestimmt sich nach dem von beiden Partnern zugrunde gelegten Vertragszweck, auf welche Nutzungsarten es sich erstreckt. Entsprechendes gilt für die Frage, ob ein Nutzungsrecht eingeräumt wird, ob es sich um ein einfaches oder ausschließliches Nutzungsrecht handelt, wie weit Nutzungsrecht und Verbotsrecht reichen und welchen Einschränkungen das Nutzungsrecht unterliegt."

Laut hohen Urteilen ist der Vertragszweck dabei eng auszulegen im Sinne des Urheber. Also: Alles, was nicht Zweck der Abmachung war, ist nicht erlaubt!

Falls der Zweck des (E-Mail-)Vertrags hier ein Plakat an der Wand war, dann hat es sich damit. Offenbar wurde auch noch die Nutzung auf einem Flyer eingeräumt. Eine Nutzung auf facebook aber offensichtlich nicht, auch nicht auf einer Event-Site.

Dagegen hat man nun diese Rechte:

UrhG § 97 Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz  und § 97a Abmahnung.

All das ist immer noch möglich, wenn der Missbrauch des Werkes mittlerweise unterlassen worden war. Sinnvollerweise mache man Screenshots der Missbräuche, am besten zusammen mit Zeugen, die dann auch gleich auf den Ausdrucken der Screenshots unterschreiben sollten.

All das geht auch ohne Anwalt. Falls du in deiner Abmahnung aber unberechtigte Forderungen stellst, könnte der Abgemahnte dagegen vorgehen, etwa auch per Abmahnung - sogar mit Anwalt, also auch evtl. mit Kosten für dich verbunden.

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Wenn vereinbart worden war, dass der Nutzungsberechtigte dir ein Referenz-Foto der Nutzung zukommen lässt, und er tut das nicht, ist eine Abmahnung der falsche Weg. Hier ist eine Mahnung der richtige Weg - und danach notfalls ein Mahnbescheid plus Vollstreckung deiner Forderung.

Anders sieht es wiederum aus, was den Schaden anbelangt, der dir eventuell entstanden ist durch die Nicht-Zusendung des Referenz-Fotos. Da hier keine Vertragsstrafe vereinbart worden war, kann hier nicht einfach gemahnt und dann vollstreckt werden - erst muss die Höhe des Schadens festgestellt werden. Da ist wiederum eine Abmahnung der richtige Weg.

Kommentar von GerdausBerlin ,

Für den Fall, dass ein bereits vereinbartes Honorar oder eine vereinbarte Vertragsstrafe nicht fristgemäß gezahlt wird, gibt es hier eine

"Anleitung, wie man private Forderungen möglicherweise auch ohne Anwalt und unnötige Kosten geltend machen kann":

http://www.recht.de/phpbb/kb.php?a=36.

Gruß aus Berlin, Gerd

Kommentar von fabiankozdon ,

Kurze Frage - wenn jemand auf mehreren seite für ca 2-4 monate mein bild online hatte- wieviel dürfte ich verlangen? (ohne anwalt) also was wäre angemessen?

LG Fabian

Kommentar von GerdausBerlin ,

"Die Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing gibt jedes Jahr eine Liste heraus, in der die marktüblichen Vergütungen für Bildnutzungsrechte aufgelistet sind. Auch wenn in vielen Fällen die dort genannten Honorar in der Praxis nach unten korrigiert werden, ist die Liste eine wertvolle Hilfe bei der Kalkulation von Angeboten." http://www.fotografr.de/1522/die-mfm-liste-bildhonorare-ist-online-abrufbar/

Die Liste der MFM ist aber eher die (nicht immer von Gerichten anerkannte) Obergrenze für Pofifotos in Profimagazinen. Die Untergrenze waren mal 20,- für ein schlichtes Abbild eines Produkts durch einen  Amateur, genutzt für eine Woche auf ebay: 20,- in einem Urteil in  NRW, 40,- in einem in Brandenburg, oder umgekehrt.

Über den Link findet man auch einen Link zu einem Teil der Liste der MFM - die ganze kostet rund 33,- Euro. Für ein gekonntes Foto würde ich als Amateur 100,- verlangen, zeitlich unbegrenzt.

Ein Wallpaper kann hingegen grafisch sehr aufwändig und gekonnt sein, künstlerisch wertvoll usw., oder aber auch nur Mist, reine Spielerei mit Farben und Formen, 7 Tasten gedrückt und ein bisschen mit er Maus herumgefuhrwerkt. Da könnten 20,- angemessen sein oder 1.000,-.

Gruß aus Berlin, Gerd

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