Benjy am 20.12.2007 um 14:48 Uhr
Die GDL hat die Verhandlungen mal wieder ohne Angabe von Gründen ausgesetzt. Ich weiß wirklich nicht mehr was das soll. Das ist doch kein Sandkastenstreit! Ist ja nun nur noch eine Frage der Zeit, dass die Pendler wieder sitzen gelassen werden und die Straßen völlig verstopft werden. Was sagt ihr dazu?

Die GDL hat doch mittlerweile eh jede Sympathie und Akzeptanz verloren. Bald haben die Mitglieder doch viel Zeit, sich wegen irgendwelcher Profilneurosen zu streiten (wenn alle von den Zügen aufs Auto umgestiegen sind): Auf dem Flur der Arbeits-Agenturen. Und wenn die Mitglieder der Gewerkschaft jetzt nichts selbst gegen ihre gewählten Funktionäre tun, haben sie nichts anderes verdient.

Hier geht es schon lange nur noch sekundär um die Interessen der Lokführer, primär aber um die der Funktionäre.

Nun heute morgen wurden im Radio Gründe genannt. Beurteilen kann ich sie nicht, da ich nicht dabei war. Für mich klingt das alles etwas überzogen. Aber da keiner von uns in den Verhandlungen dabei war, können wir auch nicht viel dazu sagen. Schauen wir mal, was die GDL heute Nachmittag berichtet.
Ich frage mich mitlerweile echt was die GDL überhaupt will.

Die haben voll einen an der Klatsche!!! Aber richtig - sorry, ich kann mich hier keiner adäquateren Wortwahl mehr befleißigen....
Ich könnte die allesamt geschlossen auf den Mond schießen, das unverschämte, eigennützige Pack, dem Wohl und Wehe der Allgemeinheit auf Kosten des eigenen Bessergestelltseins sch...-egal sind!!!
Eine Lösung muss gefunden werden, ich glaube, dass dieser Strei(k/t) auf Kosten der Unschuldigen ausgetragen wird. Also ich habe die Nase voll!
ein Wort: Egotrip!
Streikrecht und Gewerkschaften sind grundgesetzlich garantiert - das als Vorspann. Die Starrköpfigkeit von Herrn Mehdorn fordert meiner Ansicht nach die Lokführer geradezu dazu auf, für gerechtere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.
Knowledge am 20. Dezember 2007 15:10 Ist eine (Grund)-Forderung von + 30 % Gehalt gerecht? Was sollen dann erst die Nachtschwestern, Piloten, Kapitäne oder Bus-/LKW-Fahrer fordern, die nicht nur einen "Totmanns"-Knopf bedienen?
Benjy am 20. Dezember 2007 15:12 Das stimmt. Man stelle sich vor: Ein LKW-Fahrer im Osten muss sich mit ca. EUR 1600,00 brutto + Spesen abfinden.
will auch 30% mehr - bekomme es nur nicht!
Heeeschen am 20. Dezember 2007 15:23 Ich lach mich kaputt: Da fordern eine Handvoll Leute, dass sie besser gestellt werden - nicht die gesamte Berufsgruppe NEIIIN nur einige wenige von denen - und nehmen dafür ein ganzes Land in Geiselhaft??!! Wie kann man dafür Verständnis haben?
Entschuldige bitte, aber ich entstamme einer alten Eisenbahnerfamilie. Mein Großvater hat den Bau der Eisenbahn Dortmund-Kassel miterlebt und er hat es zum "Reichsoberlokomotivführer" gebracht, wie auf seinem Grabstein stand; mein Vater und zwei meiner Brüder waren/sind bei der DB beschäftigt, einer als Lokomotivführer (nicht GDL!). Ich habe also neben der emotionalen Verbindung zu dieser Institution schon Informationen "aus erster Hand". Jedenfalls würde mein Großvater über die Transport-und Arbeitsbedingungen der gegenwärtigen DB nur den Kopf schütteln. Das Land ist durch "Streckenstillegungen wg. Unrentabilität" ohnehin z.T. in "Geiselhaft" genommen. Es kann nicht sein, dass nur der ICE als "flugzeugähnliches" Instrument unterstützt wird. Ich gebe zu, dass Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten vorhanden sein muss. Bei der Frage, wer der Stärkere ist, stelle ich mich jedenfalls auf die Seite der abhängig Beschäftigten und nicht auf die der gewinnorientierten Manager. Und: Letztendlich kann ein Streik (Tarifstreit) nur dann beigelegt werden, wenn er in der Öffentlichkeit "gespürt" wird.
Heeeschen am 21. Dezember 2007 12:29 Deine Lebenserfahrung und die Deiner Familie in Ehren: Ich persönlich habe nichts gegen Streik, ohne die frühen Gewerkschaften würde es uns allen heute sicher schlechter gehen und nach meinem Verständnis darf der heutige Lokführer auch gern eine Tariferhöhung bekommen - ich würde mir für mich auch eine wünschen, also gönne ich sie auch anderen :-)
ABER: Was diese unverschämten Kerle von der GDL da gerade wieder abziehen zeugt nicht nur von null Kompetenz ihren Job und ihr Verhandlungsgeschick betreffend sondern auch von null Sozialkompetenz. Hast DU Dir schon mal bewußt gemacht, dass Jobs in ganz Deutschland daran hängen, dass a) die Leute mit der BAhn zur Arbeit kommen oder dass b) Produktionsgüter in Produktionsstätten ankommen?
Wenn ein Einzelbetrieb bestreikt wird, betrifft es diesen - zielgenau - und vielleicht ein paar Zulieferer, Das, was aber HIER bei den Lokführern passiert ist untragbar und müsste nach meinem Verständnis durch staatliche Interventionen unterbunden werden!!!
Ganz davon abgesehen, dass den GDLlern auch die Schicksale der "übrigen" Lokführer sch...-egal sind...
Danke für Deinen Kommentar. Ich habe zu dem von mir bisher Gesagten nichts hinzuzufügen.
Hast wohl gerade die Pressekonferenz der GdL verpasst, oder? Von wegen keine Gründe. Der Bahnvorstand und MÄÄÄÄÄHDORN wollen die GdL offensichtlich nur hinhalten und verarschen. Schön dass es noch eine Gewerkschaft gibt die sich der alten proletarischen Losung "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm das will" erinnert. Uneingeschränkte Solidarität meinerseits.
der böse Mehdorn... nicht, daß er mir persönlich sehr sympathisch wäre, aber:
Der Knackpunkt ist ein Kooperationsvertrag zwischen der GDL und den beiden Konkurrenzgewerkschaften Transnet und GDBA. Schell wirft der Bahn vor, eine solche Vereinbarung plötzlich zur Voraussetzung für den versprochenen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer gemacht zu haben. Das hätte zur Folge, dass die GDL nicht eigenständig über Entgelt und Arbeitszeit verhandeln kann. "Das hat nichts mit einem eigenständigen Tarifvertrag zu tun. Das werden wir nicht mitmachen", sagte Schell. Die GDL wollte eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit erst nach den Verhandlungen für den Lokführertarifvertrag aushandeln.
Macht für die GDL, darum geht es. Nur nicht auf die gleiche Stufe mit den anderen Gewerkschaften gestellt werden.
pj


