Frage von mumsum, 27

Hasst mich meine Mutter wegen ihrer Vergangenheit?

Hei zusammen meine Mutter ist eig meine leibliche Grossmutter... ihre Tochter meine Leibliche Mam die aber starb als ich klein war. Ich kann mich nicht an sie erinnern und bin deshalb bei meiner Oma die ich eben Mama nenne aufgewachsen... 😂 alles etwas kompliziert...

Wie auch immer habe ich das Gefühl meine Mama hasst mich regelrecht... Ich kann es ihr NIEEEE recht machen egal was ich mache ... Sie zeigt mir nicht wirklich viel Liebe und spricht in einem Ton mit mir der manchmal sehr weh tut... Ich bin 23 wohne seit ich 18 bin alleine sie hat mir immer gesagt sie habe jetzt genug Zeit geopfert und ich soll jetzt selber klar kommen... Hat mich nicht weiter gestört obwohl solche Sätze doch schon ziemlich schmerzen... Jetzt ist es soweit das wenn ich den Raum betrete das sie komplett anders wird ... Sie kann NIE anständig mit mir reden und beschimpft mich nur, macht mir Vorwürfe und liegt mir mit Sachen in den Ohren die 10 Jahre oder mehr her sind...

Mich belastet diese Beziehung sehr weil ich immer den Gedanken mit mir trage DU MUSST DANKBAR SEIN... Und darfst nicht mekern... Meine Kindheit hätte ohne Sie wahrscheinlich schlecht ausgesehen...
Auf der anderen Seite kann ich aber auch fast nicht mehr. Ich geb mir Mühe gehe Gespräche anders an Diskutiere wechsle das Thema sage nichts ... Alles funktioniert nicht. Sie redet sich so in Rage manchmal...

Ich darf sie nicht mehr um Rat fragen, darf sie nicht mehr anrufen darf nicht mal mehr schreiben ohne im Nahhinein das als Vorwurf an den Kopf geklatscht zu bekommen...

Mir ging (geht es immer noch) aus Körperlich/Gesundheitlicher Sicht sehr schlecht... In dieser Zeit war sie NIE DA...
in 2 Wochen muss sie ihre Schulter operieren und plötzlich kommt sie dann mit Bitten... Ich weiss nicht ob ich das will und kann?!

Ich habe langsam das Gefühl meine Mama hat echt grosse Psychische Probleme... 1. Kommt sie mit ihrem alter nicht klar... Sie ist über 60 und macht ständig diäten die sie nicht nötig hätte zieht sich Proteinshakes rein als wäre sie zwanzig und  hört nicht damit auf obwohl das es ihre Gesundheit gefärdet (sie ist schon mit so krassen Verstopfungen im Spital gelandet....)
Und da gibts halt noch ganz viel mehr

Habe schon mal versucht sie darauf anzusprechen das es vielleicht mit dem Tod meiner Mama zusammenhängt und ob sie Lust hätte das mit mir bei einem Psychologen aufzuarbeiten... War n schuss in den Ofen...

Ich leide sehr darunter klammere an Dingen die mir wichtig sind habe Verlustsängste und sie schafft es immer wider mir einzutrichtern das ich nichts kann, nichts bin und ja....
Was soll ich tun??
Hat sie psychische Probleme?
Wie kann ich helfen??

Antwort
von piadina, 15

Du solltest in erster Linie Dir helfen. Es lag nie in Deiner Verantwortung, was Deine O/Mama auf sich genommen hat. Ein Kind wird nicht gefragt; wurdest Du ja auch nicht. Deine Mutter konnte nicht für Dich da sein - wäre sie sicher gerne gewesen. Auch diese Situation unterlag nicht Deinem Einfluss.

Natürlich war es für Deine O/Mama nicht einfach, so plötzlich eine Verantwortung zu übernehmen, mit der sie sicher nicht gerechnet hat. Bestimmt hat sie ihr möglichstes getan.

Du hast nun Dein eigenes Leben und mußt es selbst gestalten und auf die Reihe bringen. Wenn Deine O/Mama Dich sowieso nur anmault und Du nichts recht machen kannst, laß sie, melde Dich nicht mehr von Dir aus, geh Deinen Weg. Natürlich hat sie psychische Probleme, aber dafür kannst Du nichts. Außerdem lehnt sie ja Dein Hilfeangebot kategorisch ab.

Ein netter Spruch: Freunde sind Gottes Entschädigung für Familie.

Kommentar von Spielwiesen ,

Wenn man die Lebensleistung der Oma betrachtet, wäre dein Vorschlag doch mehr als grausam, oder? Und auch unbefriedigend für mumsum, die ja gerade einen Ausweg sucht - sie sucht konstruktive Hilfe.

