Hat die Aufklärung (nach Kant) etwas mit Philosophie zu tun?

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1 Antwort

„Erkenne dich selbst!“ ist bereits die Inschrift am Apollotempel von Delphi. Kant geht weiter und hat ein ganzes Buch über die Frage der Erkenntnismöglichkeit geschrieben. Die Frage der Selbst- wie der Welterkenntnis ist eine ursprüngliche Kernfrage der Philosophie. Soweit Philosophie bestrebt ist, wie Jaspers es formulierte, die Fackel des Lichts der Erkenntnis in die Welt zu tragen, wird sie polititsch. So beginnt auch Kants berühmter Aufsatz über Aufklärung:

"AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."

Aufklärung ist also bestrebt, kritisches Denken anzuregen, dem blinden Glauben an Autoritäten die eigene Erkenntnis entgegenzusetzen. Das Programm der Aufklärung ist: Sucht selbst und kritisch die Wahrheit und lasst euch keine Märchen erzählen. Wissen ist Macht und falsches Wissen fördert den Machtmissbrauch. Das ist politische Philosophie und kein harmoses herumschwadronieren.

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Kommentar von xXzzzXx
22.11.2015, 18:16

Also ist in diesem Fall die Philosophie des ganzen, wie man sich richtig zu verhalten hat?

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