Frage von Slamist, 278

Hat Edward Snowden etwas Gutes getan?

Antwort
von marcus1984, 29

Guten Abend Slamist,

diese Frage ist nur schwer zu verneinen oder zu bejahen.

Tatsache ist, dass der Weltgemeinschaft durch Edward Snowden vor Augen geführt wurde, welche Dimensionen die staatlich organisierte Überwachung der USA hat und wie tief der Eingriff in die Privat- und Intimsphäre der Bürgerinnen und Bürger in Europa, den USA, Canada und einigen anderen Ländern tatsächlich war.

Wenn man sich dies allein vor Augen führt, hat Edward Snowden der Weltgemeinschaft einen Gefallen getan. Obgleich die USA ihre Vorgehensweise nicht verändern werden.

Andererseits ist das was Snowden getan hat, schlicht Geheimnisverrat. Snowden ist mit diesen Informationen nicht etwa durch jahrelangen investigativen Journalismus gelangt, sondern weil der Mitarbeiter der National Security Agency (NSA) war.

Mitarbeiter dieser Organisation ist er nicht widerwillig durch eine zufällige Bewerbung oder durch eine Jobvermittlung geworden, sondern weil er sich ganz bewusst für diesen Job entschieden hat und wissen musste, dass der Zuständigkeitsbereich der NSA nicht etwa Gebäckverkauf ist, sondern die gezielte systematische Überwachung von Menschen.

Die daraus resultierenden moralischen Implikationen, Menschen auszuspähen haben ihn jedoch nicht davon abgehalten, sich diesen Beruf auszusuchen und durch ein schweres Auswahlverfahren gegen andere Mitbewerber für diesen Job ausgewählt zu werden.

Offenbar wurde Snowden im Rahmen seiner Tätigkeit von der Vehemenz der Spionage überrascht.

Dann ist es fraglich, ob er moralisch integer gehandelt hat, da er das ihm entgegengebrachte Vertrauen seines Dienstherrn massiv missbraucht hat und sich über die Folgen für die Organisation im Klaren gewesen sein muss.

Moral per se kann als Gesamtheit der Regeln, nach denen sich ein Mensch in seinem persönlichen und in seinem gesellschaftlichen Leben ausrichtet, verstanden werden.

Moral in Verbindung mit Integrität ist sehr viel mehr als bloße Ehrlichkeit. Sie bildet eine untrennbare Einheit mit Lauterkeit und Loyalität. Diese Loyalität hat Edward Snowden gegenüber der NSA und der amerikanischen Regierung verletzt und hierdurch letztlich ihre Rechtsstaatlichkeit in Frage gestellt.

Meines Erachtens ist weder ein "Ja" noch ein "Nein" als Antwort auf deine Frage zutreffend.


Antwort
von Maisbaer78, 194

Er hat Courage bewiesen, aber auch sein Leben sinnlos in Gefahr gebracht. Ihm muss klar gewesen sein, dass sich nicht viel ändern würde und er trotzdem für immer auf der Flucht sein würde.

Snowden hatte sicher Gutes im Sinn, immerhin hat er ein durchaus beneidenswertes Leben dafür weggeworfen.

Antwort
von acoincidence, 183

Jetzt wissen wir noch mehr wie kaputt die Welt und die Regierungen sind. Wie weitreichend die Spionage geht und wie wenig es die Menschen interessiert. 

Es ist was gutes. Denn Niemand kann mehr behaupten wir wüssten von nichts. Nur es ändert sich leider dadurch auch nichts. 

Antwort
von nikfreit, 109

Ja das hat er.

Snowden hat der Welt gezeigt, daß sich hinter der leuchtenden Fassade der westlichen "Demokratie" ein totalitäres und unfassbar systematisches Überwachungsnetz befindet, das unsere demokratischen Grundrechte bedroht und mit Füßen tritt. 

Antwort
von wilees, 158

Lies alles was Du über diesen Mann finden kannst und bilde Dir eine eigene Meinung.

Antwort
von voayager, 62

Hat er, denn er hat vielen Leuten eine Menge an Informationen geliefert, si dadurch aufgeklärt in einer Weise, wie es über die Medien nicht möglich ist.

Antwort
von DanielNord02, 52

Hmm, mein Antwort- Kompass schwankt  zwischen Ja und Nein.  Und vor wenigen Minuten hat er sich bei Nein ausgepependelt.

Begründung:

Die Frage die im Fall Snowden gestellt werden muss ist die gleiche wie vor einigen Jahren bzgl. Wikileaks und Julian Assange! Warum geben die komplett von den „Eliten“ kontrollierten Mainstream Medien diesen beiden Personen eine Platform, wohl wissend, dass dadurch ihre eigenen Machenschaften (die totale Überwachung der Bevölkerung bzw. Kriegsverbrechen ect. – im Fall von Assange) in den Fokus der Öffentlichkeit gerät!