Kommentar von mumsum ,

Für mich ist es halt schwer da meine familie eben nur noch aus meiner Mama meinem Dad und meinen Urgrosseltern (die leider im Heim sind und naja halt schon sehr alt und vergesslich ) besteht.... Und ich hab n Freund. Mehr hab ich leider nicht keine Freunde... Und wenn ich jetzt den kontakt abbreche naja es ist sehr schwierig für mich

Kommentar von piadina ,

Freunde kannst Du noch dazu gewinnen im Laufe Deines Lebens.

Du hast im Moment die Wahl, worunter Du leiden mußt: unter der drastischen Mißachtung Deiner O/Mama (die sehr verletzend ist) oder unter mangelnden Sozialkontakten - was sich aber ja auch noch ändern kann.

Kommentar von Buddhishi ,

Das verstehe ich sehr gut, aber ich denke, lieber wenige guttuende Beziehungen als mehr, aber krankmachende Beziehungen.

Antwort
von lextra79, 19

Hey.

Was für eine traurige Geschichte. Deine oma war ihr ganzes Leben für ein Kind verantwortlich. Als deine Mutter erwachsen war und sie mit schätzungsweise Anfang/Mitte 40 noch alles hätte erleben können, kam die Verantwortung für dich. Jetzt kann sie körperlich nicht mehr, fragt sich wo die Jahre geblieben sind. Sie gibt dir die Schuld an den verlorenen Jahren anstatt sie als Erfüllung zu sehen. Vielleicht hat sie auch den Tod ihrer Tochter immernoch nicht überwunden, weil sie keine Zeit zum trauern hatte. Ja ich denke sie braucht einen Seelsorger um das alles aufzuarbeiten. Aber du wahrscheinlich auch. Du solltest weiter für sie da sein und dir dabei selbst Hilfe holen. LG 

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Angst, Gesundheit, Psyche, ..., 11

Hallo Mumsum,

erstmal möchte ich Dir mein Mitgefühl mitgeben. Ich kann Dich sehr gut verstehen und Dir aus Erfahrung sagen, dass es leider nur einen Weg für Dich gibt: Nicht ihr zu helfen, sondern Dir selbst! Das mag sich zunächst hart anhören, aber diese Frau ist wirklich krank. (Ich tippe auf narzisstische bis histrionische Persönlichkeitsstörung. Aber das nur nebenbei.)

Du wirst es ihr NIE rechtmachen können. Allein Deine Präsenz ist ihr zu viel. Und das vermutlich schon seit vielen Jahren. Ihr seid beide in eine Situation geschubst worden, für die ihr nichts konntet. Aber Du warst das Kind und sie die Erwachsene. Sie musste etwas für Dich tun, obwohl ihr das nicht gefiel. Und dass sollst Du nun ausbaden und wiedergutmachen aus ihrer kranken Sichtweise.

Das das wehtut und nicht funktionieren kann, ist offensichtlich. Aber sie wird sich nicht ändern. Du kannst also entweder weiter unter ihr leiden oder auf Distanz bis Kontaktabbruch gehen. Letzteres wäre der konsequenteste Weg, der ihr künftiges Leid mit ihr ersparen würde. Allerdings würdest Du dann vermutlich unter einem schlechten Gewissen leiden. Das ist nur ein Weg, wenn man sich darüber im klaren ist und bewußt und achtsam mit sich selbst umzugehen versteht. Aber auch der Weg, der am glücklichsten macht :)

Meines Erachtens ist es für Dich an der Zeit, flügge zu werden, nicht nur in dem Sinne, dass Du bereits ausgezogen bist, sondern DEIN EIGENES LEBEN zu leben. Die Vergangenheit hinter Dir zu lassen und Dein Leben kreativ und lebensfroh selbst zu gestalten.

So viel für jetzt erstmal. Lasse das bitte mal sacken, und wenn Du darüber nachgedacht hast und Fragen hast, werde ich gerne weiterhin schreiben.

LG

Buddhishi

Kommentar von Wolfnight ,

Es muss nicht sein, dass sich die Oma/Mama nicht mehr ändert. Oft wissen Menschen gar nicht, wie sehr sie andere mit ihrem Verhalten verletzen. Ich würde empfehlen, einmal offen und ruhig mit ihr darüber zu reden. Ohne ihr Vorwürfe zu machen. Möglicherweise ist das Verhältnis zwischen den beiden noch zu retten.

