Frage von intel201x, 202

Hat der Beruf der hebamme Zukunft­čś× ..?

Ich möchte eine Ausbildung machen. ­čÖĆ

Als ich jemanden erzählt hab das ich meine Ausbildung als hebamme machen will hat der gesagt das es keine Zukunft Hat ........Ich muss aber zuerst eine Ausbildung als Gesundheits und kinderkrankenpflegerhelfer machen wegen mein Abschluss ­čś│

Antwort
von isebise50, 94
Im Jahr 2014 wurden in Deutschland knapp 715 000 Kinder lebend geboren. Die Hausgeburtshilfe liegt in Deutschland bei unter 2 Prozent. Ca. 20 Prozent aller Geburten in Kliniken werden von freiberuflichen Hebammen betreut. Den gro├čen Rest leiten angestellte Hebamme im Krankenhaus und werden nach Tarif bezahlt.

Die Aussichten f├╝r Berufseinsteiger auf dem Arbeitsmarkt an Kliniken sind gut. Auch k├Ânnen Hebammen nicht ersetzt werden, denn in Deutschland gibt es die sogenannte Hinzuziehungspflicht, die im Hebammengesetz unter II. ABSCHNITT - Vorbehaltene T├Ątigkeiten ┬ž 4 festgelegt ist:

(1) Zur Leistung von Geburtshilfe sind, abgesehen von Notf├Ąllen,
au├čer ├ärztinnen und ├ärzten nur Personen mit einer Erlaubnis zur F├╝hrung der Berufsbezeichnung "Hebamme" oder "Entbindungspfleger" sowie Dienstleistungserbringer im Sinne des ┬ž 1 Abs. 2 berechtigt. Die ├ärztin und der Arzt sind verpflichtet, daf├╝r Sorge zu tragen, dass bei einer Entbindung eine Hebamme oder ein Entbindungspfleger zugezogen wird.

(2) Geburtshilfe im Sinne des Absatzes 1 umfasst ├ťberwachung des Geburtsvorgangs von Beginn der Wehen an, Hilfe bei der Geburt und ├ťberwachung des Wochenbettverlaufs.

Ganz oder neben ihrer Festanstellung freiberuflich arbeitende Hebammen rechnen ├╝ber die Geb├╝hrenverordnung mit den jeweiligen Krankenkassen ab. F├╝r diese T├Ątigkeit brauchen sie zwingend eine Berufshaftpflichtversicherung. Deren Pr├Ąmien sind in den letzten Jahren extrem gestiegen, nicht weil Hebammen f├╝r mehr Geburtssch├Ąden verantwortlich sind, sondern weil die Kosten f├╝r den einzelen Schadensfall sich vervielfacht haben. Deshalb steigen viele Hebammen aus der Freiberuflichkeit oder sogar ganz aus ihrem Beruf aus, denn von seiner Arbeit sollte man schon leben k├Ânnen. Das wiederum f├╝hrt dazu, dass mittlerweile viele Schwangere keine Hebamme mehr in ihrer Umgebung f├╝r die Vorsorge, die Wochenbettbetreuung oder eine au├čerklinische Geburt finden.

Auch die Krankenh├Ąuser sind betroffen: Um Kosten zu sparen, k├╝ndigen die Kliniken den Hebammen und besch├Ąftigen sie freiberuflich weiter, oder schlie├čen ihre Krei├čs├Ąle gleich ganz. Die verbleibenden Hebammen betreuen deshalb oft mehrere Geburten gleichzeitig, was nicht selten zu Komplikationen w├Ąhrend der Geburt f├╝hrt. Ein Krankenhaus in Bruchsal
musste aus Mangel an Hebammen zeitweise ├ľffnungszeiten im Krei├čsaal einf├╝hren. Frauen, die ihr Kind zwischen 17 und 7 Uhr bekamen, wurden an andere Kliniken verwiesen.


Sollte der Hebammenberuf aussterben, dann m├Âchte ich den Frauen- oder Kinderarzt sehen, der nachts, am Wochenende oder Weihnachten ein offenes Ohr, geschweige denn die Bereitschaft f├╝r einen Hausbesuch zeigt.

Wo bleibt das durch den Europ├Ąischen Gerichtshof f├╝r Menschenrechte verbriefte Recht jeder Schwangeren, ihren Geburtsort frei w├Ąhlen zu d├╝rfen, wenn es vielleicht bald keine Wahl mehr gibt! Ein Armutszeugnis f├╝r ein reiches, zivilisiertes Land und seine Gesundheitspolitik!


