Frage von zErfresser, 125

Hat die katholische Kirche Angst vor naturwissenschaftlichen Entdeckungen?

Antwort
von Hamburger02, 67

Inzwischen nicht mehr, weil sie erkannt haben, dass es eh nichts nützt. Sie haben sich letztlich dadurch angepasst, dass die Bibel nun nicht mehr wörtlich sondern metaphorisch gelesen werden soll.

Die Theorie Disspativer Strukturen (Nobelpreis 1977) hat die katholischen Theologen aber gewaltig aufgescheucht. Sie erklärt physikalisch, wie der Geist aus der Hirntätigkeit emergiert. Das war nämlich einer der letzten Rückzugsorte für Gott, der ja laut Bibel dem Menschen den Geist durch die Nase einhaucht. Und mit dem Geist als physikalischem und nicht göttlichem Phänomen haben sie echte Schwierigkeiten.

Kommentar von tvetter ,

Die Annahme das dies alles ein Problem für die Dogmatik der römisch-katholischen Kirche wäre fußt auf der Annahme das der messbare menschliche Verstand identisch mit dem Seele der römisch-katholischen Theologie ist. Das ist aber nicht zwingend. Bereits Paulus kannte, in Anlehnung an das hellenistische Weltbild, einen Unterschied zwischen Geist und Seele.

Kommentar von Hamburger02 ,

Nein, das basiert nicht auf einer Annahme sondern auf einer Recherche, inwieweit sich die kath. Theologie auf akademischem Niveau mit der Theorie Dissipativer Strukturen beschäftigt.

Kommentar von wolfruprecht ,

Die Theorie Disspativer Strukturen (Nobelpreis 1977) hat die katholischen Theologen aber gewaltig aufgescheucht.

Inwiefern ist das so?

Das Wenige, das ich über dispative Strukturen und irreversible Reaktionen weiß, führt für mich nicht zu einem Widerspruch von Naturwissenschaften und Religiosität. In der Konsequenz ist damit der Zeit(richtungs)pfeil und damit Geschichtlichkeit erklärt. Daher verstehe ich die oben genannte Aussage nicht. Wäre es möglich, das ein wenig näher zu erläutern? Danke schon mal.

Antwort
von Anthropos, 15

Papst Pius XI. wollte schon immer mal unter dem Petersdom graben lassen, ob das Grab Petri tatsächlich unter dem Petersdom liegt. oder ob dies nur ein Mythos ist. Er verwirktlichte dies jedoch nicht mehr. Sein Nachfolger Papst Pius XII. ist diesem Wunsch dann nachgegangen und gab Wissenschaftlern den Auftrag, zu graben. Die Monsignori und Kurienkardinäle gingen besorgt zu Papst PIus XII. und klagten ängstlich. Die Antwort des Papstes war ausschlaggebend: "Der Glaube hat die Wissenschaft nicht zu fürchten." Und er gab den Auftrag, zu graben und man fand tatsächlich den Friedhof unter dem Petersdom, an dem Kritiker gezweifelt hatten.

Hier sieht man: die Kirche hat keine Angst vor naturwissenschaftlichen Entdeckungen. Weitere Beispiele sind die päpstliche Sternwarte, Jesuiten (Echolot als "jeuitische Wissenschaft"), der Begründer der Urknalltheorie Pater George Lemaitre, Mendel, oder auch der Fall Galileo Gallilei: Papst Urban VIII. als einer der größten Förderer der Naturwissenschaft. Auch Thomas v. Aquin hat schon gesagt, dass es keine Probleme zwischen Naturwissenschaften und Theologie gibt, solange keine der beiden Endgültigkeit um Sachverhalte der anderen Wissenschaft beansprucht.

Antwort
von tvetter, 27

Der Fall ist komplex gelagert. Die Beziehung zu sowohl Natur- als auch Geisteswissenschaften von Seiten der römisch-katholischen Kirche hat sowohl innere als auch äußere Gründe sowie ein Zusammenspiel beider Dinge.

