Durch meinen Bekanntenkreis rollt gerade eine Welle von Trennungen,die wohl bald auf Scheidung hinauslaufen werden.Eine Bekannte mit zwei Kindern will sich von ihrem Mann wegen seiner heimlichen Geliebten trennen, bei meiner Mutter hat gerade eine Freundin Unterschlupf gefunden,die (Mutter von 3 Kindern) sich mit ihrem Ehemann bis aufs Messer gestritten hat,und auch meine Mutter denkt über eine Scheidung nach,da sie mit meinem Stiefvater seit Jahren inzwischen nur noch in einer Art Mietverhältnis anstatt Ehe lebt.Da frage ich mich ob die Ehe,wie aus der Generation meiner Großeltern -bis ans Lebensende- überhaupt noch Zukunft hat,und ob eine "Ehe auf Zeit"evtl keine schlechte alternative ist.

Leider ist es heute vielfach so (Nicht immer, aber immer häufiger), daß man sich gar nicht mehr die Zeit nimmt, um sich wirklich genau kennenzulernen und zu prüfen, ob auch der Alltag gemeinsam gemeistert werden kann. Das ist sicher mit einer der Hauptgründe für eine Trennung.
Ein weiterer wesentlicher Grund ist in der Routine zu finden, die sich mit der Zeit zwangsläufig einschleicht. Bedingt durch die Hektik und den Zwang in der heutigen Gesellschaft wird zu wenig unternommen, um diese Routine so weit wie möglich auszugrenzen, wieder Abwechslung in das gemeinsame Miteinander zu bringen. Auch das führt dann irgendwann zur Trennung.
Ich bin sicher, dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die so gut zusammen passen, dass es für ein Leben lang reicht.
Aber die Ehe wird eine Modernisierung erfahren. Die Menschen werden älter, die Entwicklung der Eheleute (auch das Lernen und die berufliche Ausrichtung) geht nach der Eheschließung weiter. Es kann also passieren, - und es passiert oft - dass sich die einstigen gut zusammen passenden Eheleute nach ein paar Jahren nicht mehr verstehen.
Die Menschen leben mitunter 60, 70, 80, 90 .. Jahre. Das heißt, wenn sie zwischen 20 und 30 heiraten, bleiben 40, 50, 60 Ehejahre. Das ist eine Menge. Und die meisten jungen Leute denken daran nicht, wenn Sie sich für das Heiraten entscheiden.
Es wird in den kommenden Jahrzehnten auch Eheschließungen geben, aber Trennungen werden einfacher, weil das Trennen normal ist, immer mehr.
Man könnte noch den Aspekt anfügen, dass das Selbstbewusstsein der Frauen in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist, dass sie zunehmend ökonomisch unabhängig sind und auf eigenen Beinen stehen können, auch das macht eine Trennung leichter als früher, als die Frau auf die Versorgung durch den Mann abhängig war ...
Ein weites Feld für Diskussion und Änderungen!
eltenjohn am 27. Januar 2008 05:12 du hast es auf den punkt gebracht....die familienstruktur wird sich neue wege suchen müssen....über kurz oder lang

Die Ehe ist ein Zeichen an die Außenwelt, daß zwei Menschen zusammengehören und in Liebe einander zugetan sind - das war es früher und das ist es heute noch!
Der Unterschied zu heute über die "Haltbarkeit" der Ehe liegt darin, daß die Frauen heute wirtschaftlich unabhängig sind, daß es eine Geburtenregelung gibt und daß die Lebenserwartung gestiegen ist.
Ich sehe heute noch eine alte Frau vor mir, die mir mal unter Tränen gestand: "mein Mann hat mich belogen und betrogen, wir haben sieben Kinder miteinander, ich habe keinen Beruf gelernt, weil ich für die Ehe erzogen wurde - auch wenn mir zum Davonlaufen war, was hätte ich denn tun sollen und wo hätte ich denn hin sollen?
Wunderbare Antwort. Erklaert nicht alles, aber sehr viel, denn alles gibt es nicht. LG