Als Hebamme begleitest du auch Geburten mit weniger sch├Ânem Ausgang; stille (Tod- , Fehl- oder Fetozid-) Geburten, Geburten von behinderten oder missgebildeten Kindern bis hin zu nicht mit dem Leben zu vereinbarende Fehlbildungen, dramatische Notf├Ąlle unter der Geburt mit Bedrohung des Lebens von Mutter und Kind, Geburten von unerw├╝nschten Kindern...


Du kommst mit s├Ąmtlichen Ausscheidungen in Ber├╝hrung; Blut, Fruchtwasser, Urin, Kot, Erbrochenes...

Nicht selten kommst du mit bakteriellen und viralen Infektionen und Pilzerkrankungen in Kontakt; Syphilis, Toxoplasmose,Gonorrhoe, Chlamydien, Varizellen, Masern, Mumps, Tuberkulose, B-Streptokokken, R├Âteln, Cytomegalie, Herpes simplex , Hepatitis B und C, HIV, Humanes Papillomavirus...


Nicht jede werdende Mutter ist frisch geduscht, wohlduftend und gut gepflegt...

Du arbeitest als angestellte Hebamme im Schichtdienst; nachts, am Wochenende, an Feiertagen...


Du arbeitest als freiberufliche Hebamme schlecht bezahlt und in Dauerbereitschaft...

Es ist ein stressiger, verantwortungsvoller, manchmal auch trauriger und unterbezahlter Beruf und er ist vielf├Ąltig, erf├╝llend und wunderbar.


Schau mal unter 

http://www.ausbildung-hebamme.de/Bewerbung-Hebammenausbildung.html


hier findest du viele gute Tipps f├╝r eine erfolgreiche Bewerbung und f├╝rs Vorstellungsgespr├Ąch.

Alles Gute f├╝r dich!


Antwort
von ShinyShadow, 89

Viele schreiben: Ja klar, Hebammen werden immer gebraucht, da immer Kinder geboren werden!!

Stimmt ja auch, aber das Thema ist bisschen komplizierter als das.

Es gibt ja die Hebammen, die im Klinikum angestellt sind und die "privaten" Hebammen.

Seit nicht allzu langer Zeit gabs für die "privaten" eine Änderung in der Versicherung, und der Job ist für viele nicht mehr tragbar (Das kann dir eine betroffene bestimmt besser erklären)

Die Folge: Alle Hebammen stürzen sich auf die Jobs in den Krankenhäusern und die schwangeren Frauen haben Probleme damit, eine Hebamme zu finden, welche sie für den Zeitraum der SS und danach begleitet.

Wieso fragst du nicht mal eine Hebamme, ob sie dich in der Hinsicht mal berät? (Vielleicht sogar eine ganz junge, die erst vor wenigen Jahren mit der Ausbildung fertig wurde) Die müssen es doch am besten wissen :)

Antwort
von FragaAntworta, 116

Der Beruf der Hebamme ist ein wichtiger und guter Beruf, Du bist für eine werdende Mutter die wichtigste und erste Ansprechpartnerin für alles. Aber leider wird es im Moment unnötig durch die Versicherungen erschwert.

Antwort
von PieOPah, 84

Im Prinzip kann dir das bei deinem Berufsweg egal sein. Du machst ja schon vorher eine medizinische Ausbildung.

Hebammen werden gebraucht, so lange Kinder geboren werden. Ob du privat oder in einem Krankenhaus arbeitest, ist dabei erst mal nicht relevant.

Natürlich gibt es Leute, denen die Hebamme ein Dorn im Auge ist. Wenn ein Arzt plötzlich auf Platz 2 im Kreischsaal degradiert wird, kann das für ihn unpassend sein.

Solltest du als Hebamme dann doch keine Jobchancen mehr haben, kannst du ja in deinem ersten Beruf weiterarbeiten.

Antwort
von Goodnight, 87

Leider nein, die Gynäkologen arbeiten mit den Versicherungen heftig daran, dass Hebammen sich schlicht die hohen Prämien nicht mehr leisten können.

Kommentar von lastgasp ,

Klingt nach Verschw├Ârungstheorie, ist aber leider etwas komplizierter als in Deiner Gut-und-B├Âse-Welt von geldgierigen Gyn├ĄkologInnen und Versicherungsunternehmen. Die zu regulierende Schadenssumme ist von 2003 bis 2014 um fast 100% gestiegen.

Eltern klagen h├Ąufiger, wenn ihr Kind kein Gesamtkunstwerk ist und erwarten auch bei der Hausgeburt wie selbstverst├Ąndlich, dass die Hebamme eine intensivmedizinische Abteilung in ihrem altersschwachen VW Polo f├╝r den Fall mitgebracht hat, dass dem in-vitro-Alexander der 46-j├Ąhrigen Last-minute-Mutter die R├╝be blau anl├Ąuft. Da geht es dann schon leicht um hunderttausende von Euro, wenn dann noch Sozialversicherungstr├Ąger nicht erzielte Abgaben aus Arbeitseinkommen oder Heilbehandlungen einfordern, geht es schnell in den 7-stelligen Bereich...

http://www.gdv.de/2015/11/warum-bezahlbarer-versicherungsschutz-fuer-hebammen-im...