 Zufall kann hier definitiv ausgeschlossen werden, denn was nicht in den Medien berichtet werden soll, wird auch nicht berichtet (oder verschwindet möglichst schnell wieder von den Titelseiten). Beispiele gibt's genug.

Und was hat sich geändert seit den beiden ?

Nichts.

LG von einem Querdenker

Kommentar von Boskop ,

Mit diesen Methoden will die  USA die Überlegenheit zeigen. Seht 

her wir können euch jederzeit überwachen.

Die Botschaft richtet sich an Russland.

Kommentar von nikfreit ,

Servus DanieNord, als kritischer Mensch habe ich auch über die Möglichkeit nachgedacht, ob Snowden lediglich eine PSYOP der Gebeimdienste sein könnte. Ich habe mich dann gegen diese Möglichkeit entschieden, weil ich keinen wirklichen Vorteil für die NSA erkenne. Der einzige Gewinn für die NSA der mir dazu einfällt ist der Eindruck der Allmächtigkeit der Geheimdienste der so entstanden ist. Aber darüber hinaus sehe ich keinen wirklichen Gewinn. Immerhin führte der Fall Snowden zu einem beträchtlichen Imageverlust der USA und ihren Diensten in Europa. Der Schaden war schon beachtlich, abgesehen davon, daß das Thema Überwachung nun endgültig im Maintream angekommen ist, während es vorher ausschließlich in der "Schmuddelecke der Verschwörungstheotetiker" zu finden war. 

Antwort
von BiturboFan, 85

Eigentlich ja aber für diese Welt würde ich das nicht machen, zumindest nicht für diesen Preis! Das es solche Überwachungssysteme gibt, dass sollte ja in der heutigen Zeit auch jedem klar gewesen sein und das er jetzt um seinen Leben fürchten muss, Angst haben muss, auf Asyl hoffen muss, dafür wäre mir das alles zuviel Risiko.

Antwort
von Still, 78

Er hat bewiesen, hass die USA kein Rechtsstaats ist und sich kaum von einer DDR oder Nordkorea unterscheidet!

Kommentar von Francescolg ,

Aja, aber Russland und China bitte auch erwähnen, denn die sind in Sachen Internet-Überwachung und Bürger-Ausspionieren keinen Deut besser, wie die USA nach 9/11 :) (die Liste ist noch viel länger)

Kommentar von Still ,

China und Russland nennen sich aber nicht "Demokratien"!

Antwort
von Toqra, 48

Ja, er hat etwas wirklich gutes getan!

Antwort
von muttifrutti, 116

Ja man weiß jetzt etwas mehr von Hinter den Kulissen

Antwort
von MaxNoir, 108

Gut und böse sind subjektive Begriffe, es kommt darauf an, aus welcher Sichtweise du argumentierst.

Aus der Sicht der USA war es eine Art hochverrat. Er hat Staatsgeheimnisse ausgeplaudert an denen auch was dran sein muss, sonst hätten die USA nicht den bolivianischen Präsidenten in Frankreich gezwungen zu landen um sein Flugzeug zu durchsuchen.

Aus der Sicht Deutschlands bzw. der restlichen Welt hat er uns die Wahrheit und das Ausmaß der US-Amerikanischen Spionage verdeutlicht.

Allerdings muss man auch sagen, dass Snowden sich das alles hätte sparen können. Besonders bei der Spionage hat sich nie was geändert und wird sich auch nie etwas ändern. Moralische, gesetzeskonforme Spionage ist ein Wiederspruch in sich. Entweder man nutzt die Mittel die man zur Verfügung hat um die Spionage immer besser, genauer und größer zu machen oder man verzichtet auf solche Mittel.

Mal ganz davon abgesehen, dass diese Praktiken ja nicht nur von den USA, sondern auch von Australien und Großbritannien geführt werden.

Die einzige Beruhigung die da bleibt ist das Wissen, dass es alle tun und damit die Hoffnung, dass wir besser als die anderen sind.

Aber bei den Militärausgaben die die USA haben, vermute ich mal, dass keiner besser als die USA spioniert. Glück also, dass wir mit ihrem Geheimdienst zusammenarbeiten.

Kommentar von nikfreit ,

Gut und böse sind subjektive Begriffe, es kommt darauf an, aus welcher Sichtweise du argumentierst.

Nö, in diesem Fall kann ich gut und böse sehr klar voneinander abgrenzen, ich wüsste nicht was es an den globalen und dazu kriminellen Überwachungsmaßnahmen der angelsächsischen Geheimdienste zu beschönigen gibt. 