Mit den Geisteswissenschaften versöhnte sich die römisch-katholische Kirche nach langer gegenseitiger Anfeindung mit Vaticanum II (1965).

Naturwissenschaftlich geschah das weit früher, denn zwei der paradigmatischen Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften wurden von katholischen Priestern getätigt und waren zudem mit der katholischen Weltanschauung durchaus vereinbar. Dies sind einmal die Vererbungsregeln des Gregor Mendel (1872) und die Urknall-Theorie des Georges Lemaître (1931).

Antwort
von Peterwefer, 80

Heute nicht mehr so wie früher. Galileo Galilei wurde zum Abschwören gezwungen, Girdano Bruno (Lies Dir das doch mal bei Wikipedia durch!) sogar verbrannt. Die Zeiten sind vorbei.

Antwort
von Manuel20, 66

Hallo,

ich bin der Meinung, dass jeder es anders beurteilt. Meine persönliche Meinung ist, dass die gesamte kath. Kirche tatsächlich Angst im übertragenden Sinne hat.

Gruß

Manuel20

Antwort
von Eselspur, 47

Nein, überhaupt nicht.

Naturwissenschaft ist aus kirchlicher Sicht wichtig und notwendig.

Antwort
von Ahzmandius, 70

Na ja ich denke schon. Man muss sich nur anschauen wie stark man in den USA die Evolutionstheorie "bekämpft" und sie stellenweise durch Kreatinismus ersetzt.

Die Ironie ist, dass die Kreatinisten nicht erkennen, dass die Evolutionstheorie gar nicht davon handelt wo das Leben herkommt, sondern wie es sich entwickelt.

Kommentar von tvetter ,

Und wer ist es der in den USA die Evolutionstheorie bekämpft?

Es ist ein ganz bestimmtes Spektrum evangelikaler Kirchen und Fundamentalisten. Nicht die römisch-katholische Kirche.

Antwort
von Andrastor, 56

Die Kirche selber nicht, denn sie baut nicht auf dem Fundament der Wahrheit, sondern der Dummheit auf und seit sie ihre Gegner nicht mehr verbrennen darf biegt und beugt sie die Aussagen ihrer Glaubensgrundlagen und Kleriker einfach so dass wissenschaftliche Erkenntnisse umgangen werden.

Kommentar von Pestilenz3 ,

Stimmt nur zum teil.

Kommentar von Andrastor ,

wenn du angeben würdest was davon stimmt und was nicht, gewinnt dein Kommentar gewaltig an Wert und hebt sich über den Zustand einer einfachen Aussage hinweg.

Kommentar von Anthropos ,

Hat da einer in Kirchengeschichte nicht aufgepasst? Und warum sollte es schlecht sein, sich nach der Naturwissenschaft zu richten? Und wo hat es je eine Veränderung im Lehramt gegeben?

Kommentar von Andrastor ,

Hat da einer in Kirchengeschichte nicht aufgepasst?

Pestilenz3 offenbar

Und warum sollte es schlecht sein, sich nach der Naturwissenschaft zu richten?

Niemand hat gesagt es sei schlecht, jedoch diejenigen die etwas naturwissenschaftliches behaupten zu verbrennen oder sie durch Androhung des Feuertodes dazu zu bringen ihre Aussagen zu revidieren ist ein äußerst schändliches Verhalten.

Und wo hat es je eine Veränderung im Lehramt gegeben?

Fast jedes Jahr wird der Lehrplan geändert und Religion als Unterrichtsfach hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert, alle Änderungen hier aufzuzählen wäre eine Sisyphos-Arbeit. Bis ich fertig wäre, wären bereits zu viele neue Veränderungen in Kraft getreten.

Antwort
von Dahika, 30

Nicht mehr. Sogar der Papst erkennt die Evolution an.

Kommentar von mulano ,

Was interessiert mich der Papst?