...oder frau landet gleich im Knast

http://www.sueddeutsche.de/panorama/toedliche-hausgeburt-hebamme-zu-fast-sieben-...

Dass Gyn├ĄkologInnen besonderes Interesse daran h├Ątten, den Hebammen schlecht bezahlte Vor- und Nachsorgeleistungen wegzunehmen, um selbst die Telefon-Hotline f├╝r ├╝bervorsichtige Muttis zu spielen, halte ich f├╝r Realit├Ątskonstruktion, um h├Ąsslichere Begriffe zu vermeiden.

Kommentar von isebise50 ,

Verantwortlich für die wachsenden Kosten ist aber nicht eine höhere Zahl von Geburtsschäden, sondern insbesondere der medizinische Fortschritt. Durch neue und immer bessere Therapien kommt es zu einem deutlichen Anstieg der Lebenserwartung auch von schwerstgeschädigten Kindern, die gesunden Menschen fast gleichgestellt sein kann. Kostete ein schwerer Geburtsschaden die Versicherer im Jahr 2003 noch durchschnittlich 1,5 Millionen Euro, waren es 2012 bereits 2,6 Millionen Euro.

Kommentar von Goodnight ,

Weiss ich von Gynäkologen selber.

Kommentar von lastgasp ,

Weiss ich von Gynäkologen selber.

OMG, wenn Du "weiß ich von meinem Gynäkologen" geschrieben hättest, könnte man vielleicht in eine sachliche Diskussion einsteigen.

Kommentar von Goodnight ,

Ich will mit dir gar nicht diskutieren. Du kannst es glauben oder nicht. Mit deinen abschätzigen Kommentaren kannst du aufhören oder wir diskutieren das mit dem Support.

Antwort
von EGitarre, 93

"Da lässt man einmal etwas fallen und ist gleich seinen Job los" - Heike(39), Hebamme  

So, kleiner Witz am Rande.

Natürlich!  Kinder werden immer geboren und es gibt immer Menschen, die lieber eine private Hebamme, als einen Arzt im Krankenhaus dabei haben möchten. 

Antwort
von Sorrisoo, 111

Na klar, Hebammen brauchst immer­čśë

Antwort
von DrStrosmajer, 90

Solange Kinder noch nicht online oder mittels Smartphone geboren werden k├Ânnen, werden Hebammen gebraucht.

Also hau rein! Viel Gl├╝ck!


Kommentar von intel201x ,

Danke 

Antwort
von Centario, 82

Wenn immer weniger Kinder geboren werden kann es zu einem Überangebot von Hebammen kommen.

Kommentar von isebise50 ,

Wir haben derzeit in Deutschland einen akuten Hebammenmangel!

Kommentar von Centario ,

Ist gut, ich habe dir das nur als Betrachtung geschrieben was unter Umständen wichtig sei könnte für eine Entscheidung von dir.

Kommentar von isebise50 ,

Bitte, wofür oder wogegen soll ich mich entscheiden?

Kommentar von Centario ,

@isebise50 Du bist doch nicht die FS,  deine Ausführungen sind interessant aber wenn du die Geburtenrate von 2014 aufführst wäre es schön wenn du auch zB 1994 und von zu erwarten 2034 angeben würdest. Wäre bei einer Berufsentscheidung für mich schon wichtig, für dich wahrscheinlich nicht. Klar könnte man das Szenario auf andere Berufe dann beliebig erweitern nur dann würden sich eben keine Fragen mehr stellen. Ich selber schließe nicht aus das die FS vielleicht auch noch eine andere Auswahl in Erwägung gezogen hat. Auch wenn sie das nicht unbedingt aufführt. Willst du mit deiner Beratung noch für 20 oder 30 Jahre einstehen? Ich glaube kaum.

Kommentar von isebise50 ,

Wenn du deinen Kommentar unter meinen und nicht unter den der Fragestellerin setzt, fühle ich mich nun mal angesprochen.

Ich denke, ich habe eine ausgewogene (mit allen Pros und Contras) Einschätzung des Ist-Zustandes gegeben, Hellsehen kann ich jedoch nicht.

Kommentar von Centario ,

@isebise50 ich werde in Zukunft(bei einer Kontaktaufnahme) darauf achten nur in dem Fall hier habe ich es aus dem Grund des Zusammenhanges nochmal gemacht.

Kommentar von isebise50 ,

Nix für ungut!

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