Aber bei den Militärausgaben die die USA haben, vermute ich mal, dass keiner besser als die USA spioniert. Glück also, dass wir mit ihrem Geheimdienst zusammenarbeiten.

Nichts für ungut, aber so klingen Opportunisten und Mitläufer. Wenn der Stärkere Unrecht begeht, ordnet man sich ihm trotzdem unter, nur weil er stärker ist?

Kommentar von MaxNoir ,

Offensichtlich hast du ganz einfache !westliche! philosophische Grundprinzipien nicht verstanden. Du hast weder Ahnung von Dualität noch von Dialektik und ich habe auch kein Bedürfnis es dir zu erklären.

Ganz allgemein ist zu sagen, dass die USA ein Land sind wie jedes andere. Und wie jedes Land, auch Deutschland, Russland und China, setzt es seine Interessen mit allen Mitteln durch, die ihm zur Verfügung steht.

Wenn Deutsche Interessen für uns gut sind, dann sind amerikanische Interessen für Amerikaner gut. Das habe ich mit meinem ersten Satz gemeint. Ob etwas gut oder schlecht ist hängt IMMER vom Kontext ab in dem sich der Betrachter befindet. Im afrikanischen Busch gibt es Stämme, die als Bestrafung für Angeberei nach der Jagd den Kannibalismus vollziehen. Bei uns in Deutschland ist der Kannibalismus verboten. Ganz offensichtlich gibt es mehr als eine Auffasung in dieser Welt was gut und was böse ist. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die jeder Mensch in der Welt machen sollte. Sie führt zu wahrer Einsicht und zu wahrem Verständnis, nicht nur für Politik, sondern auch für das individuelle, menschliche Zusammenleben. Ich kann gut und böse bei der Spionage auch gut ausseinander halten, ich erkenne aber an, dass es mein SUBJEKTIVES Empfinden ist und keine allgemeingültige, objektive oder gar wissenschaftliche Aussage. Diese Haltung erlaubt es mir erstmal ein sehr viel ausgewogeneres, differenzierteres und auch fundierteres Bild von der Realität zu bekommen, als du es hast.

Und zu dem zweiten Punkt: Ich habe doch ganz offensichtlich klar gemacht, dass es kein Land auf der Welt gibt, dass keine Spionage betreib wenn es sich Spionage leisten kann. Deutschland tut es. Russland tut es. China tut es. Süd Korea tut es. Nord Korea tut es. Die Schweiz tut es. Italien tut es. Schweden tut es. Norwegen tut es. Dänemark tut es. Frankreich tut es. Polen tut es. Ungarn tut es. Weissrussland tut es. Die Ukraine tut es. Kenya tut es. Baralien tut es. Argentienien tut es. Mexiko tut es. Indien tut es.  In Wahrheit fällt mir nicht ein Land ein, welches nicht über eine mindestens primitive Spionageagentur verfügt.

Damit stellt sich nicht so sehr die Frage nach dem "ob" sondern nach dem "wie". Um es jemandem wie dir vielleicht einfacher zu erklären: Wenn sich alle Menschen mit Messern zu einer Schlägerrei treffen, würdest du trotzdem nur mit einem Schlagring kommen, weil es "das Richtige ist". Tja, es ist sehr löblich von dir aber es geht leider ziemlich weit an der Realität vorbei. In der Realität nämlich, wirst du in den ersten drei Sekunden abgestochen, sobald man merkt, dass du nicht richtig ausgestattet bist. Daher bleibt, aus spieltheoretischer Überlegung nur die Möglichkeit mitzumachen und besser zu sein als alle anderen und die besten auf der Welt in Spionage sind die USA. Entweder du spielst mit, oder du gehst unter. Mir gefällt auch nicht, dass das die Realität unserer Weltordnung ist aber ich muss es als Realität anerkennen, weil nur so kann man vernünftige Entscheidungen fällen.

Aber glaub du mal noch schön an das No-Spy-Abkommen, auch wenn ich dir versprechen kann, dass so ein Abkommen in den nächsten 1000 Jahren nicht ratifiziert wird und zwar unter keiner Partei.

Es steht dir natürlich frei, dein Leben der Entwicklung einer undurchdringbaren Spionageabwehr zu verpflichten, was ich sehr begrüßen würde. Bis dahin gilt aber weiter das Spiel.

P.S.: In diesem Spiel ist Deutschland KEIN Opfer, sondern die meiste Zeit auch Täter, also kannst du auch diesen unterschwelligen, abwertenden Ton "anglosächsischen Ländern" gegenüber lassen. Übe lieber ein bisschen Kritik an deinem Heimatland, statt nur darauf zu gucken was andere alles "falsch" machen.

