Frage von Cemo3600, 64

Hartz4 Schüler Job darf Ich im Monat mehr als 100 euro verdienen?

Bin 17

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV & Jobcenter, 52

Darfst du !

Aber alles was über deinen 100 € Grundfreibetrag liegt wird dir zu 80 % auf deinen Bedarf angerechnet,also dann von deiner Leistung abgezogen,die deine Mutter für dich bekommt und du musst das aus deinem Einkommen wieder ausgleichen.

Dir bleiben also im Endeffekt dann nur deine Freibeträge übrig und das was du ggf.bis jetzt als Taschengeld bekommen hast.

Freibeträge nach § 11 b SGB - ll :

- die ersten 100 € ist der Grundfreibetrag

- 100 € - 1000 € Brutto / 20 % Freibetrag / 80 % Anrechnung

- 1000 € - 1200 € Brutto / 10 % Freibetrag / 90 % Anrechnung

Diese Freibeträge berechnen sich also aus deinem Bruttoeinkommen,werden dann theoretisch von deinem Netto abgezogen und ergeben dann das anrechenbare Nettoeinkommen,was dann mit deinem sonstigen Einkommen ( z.B. Kindergeld ) addiert wird und auf deine Leistungen angerechnet wird.

Bei einem 450 € Einkommen würden dir also zunächst die 100 € Grundfreibetrag bleiben und von den übersteigenden 350 € noch einmal 20 %,also noch mal 70 € dazu,dein Freibetrag läge dann bei 170 € und 280 € würden deiner Mutter von deiner Leistung abgezogen und die musst du ihr dann aus deinem Einkommen wieder geben.

Solange du unter 25 bist und noch zur Schule gehst oder ein BVJ - ohne Vergütung machen würdest,könntest du in den Ferien pro Jahr in bis zu 4 Wochen bis zu 1200 € zusätzlich zu deinen 100 € Grundfreibetrag pro Monat dazu verdienen.

So könntest du pro Jahr rein theoretisch auf 2300 € kommen,die dir dann nicht von deinen Leistungen abgezogen würden.

Es muss sich aber dann um einen reinen Ferienjob handeln,also du musst z.B. nach den Ferien wieder die Schule besuchen,darfst also keine Ausbildung beginnen und die Beschäftigung muss bei einem anderen AG - ausgeführt werden,also nicht bei dem du nach der Schule schon arbeiten gehst.

Antwort
von DerHans, 47

Du darfst so viel verdienen wie du willst.

Es ist ja der Sinn der Übung, dass man von seinem Arbeitseinkommen lebt und keine Unterstützung vom Staat braucht.

Kommentar von cyracus ,

Natürlich darf er sowiel verdienen, wie er will. - Aber dass er wissen will, wieviel er davon für sich behalten darf, ist doch sonnenklar ...

Antwort
von cyracus, 39

Ergänzend zur Antwort von isomatte (sie ist in Sachen Grundsicherung sehr erfahren) für Dich und Deine Eltern - gib auch ihnen dies zu lesen - vorsorglich meine Hinweise

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Kommentar von cyracus ,

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen. - Einzig nicht mehr aktuell in der Info: Darin wird erklärt, dass Beistände sich nicht ausweisen müssen (liest Du ja dann dort). - Für mich völlig unverständlich, der Richter kannte wohl nicht die Info des ehemaligen Präsidenten des Bundessozialgerichts Dr. Matthias von Wulffen - kopfschüttel. Dieses Urteil wird hoffentlich gekippt. - Das JuraForum erklärt im Artikel vom 9.11.2015:

Hartz IV-Empfänger haben Recht auf Beistand beim Jobcenter

     „Diese Entscheidung des Sozialgerichtes Stuttgart ist noch nicht
     rechtmäßig, so dass die rechtliche Situation noch nicht abschließend
     geklärt ist. Aufgrund dessen sollte der Beistand eines Hartz IV
     Empfängers besser seinen Personalausweis mitbringen, um sich
     notfalls ausweisen zu können. Wichtig ist, dass Hartz IV Bezieher
     ihren Beistand unangemeldet mitbringen dürfen. Er braucht auch nicht
     über eine juristische Vorbildung zur Verfügung. Hartz IV Empfängern
     sollten von dieser Befugnis am besten Gebrauch zu machen. Dies gilt
     gerade auch dann, wenn er Schikanen seitens des Jobcenters
     befürchtet.“
Quelle: (3x w) juraforum.de/ratgeber/sozialrecht/hartz-iv-empfaenger-haben-recht-auf-beistand-beim-jobcenter

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Antwort
von ADragonGirl, 64

Jaa! Sagen wir mal du verdienst 150 € dann darfst du 100 € behalten und auf das restgeld, berechnet das amt dann 20% , die du dann auch noch behalten darfst und der rest wird als dein Monatsgeld berechnet.

Antwort
von beangato, 33
Antwort
von mimi142001, 50

Ja darst du das wird auf den Hart4 Satz gerechnet

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