Selbstverständlich hat die Ehe Zukunft, man muß nur mit ihr umzugehen wissen. Respekt vor dem Partner, Ehrlichkeit in allen Lebenslagen, Vertrauen und Helfen(auch mal selbstlos), sich auch nach vielen Jahren nicht gehen lassen(auch was das Äußere Erscheinungsbild anbelangt), stets miteinander reden und bei Meinungsverschiedenheiten Kompromisse finden, mit denen beide Partner gut leben können, in schwierigen Situationen Zusammenhalten sind einige Faktoren, die eine Ehe jung, lebendig und dauerhaft machen. Wenn man sich wirklich liebt ist das nicht besonders schwer. Ich bin jetzt seit 14 Jahren glücklich verheiratet und würde meinen Mann immer wieder erneut heiraten und er mich auch.
Ehe (mit oder ohne Trauschein, da unterscheide ich nicht) ist das versprochen Gestaendnis eine Wegstrecke des Lebens (deren Laenge kennt eh niemand, oder wer weiss wann der Tod vorbeischaut) gemeinsam liebend verbunden zu bewaeltigen. Trennungen aus welchen Gruenden auch immer, machen die Liebe nicht zum Auslaufmodell.
völlig mit einverstanden. hatte mich vor allem auf die standesamtliche ehe bezogen.
Raimund1 am 27. Januar 2008 04:55 DH, mein Lieber! Wie lang der Weg ist, weiss keiner. Und dass Versprechen, biss das der Tod euch scheidet, sollte besser lauten: bis das der Tod eurer Liebe....
Ja und auch akzeptieren, dass die Liebe (leider) frueher sterben kann wie der Koerper.

Ich bin seit 35 Jahren verheiratet und wir haben 4 erwachsene Kinder und 4 Enkelkinder. In all den Jahren gab es superglückliche, weniger gute und auch mal schwere Zeiten. An eine Trennung haben wir vielleicht mal ganz kurz gedacht, aber nie wirklich ernsthaft. Unsere große Familie tut uns gut und gibt uns Kraft, auch wenn wir räumlich inzwischen sehr weit auseinander wohnen.
Aber dort, wo die Verhältnisse sich nicht so glücklich entwickeln, finde ich eine Trennung allemal besser als z. B. den früheren (wirtschaftlichen) Zwang des Aufrechterhaltens einer Ehe.
Deshalb bin ich der Meinung, die Ehe als solche hat schon Zukunft, alle anderen Lebensformen aber auch. Das muss jeder für sich entscheiden.

Selbstverständlich. Sich einander so verbunden und so sicher zu sein, dass mein ein Zeichen setzen will. Das gibt es und das ist bei mir nach 26 gemeinsamen Ehejahren immer noch so. Mit 16 verliebt, mit 20 geheiratet - alles richtig gemacht und nie bereut. Leider ist das nicht jedem vergönnt. Und wir tun auch was dafür, in guten und in schwierigeren Zeiten wissen wir, dass wir uns unbedingt auf einander verlassen können.
Auch das ist kein Auslaufmodell und vielleicht gar nicht so selten wie man meint, bloss spricht kaum jemand so offen davon wie Du. LG
Gratulation für diese Einstellung. Den Dank habt ihr selbst in Eurem Eheleben gefunden.
Also,jetzt muß ich auch noch was dazu sagen. Ich bin schon etwas älter,meine Eltern gehörten noch zur "alten Generation".Oh was hätte ich mir gewünscht als Kind wenn sie früher auseinander gegangen wären.Aber da kam wieder der Faktor,Abhängigkeit der Frau. Finde es gut,wenn es heute anders ist,nur sollte man nicht bei der kleinsten Kleinigkeit gleich das Handtuch werfen.Wenn es heute langjährige glückliche Ehen gibt,bitte nur glücklich sein und nicht auf anderen runter schauen.Es gibt einfach Entwicklungen im Leben die zwei Menschen entfernen.Sollte jeder für sich deshalb auf ein erfülltes Leben verzichten,nur weil man glaubte das Leben zusammen teilen zu können? Wichtig ist für mich nur,das man sich nach der Trennung noch in den Augen sehen kann,noch besser wäre eine Freundschaft.Denn eins steht fest,es bleibt immer ein Teil des eigenen Lebens.
Du sprichst mir in Deinen letzten beiden Sätzen aus dem Herzen! Wohl ändert man sich während des Lebens, richtig. Aber gleich um so viel, dass man sich nicht mehr treffen mag? Natürlich, Verletzungen sind bei Trennung fast nie zu vermeiden. Die zu überwinden sind wir aber uns selbst und dem (Ex)-Partner schuldig. Und außerdem: würde man nicht auch damit beweisen, dass man sich damals sehr geirrt hat? Ich freue mich sehr und immer wieder über die tollen Freundschaften zu meinen Ex-Freundinnen.