Kommentar von nikfreit ,

Offensichtlich hast du ganz einfache !westliche! philosophische Grundprinzipien nicht verstanden. Du hast weder Ahnung von Dualität noch von Dialektik und ich habe auch kein Bedürfnis es dir zu erklären.

Ja bitte, erspare mir das. Du eierst mit vielen Worten um die einfachsten Sachverhalte herum. Das was Du im weiteren Verlauf als ein ausgewogeneres, differenzierteres und auch fundierteres Bild bezeichnest, ist für mich Beleg dafür, daß Du keine klare Haltung einnehmen kannst. Viele Dinge, die in unserer Welt schief laufen, wären nicht möglich, wenn die öffentliche Meinung eine klare Stellung dazu beziehen würde, was akzeptabel und was inakzeptabel ist. 

Um es jemandem wie dir vielleicht einfacher zu erklären:

Du musst "jemandem wie mir" nicht die Welt der Meinungslosen und Ausgewogenen erklären, denn im Gegensatz zu Dir habe ich keine Angst überhaupt eine Haltung einzunehmen und mich ggf. auf eine Seite zu schlagen. 

Kommentar von MaxNoir ,

Du hast immer noch nicht kapiert worum es geht. Ich habe absolut kein Problem damit mich auf eine Seite zu schlagen. Ich habe kein Problem damit zu sagen, dass die USA Verfassungswidrig in Deutschland gehandelt haben. Dass sie Rechtsbrüche nicht nur gegen Deutsches, sondern auch internationales Spionage- und Kriegsrecht begehen.

Ich habe auch kein Problem damit die USA als ein imperalistisches Regime zu bezeichnen, dass vor langer Zeit es bereits zu einem Ziel erklärt hat, die absolute politische Hegemonie in der Welt zu besitzen.

Aber gerade weil ich differenziert, fundiert und ausgewogen Denke bin ich immer automatisch dazu angehalten auch die Positionen der Gegenseite zu kennen. Damit kann ich viel besser eine Strategie für MEINE (Deutsche) Interessen entwickeln.

Kommentar von nikfreit ,

Aber gerade weil ich differenziert, fundiert und ausgewogen Denke bin ich immer automatisch dazu angehalten auch die Positionen der Gegenseite zu kennen. Damit kann ich viel besser eine Strategie für MEINE (Deutsche) Interessen entwickeln.

Na dann beglückwünsche ich Dich zu Deinen "strategischen und fundierten" Erkenntnissen.

Glück also, dass wir mit ihrem Geheimdienst zusammenarbeiten.

Kommentar von MaxNoir ,

Du schlägst dich auf eine Seite bis deine beinahe ideologische Meinung dein Bild für die Realität komplett zerstört. Damit habe ich kein Problem wärst du aber unser Bundeskanzler, wäre dies der sichere Untergang unserer Landes in der !heutigen! Weltordnung, die ich wie gesagt in keinster Weise als gut erachte.

Kommentar von Francescolg ,

Eben, nicht nur die USA spionieren so gut es geht und wo es geht, Russland und China sind keinen Deut besser, wenn es um Internet-Überwachung und Spionage geht!

China steht, was dieses Thema angeht, für mich ganz, ganz vorne. Hier würde man sogar Leute direkt verfolgen, nur weil sie auf einer Plattform wie Gutefrage.net ihre Meinung kundtun.

Was Snowden offengelegt hat, war nichts Einzigartiges. Es gab schon vor-Snowden genügend kritische Stimmen gegen die NSA (&Co.), zum Thema Blackbox bei Internet-Providern z.B. Snowden hat diese Fakten lediglich erweitert.

Ich freue mich schon auf weitere Edward Snowdens, gerne auch mal aus Russland und China. Whistleblower haben Vorteile und Nachteile. Daher halte ich es für falsch, zu sagen: "Snowden hat Gutes getan"!

Wenn man das Internet Überwachungs-frei gestaltet, öffnet man Tür und Tor für die "wirklich Bösen": Mexikanische Kartelle, Terrorvideos der ISIS, Kinderschänder und Andere. Es bringt auch nichts, hier immer wieder die Journalisten, als die, um die es wirklich geht, hervorzuheben. Im Internet gibt es eine Menge von Kräften, die man gar nicht kennen will. Und trotz überwachung, schauen sich genügend junge Leute ISIS-Videos an und andere zur-Schau-gestellte Morde/Folterungen. Es ist unter jungen Menschen schon fast ein Hobby geworden, Darknet&Co... Schlimm!

Antwort
von Sansibar007, 37

Ja, hat er!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community