Frage von Kineta, 39

Hat Baumarkt bei Verkauf/Bezeichnung eines Kaminofens arglistige Täuschung begangen?

Hallo an Alle, 

da ich im Internet zu diesem spezifischen Fall nichts genaueres finden kann und ich aktuell nicht das Geld habe um mich ber der Verbraucherzentrale dazu beraten zu lassen, frage ich mal hier nach. Sachverhalt ist folgender:

Da wir keine Heizung in unserer Wohnung haben (ursprünglich waren Elektro-/Infrarotheizungen geplant), und wir auch nicht das Geld zum nachrüsten einer kompletten Heizanlage hatten, haben wir uns für den Einbau eines Kamins entschieden. 

Da wir wie gesagt nicht viel aus finanzieller Hinsicht hatten, haben wir auf einen Ofen aus dem Baumarkt zueückgegriffen, welcher der einzige war, der auch als Dauerbrandofen beschrieben wurde. Wir also zur Mitarbeiterin, ihr die Sachlage mit der Heizung etc erklärt (Sie wusste also zu 100%, dass wir ihn als alleinige Heizung nutzen wollten), was sie auch so abnickte. 

Eine Woche später wurde er dann geliefert, er blieb aber auch erstmal noch so verpackt stehen, da er bis zum Einbau in der Garage stand. Am Einbautag hat uns dann ersteinmal der Schornsteinfeger darauf hingewiesen, dass dieser Ofen KEIN Dauerbrandofen ist und somit nicht alleinig genutzt werden kann. Da es bereits kalt war und wir mit einjährigem Kind hier saßen, haben wir es also erstmal so hingenommen und ihn einbauen lassen. Bereits nach 3 Tagen (obwohl wir ihn nicht länger als jeweils 3-4 h am Stück an hatten, denn wir wussten ja, dass das nicht gut enden würde) löste sich die Lackierung ab. Ich habe dann im BM angerufen, denen das und auch das andere mit der falschen Bezeichnung eines Zeitbrandofens erzählt, woraufhin ich gesagt bekam: "Der Lack löst sich, weil sie falsch heizen und das Dauerbrand, welches wir meinten, ist nicht das Dauerbrand, welches aussagt, dass er rund um die Uhr genutzt werden kann.".... Höh?! Es gibt also einen Unterschied zw. "Dauerbrand" und "Dauerbrand"? 

Naja gut, so sollten wir dann erstmal verbleiben, weil er die Info erstmal weitergeben musste. Währenddessen fand unsere Abnahme, bei der es Mängel wegen der Abluft gab (beim öffnen der Kamintür tritt viel Rauch aus) statt. Zuerst wurde vermutete, dass der Schornstein zu kurz ist, weshalb noch ein Stück aufgesetzt wurde, daran lag es allerdings nicht. Ab dem Kaminofen aufwärts zieht die Luft mehr als nur gut. Nur im Ofen selbst haut etwas nicht hin. 

Ich habe also wieder beim Baumarkt angerufen und mit rechtlichem Vorgehen gedroht, schwupps, einen Tag später war eine EMail da, in der stand, dass sie den Ofen zurücknehmen. Ja super, was beingt mir das? Ich wollte einfach nur das haben, was ich gekauft habe: einen Dauerbrandofen. 

So, nun die finale Frage: wie sieht es da mit der Rechtslage aus? Ich sehe, zumindest das mit der falschen Bezeichnung, als arglistige Täuschung an, da uns auch die Mitarbeiterin im Markt nicht darauf hingewiesen hat. Kann man dagegen irgendwas unternehmen? Ich bin so sauer. 

Danke schonmal. 

Antwort
von PlueschTiger, 39

Ich denke mal der Erste Fehler den ihr gemacht habt ist schon der, das ihr den Ofen nicht sofort bei Lieferung überprüft habt. Was sicher auch nicht gesagt wurde ist das viele der Baumarkt Öfen überhaupt nicht für Kohle Nutzung geeignet sind, sondern nur für Holz. Ob das bei euch auch der fall ist weiß ich nicht. Der Zweite Fehler war wahrscheinlich das ihr vor der Nutzung etliche Zeit verstreichen habt lassen, wegen Gewährleistung und Garantie, vor allem Beweislast. Denn in den ersten 6 Monaten muss der Verkäufer die Unversehrtheit und das beweisen, danach müsst ihr beweisen das er von Anfang an Fehlerhaft war.

Das Problem bei der Situation ist, das Aussage gegen aussage steht, es sei den du hast für die Aussage der Verkäufers einen Zeugen.

Das Positive ist das der Ofen selbst scheinbar fehlerhaft ist, weshalb sie nach den Rechtsmittel Drohungen ihn auch zurück nehmen. Doch aufgrund des Wetters ist euch selbst damit nicht geholfen, selbst wenn das Geld wiederkommt. Denn auch ein Neuer Ofen und dann Dauerbrand ist zum einen Teurer und hat auch eine Gewisse Lieferzeit.

Mein Rat, gehe zur Verbraucher Zentrale und schildere die Situation (auch die Finanzielle) und frage wie viel die haben wollen. Für ein Kurzes Gespräch und ein paar Ratschläge verlangen die nicht mal immer was. Vielleicht helfen sie aufgrund der etwas dringlichen Situation auch umsonst, aber das musst du erfragen.