Ich habe den Eindruck, das einige Menschen einfach nicht mehr bereit sind, auch Fehler und Macken des Partners zu akzeptieren. Gerade den Medien gebe ich einiges an Schuld, das ein falsches Bild, über den "perfekten Partner" entstanden ist. Ich persönlich bin 2,5 Jahre verheiratet und glücklich.

Die Ehe ist ein Auslaufmodell. Leider. "Prüfe, wer sich ewig bindet" und "Zusammenhalt in guten wie in schlechten Tagen", unmodern und überholt sind diese Tugenden.
ruthchen am 26. Januar 2008 23:50 ja, schade eigentlich. sind beides kluge Sätze...
Da möchte ich Dir vehement widersprechen. Die Ehe ist kein Auslaufmodell, die Gesellschaft hat inzwischen andere Lebensformen als möglich und lebbar akzeptiert, so dass das Prüfe, wer sich ewig bindet und auch das Zusammenhalt in guten wie in schlechten Tagen einen anderen Stellenwert gefunden hat. Wichtig finde ich, eine richtige Entscheidung treffen und ein Leben lang (dazu habe ich mich dann verpflichtet / darauf eingelassen) dazu zu stehen und es zu Ende zu bringen.
Letzteres ist leider auch ein negatives Ergebnis unserer schnelllebigen Welt: nicht mehr viel wird zu Ende geführt, wenn´s nicht mehr gefällt, wird es in die Ecke gestellt - schade, denn auch so die Ehe
Spelsberg am 27. Januar 2008 17:11 Unsere Ansichten decken sich in Deinem letzten Satz. Die Ehe ein Auslaufmodell, ok gebe zu, darüber ließe sich nun lange diskutieren. Meiner Meinung nach gibt es eine deutliche Tendenz zum "Lebensabschnittsgefährten", was ein UNWORT, und zu Patchwork, zu Scheidungskindern und nicht zuletzt den finanziellen Irrsinn, der mit den ganzen Scheidungs und Trennungsprozessen einhergeht.
Entschuldige bitte, aber was soll der Sch.... denn? Ehe auf Zeit - was soll der Vorteil sein? Allenfalls Reduzierung der staatlichen Kosten bzgl. Prozesskostenhilfe für Scheidungen und Co.
Wer eine Ehe eingeht, der hat sich entschieden und soll dieses auch durchhalten. In unserer sehr schnellelbigen Welt is es halt modern (und genau dieses göre ich im Ansatz in Deiner Frage raus), sich mal eben scheiden zu lassen. Was soll das? Die Ehe unserer (Ur-) Großeltern hat deswegen gehalten, da sie keine andere Möglichkeiten hatten (aus gesellschaftlichen Gründen - oder absolut schräg angeschaut wurden). Und heute? Neues Handy, neues Auto, neue Geliebte, mal ein Kind, .... na ja - hauptsache meinen Spaß am Leben????????
Ich würde mich freuen, wenn viele Menschen sich die Eheschließung sehr gut und intensiv überlegen, um keine "ach, ist doch mal schön"-Feier zu haben, sondern ein beständiges, sich gegenseitig forderndes, in Einklang befindliches Zusammenleben suchen (und dann auch finden).
So long