Kommentar von Giwalato ,

Dein Optimismus in Ehren, aber bei der Persönlichkeitsstruktur der Oma halte ich das für nahezu ausgeschlossen. 

Sie hat kein Problembewusstsein und ist deshalb auch nicht bereit, etwas zu verändern.

Kommentar von mumsum ,

Kann das narzistische den auch da sein wenn sie einem liebt?? Ich weiss irgendwie das sie mich gerne hat und das sie sich viele sorgen macht (sie spricht viel mit ihrer besten freundin darüber die mir das erzählt) und ich weiss auch das sie mit mehr liebe geben möchte aber sie kanns einfach nicht...

Kommentar von Buddhishi ,

Hallo Mumsum,

ich fürchte ja. Liebe und Narzissmus schließen sich nicht aus. Allerdings ist die Liebe einer narzisstischen Mutter/Oma keine 'gesunde' Liebe für das Kind und nur sehr schwer zu entlarven. Das Kind hat durchaus das Gefühl, dass es Zuneigung u. Interesse erfährt, bis es (oft erst in mittleren Lebensjahren) realisiert, dass das, was es als 'Liebe' interpretiert hat, im Grunde der Eigenliebe der Mutter entsprang. Da ein Kind viele Jahre abhängig von der Mutter ist, fällt es enorm schwer, diesen Widerspruch zu erkennen und vor allem anzunehmen.

Siehe mal hier:

http://www.medizin-im-text.de/blog/2016/147/narzissmus/

http://www.narzissmus.org/hat-deine-mutter-eine-nps/

LG

Kommentar von mumsum ,

Vielen dank für die info

Kommentar von Buddhishi ,

Gerne, tut mir nur leid, dass ich keine schönere Antwort für Dich habe. Wenn Du noch Fragen hast - bin gerne für Dich da :) LG

Antwort
von Spielwiesen, 6

O, ich kann aus eigener Erfahrung gut nachempfinden, wie du dich fühlst.
Jetzt abweisend zu reagieren, wirkt zwar auf den ersten Blick naheliegend, wäre aber dennoch unmenschlich, jetzt, wo sie dich braucht. Ein echter Konflikt, in dem es wichtig ist, eine saubere Lösung zu finden, die frei ist von Rachegedanken und negativen Ressentiments. Ich höre heraus, dass du dir das auch wünschst, aber trotzdem auch deine Situation gewürdigt werden muss.

Aus meiner Erfahrung kann ich dir eine Methode nennen, die vielleicht auch hilfreich für dich ist: sie kommt aus dem Hawaiianischen und heißt Ho'oponopono - das ist ein alt-überliefertes Vergebungsritual zur Auflösung von Konflikten und Fehlverhalten in Familien. Es kann wahre Wunder bewirken, und es wirkt auch bei uns, da es die eigene Resonanz gegenüber anderen verändert.

Ho'oponopono besteht aus der Formel:
    1. Es tut mir leid – in mir., gefolgt von
    2. Ich verzeihe dir – in mir.
    3. Ich liebe dich – in mir.,
und das wird ständig wiederholt.

Ho’oponopono geht davon aus, dass alles eins ist in der Welt, auch wenn
wir uns getrennt fühlen. Aufgrund dieser Einheit kann nichts in der eigenen Welt geschehen, ohne dass es nicht auch eine Resonanz in dem Betrachter dazu gäbe. Man kann Probleme im Außen nur dann ändern, wenn man die innere Resonanz dazu heilt. (Definition von Ho'oponopono, Online-Lexikon für Glück und Erfolg von Thomas Klüh). Ich empfehle diese Quelle zum Nachlesen, da dort auch von dramatischen Heilungsberichten die Rede ist, die letztendlich auch überzeugen.

Immerhin ging es mir mit meiner sehr selbstbezogenen Mutter ähnlich: nie war ich gut oder perfekt genug, immer kam das Signal: 'sei, aber sei anders', und ich konnte nur durch räumliche Trennung und gute Freunde ein halbwegs intaktes Selbstbewusstsein aufbauen, das sich aus mir selbst speiste.  Ich war beruflich im In- und Ausland unterwegs, aber wir hatten schon schriftlich und telefonisch Kontakt, und es gab auch Besuche. Ein Jahr lang allerdings habe ich den Kontakt unterbrochen, nachdem mir bösartige Absichten unterstellt worden waren. - Seit 13 Jahren nun ist meine Mutter in einem Pflegeheim und wird immer hilfebedürftiger; seither hat sich die Mutter-Tochter-Situation langsam umgekehrt, und mit Ho'oponopono habe ich es inzwischen geschafft, uns beide auf 'normal' zu bringen, so dass ein liebevoller Umgang miteinander vorherrscht.