Antwort
von SimOn0101, 4

Ja, denn die Katholische Kirche lebt von ihrer Macht und dem Geld, mit Religion hat das meiner Meinung nach nicht mehr viel zu tun. Früher wurden ja Naturwissenschaftler bestraft, wenn sie eine Erklärung für etwas hatten, was der Kirche nicht gepasst hat. Es galt damals: Religion ist die höchste Wissenschaft.

Ich glaube somit das die Kirche Angst davor hat, dass Anhänger durch Naturwissenschaftliche Entdeckungen ihre Aussagekraft anzweifeln und sie somit weiter an Macht verliert

Antwort
von omikron, 13

Weißt du, die ersten Naturwissenschaftler im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein waren katholische Pfarrer. Warum sollte die katholische Kirche dann gerade heute Angst vor neuen Entdeckungen haben und vor 500 Jahren nicht?

Die katholische Kirche ist überzeugt, dass das, was sie glaubt, wahr ist. Wenn das so ist, dann kann ihr keine einzige Entdeckung widersprechen. Auch das ist ein Grund, warum sie keine Angst haben muss. Denn Angst würde dann nur bedeuten, sie wäre von ihrer eigenen Lehre nicht überzeugt.

Kommentar von zErfresser ,

Ja aber von katholischen Forschern droht ja keine Gefahr, weil sie sich ja wohl nicht selbst schaden werden, sondern für die katholische kirsche ungünstige Wahrheiten unter den Teppich kehren werden.

Kommentar von wolfruprecht ,

...sondern für die katholische kirche ungünstige Wahrheiten unter den Teppich kehren werden.

Glaubst du das im Ernst?

Es gibt im Vatikan die "Päpstliche Akademie der Wissenschaften", gegründet 1603.

Aus der Wikipedia: "Die Akademie befindet sich in der Casina Pio IV im Herzen der Vatikanischen Gärten. Das Mitgliederverzeichnis enthält die angesehensten Namen der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts wie Stephen Hawking, sowie einige Nobelpreisträger wie Ernest Rutherford, Max Planck, Niels Bohr, Otto Hahn und Charles Hard Townes."

Also wenn Leute wie Stephen Hawking dabei sind, kann ich mir eine Angst der Katholischen Kirche vor den Naturwissenschaften beim besten Willen nicht vorstellen.

Kommentar von kgsbus ,

Ehe es Universitäten gab, haben schon Mönche und Priester,
sogar Nonnen geforscht. Sie sind also die Vorläufer der heutigen
Wissenschaftler.

Antwort
von kgsbus, 31

Die römisch-katholische Kirche hat keine Probleme mit den Naturwissenschaften (mehr). Beispiel Evolution:

"Darwins Lehre und Glauben sind vereinbar" -
http://www.welt.de/wissenschaft/article3314974/Darwins-Lehre-und-Glauben-sind-ve...

Das war einmal anders: Als die Kirche den Menschen das Denken verbieten wollte: der Fall Galileo (als ein Beispiel). Aber auch hier hat sie eingelenkt.
Das Buch wurde 1835 vom Index genommen, Galilei selbst 350 Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1992, von Johannes Paul II. rehabilitiert.

Also die katholische Kirche har viele Probleme, aber nicht mehr mit der Wissenschaft.

Es gibt aber christliche Kirchen, die die Bibel jedoch ganz wörtlich nehmen. Damit sind die Aussagen der heiligen Schrift aber nicht falsch, sie sind Modelle für eine Weltdeutung. Auch die Wissenschaften liefern nur Denkmodelle, sie sind so lange gültig, bis eine neue Theorie oder Erkenntnis vertreten wird.

Antwort
von nowka20, 8

nein, hat sie nicht, denn alles naturwissenschaftliche hängt NICHT mit dem glauben zusammen

der glaube braucht die offenbarung, und da haben entdeckungen nichts zu suchen

Antwort
von stoffband, 32

Nein warum Gott ist existend.

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