Ich gehöre zu denen, die nach 9 Monaten Kennen geheiratet haben. Das war 1997... Und es ist alles chicco, fast nie gestritten, alles fluffi... Ich meine... Yepp, würd ich wieder machen...
Es ist m.E. wie bei der PISA Misere: Die Menschen lassen sich durch Fernsehen berieseln und verblöden, Studien in den USA haben es nachgewiesen. Aus dieser (TV)-Ecke kommt denn auch die Unfähigkeit, im richtigen Leben zu bestehen. Ich denke, die Ehe hat Zukunft, aber nur bei richtigen Erwachsenen. Dumme sind unfähig, und Dumme werden durch unidirektionale Berieselung gemacht, keine Kommunikation, keine Problembewältigungskompetenz! Dumm bedeutet hier nicht unintelligent, unintelligent darf man sein, aber verblödet durch Fernsehen ist eine ganz andere Sache! Es lebe also die Ehe, die ermöglicht, Kinder auf den Weg zu bringen und ein Leben mit Achtung vor Anderen aufzubauen, damit man im Alter z.B die Fotoalben durchblättern kann.
Zumindest in dem Fall meiner Eltern kann ich sagen dass das nicht zutrifft. Zuhause gibt es nicht einmal einen Fernseher, und das letzte was meine Mutter lesen würde, wären diese Frauenzeitschriften, die nur über Oberflächkeiten schreiben. Jede Beziehungskrise auf die Dummheit der beiden Parteien zu schieben finde ich falsch.
Eveline am 26. Januar 2008 23:25 DH für diesen Kommentar (letzter Satz)
Sorry, falsch verstanden. Ich meinte, das unidirektionale Berieselung durch Fernsehen verdummt. In keinem Fall möchte ich jemanden als dumm bezeichnen, umsoweniger, als ich die beiden nicht kenne! Entschuldigung, wenn ich unklar formuliert habe.
Im Alter Alben durchblaettern, hoe ? Dann doch lieber eine TV Doku so in der Waehrung BBC. Dumm, kritisch Begriff und die Seele ist nicht abhaengig von Intelligenz. Dann noch die Kinder, die die Ehe auf den Weg bringt. GGluecklicherweise verfuegen alleinerziehende Muetter (selten Vaeter) ueber eine Mischung zwischen Baeren- und Loewenkraft.
Hier wurden jetzt schon so hervorragende Denkansätze, Meinungen und Erklärungen zu diesem Thema geäussert, trotzdem komme ich nicht umhin auch meinen Senf dazu bezutragen ! Die Zeiten haben sich nun mal gegenüber früher stark verändert und damit auch die Ideale, die Denkweise der Menschen, die Abhängigkeit oder Unabhängigkeit gegenüber dem Partner/in ! Die besseren Bildungsmöglichkeiten, das komplexe Informationssystem, alles Dinge, die zu den veränderten Verhältnissen geführt haben! Dazu kommt aber auch folgendes, unsere Politiker, unsere Vorbilder, die sog. Prommis, die leben uns das doch in erschreckender Weise tagtäglich vor! Früherer Regierungschef 4 x verheiratet,sein Aussenminister 3 x geschieden, sogar CDU/CSU Politiker von diesem Virus befallen !!! Nur meine Frau und ich, seit 33 Jahren glücklich verheiratet !!!!
Politiker? Prommis? Niemand von denen kann mein Vorbild sein. Die haben doch völlig andere Lebensumstände! Außerdem habe ich meinen eigenen Verstand und muss mich doch nicht vor den Fernseher setzen und schauen, wie die das machen, damit ich weiß, was ich zu tun habe.
Gerade solche Sendungen fördern ja, dass man den eigenen Verstand ausschaltet und lenkt von den eigentlich politischen und gesellschaftlichen Problemen, die wir haben, ab.

Ich glaube die Ehe hat Zukunft wenn man vorher das Zusammenleben "probt". Ich bin jetzt ein halbes Jahr verheiratet und mein Mann und ich haben vorher 2 Jahre zusammen gelebt. Wir wussten also dass es auf lange Sicht funktionieren kann. Und wenn man ein Paar Dinge zusammen durchgemacht hat kann man das andere auch schaffen.
Mein Mann und ich hatten schon harte Zeiten: Er ist 1 Monat nach unserer Hochzeit schwer an Krebs erkrankt, und jetzt wo er wieder gesund ist (z.G!) haben wir gesagt: die Kleinigkeiten die viele Paare auseinanderbringen können uns nichts anhaben.
Es ist alles eine Frage des Willens und ob man Stark genug ist auch in schlechten Zeiten zu sagen: es ist zwar grad nicht so toll, aber wir bleiben zusammen!
Ich glaube nicht, dass man sich früher so arg geprüft hat vor der Ehe. Da gab es bloß einfach keinen Ausstieg, vor allem nicht für die Frauen. Woher sollen die Generationen von heute dann mit dieser Problematik umgehen können?