Großartig war für mich, als vor ein paar Monaten meine Mutter (inzwischen geistig reduziert) anfing, etwas an mir - wie Kleidung, Frisur - zu loben und gar zu bewundern - das war etwas, das sie früher nie gemacht hätte, da sie selbst 'glänzen' wollte bzw. musste. So blöd es klingt, aber da kamen mir heftigst die Tränen. Und ich habe gemerkt: es ist geschafft - wir haben es geschafft.

Vielleicht konnte ich dich mit meiner Geschichte ermutigen, es auch einmal zu versuchen. Es tut gut, diesen Weg zu gehen, gerade  auch für die eigene Gesundheit - seelisch wie körperlich . 

Ich wünsche dir einen guten Weg!

Kommentar von Spielwiesen ,

Hier noch die Quellenangabe: http://de.spiritualwiki.org/Wiki/Hooponopono

Kommentar von mumsum ,

Vielen vielen dank ich werde es mir durchlesen

Antwort
von Giwalato, 14

Hallo Mumsun!

Recherchiere doch mal im Internet die Syntome für weiblichen Narzissmus.

Deine Oma wird sich nicht mehr ändern, aber Du leidest an der Situation und mußt Dich schützen. Das Verhalten Deiner Oma tut Dir nicht gut. Nach Deiner Beschreibung macht sie einen ziemlich fitten Eindruck. Du kannst und mußt derzeit nichts für sie tun.

Kennst Du die genauen Umstände, wie Deine leibliche Mutter starb? Gibt es andere Verwandte, außer Deiner Oma? Alle Informationen darüber hast Du anscheinend von Deiner Oma, Du selbst kannst Dich ja nicht an Deine leibliche Mutter erinnern, weil Du noch sehr klein warst.

Vielleicht bekommst Du so Antworten, die Dich das Verhalten Deiner Oma besser verstehen lassen. Schuldgefühle, weil sie für Dich da sein mußte, brauchst Du nicht zu haben. Die meisten Omas hätten dies gerne getan, ohne Dankbarkeit zu fordern. 

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Zukunft. Paß auf Dich auf!

Giwalato

Kommentar von mumsum ,

Kann das narzistische den auch da sein wenn sie einem liebt?? Ich weiss irgendwie das sie mich gerne hat und das sie sich viele sorgen macht (sie spricht viel mit ihrer besten freundin darüber die mir das erzählt) und ich weiss auch das sie mit mehr liebe geben möchte aber sie kanns einfach nicht...

Kommentar von Giwalato ,

Wenn sie mit ihrer Freundin darüber spricht, wie sehr sie sich um Dich sorgt, erhält sie von dieser eine Menge Lob und Anerkennung. Und die saugt sie auf wie ein Schwamm. Sie ist süchtig nach Bestätigung. Als sie Dich nach dem Tod Deiner Mutter zu sich genommen hat, hat sie viel Zuspruch erhalten, Beileid zum Tod Deiner Mutter und viel Bewunderung, daß sie die schwere Aufgabe übernimmt, sich um Dich zu kümmern.

Gute Eltern würden bei solchen Gesprächen im Freundeskreis erzählen, was Du derzeit machst und daß Du zielstrebig, fähig oder mutig bist.

Bei Deiner Oma liegt der Focus bei solchen Gesprächen ausschließlich darauf, was sie alles für Dich getan hat und tut. 

Vermutlich weiß sie gar nicht, was Du tust, was Deine Träume sind und wie Du dich fühlst. Sie kann sich nicht in andere Menschen hineinversetzen.

Deshalb ist es so wichtig, daß Du selbst Dich um Deine emotionale Gesundheit kümmerst, Deine Oma ist dazu nicht fähig.

Kommentar von mumsum ,

So hab ich das gar noch nicht gesehen aber alles was du sagst stimmt.... 😐

Kommentar von Giwalato ,

Du bist ein wunderbarer Mensch, Mumsun,

und im Gegensatz zu Deiner Oma kannst Du Dich in andere Menschen einfühlen und spürst ihre Not.

Wenn Du Dich weiter informieren willst, empfehle ich Dir das Buch von Hans-Peter Röhr: Narzissmus, Das innere Gefängnis, dtv-Verlag.

Deine Oma ist kein schlechter Mensch, aber Du kannst ihr gegen ihren Willen leider nicht helfen.

Suche Dir Menschen, mit denen Du reden kannst und die Dich unterstützen.

Alles Liebe,

Giwalato

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