Die Lösung "gegen die GDL muss man was tun" finde ich bemerkenswert ! Was stellst du da so vor, lieber Betreuer dieses Forums, der hier offensichtlich die Torten bastelt? Verbieten, alle einsperren, Montagsdemos ?
Benjy am 20. Dezember 2007 14:57 Montagsdemos sind doch mal ein Anfang.. Tolle Idee. Finde Gewerkschaften gehören verboten..
knetartpunktde am 20. Dezember 2007 15:04 Das Volk müsste endlich mal gegen die bösen Gewerkschaften demonstrieren, weil die uns voll unterdrücken - richtig so, Benjy ?
Benjy am 20. Dezember 2007 15:07 Ja! Lass uns mit selbstgebastelten Schildchen auf die Straße gehen.
knetartpunktde am 20. Dezember 2007 15:14 Ok, das reicht. Vielleicht schaust du mal hier rein: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewerkschaft , bevor du wieder an deine Playstation gehst.
Benjy am 20. Dezember 2007 15:16 was ist denn dein problem? meins: ich habe keine spielkonsole.
ich finde es sehr erstaunlich, daß Du an dieser Stelle Dein Gegenüber diffamierst. So hatte ich Dich bisher nicht eingeschätzt. Schlechter Stil.
dass die gewerkschaften die grössten preistreiber sind, dürfte mittlerweile jeder gemerkt haben. mehr gehalt = höhere preise = mehr gehaltsforderungen = höhere preise = mehr gehaltsforderungen = firmenpleiten = arbeitslosigkeit = gute nacht, deutschland !
die gewerkschaften sollten mal ne weile stillhalten, damit sich die wirtschaft erst mal einpendeln kann!
Benjy am 20. Dezember 2007 14:58 Richtig. Ständige Gehaltserhöhungen sind keine Lösung. Man kann nicht immer nur in den Rückspiegel schaun.
Falsch. Die angeführten Gleichungen sind - ich bitte um Entschuldigung! - meiner Ansicht nach eine "Milchmädchenrechnung", welche die tatsächlichen Mechanismen unserer freien und sozialen Marktwirtschaft und ihrer gewachsenen Strukturen unberücksichtigt lässt. Arbeit muss besser bezahlt werden, der Mensch im Vordergrund stehen und nicht der Gewinn allein!
na ja, das ist natürlich auch Quatsch. In der Gehaltsentwicklung ist Deutschland seit anfang der 90er Jahre das Schlußlicht. Der Spiegel hatte dazu ein paar interessante Zahlen in dieser Woche. Gewerkschaften sind wichtig und sind gerade jetzt wieder wichtig. Aber Gewerkschaften, deren Ziel es ist, innerhalb eines Unternehmens Macht gegenüber anderen Gewerkschaften zu gewinnen sind schädlich.
Benjy am 20. Dezember 2007 15:01 Da gehen die Lokführer 10 Jahre lang leer aus. Hat da die Gewerkschaft verschlafen??
nein, die Gewerkschaften haben sich mit Lohnforderungen zurückgehalten, um dem Unternehmen Bahn (und nicht nur der Bahn) zu helfen, in einem globalen Markt überlebensfähig zu werden. Die Mitarbeiter haben in allen Branchen einen erklecklichen Anteil daran bezahlt und wollen nun auch ihren Teil der Früchte haben. Das ist legitim.
Illegitim ist die Forderung der GDL, einen eigenen Tarifvertrag zu haben, mit dem sie sich von den anderen Gewerkschaften im Konzern abheben kann. Das ist ein Machtspiel.
♥ Sender am 21. Dezember 2007 02:59 So isses. Aber wo setze ich jetzt den Daumen?
Es ist einfach nur noch lächerlich! Und die Pendler dürfens mal wieder ausbaden!