So, nun die finale Frage: wie sieht es da mit der Rechtslage aus? Ich sehe, zumindest das mit der falschen Bezeichnung, als arglistige Täuschung an, da uns auch die Mitarbeiterin im Markt nicht darauf hingewiesen hat.

Es muss nicht mal Täuschung gewesen sein, sondern Schlichte Ahnungslosigkeit. Denn nicht jeder der in einer Abteilung arbeitet, hat auch Ahnung davon.

Kommentar von Kineta ,

Wir haben den Ofen nun erst seit ca 2-3 Wochen, einen Zeugen habe ich auch, der beim Kauf dabei war und die Gespräche mit gehört hat.

Genau da ist eben das Problem, ich würde ihn ja umtauschen, aber das hilft uns aktuell leider überhaupt nicht, da wir ihn jeden Tag benötigen :(

Kommentar von PlueschTiger ,

Wie gesagt, ab zur Verbraucherzentrale und Situation schildern. Dann könntet ihr nach Absprache mit der Verbraucherzentrale, versuchen den Baumarkt mit den Hinweis auf den Zeugen und einer Möglichen Anzeige wegen Täuschung unter Druck setzen und verlangen das euch zu dem Preis den ihr bezahlt habt, ein Dauerbetriebs Ofen geliefert wird so wir ihr ihn gewollt habt und der Alte erst geholt wird, wenn der neue angeschlossen ist und Funktioniert. Sage denen auch das der Ofen vom Schornsteinfeger überprüft wird.

Nach Absprache mit der Verbraucherzentrale deshalb weil man da doch einiges Falsch machen kann. Bedenke die Verbraucherzentrale ist die günstigere Alternative zum Anwalt.

Antwort
von peterobm, 39

Er wurde aber mit dem Symbol für Dauerbetrieb gekennzeichnet.

ist kein Dauerbrand nach der gesetzlichen Bestimmung. Man kann jeden Ofen anhand der Bedienungsanleitung rund um die Uhr befeuern. Bei Holz ist das ein reiner Zeitbrand, das ist nämlich so nach ner Stunde runter gebrannt und Man/Frau legt wieder auf.

Die allermeisten Verkäufer in den Baumärkten haben da absolut keine Ahnung. Die Dame hat das schlicht verwechselt, Sie wusste es einfach nicht besser. Gebt das Ding zurück.

Der Lack löst sich, weil sie falsch heizen

das mag stimmen, nämlich überheizen; bei Nutzungsdauer von 3-4 Std. schlicht unmöglich. ODER es ist ein Montagsprodukt

dass dieser Ofen KEIN Dauerbrandofen ist und somit nicht alleinig genutzt werden kann.

völliger nonsens

beim öffnen der Kamintür tritt viel Rauch aus

wohl kaum ein Mangel, entweder wurde beim Einbau nicht auf die richtige Lage der Umlenkplatten geachtet; ODER ihr öffnet bei voller Flamme

in der Bedienungsanleitung steht was gebrannt werden darf


Antwort
von Tembobo, 12

Darf ich mal fragen welchen Ofen ihr habt? Marke und Modellbezeichnung?

Antwort
von FragaAntworta, 39

Das ist ein Problem der Begriffsbestimmung. Dauerbrand meint nicht Dauerbetrieb. Der Begriff “Dauerbrand” stammt aus den Prüfungsvorgaben für Kohleöfen. Ein 24h-Betrieb wird mit dem Begriff “Dauerbetrieb” gekennzeichnet und trifft sowohl für Dauerbrandöfen als auch für Zeitbrandöfen zu. Danach also das nächstemal aussuchen, und bitte in einem Ofenstudio und nicht im Baumarkt, auch wenn es mehr kostet, am Ende hast Du dann wenigstens einen Ofen nach Deinen Vorgaben.

Kommentar von Kineta ,

Er wurde aber mit dem Symbol für Dauerbetrieb gekennzeichnet. (Das Symbol mit der Uhr und einer 24 darin) Zeitbrand wäre das Symbol mit der Uhr, bei dem man die Zeiger darin abgebildet sieht. Das hat uns auch unser Schornsteinfeger so gesagt. Und im BGB steht, dass es eindeutig klar sein muss, damit eine Bezeichnung nicht falsch verstanden werden kann. Demnach hätte da eine genauere Bezeichnung stehen müssen. Wie gesagt, es war eine Notsituation und wir hatten halt nicht mehr Geld zur Verfügung. 

Kommentar von FragaAntworta ,

Kohle- oder Holzofen

Antwort
von Militaerarchiv, 36

Du kannst dich rechtlich nur an das halten was in der Betriebsanleitung des Ofens steht, mündliche Aussagen des "Fachverkäufers" sind nicht einklagbar. So etwas sollte man auch nicht in einem Baumarkt kaufen.

Kommentar von Kineta ,

Ja, das ist mir bewusst, aber der Ofen wurde/wird ja direkt als Dauerbrandofen beworben. Kann man da nichts machen? Und das ist ja auch nicht der einzige Punkt, der da nicht so ganz richtig war. Wie gesagt, wir haben notgedrungen im Baumarkt gekauft, da wir nicht viel Geld haben...

Kommentar von PlueschTiger ,

Wenn er in einem Prospekt als solches Beworben wurde habt ihr ja Beweise und dann währe es Täuschung. Doch wenn mitunter versteckt sich der Markt hinter der Wortgruppe "Druckfehler vorbehalten." Nach dem Motto: Nicht unsere Schuld.

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